Forum: Blogs
Psychotherapie via Handy: Therapeut in der Hosentasche
CorbisStress, Ängste, Depressionen? In Zukunft könnte ein Mobiltelefon helfen. Psychologen und IT-Experten tüfteln an Therapie-Apps für Smartphones. Die professionelle Hilfe vom Handy soll die übliche Psychotherapie ergänzen - und könnte sie in einigen Fällen sogar ersetzen.
http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...825532,00.html
- #20 12.06.2012 11:57 von
...
@korox Es macht genau den Unterschied, ob die Natur etwas komplex sinnvoll perfekt entwickelt oder der dumme ensch das Chaos unkontrolliert beschleunigt. zB Wirtschaft, Atomkraft etc. Und was die höhere Lebenserwartung angeht ist sie eine Errungenschaft vor des analogen Zeitalters. Bald wird niemand mehr älter als 50. Das Burnoutalter ist von 35 auf 25 gesunken und psychische Krankheiten im Alter werden zur Epedemie. Kinder bereits therapiebedürftig.
- #21 12.06.2012 16:20 von
Kristallkugeln bringen mehr
Neulich konnte ich auf einer Exkursion einer Rentnerin bei der Therapie zuschauen. Sie blickte auf einen Bildschirm, auf dem sich dauernd etwas bewegt, wobei zumeist Frauen beruhigende Töne und auch zusammenhängende Worte von sich gaben. Die alte Dame erzählte mir, daß dies Privatfernsehen genannt werde und ungemein beruhigend wirke, man brauche auch gar nicht zu denken. Ich habe sofort zu forschen angefangen, und habe herausgefunden, daß mich die Vorführungen eher nerven, was sich allerdings durch kräftiges Nachführen von Alkohol begrenzen läßt. Auch der Anblick eines Kaminfeuers ist mir noch deutlich zu hektisch. Ein Aquarium mit gemächlich schwimmenden Fischen hingegen strahlt eine gewisse Ruhe aus, zumal die Fische sich ruhig verhalten.
Natürlich fragt man sich, wo der Unterschied zwischen einem Buch und einem App – Dings sein soll, außer dem Gewicht. Vielleicht könnten die Propagandisten netterweise dieses Geheimnis lüften.
Daß der empirische und positive Behaviorismus mit seinen rein physiologischen Betrachtungen und deutlichen Anleihen bei den beobachtenden und vergleichenden Verhaltenswissenschaft (insbesondere der Säugetiere) und der Anthropologie (einfacher Volksstämme) eine reine Wohltat gegen diese freudschen Seelentheoretiker ist wurde schon gesagt. Außer Desmond Morris. Bestseller vermutlich, wie ich den Laden kenne. - #22 14.06.2012 08:19 von
Psychotherapie-2-0
Mir hat der aufgeschlossene Tenor des Artikels dem Einsatz technischer Hilfsmittel in der Psychotherapie betreffend sehr gut gefallen, da ich persönlich als praktizierender Verhaltenstherapeut in diesem Weg die einzige Chance sehe, das eklatante Missverhältnis von Angebot und Nachfrage auf diesem Gebiet vielleicht doch noch mittel- bis langfristig in den Griff zu bekommen. Die im Unterschied zum Artikel selbst in einigen Kommentaren spürbar werdende Skepsis gegenüber dem Einsatz technischer Medien in der Psychotherapie teile ich nur insoweit, dass ich finde, dass in technikgestützter Psychotherapie kein Ersatz für eine konventionelle Therapie gesehen werden sollte, sondern eine Ergänzung, die die Effizienz und damit auch Ökonomie des psychotherapeutischen Geschehens spürbar erhöht . Meines Erachtens nach befindet sich die Psychotherapie, genauso wie jede andere heilkundliche Disziplin, in der moralischen Verpflichtung, die Effektivität und Effizienz der von ihr eingesetzten Methodik zu erhöhen. Ethisch und moralisch nicht mehr vertretbar lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz sollten auch uns als Behandler über neue Wege und Formen von Psychotherapie nachdenken bzw. solche praktisch erproben lassen.
Es geht also eben nicht um ein Entweder „face to face“ oder „face to PC“, sondern, die Zukunft liegt meines Erachtens in einem Sowohl-als auch, d.h. in der Integration von „kleinen Helfern“ die auf dem PC, dem iPhone oder iPad bzw. Android-Phone oder Android-Tablet ihren Dienst tun und so eine ansonsten in ihrer Darbietungsform konventionell stattfindende Psychotherapie bereichern.
Ich selbst sehe nach langjährigen eigenen Erfahrungen mit einem solchen Mix aus therapeutischen und computergestützten Interventionen, eine große Chance darin, dem Patienten zu mehr Eigenverantwortlichkeit und -aktivität im Therapiegeschehen zu verhelfen, etwas das ganz im Sinne der von allen Seiten gewünschten Vergrößerung der Eigenverantwortung des Patienten für sich und seine Gesundheit liegt. Weitere Überlegungen und Ideen zum Thema technische Medien in der Psychotherapie sind in einem Blog im Internet unter www.psychotherapie-2-0.de zu finden. - #23 14.06.2012 19:40 von
Tassen mit Schränken (4.0)
Zum Glück hat sich eines meiner Lieblingsblätter (neben Italien) der Sache angenommen. SPAM (bei Spon ganz unten) kennt das Problem bereits und hat professionelle Antworten, gerade gestern erst.
Der moderne Mensch braucht ein App. Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, daß man früher aufs Klo gegangen hat, wenn es pressierte. Man befragt einfach diesen Eierpot und schon weiß man, wann es von den Sternen her und medizinisch und seelisch am günstigen wäre. Vermutlich sogar mit Optimierungsberechnungen und Wahlmöglichkeiten.
In diesem Falle wäre man die Seelenkenner los, sind sie doch die einzigen, die dem Menschen eine Seele zusprechen. Die Beratungen beim Psychiater werden sehr viel anheimelnder als heute. Sagt der Weise was, zückt der Kunde seinen Eierpot und befragt den. In Metzgereien und Buchläden ist das heute schon üblich, die Dienstleistungen von Autowerkstätten und Ärzten sind demnächst vollständig erfaßt. Ein falsches Wort des vermeintlichen Fachmanns, und er ist des Betrugs überführt. Die Medien müssen in Zukunft auch ganz vorsichtig agieren.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren

