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Psychologen-Mangel in Deutschland: Therapeut verzweifelt gesucht

CorbisDie Zahl psychischer Erkrankungen in Deutschland steigt rasant, die Wartelisten für Therapieplätze werden länger. Patienten werden im Schnitt erst nach 80 Tagen erstmals behandelt - für viele eine unzumutbare Belastung.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...820748,00.html
  1. #120

    Seien wir doch mal ehrlich...

    Zitat von firoforo Beitrag anzeigen
    ich denke der psychotherapeut erfüllt in vielen fällen das, wofür früher der priester zuständig war. Er hilft zur einsicht, vergibt schuld, hört einem zu, hilft einem eigene ziele und orientierung neu zu definieren, usw...

    alles in allem glaube ich nicht, das mehr therapeuten mehr zufriedene oder glückliche menschen bedeuten. therapie ist keine passive sache. im grund hilft einem der therapeut sich selbst zu helfen. und darauf läuft alles hinaus, sich selbst zu helfen, nämlich umfeld, umweld, und ansprüche an sich selbst so zu gestalten, dass man nicht krank wird. das würde wohl in den meisten fällen reichen.
    wenn ich früher Probleme hatte und nieder geschlagen war bin ich zu meiner alten Tante gefahren.Die stellte einem ein Glas Schnaps auf den Tisch mit der Aufforderung:Nun erzähl mal.Sie konnte einem stundenlang zuhören und hatte den ein oder anderen Rat parat.70 Jahre Lebenserfahrung.Wer kann heute noch zuhören?
    Viele Streßsituationen sind selbst gemacht-man muß doch nicht im allem der Erste sein.
  2. #121

    um einmal den Spiegel vorzuhalten...

    Wenn man sich die Beiträge in diesem Forum durchliest, ist es fast erschreckend, mit welch einer Aggression hier gegeneinander vorgegangen wird. Besonders spannend finde ich die Tatsache, dass noch immer Ärzte über Heilpraktiker (egal oder für Psychotherapie oder nicht) so unglaublich schlecht sprechen. Sollte man nicht zusammenarbeiten und voneinander profitieren? Ist man nur zum "Heilen" geeignet, wenn man ein Abitur von 1,0 hatte und dann Medizin studiert hat? Oder liegt die Fähigkeit, mit Menschen zu arbeiten - und das erfolgreich - "im Blut"? Nicht jeder Psychiater oder Psychologe ist in dem was er tut gut, nur weil er studiert hat. Wichtig ist die Fähigkeit, einen Zugang zum Patienten zu bekommen und diesen mit seinen Problemen erstzunehmen. Zumal dann in einem nächsten Schritt die Ursache des Problems behoben werden sollte und nicht nur die Symptome mit Medikamenten betäubt werden sollten...
  3. #122

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Dann braucht man mehr Fachärzte für Psychiatrie. Für Erkrankungen sind immer noch Ärzte zuständig und kompetent.
    In diesem Fall geht diese Feststellung am Thema vorbei. Für psychische Erkrankungen (vor allem auch diejenigen, die hier erwähnt wurden) sind Psychotherapeuten ausgebildet, zuständig und kompetent.
  4. #123

    Qualitätskriterien für Hilfesuchende

    Zitat von spon_1743675 Beitrag anzeigen
    Ist man nur zum "Heilen" geeignet, wenn man ein Abitur von 1,0 hatte und dann Medizin studiert hat? Oder liegt die Fähigkeit, mit Menschen zu arbeiten - und das erfolgreich - "im Blut"? Nicht jeder Psychiater oder Psychologe ist in dem was er tut gut, nur weil er studiert hat. Wichtig ist die Fähigkeit, einen Zugang zum Patienten zu bekommen und diesen mit seinen Problemen erstzunehmen. Zumal dann in einem nächsten Schritt die Ursache des Problems behoben werden sollte und nicht nur die Symptome mit Medikamenten betäubt werden sollten...
    Vollkommen richtig. Nur leider muss der suchende Pat. erst mal einen Anhaltspunkt haben, an wen er sich wenden könnte. Und die Frage stellt sich auch, ob er das selbst bezahlen kann (Heilpraktiker). Wenn Sie ein spezielles Problem an Ihrem Auto haben, dann suchen sie sich doch auch jemand, der einen Meister darin gemacht hat oder eine Fachwerkstatt besitzt. Möglicherweise ist der Wald- und Wiesenschrauber ohne Prüfung genauso gut. Aber woher soll der Kunde das vorher wissen? Die Chance, dass mehr Bildung = mehr Expertise ist, ist wohl von vornherein höher. Menschlich muss es natürlich zusätzlich stimmen. Da spielen aber zwei Faktoren eine Rolle: Pat. und Therapeut. Das muss nicht immer passen...
  5. #124

    Heilpraktikergesetz

    Zitat von Caldwhyn Beitrag anzeigen
    Nein die Heilpraktiker (Psychotherapie) haben eine Unbedenklichkeitsüberprüfung bestanden die besagt, dass sie keinen weiteren Schaden verursachen und die findet beim Landratsamt statt. Und man kann sich mittels eines Wochenendkurses problemlos darauf vorbereiten unabhängig von irgendwelchen Vorkenntnissen.

    PS: In Österreich wurde der entsprechende Berufsstand verboten, da sollten wir uns mal ein Vorbild daran nehmen.
    Zur Historie: das Heilpraktikergesetz stammt wohl aus den 30er Jahren und diente damals dazu sicherzustellen, dass nicht jeder einfach so vor sich hin quacksalbert, sondern zumindest vorher eine Unbedenklichkeitsprüfung macht. Mehr ist es nicht. Heute ist der Begriff Heilpraktiker fast ein Qualitätskriterium in der öffentlichen Wahrnehmung. Irreführend. Zumal gerade die psychotherapeutischen Heilpraktiker mit ihrer Berufsbezeichnung in die Irre führen. Erlaubt sind die Begriffe:
    - Heilpraktiker/in (Psychotherapie)
    - Psychotherapeutische(r) Heilpraktiker/in
    - Heilpraktiker/in, eingeschränkt für den Bereich Psychotherapie.
    Viele Heilpraktiker nennen sich trotzdem gern Psychotherapeut und werben damit auf ihren Homepages, dürfen das aber nicht. Da fällt schon die begriffliche Abgrenzung zum niedergelassenen Therapeuten schwer.
  6. #125

    Technik und Empathie

    Zitat von MitKohlensäure Beitrag anzeigen
    Wenn überhaupt, dann ist hier im Zweifelsfall die TECHNIK wichtiger (VT) als Empathie.
    Die Empathie ist genauso wichtig wie die Technik ;-)
    Gerade VTler sind zu Beginn der Therapieausbildung etwas techniklastig:-) Techniken sind natürlich notwendig wie ein flexibel eingesetztes Werkzeug. Empathie würde ich noch präzisieren. Wichtig ist es komplementär zu den Bedürfnissen des Klienten zu agieren. Das sollte man auch bewusst machen. Dafür benötigt es Supervision und eine THERAPIEAUSBILDUNG.
  7. #126

    Zitat von vhn Beitrag anzeigen
    Die Empathie ist genauso wichtig wie die Technik ;-)
    Gerade VTler sind zu Beginn der Therapieausbildung etwas techniklastig:-) Techniken sind natürlich notwendig wie ein flexibel eingesetztes Werkzeug. Empathie würde ich noch präzisieren. Wichtig ist es komplementär zu den Bedürfnissen des Klienten zu agieren. Das sollte man auch bewusst machen. Dafür benötigt es Supervision und eine THERAPIEAUSBILDUNG.
    Absolut richtig, war auch absichtlich etwas überspitzt formuliert ;) Im Rahmen des Pro-HP Kommentars war es mir jedoch wichtig hervorzuheben, dass PT eben nicht nur aus Einfühlsamkeit besteht. Dieser Gedanke ist irreführend und kann in der Praxis teilweise auch das Gegenteilige verursachen (bringen Sie einem Patienten in einer Major D mal eine gehörige Portion Empathie entgegen...das ist bisweilen sogar kontraproduktiv ;))
  8. #127

    Zitat von penguin75 Beitrag anzeigen
    ...
    Wer sagt denn überhaupt, daß die Zahl psychischer Leiden steigt?
    Naja, es scheint schon einleuchtend, dass in einer Gesellschaft, in der die Gewissheiten, vor allem die Berechenbarkeit des beruflichen Werdegangs, deutlich abnehmen, die Anzahl an Reaktionen auf permanente psychische Überbelastung steigt. Schließlich geht es oft genug um nichts weniger als die berufliche und damit automatisch um die wirtschaftliche, oft zusätzlich auch noch soziale Existenz. Es sind nicht die Menschen, die empfindlicher sind als früher, sondern die Belastungen, denen sie ausgesetzt werden, sind deutlich höher als früher, ergo auch die Anzahl an Menschen, die damit nicht mehr zurecht kommt und Hilfe braucht.

    Zitat von penguin75 Beitrag anzeigen
    Was steigt, ist die Bereitschaft und die Einsicht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. ... Wie man an den Kommentaren hier sieht, ist der Besuch beim Therapeuten auch heute noch mit einem Stigma versehen. Aber zum Glück wird das immer mehr akzeptiert. Und dadurch steigt der Bedarf.
    Das ist mit Sicherheit auch ein großer Faktor. Wenn früher jemand tagelang am liebsten im abgedunkelten Schlafzimmer liegen geblieben ist, nur um sich dem Leben nicht stellen zu müssen, hieß es meistens "der/die ist halt schwermütig, das wird schon wieder". Heute würden viele Angehörige darauf drängen, dass diese Personen Hilfe erhalten, weil sie wissen, dass das nichts mit "Melancholie" zu tun hat, sondern ein deutliches Indiz für eine Depression ist.

    Zitat von penguin75 Beitrag anzeigen
    Und zu glauben, vor fünfzig, hundert oder zweihundert Jahren sei es den Menschen besser gegangen ist einfach naiv. Vielleicht hatten die Menschen andere Probleme als heute - aber die waren oft existenzieller als die unseren. Ich möchte da nicht tauschen.
    Tauschen möchte ich auch nicht unbedingt - aber in einem Punkt unterscheiden sich die damaligen Probleme von den heutigen: Sie waren einfacher zu erfassen und zu bewerten. Man konnte einfacher zu einer "richtigen" Lösung gelangen, während man sich heute oft Problemen gegenüber sieht, für die es keine von einem selber nennenswert beeinflussbare Lösung gibt oder zu geben scheint. Trotz allen gegenteiligen Behauptungen leben wir auch nicht in einer Leistungsgesellschaft, in der sich jeder durch eigene Anstrengung eine finanzielle Grundlage für sein Leben schaffen kann, sondern es gibt inzwischen so viele externe Faktoren, auf die der Normalbürger keinen Einfluss hat und die seine eigene Leistungsbereitschaft oftmals völlig ins Leere laufen lassen. Und gerade dieses Gefühl der Ohnmacht, sein Leben eben nicht mal ansatzweise selbst in der Hand zu haben, die kann einen durchaus nach und nach zermürben und in Depressionen münden.

    Davon abgesehen: Wer nicht glaubt, dass die Arbeitswelt heutzutage eher geneigt ist, Leute psychisch krank zu machen, der müsste sich eigentlich nur mal in seinem Umfeld umsehen. Immer mehr Arbeit für immer weniger Leute. Das kann nicht ewig gut gehen. Auch die saftigste Zitrone ist irgendwann ausgepresst - und dann? Ich fürchte, am schlimmsten sind die dran, die ihre Erfüllung und Bestätigung tatsächlich im Beruf suchen. Die haben doch heute gar keine Chance mehr - trotz oder gerade wegen ihrer vorbildlichen Einsatz- und Leistungsbereitschaft. Die wird nämlich gnadenlos vom AG missbraucht.
  9. #128

    Zitat von goldmund1@web.de Beitrag anzeigen
    Ach ja, die Therapeuten und das liebe Geld...eine traditionell sehr innige Beziehung. Gerade die Analytiker sind da immer ganz weit vorne. Das fing schon bei Freud und seiner Vorliebe für zahlungskräftige Kunden an. Bei 100,-EUR die 50 Min. ( und das ohne Promotionspflicht...ich meine Psychologie darf kann ja wirklich jeder studieren) und der derzeitigen Situation kann man es sich eben leisten, nur die läppischten Fälle anzunehmen, nur ca. dreieinhalb Tage die Woche zu arbeiten und ne richtig gute Zeit zu haben und dabei auf ziemlich großem Fuß zu leben. Bei dem Reibach, den man da machen kann, zieht es auch tendenziell die falschen Leute an, das ist nicht zu übersehen. Die beste Lösung wäre: Gesetzliche Kassenpflicht für alle zugelassenen Therapeuten und die Honorare um mindestens ein Drittel kappen (das ist immer noch eine mehr als üppige Bezahlung für diese im Grunde - entgegen allen Beteuerungen der Berufshelfer, die um ihre Tätigkeit auch gerne mal ein großes Mysterium machen - recht einfache Tätigkeit), und simsalabim, schon hat man 1.) entsprechend mehr freie Plätze, 2.) die Therapeuten wären endlich vollbeschäftigt und 3.) der Selbstbedienungsladen Kassenleistung drohe die Gesundheitskosten nicht mehr explodieren zu lassen. Wer genügend Therapeuten im Bekanntenkreis hat, kennt die häufig anzutreffende gemütliche Selbstbedienungsmentalität bei praktisch nicht vorhandener (Leistungs-) Kontrolle. Ein wahres anachronistisches Schlaraffenland, das allein der erfolgreichen Lobbyarbeit eines gewissen Herrn Mitcherlich in den 50er Jahren zu verdanken ist. In der Schweiz verdienen sie zurecht deutlich weniger. Dieser ganze Psychomarkt ist einfach ein riesiges Business, und die Therapeutenlobbyverbände, die auch in diesem Artikel vollkommen unkritisch gezeichnet werden, stehen auf einer Stufe mit der üblen Pharmaindustrie. Da sind einfach unheimliche Einsparungen bei gleichzeitig deutlich besserer Versorgung möglich und nötig. Und die überholten Pfründe der Therapeuten sind der Hebel.
    Promotionspflicht ist doch totaler Unfug, was haben Sie denn davon, wenn ein Psychotherapeut eine mehrjährige Doktorandenzeit in der Forschung hinter sich hat? Und wie kommen Sie darauf, dass jeder Psychologie studieren kann( Nc bei 1,... hohe durchfallquoten in Statistik und Neurologie...) ? Zumal es ja noch eine mehrjährige Therapeutenausbildung oben drauf braucht...
    Der Rest Ihres Beitrages ist ebenfalls absolut platt und falsch, ich nehme nicht an, dass Sie viel über Psychotherapie und Therapieforschung wissen, und stattdessen einen Therapeuten kennen den Sie nicht mögen. Aber eine Kassenzulassung für alle Therapeuten, da würden die sich extrem drüber freuen, guter Gedanke!
  10. #129

    Zitat von goldmund1@web.de Beitrag anzeigen
    und das ohne Promotionspflicht...ich meine Psychologie darf kann ja wirklich jeder studieren.
    Damit haben Sie sich ürbigens schon ob Ihres eingeschränkten Wissens disqualifiziert. Wenn Sie meinen, eine Promotion käme einem Qualitätsmerkmal in der Praxis gleich, dann schlagen Sie lieber noch einmal nach, was eine Promotion demjenigen welchen an Skills vermittelt. Oder spielen Sie auf die Promotion in der Medizin an? Noch besserer Witz.

    Jeder kann Psychologie studieren? Na dann bewerben Sie sich doch mal...


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