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Psychologie-Mythen: Macht Hirnjogging wirklich schlauer?

Corbis"Psychopathen lassen sich am Gehirn erkennen", "Forscher können Gedanken lesen": Was ist wirklich dran an solchen Aussagen? Der Psychologe und Philosoph Stephan Schleim entlarvt die sieben größten Legenden über das Denkorgan des Menschen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...822873,00.html
  1. #1

    Vielen Dank

    Solange aus dieser Forschung keine diktierten Menschenbilder und Verhaltensregeln entstehen, verfolge ich deren Entwicklung immer wieder gerne.
  2. #2

    Stephan Schleim, Philosoph, entlarvt -

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Psychopathen lassen sich am Gehirn erkennen", "Forscher können Gedanken lesen": Was ist wirklich dran an solchen Aussagen? Der Psychologe und Philosoph <i>Stephan Schleim</i> entlarvt die sieben größten Legenden über das Denkorgan des Menschen.

    Psychologie-Mythen: Macht Hirnjogging wirklich schlauer? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    naja, Ihr müßt wissen, was dran ist an den Aussagen -
    es sind ja nun Sprüche, die Ihr selbst geklopft habt.

    Ist ja nicht so, als ob irgendwer, der ernsthaft
    etwas mit Neurophysiologie am Hut hat, irgendwas in der Art "ausgesagt" hätte.

    Stefan Schleim hingegen sollte wenigstens von Neurotik
    etwas verstehen... nein, ich habe den Artikel nicht gelesen.
    Lest ihn doch im Namen des Hirrn selbst ;)
  3. #3

    Immer sachte...

    Das "Ich" in Frage zu stellen ist so revolutionär und neu, so wenig verstanden und überhaupt zur Kenntnis genommen, dass man es nicht jetzt schon als "Mythos" abstempeln kann, den man mit einer noch neueren Sichtweise widerlegen sollte.
    Natürlich soll man in der Naturwissenschaft alles überprüfen, aber diese Thema ist noch lange nicht durchdrungen. Wenn man die Diskussion erweitert, beispielsweise um die Frage nach welcher Art von Ich man sucht, ok, aber das ist doch noch kein wirklich neuer Standpunkt. Es herrscht scheinbar auch in der Wissenschaft bereits ein atemloses Haschen nach neuen Hypes, wie in der Alltagskultur.
    Immer sachte! Buddha hat vor 2500 Jahren, und vor ihm schon die Veden, das persönliche Ich als Illusion erkannt. Dies wirklich zu verstehen, und sich ihm Westen mit Verzögerung über die intellektuell-begriffliche Methode zu nähern, von hinten durch die Brust ins Auge sozusagen, ist eine Aufgabe für die nächsten 100 Jahre. Und könnte unserer gequälten, und den Planeten quälenden Menschheit sehr wichtige Impulse geben.
  4. #4

    Hinterfragen verunsichert ungewollt...

    Sehr schön. "Was lernen wir also daraus?"

    "Generell gilt: Wissenschaftler wie Laien sollten das, was sie als gegeben ansehen, ruhig öfter hinterfragen."

    Wie schwer unsere Wahrnehmung uns dieses "Hinterfragen" macht, kann man sehr schön an sich selbst erfahren, wenn man dieses Foto (Visual illusion / Ghosts - meykosoft) etwas länger betrachtet (cool bleiben, denn ca. 80-90% der Betrachter entdecken diesen "Fehler" nicht!) oder sich ein kleines Filmchen im Internet ansieht (3D face optical illusion: Rolling eyes on hollow mask - YouTube). In diesem, nur einige Sekunden dauernden Film, wird eine Gesichtsmaske um ihre Achse gedreht. Solange man dieses menschliche Gesicht von vorn ansieht, ist optisch alles wie immer. Man sieht ein Gesicht in drei Dimensionen. Wenn es sich jedoch weiter dreht und der Moment kommt, an dem man eigentlich in die Maske hineinschauen würde, flippt dieses Bild, und man hat keine Möglichkeit mehr willentlich in die Vertiefungen der rückwärtigen Maske zu sehen. Es erscheint uns, als würden wir die Maske wieder von vorne sehen, obwohl wir gerade deutlich gesehen haben, dass sie uns ihre Rückseite zugedreht hat. Unser Limbisches System verhindert das. Weil es mit Sicherheit „weiß“, dass es üblicherweise weder „hohle Gesichter“, noch "Hände mit sechs Fingern", wie auf dem verlinkten Foto, geben kann. Das heißt, unser Limbisches System hilft uns aus dem Zweifel mit einer dezenten Sinnestäuschung, wenn ihm denn die Welt zu unsicher wird...
    Also, richtig hinterfragen ist gar nicht so leicht, wie es manchmal scheint ;-)
  5. #5

    Hirn oder Ich

    Das ist das Schöne am Internet, man ist genauso schlau wie vorher, der eine sagt so, der andere so.
    Cogito ergo sum oder halt: ich weiss, dass ich nichts weiss.
    Warum die Schädlichkeit des Lesens bei wenig Licht ein Mythos ist, wäre vielleicht dann doch interessanter gewesen.
  6. #6

    Wie oft denn noch?

    Es ist wirklich erstaunlich wie wenig ein Format wie der Spiegel anscheinend recherchiert. Ich beziehe mich auf das Gehirntraining.

    Die hier zitierte Studie wurde schon vor einiger Zeit durchgeführt und hat einen gravierenden Nachteil, den anscheinend keiner zu erwähnen sich herablässt: Das Training dauerte insgesamt nur ca. 3 Std(!) über einen Zeitraum von 6 Wochen.
    Man vergleiche es doch Mal mit physischem Sport: Wer käme denn auf die Idee zu behaupten, dass 3 Stunden körperliche Ertüchtigung im Verlauf von 6 Wochen irgendeinen messbaren Effekt erbringt. Beim Gehirntraining wird es aber anscheinend erwartet - warum?

    Fakt ist beim Hitntraining kommt es genau so auf Ausdauer an, wie beim körperlichen Training. Erste messbare Ergebnisse können sich nur nach einer viel längeren Zeit ergeben. Diese Sache ist bereits von Instituten wie dem Max Planck Institut oder der TU Dortmund gezeigt worden.
    [Quelle: "Gehirnjogging bringt nichts": Kritik an der BBC Studie | NeuroNation
    und
    ]Akademiengruppe Altern in Deutschland

    Warum ist also diese Studie so hartnäckig? Ganz einfach Sie wurde von der BBC finanziert und hat dadurch eine enorme Medienwirksamkeit erreicht. Man muss schon Mal bis Seite 2 oder 3 bei Google vorstoßen, um etwas anderes zum Thema "Gehirntraining" und "Studie" zu finden als verweise etlicher (Leit-)Medien auf eben die BBC-Studie.
    Dass der Spiegel hier nicht einmal das gemacht hat, finde ich persönlich einen Faux-pas und einen Zeichen für schlechten Journalismus.
  7. #7

    Welcher auch nur in Ansätzen ernst zu nehmende Wissenschaftler benutzt denn bitte den Begriff des "Unterbewusstseins" (hier geschehen auf Seite 7)? Es gibt kein Unterbewußtsein, es gibt nur ein Unbewusstes. Wenn es ein Unterbewusstsein geben würde, dann müsste es auch ein Überbewusstsein geben, und von sowas redet ein Wissenschaftler nunmal nicht.

    Spon wird auch immer schlechter.
  8. #8

    Zitat von herr minister Beitrag anzeigen
    Warum die Schädlichkeit des Lesens bei wenig Licht ein Mythos ist, wäre vielleicht dann doch interessanter gewesen.
    Ich empfehle "Wissen macht Ah!" auf KIKA. Oder, wenn Sie lieber lesen:

    http://tinyurl.com/7xotnqd

    Da wird gleich mit mehreren "Mythen" aufgeräumt. Es würde mich nicht wundern, wenn auch Herr Schleim diese drei Beispiele aus dem Buch hat (sind alle drei darinnen). Lesenswert!
  9. #9

    Zitat von filters Beitrag anzeigen
    Solange aus dieser Forschung keine diktierten Menschenbilder und Verhaltensregeln entstehen, verfolge ich deren Entwicklung immer wieder gerne.
    Es ist eher die "diktierte Rationalität" des Denkens die hier hinterfragt werden sollte! Wir sind mit dem Denken in eine Welt gesetzt worden, wo dem "Denken" eine Art "Schöpferische Selbständigkeit" aufoktruiert wurde - von Platon über Aristoteles bis hin zu Kant - die alle dem "Denken" einen eigenständigen Raum zuordneten, und das "gedachte über das Reale setzten" als würde "Denken" die Realität bestimmen können.

    In der Praxis des lebens führt das dummerweise nur laufend zu wiedersprüchen - weil es so scheinbar genau eben nicht abläuft! Das fängt bei der entrüstung an wenn jemand "Amok läuft" (wie kann der nur das ist doch unmoralisch) bis hin zu Juristen die auf "Verträge müssen eingehalten werden") bestehen, obwohl das oft überhaupt nicht möglich ist , weil man zwar "Symbole=Worte" in beliebiger Kombination aneinander reihen kann - damit aber alles und nichts , und auch jeden Unsinn formulieren kann!

    Über diesen Wiederspruch , zwischen dem "Schöpferischen Anspruch" und der Realität die sich dann doch nach ganz anderen Kriterien richtet stolpern wir gerade in den sozial wichtigen Feldern wie Politik, Jura ; Wirtschaft - in allen werden zwar "Symbole" als Maßstab definiert , aber dabei entstehen konsequent Widersprüche mit der Realität die wir aber abwiegeln wollen durch "Wenn wir denken das es Moral gibt dann gibt es sie auch"..

    Kurz, es ist eher so das wir in einer diktierten Welt "der Verstand bestimmt, und die Realität soll sich anpassen leben" leben, und vielfach einfach den Blick darauf verlohren haben das egal was in Verträgen steht, was wir formulieren , was wir "denken wie etwas sein sollte - wie das denken selber sein sollte" nicht dem was wir für Realität halten entspricht - und das die Realität vielleicht eine ganz andere ist als wir darüber denken!








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