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Psychologie der Finanzkrise: Die verrückte Mär vom irren Markt

Chaos an Finanzmärkten bricht immer dann aus, wenn emotionale Psychologie statt rationaler Ökonomie regiert - sagen Ökonomen. Der Psychologe Fritz Strack hält das für eine bequeme Ausflucht: Als ob die menschliche Psyche keinen Regeln folgte!

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...585425,00.html
  1. #20

    Krise mit Ankündigung

    Ein zunächst einmal sehr guter Ansatz, aber ein wenig mehr Historie gehört aber nun einmal zur Analyse dazu. Eigentlich liegt der Beginn der Malaise weit zurück: 1934 mit der Gründung der FHA, verstärkt durch den CRA 1977.

    Es wurde suggeriert, es gebe billige Kredite an Subprimes und das ohne Risiko.

    Die Krise wurde seit vielen jahren vorausgesagt, zB 1999 durch die Times und später mit der Greenspanschen Geldvermehrung von vielen vielen anderen.
  2. #21

    ...

    Zitat von horst1857 Beitrag anzeigen
    Dabei übersehen wir wissentlich oder unwissentlich, daß der Mensch ein Sozialwesen ist und nur also solches eine Überlebenschance hatte und hat.
    Und Sie übersehen, das der Mensch zwar ein Sozialwesen ist, er aber schon immer Hirarchien bildete und diese in aller Regel durch kriegerische Maßnahmen, sprich Gewalt, etabliert wurden. Und das ist heute nicht anders als früher.
  3. #22

    Soziale Wesen ..

    Zitat von manka Beitrag anzeigen
    Und Sie übersehen, das der Mensch zwar ein Sozialwesen ist, er aber schon immer Hirarchien bildete und diese in aller Regel durch kriegerische Maßnahmen, sprich Gewalt, etabliert wurden. Und das ist heute nicht anders als früher.
    Sie dürfen aber auch nciht vergessen , das diese Hierarchien auch kontinuierlich hinterfragt, und auch gestürzt wurden, um - möglicherweise bessere Hierarchien aufzubauen.
    Dieser Prozess war manchmal martialisch, die Warlords wurden kurzerhand gemeuchelt, bis hin zur Französischen Revolution - die dann gleich zigtausende "Bürger" mit umbrachte.
    Heute haben wir aber ein "scheinbar" festzementiertes System, indem es schlichtweg nur noch um Systemerhalt einer sog. "Elite" geht - und das sind keineswegs nur die Banker, sondern ebenso die Politiker die Tag für Tag mit den Bankern zusammensitzen.

    Ein Nachdenken - auch darüber das die soziale Folgen praktisch die Gesellschaft aller zerstören ist da nicht mehr erwünscht.

    Wenn man eine Gesellschaft von "Individuen" und letztendlich nur vom Indiviuellen Gewinn fördert , dann steigert man letztlich nur die Kosten für den einzelnen, das "Gemeindehaus" kostet dann nicht mehr nur die Arbeitleistung der "Bauer" sondern noch den indiviuellen Gewinn eines einzelnen zusätzlich.

    Eine der schönsten Auswüchse dieser "privatisierung" ist in den Schulbüchern zu sehen. Seit "Adam Riese" seine Vorlage für ein Schulbuch geschaffen hat, verdienen Verlage daran - jedes Jahr mehrere Mrd an Euro - der Inhalt - der ändert sich nicht wesentlich .. mal hier ein paar neue Worte - mal dort ein vertauschen der Seite.
    Die Gesellschaft zahlt und zahlt. Das irgendwann der Punkt erreicht ist, wo diese "privatisierten Kosten" - nicht mehr finanzierbar ist - das kann man am Schulsystem sehen - es ist schlicht nicht mehr finanzierbar.

    Der Crash ist letztlich nicht nur im Finanzsystem zu erwarten, er betrifft weltweit fast alle Bereiche der Gesellschaft, ob in Schulsystemen - oder auch in der Produktion, die mit immer weniger Menschen zwar immer mehr Güter erschaffen kann - aber keinen mehr findet der sie sich durch reale Arbeit verdienen und erlauben kann.

    Es gibt erfolgreiche Methoden Hierarchien abzulösen, die eine "klassisch Kriegerische" kennen wir zur Genüge - die andere Erfahren wir gerade - nämlich die Gesellschaft wirtschaftlich und ihn der einschränkung ihren Handlungspiel räume gegen die Wand zu fahren ... was dann wohl wieder in "kriegerischen Auseinandersetzungen enden wird"...
  4. #23

    Kompetente Experten!

    Als Wirtschaftswissenschaftsstudent im letzten Semester und börsenaffiner Mensch würde ich gerne mal Stellung zum Experten der Psychologen Strack nehmen.
    Gespickt mit Allgemeinplätzen
    Es gibt ein Fachgebiet der experimentellen Wirtschaftsforschung, dass sich unter anderem mit der
    Spieltheorie beschäftigt.

    "Der Nutzen wird deshalb als das Produkt aus Wert und Erwartung definiert, so dass der sichere Gewinn von hundert Euro als genauso nützlich gilt wie der Gewinn von tausend Euro mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent."

    Falsch, falsch und nochmals falsch. Jedes mir bekannte spieltheoretische Experiment der letzten Jahre besagt das Gegenteil. Menschen sind in der Regel risikoavers: nehmen sogar lieber 100€ als 10% von 2000.

    "Um überhaupt eine Risikoeinschätzung vornehmen zu können, werden meist Heuristiken (einfache Faustregeln) angewandt, wie zum Beispiel ein vermeintlicher Trend bei der Wertentwicklung in der Vergangenheit oder die Einschätzung von Experten."

    Stimmt auch nur begrenzt. Die Börse hat normalerweise eine Vorlaufzeit von mindestens 6 Monaten.

    "Wenn der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank seinem Unternehmen eine Rendite von 25 Prozent vorgibt, so hat dies nichts mit einer üblichen Wertschöpfung zu tun. Ein solches Ziel ist nur erreichbar, wenn es der Bank gelingt, im großen Geschäft der Risiken erfolgreich mitzumischen. Dass dies in eine Selbsttäuschung mündete, ist die Ironie des Schicksals."

    Vielleicht sollte Herr Strack Renditen von Firmen der Software oder Rohstoffbranche näher betrachten. (Kosten für 1 Barrel Oel ca. 10$).

    "Es war das gemeine Gewinnstreben, das in der Konkurrenz mit anderen Investmentbanken katastrophale "Benchmarks" gesetzt hat und ihren Kunden die Illusion der höheren Rendite ohne entsprechendes Risiko verkauft hat."

    Spätestens Mitte 2007 war jedem aufmerksamen Akteur, ob an der Uni oder direkt an der Börse tätig, klar, dass es krachen wird. Aber wenn man wüsste wann, wäre man entsprechend reich.
    Interessanter ist doch, was passiert wenn man über Jahre nicht beim Spiel dabei ist. Wäre die Krise erst 2010 eingetreten nimmt man 2 Jahre Rendite nicht mit und kann durch sinkende Gewinne und damit verbunden sinkende Marktkapitalisierung viel leichter übernommen werden. Daraus ergibt sich, dass selbst wenn man von einem Crashszenario ausgeht, es problematisch ist vorzeitige Massnahmen zu ergreifen.
  5. #24

    Falsch !

    Zitat von Fehrmann10 Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich war es falsch, den Banken unter die Arme zu greifen und die „faulen“ Kredite“ abzukaufen. Die Kredite waren schlecht und bleiben schlecht nur steht jetzt ein anderer dafür Gerade und das ist das Volk. Die Situation hat sich nicht geändert.

    Die EZB – der Eigentümer ist das europäische Volk - gibt den Banken mehr Liquidität um bei fallenden Kursen alle Wertpapiere der verunsicherten Kleinanleger aufzukaufen um sie später wieder teurer an die Kleinanleger zurück zu verkaufen. Welches Interesse haben die Banken die Talfahrt zu stoppen?
    Bis hierhin kann ich Ihrer Argumentation zustimmend folgen.
    Ich habe mir allerdings erlaubt aus "teuerer" das "e" zu entfernen, damit es deutsch bleibt ;)

    Zitat von Fehrmann10 Beitrag anzeigen
    Die Diskussionen über den Kapitalismus können nur von ideologisch verblendeten Leuten geführt werden. Kein Staat funktioniert ohne Kapitalismus. Bei kommunistischen Systemen gibt es nur einen Kapitalisten und das ist der Staat. Was daraus wurde, weiß jeder und kann heute auch noch in der Praxis in Kuba sehen.

    ...


    Noch ein Wort zur Verarmung der Bevölkerung, obwohl dies in diese Debatte nur indirekt betrifft. Der Bürger übersieht, daß was er mehr an Sozialleistungen und Lohn bekommt, ein anderer Bürger für ihn bezahlen muß. In den 70er Jahren hat ein Automechaniker etwa zwei Stunden Arbeiten müssen, um mit seiner Arbeit die Reparaturstunde der Werkstatt bezahlen zu können. Heute muß er etwa sieben Stunden dafür arbeiten. Man sieht daran sehr deutlich, was die Gewerkschaften durch Ihre Forderungen und die Bundesregierungen durch ihre sozialen Wohltaten wirklich erreicht haben. Mehr Sozialismus bedeutet automatisch höhere Kosten und die muß ein anderer Teil der Bevölkerung bezahlen. Oder die Produkte sind unverkaufbar.
    Hier versteckt sich in Ihren Gedanken ein fataler Irrtum.

    Preissteigerungen entstehen nur, durch Inflation (Entwertung des Geldes gegenüber einer Ware)
    oder dadurch, das in den Lohnnebenkosten die Leistungen nicht produzierender "Dienstleister" enthalten sind.
    Zu diesem Bereich gehören natürlich auch Zinskosten

    Ihr Gedanke müsste richtig formuliert wie folgt lauten:

    [i]Noch ein Wort zur Verarmung der Bevölkerung, obwohl dies in diese Debatte nur indirekt betrifft. Der Bürger übersieht, daß was er mehr an Dienstleistungen bekommt, ein anderer Bürger für ihn bezahlen muß. In den 70er Jahren hat ein Automechaniker etwa zwei Stunden Arbeiten müssen, um mit seiner Arbeit die Reparaturstunde der Werkstatt bezahlen zu können. Heute muß er etwa sieben Stunden dafür arbeiten. Man sieht daran sehr deutlich, was die Dienstleister und Banken durch Ihre Forderungen (Geld für "Scheinarbeit" bzw "Scheinleistung" ) wirklich erreicht haben. Mehr Dienstleistungen werden durch höhere Lohnnebenkosten erkauft und die muß ein anderer Teil der Bevölkerung bezahlen. Oder die Produkte sind unverkaufbar.
  6. #25

    reset

    Zitat von mr.gamer Beitrag anzeigen
    Wie Sie oben richtig geschrieben haben, hätte man den "New Game"-Button schon früher drücken sollen. Meine Hoffnung derzeit ist aber, daß das gleiche Spiel mit neuen Regeln versehen wird, bevor dieser Button gedrückt wird.
    Der Vergleich mit "Final Liberation" in #12 ist schön. Allerdings führt der "New Game" button nicht zu einem kompletten "reset".
  7. #26

    Spielregeln ändern !

    Zitat von leerzeichen Beitrag anzeigen
    Der Vergleich mit "Final Liberation" in #12 ist schön. Allerdings führt der "New Game" button nicht zu einem kompletten "reset".
    Richtig. Das wäre ja noch schöner, dann bräuchte man ja nicht zu speichern. Ich meinte das in dem Sinne von "Ich fange nochmal von vorn an, aber vorher ändere ich die Regeln".
    (Anm.: Bei "Chaos-Gate" ist der Editor dabei, da geht das dann auch. Wenn ich mich richtig erinnere sogar im laufenden Spiel.)

    Die Regeln DIESES Spiels möchte ich auf jeden Fall geändert haben:

    http://de.youtube.com/watch?v=MRRWHSY7ZwI
  8. #27

    Eher Chaostheorie

    Zitat von tito Beitrag anzeigen
    Ein zunächst einmal sehr guter Ansatz, aber ein wenig mehr Historie gehört aber nun einmal zur Analyse dazu. Eigentlich liegt der Beginn der Malaise weit zurück: 1934 mit der Gründung der FHA, verstärkt durch den CRA 1977.

    Es wurde suggeriert, es gebe billige Kredite an Subprimes und das ohne Risiko.

    Die Krise wurde seit vielen jahren vorausgesagt, zB 1999 durch die Times und später mit der Greenspanschen Geldvermehrung von vielen vielen anderen.
    ......

    Sicher, sicher, und trotzdem erschließt sich die Entwicklung der Finanzmärkte selten dem Nachdenkvermögen "gesunden Menschenverstandes". Als Beispiele seien nur die grauslichen Verlustzahlen der Citigroup im April genannt, denen ein absolut unerklärliches Kursfeuerwerk folgte (der Dax sprang damals noch locker auf über 7200 Punkte). Und die Pleite der Lehman Brothers, die den Markt zunächst erstaunlich ungerührt hinterließ, heute aber als Hauptgrund für die Malaise der letzten Wochen genannt wird.
    Die Finanzmärkte entziehen sich häufig simpler Kalkulierbarkeit, was weniger den Schluß nahelegt, daß es dort irre zuginge, als den, daß dort gerne auch im größeren Stil manipuliert wird.

    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  9. #28

    Cuba vs. USA / Rating Agenturen

    Immerhin hat Cuba dank des Embargos der USA gelernt, sich eine weitgehend autonome Selbstversorgung aufzubauen, z. Bsp. mit Gemuesegaerten auf jeder verfuegbaren Flaeche in Havana - auch auf den Flachdaechern.

    Um diese Faehigkeit der Selbstversorgung werden in den kommenden Monaten (Jahren?) noch viele Europaer und Amis die Kubanern beneiden.

    Die Chefs der Rating-Agenturen dagegen werden, m. E. vollkommen zu Recht, zusammen mit den Chefs der New Yorker Hochfinanz und den derzeit noch regierenden Politikern in Washington, demnaechst persoenlich Bekanntschaft mit Hanfstricken machen - und abgesehen von einigen befangenen Familienmitgliedern wird ihnen keiner eine einzige Traene nachweinen.

    Der Kapitalismus wird seine am meisten exponierten Kinder fressen, nach dem Motto "Wer hoch steigt, der tief faellt"
  10. #29

    Eine Idee....

    Politiker könnten doch die Banker ganz gut bedrohen, so nach dem Motto:

    "Wenn du nicht deine Boni zurückzahlst, dann kann es passieren, daß deine private Adresse, deine Handynummer, und die Adressen deiner Kinder, deine Autos die du fährst, samt deren Nummern, ganz "ausversehen" im Internet landen. Da gibt es sicher Leute, die daraus "was machen" :-) "

    Das dumme ist, daß dies auch umgekehrt gilt...
    Und eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus...








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