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Psychologie-Mythen: Macht Hirnjogging wirklich schlauer?

Corbis"Psychopathen lassen sich am Gehirn erkennen", "Forscher können Gedanken lesen": Was ist wirklich dran an solchen Aussagen? Der Psychologe und Philosoph Stephan Schleim entlarvt die sieben größten Legenden über das Denkorgan des Menschen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...822873,00.html
  1. #10

    Zitat von Fritz_Cola Beitrag anzeigen
    Welcher auch nur in Ansätzen ernst zu nehmende Wissenschaftler benutzt denn bitte den Begriff des "Unterbewusstseins" (hier geschehen auf Seite 7)? Es gibt kein Unterbewußtsein, es gibt nur ein Unbewusstes. Wenn es ein Unterbewusstsein geben würde, dann müsste es auch ein Überbewusstsein geben, und von sowas redet ein Wissenschaftler nunmal nicht.

    Spon wird auch immer schlechter.

    Das Unterbewusstsein ist in Wirklichkeit das Überbewusstsein, denn ohne das geht gar nichts und das "Bewusstsein" ist nur eine kleine, reflektierende Schicht an der Außenkannte, dort wo auch die Illusion eines "freien Willen" entsteht.

    Der Begriff "Unbewusstes" sagt erst mal gar nichts aus außer, dass es all das umfasst, was uns gerade nicht bewusst ist, von dem woran wir grade nicht denken, aber uns leicht dran erinnern können zB das letzte Frühstück, über den Namen einer Person, den wir schon wieder vergessen haben bis hin zu den verborgenen Kindheitserinnerungen ist "unbewusst" alles. Schon gar nicht lässt sich von diesem Begriff irgendeine qualitative Aussage herleiten.
  2. #11

    Gedankenaufschreiben Gedankenlesen. Was kommt als Nächstes?

    Neurogedankenlesen und Mythos zusammen in einem Satz,
    ist linguistisch interessant.

    Wenn ich meine Gedanken auf ein Blatt Papier schreibe,
    kann man diese auch lesen.
    Wen interessiert es?

    Die Mittel der Forschung ermöglichen enorme Erkenntnisssprünge.
    Beweisbar und sofort verifizierbar somit auch die Denkansätze der wissenschaftlichen Methode der dagegen recht jungen Disziplin.
    Besonders im Vgl zur Philosophie als Geisteswissenschaftlichem Extrembeispiel. Mit der Umstellung auf den Bachelor, werden anstelle von Hausarbeiten, zunehmens mehr Klausuren angeboten.
    Philosophische Konzepte durch eine Frage 3.c zu beantworten ist doch mal eine andere Herangehensweise. Frühere Vor,- Denker und Schüler würden vielleicht schmutzeln, aber ganz bestimmt ->
    Sich noch wundern können,
    über existierende Wunder dieser Welt,
    (auch wenn es übertrieben klingt.)
    Neugierde und Lernanreiz zu schaffen
    ist wesentlich und wichtiger in einer Zeit,
    in der Weltbildung anhand von Stichworten, einfach und kompakt durch Knöpfchen auf einer Tastatur zu mir kommt,
    als beim Aufschreiben meiner Gedanken,
    meine eigenen Gedanken lesen können zu können.
    Was denkt denn dann ein anderer,
    würde ich denken,
    wenn es möglich wäre.
  3. #12

    Gedankenaufschreiben, Gedankenlesen, was kommt als Nächstes?

    Neurogedankenlesen und Mythos zusammen in einem Satz,
    ist linguistisch interessant.

    Wenn ich meine Gedanken auf ein Blatt Papier schreibe,
    kann man diese auch lesen.
    Wen interessiert es?

    Die Mittel der Forschung ermöglichen enorme Erkenntnisssprünge.
    Beweisbar und sofort verifizierbar somit auch die Denkansätze der wissenschaftlichen Methode der dagegen recht jungen Disziplin.
    Besonders im Vgl zur Philosophie als Geisteswissenschaftlichem Extrembeispiel. Mit der Umstellung auf den Bachelor, werden anstelle von Hausarbeiten, zunehmens mehr Klausuren angeboten.
    Philosophische Konzepte durch eine Frage 3.c zu beantworten ist doch mal eine andere Herangehensweise. Frühere Vor,- Denker und Schüler würden vielleicht schmutzeln, aber ganz bestimmt ->
    Sich noch wundern können,
    über existierende Wunder dieser Welt,
    (auch wenn es übertrieben klingt.)
    Neugierde und Lernanreiz zu schaffen
    ist wesentlich und wichtiger in einer Zeit,
    in der Weltbildung anhand von Stichworten, einfach und kompakt durch Knöpfchen auf einer Tastatur zu mir kommt,
    als beim Aufschreiben meiner Gedanken,
    meine eigenen Gedanken lesen können zu können.
    Was denkt denn dann ein anderer,
    würde ich denken,
    wenn es möglich wäre.
  4. #13

    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    Der Begriff "Unbewusstes" sagt erst mal gar nichts aus außer, dass es all das umfasst, was uns gerade nicht bewusst ist, von dem woran wir grade nicht denken, aber uns leicht dran erinnern können zB das letzte Frühstück, über den Namen einer Person, den wir schon wieder vergessen haben bis hin zu den verborgenen Kindheitserinnerungen ist "unbewusst" alles.
    Sie verwechseln das Unbewusste mit dem Unterbewussten. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Das Unbewusste kommt nie ins Bewusstsein, im Gegensatz zu den Erinnerungen des Unterbewusstseins, so wie Sie es im obigen Satz beschreiben. Das Unbewusste sind die Automatismen, Reflexe, spontane Reaktionen ohne Nachdenken.

    Selbstverständlich kann "Hirnjogging" zu einer Verbesserung kognitiver Fähigkeiten führen. Aber es kommt darauf an, was man genau unter Hirnjogging versteht. Ob man dadurch schlauer wird, ist wieder eine andere Frage, denn schlau ist nicht dasselbe wie intelligent. Schlau wird man eher durch allgemeine oder spezielle Lebenserfahrung.
  5. #14

    nicht nur der Zeitfaktor

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Psychopathen lassen sich am Gehirn erkennen", "Forscher können Gedanken lesen": Was ist wirklich dran an solchen Aussagen? Der Psychologe und Philosoph <i>Stephan Schleim</i> entlarvt die sieben größten Legenden über das Denkorgan des Menschen.

    Psychologie-Mythen: Macht Hirnjogging wirklich schlauer? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Schade, dass in dem Artikel allein der Zeitfaktor genannt wird. Gerade beim Libet Experiment oder beim ich-Bewußtsein, hätte ich mir mehr erwünscht. Z.B. die permanente Rekursion, die in allen Wahrnehmungsprozessen und ihrer Verarbeitung steckt. Dann die Wechselwirkung neuronaler Prozesse mit hormonellen und immunologischen Prozessen. Und und und ...

    Die ergeben sich dann schnell noch ganz andere Sachen, Mythen, die man mal hinterfragen müßte. Z.B.

    (1) Ist unser Gehirn wirklich in der Lage, rational zu denken? Libet + Split-Brain legt nahe, dass wir lediglich rationalisierend denken können. Es könnte sein, dass erst durch die Zeit und die permanente Rekursion in dieser Zeit, per immer wiederkehrender Überprüfung jenes Rationalisieren erst zur Ratio führt.

    (2) Gefühle korrelieren nicht nur mit bestimmten neuronalen Zuständen, sondern eben auch mit hormonellen Zuständen. Und diese hormonellen Zustände finden wir bei anderen Säugetieren auf nahezu identische Weise. Welche Gefühlswelt müssen wir dann Tieren zusprechen? Wären deren Gefühle grundsätzlich verschieden von unseren, welchen Sinn würde es dann z.B. machen, Depressionen an Hand von KO-Mäusen zu untersuchen?

    (3) Und wie steht es gar mit dem Ich-Bewußtsein jener Tiere?
  6. #15

    Viel Lustiger ist doch...

    ...dass der Redakteur hier völlig offensichtlich aus der Gehirn&Geist (März oder April diesen Jahres!) die Idee geklaut hat.

    Nicht nur das Thema - Nein! Sogar die Anzahl, den Inhalt UND die Reihenfolge der im Heft vorgestellten Mythen.

    Das kann doch kein Zufall mehr sein, mh ;)


    Aber: Mir ist das herzlich egal. Ich finde es immer gut, wenn Leute von solchen Psychologie-Mythen befreit werden. Dann muss ich das nicht mehr auf Familienfeiern und Partys erledigen - man wird echt danach gefragt!
  7. #16

    Zitat von corpuscallosum Beitrag anzeigen
    ...dass der Redakteur hier völlig offensichtlich aus der Gehirn&Geist (März oder April diesen Jahres!) die Idee geklaut hat.

    Nicht nur das Thema - Nein! Sogar die Anzahl, den Inhalt UND die Reihenfolge der im Heft vorgestellten Mythen.

    Das kann doch kein Zufall mehr sein, mh ;)
    Es ist noch viel schlimmer, als Sie denken: Er hat nämlich sogar auch noch den Autor geklaut!
  8. #17

    Das Ich? Wo.

    Zitat von filters Beitrag anzeigen
    Solange aus dieser Forschung keine diktierten Menschenbilder und Verhaltensregeln entstehen, verfolge ich deren Entwicklung immer wieder gerne.
    Das kleine Männchen sitzt nicht im Stirnhirn, sondern ist über den ganzen Körper/ das Gehirn verteilt. Im Rahmen der Akupunktur war das Wissen intuitiv immer schon bekannt.

    Daraus folgt aber auch für das Bereitstellung von Organen, das man sich nicht immer sicher sein kann, ob man nicht letztlich gigantisch leidet. Erfährt die Seele ein Trauma? Von Außen merkt man sicher nichts. Dennoch: Die neuen Erkenntnisse haben mir die Spende meiner Organe verleidet. Gestrichen.
  9. #18

    Zitat von pacificatore Beitrag anzeigen
    Daraus folgt aber auch für das Bereitstellung von Organen, das man sich nicht immer sicher sein kann, ob man nicht letztlich gigantisch leidet. Erfährt die Seele ein Trauma? Von Außen merkt man sicher nichts. Dennoch: Die neuen Erkenntnisse haben mir die Spende meiner Organe verleidet. Gestrichen.
    Da haben Sie einige Dinge wohl gründlich missverstanden. Es ist trivial, dass das Hirn ohne die Signale der Sinnesnerven ziemlich arbeitslos wäre. Bei einer Lebendspende sollte man daher in der Tat nicht allzu großzügig sein, nach dem Ableben spielt es dagegen keine Rolle mehr. Für das Seelenleben spielen die Hormone eine große Rolle, wie ein anderer Schreiber schon bemerkte. Diese werden großenteils jedoch auch vom Hirn (dem Hypothalamus) direkt oder indirekt über Hormone selber gesteuert, wobei die Hormone zunächst entweder vom genetischen Apparat oder vom Stoffwechselapparat hergestellt werden müssen. Das Ganze ist halt ein bissl kompliziert. Angst um die Seele ist aber unnötig, denn die wird viel mehr von den Lebenserfahrungen gesteuert - und wahrscheinlich schon von den elterlichen Genen und den mütterlichen Hormonen im Uterus geprägt.
  10. #19

    Wahrscheinlich das nächste Mythos: "Denken = Die Hauptaufgabe des Gehirns"

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Für das Seelenleben spielen die Hormone eine große Rolle, wie ein anderer Schreiber schon bemerkte. Diese werden großenteils jedoch auch vom Hirn (dem Hypothalamus) direkt oder indirekt über Hormone selber gesteuert, wobei die Hormone zunächst entweder vom genetischen Apparat oder vom Stoffwechselapparat hergestellt werden müssen. Das Ganze ist halt ein bissl kompliziert.
    Absolut richtig!

    Fragen wir uns jedoch: "Warum ist das so?" So kommen wir mit der Antwort "Gott ..." wohl auf obige Gleichung im Titel, mit der Antwort "Produkt der Evolution" müssen wir uns aber zunächst einmal ganz anderen Dingen zuwenden, den Grundeigenschaften von Organismen als Individuuen:
    - autonom
    - selbsterhaltend (ständig müssen beliebige, auch unvorhergesehene äußere Stimuli verarbeitet werden, ohne dass ein kritischer Zustand entsteht)
    - fehlertolerant (denn es fehlt der Reset-Knopf, wir haben nur ein Leben)
    - anpassungsfähig
    - lernfähig (nicht nur der Geist, auch das Immunsystem)
    - fortpflanzungsfähig

    Sicher ist diese Liste noch nicht einmal vollständig. Klar ist aber auf den ersten Blick, dass unser Denken bestenfalls bei der Lernfähigkeit des Geistes gefragt ist. Aber lassen wir das erst mal weg, und denken wir uns mal, dass wir mal kurz aufhören zu denken. Dann stellt sich die Frage: "Was tut unser Gehirn, wenn wir nichts tun, nichts wahrnehmen, nichts denken? Es also vermeintlich nichts zu tun hat?"

    Dieser nette Artikel aus der Zeit Gehirnforschung: Leerlauf im Kopf | Wissen | ZEIT ONLINE kommt auf jeden Fall u.a. zu dem Schluss:
    "Die Funktion des Leerlaufmodus könnte so wichtig sein, dass er vor einem Ausfall unbedingt bewahrt werden muss." usw.

    Und in dem Zusammenhang gleich noch ein paar Gehirn-Mythen, die es mal aufzuräumen gilt:

    Gestern abend wurde z.B. eine alte Phoenix Runde zur Glücksforschung wiederholt. Darin fiel die wichtige Unterscheidung bzgl. sog. "Glückshormone". Das gemeinhin als Glückshormon geltende Dopamin repräsentiert nämlich keineswegs "erfülltes Glück" (das sind die Endomorphine), sondern die "freudige Erwartung" des Glücks. Der Name "Motivationshormon" wäre also für Dopamin vielleicht treffender.

    Und noch dazu, beide - sowohl Katecholamine als auch Endomorphine - haben auch Antagonisten. Und wenn wir im Ruhezustand sind, ist das Level all dieser Stoffe keineswegs Null. Ja, sinken die Ruhe-Level von Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, oder ß-Endorphin dauerhaft unter ein Mindestmaß, bedeutet das z.B. Niedergeschlagenheit und Unzufriedenheit, egal was der Grund für das niedrige Level auch ist. Das aktuell (von außen) erlebte ist nur eine unter mehreren Möglichkeiten, wobei ohnehin dann meist mehrere (exogene UND endogene) Faktoren zusammenwirken.

    Und damit wären wir wieder zurück bei Ihrem wirklich guten Beitrag,
    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Angst um die Seele ist aber unnötig, denn die wird viel mehr von den Lebenserfahrungen gesteuert - und wahrscheinlich schon von den elterlichen Genen und den mütterlichen Hormonen im Uterus geprägt.
    für den ich mich auf diese Weise noch einmal zu bedanken versuche.


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