Forum


 

Psychologie: Mensch, was für ein Irrtum!

CorbisViele Menschen glauben, ihr Gegenüber auf den ersten Blick einschätzen zu können. In Wahrheit liegen wir mit unserem Blitz-Urteil oft daneben - merken das aber kaum. Zum Glück gibt es ein paar Tipps, die vor Fehlschlüssen schützen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...822841,00.html
  1. #70

    Ein weites Feld II

    Zitat von Neurovore Beitrag anzeigen
    Und genau hier sollte man vorsichtig sein, denn es ist ja gerade der Verstand, der mit der Sprache manipuliert werden soll und auch manipuliert werden kann, während die sogenann-te und im Artikel heruntergespielte "Menschenkenntnis" tatsächlich ein seit Jahrhunderttau-senden entwickeltes und beherrschtes Instrument ist.
    Gerade die „Menschenkenntnis“ ist eine höchst komplizierte Angelegenheit, jede Art von Mißdeutungen ist möglich. Wobei sicher auch Sympathien eine Rolle spielen.

    Der dauernde Umgang mit Menschen bei Verkäuferinnen oder Ärzten dürfte hier gewaltige Vorteile verschaffen, auch Einqstellungsgespräche oder Verhandlungen mit vordem Fremden.

    Zitat von Neurovore Beitrag anzeigen
    Das aber durch unsere Erziehung mitunter falsch justiert wird; ich z.B. wurde mit der Vorstel-lung aufgezogen, dass alle Mitmenschen nur das Beste im Sinn hätten. Und das ist ja nun völliger Kappes.
    Das Gute wahre Schöne habe ich leider auch im Elfenbeinturm erlernt. Es hat den Vorteil, ohne Vorbehalte anderen gegenüberzutreten, egal ob sie häßlich, schwarz, behindert oder vermeintlich doof sind.

    Daß der Mensch gut sei, tolerant, hilfsbereit und edel finden wir massenhaft in Legenden, Märchen, Sagen, und auf eine besonders pervertiert übertriebene Art bei Karl May. Es ist eine sehr grundlegende Lebensideologie, die zwar positiv für das Zusammenleben ist, aber an keiner Stelle realistisch, reiner Betrug.

    Beruflich und geschäftlich entwickelt man ein gehöriges Mißtrauen, oder als Mann gegenüber unverständlich freundlichen Frauen (darf es etwas mehr sein ? ), aber dabei handelt es sich um ein defensives Verhalten. Gerade hat mich eine junge Dame mit schwarzgeränderten Augen und einem metallisch blauen Lidschatten ein ums andere Mal angestrahlt. Die Resultate waren recht erstaunlich, insbesondere das Aurferstehen meines toten Begleiters war ungewohnt. Ich habe den Verdacht, daß sich Frauen dieser brutalen Wirkung bewußt sind.

    Worte und Mimik lassen sich allerdings auch aggressiv fordernd nutzen, und das ist für Geschäfte unabdingbar. Ein kollegialer leitender Angestellter hat seine Söhne stets gegeneinander antreten lassen: wer den anderen reinlegte, wurde belohnt. Eine Lehre für erfolgreiche Lebensbewältigung, insbesondere ökonomisch.

    Der Grundtenor im Menschen dürfte neben der Neugier und der Hoffnung auf interessante Gesprächspartner darin bestehen, ob das Gegenüber stärker oder schwächer ist als man selbst. Kann man ihn fertigmachen, betrügen, reinlegen ? Der Egoismus, Neid, Habsucht, Geltungsbedürfnis sind entscheidende Motivationen der Aggression, meist nur halbbewußt begriffen, aber klar ausgedrückt: Kann ich mit diesem Menschen ? oder: Kann ich ihn unterjochen, ihm meinen Willen aufzwingen ?
  2. #71

    Einfach die Evolution akzeptieren

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Gerade die „Menschenkenntnis“ ist eine höchst komplizierte Angelegenheit, jede Art von Mißdeutungen ist möglich. Wobei sicher auch Sympathien eine Rolle spielen.
    ....
    Das Gute wahre Schöne habe ich leider auch im Elfenbeinturm erlernt. Es hat den Vorteil, ohne Vorbehalte anderen gegenüberzutreten, egal ob sie häßlich, schwarz, behindert oder vermeintlich doof sind.
    Daß der Mensch gut sei, tolerant, hilfsbereit ......
    Sie irren mit Ihrer Bioweltsicht.
    Die Wohlwollensvermutung ueberwiegt, biologisch. Ist Evolutionsprodukt. Sonst gaebe es Sie gar nicht.
    Verletzt fuehlt man sich nur, wenn man mal oder wiederholt Maerchen aufgesessen ist, welche man unkritischerweise besonders glaubhaft camouflierenden Individuen einfach geglaubt hat, ohne deren eigentlich Motivation erkannt zu haben.
    Die zu erkennen, hat uns aber die Evolution mit dem Cortex und noch ein paar Funktionen ausgestattet.
    Wir sollten die nur anwenden.
    Das kritische Beobachten und analysyieren, zusammen mit der Wohlwollensvermutung, die auch in Ihnen steckt, wird von anderen dann nicht als Misstrauen, sondern als Umsicht wahrgenommen.
    Womit Sie im anderen schon mal eine Wohlwollensvermutung Ihnen gegenueber generieren. Wenn der nicht gerade pathogen ist.

    Die flirtende Frau will Sie womoeglich gar nicht haben, weil Sie olfaktorisch, was die schon laengst unbewusst gewittert hat mit besonderen Sensoren, sich nicht mit ihrem Immunsystem ergaenzen.
    Aber Sie moechte ueben, ob sie auf andere auch wirken kann, die gar nicht zu ihr passen, um schnell parat zu sein, wenns mal passt.
    Und genauso koennen Sie mit Frauen auch umzugehen versuchen.
    Allein schon dies Training bringt den Beteiligten Kurzweil, ist also positiv.
    Und nicht Grund fuer irgendwelchen Frust, wenn man den Flirt-Partner am Ende gar nicht zu bekommen kann zur Fortpflanzung.
    Es kommen bessere Kinder heraus, wenn sich zwei sehr unterschiedliche Immunsysteme in ihnen ergaenzen. Hat sich so herausevolutioniert.
  3. #72

    auch interessant

    Zitat von infopanter Beitrag anzeigen
    thema nicht verfehlt die zusammenführung der artikelbezogenen rückschlüße auf die tägliche lebensproblematik in der suche nach lösungen zeugt von intelligenz! eine binsenweisheit das politik die fortsetzung der psychologie mit anderen mitteln ist. ist es nicht die im artikel beschriebene menschliche schwäche von ihnen sich so kompetent zu wähnen hier mitforisten, teils unverständlich, teils überkandiedelt abzubürsten? PD für information u kommunikation
    Früher hatte ich den Spiegel für ein Vorbild an Information und Kommunikation gehalten. Nach Ihren Zeilen weiß ich mehr. Es gibt sogar eine sinnhafte Kongruenz von Form und Inhalt, Lesbarkeit und Verständlichkeit.
    Ist nicht weiter schlimm, Psychologie und Mathematikkenntnisse schließen sich ebenfalls aus, wie wir jetzt wissen, oder Gesellschaftswissenschaften und Logik.








TOP



TOP