Das einzige erstaunliche ist, dass das hier wie eine geradezu sensationelle Neuigkeit verkauft wird.
Zumindest bei jenen psychischen Störungen mit einem relativ hohen genetischen Risikoanteil (wie Depressionen, Bipolar, ADHS, Alkoholismus und andere Suchterkrankungen) gehen doch gerade Insider jener Szenen seit mindestens 20 Jahren davon aus, dass die biologische Basis dafür im Grunde schon bei der Geburt, spätestens aber mit Ende des ersten Lebensjahres, vorhanden ist (z.T. genetisch begründet, z.T. in der Entwicklung des Embryos, z.T. in frühkindlichen Traumatas). Auch wenn aus einer solchen biologischen Vorraussetzung nicht unmittelbar ein Störungs- oder gar Krankheitscharakter erwächst, zumindest führt sie bereits in frühem Alter zu leichten biochemischen Imbalancen, die z.T. gewisses Unwohlsein bewirken, dem dann durch kompensatorisches Verhalten intuitiv entgegengewirkt wird.
Beschreibt man jene Kompensationsversuche systematisch, merkt man schnell, dass das Geschlecht einen enormen Unterschied ausmacht. Und neben dem Geschlecht sind es vor allem Alterstufen, wo die Auffälligkeiten entsprechend gemeindsam und typisch sind. Wobei der Wechsel dieser Altersstufen wiederum mit den alterstypischen Umstellungen der Sexualhormone zusammenfällt. Ganz zu schweigen, dass Frauen, die Psychopharmaka mit Kurzzeitwirkungen einnehmen, fast immer berichten, dass deren Wirksamkeit stark von ihrem Monatszyklus abhänge, d.h. an bestimmten wenigen Tagen stärker, und an einigen wenigen anderen Tagen fast gar nicht wirke.
Der Einfluß von Alter und Geschlecht auf psychische Krankheiten und deren Erscheinungsbild ist eigentlich unstrittig. Schade ist, dass der mögliche dritte Parameter (Seitigkeiten a'la Behan-Gschwind-Galaburda-These) mittlerweile in Vergessenheit geraten ist.

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