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Psychodermatologie: Wenn Stress unter die Haut geht

CorbisPsychische Belastungen können manche Hauterkrankungen massiv verschlimmern. Forscher ergründen, wie Sorgen und Ärger Neurodermitis und andere Entzündungen fördern - und leiten daraus Ratschläge für Betroffene ab.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...815655,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Psychische Belastungen können manche Hauterkrankungen massiv verschlimmern. Forscher ergründen, wie Sorgen und Ärger Neurodermitis und andere Entzündungen fördern - und leiten daraus Ratschläge für Betroffene ab.

    Psychodermatologie: Wenn Stress unter die Haut geht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Was hier als "neueste" Erkenntnis präsentiert wird, predigen Naturheilkundler seit Jahren: Die Haut ist der Spiegel der Seele. Nicht immer, aber oft.

    Unverständlich ist aber der klassische Reflex der Medizin, sofort nach einem "Hemmer der Substanz P" zu suchen - statt nach Möglichkeiten den Menschen bei der Bewältigung von Sorgen und Ängsten zu helfen.

    Frage: Wird Angst weniger, wenn man Substanz P hemmt?
  2. #2

    .

    Zitat von RudolfHege Beitrag anzeigen
    Frage: Wird Angst weniger, wenn man Substanz P hemmt?
    Nein, aber es eröffnet einen riesigen Markt für Substanz P Blocker. ;)
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Psychische Belastungen können manche Hauterkrankungen massiv verschlimmern. Forscher ergründen, wie Sorgen und Ärger Neurodermitis und andere Entzündungen fördern - und leiten daraus Ratschläge für Betroffene ab.

    Psychodermatologie: Wenn Stress unter die Haut geht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Wenn ich das schon lese könnte ich aus der Haut fahren. Ich bin zwar kein studierter Mediziner aber ich denke 28 Jahre Erfahrung mit schwerer Neurodermitis am eigenen Körper sind schon eine beträchtliche Menge an Wissen aus der man einiges ableiten kann.
    Zum Beispiel: dass ALLE nachhaltig wirksamen, sinnvollen und nicht schädlichen Methoden NICHT von den Krankenkassen unterstützt werden. Ich zahle jeden Monat für meine eigenen Pflegeprodukte die keine Krankenkasse übernehmen würde.
    Ich zahle jeden Monat für regelmäßige Besuche in der terhmal Sole.

    Ich könnte mich wirklich stundenlang über diese lächerlichen Medikamente aufregen. Cortison? Ja es hilft, aber zu welchem Preis? Muss mein Körper wirklich komplett kaputt sein damit ich Hilfe bekomme? Muss meine seelische Gesundheit wirklich am Boden sein damit ich Hilfe bekomme?
    Alle 3 Jahre eine Kur? Mit den Behandlungsmehtoden der Krankenkassen bräuchte ich alle 3 Monate eine.
    Von inkompetenten Ärzten will ich jetzt mal gar nicht erst anfangen zu reden.
    28 Jahre Frustration und beschissene Krankenkassen. Ich könnte auf der Stelle aufhören zu Ärzten zu gehen, Medikamente verschrieben zu bekommen, und die Leistungen der Krankenkassen in Anspruch zu nehmen und meine Haut würde sich nicht mehr verschlechtern.
    Denn nach 28 Jahren weiß ich wen ich in meinem Sicherheitsnetz anzusprechen habe, wenn es mir schlecht geht, weiß ich wie ich meinen Körper pflegen muss damit ich nicht wieder Ekzeme bekomme, weiß ich was ich präventiv tuen muss um nicht in eine ewige abwärtsspirale aus Ekzemen und Stress zu geraten.
    Danke liebe Krankenkassen für nichts.
  4. #4

    Bedenklicher Trend in der Medizin

    Es ist ein bedenklicher Trend in der deutschen Sparmedizin, alles auf die Psyche zu schieben. Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die mit unzpezifischen Allgemeinsymptomen beginnt. Solche Patienten werden heute von Hausärzten abgewimmelt. "Einbildung", "hypochondrische Züge", "vielleicht was Psychosomatisches" usw. hört man immer öfter.

    Für einen Arbeitskollegen wäre das um ein Haar tödlich ausgegangen. Er litt unter zunehmender Müdigkeit. Zuerst fühlte er sich nur matt, dann wurde es schlimmer. Er schlief bei der Arbeit ein, wurde ohnmächtig usw. Er kippte literweise Kaffee in sich hinein, trank hochkonzentrierte Koffeinlimonaden - nichts half gegen die Müdigkeit.

    Er besuchte mehrere Hausärzte und erhielt überall die selbe Auskunft: Vielleicht überarbeitet, er soll mal mehr Obst essen, mal einen ruhigen Urlaub machen, einsetzende midlife-crisis, burn-out, "tja, auch Sie werden älter" ... usw sind so die gängigen Ärztesprüche. Er sollte es mit autogenem Training versuchen, mehr Sport machen eine Gesprächsgruppe aufsuchen usw. Als er hartnäckig blieb warf ihm ein Arzt vor Hypochonder zu sein und drohte damit, ihm zum Psychater zu schicken.

    Eines Tages brach er bei der Arbeit zusammen. Zuerst dachten wir an einen der Ohnmachtsanfälle, aber diesmal rappelte er sich nicht mehr auf und reagierte nicht mehr. Der Notarzt hatte beim Blick auf die Hände sofort den richtigen Verdacht: Morbus Addison. Mein Kollege hatte großes Glück, dass er noch lebt. Seinen Blutwerten nach hätte er längst tot sein müssen.

    Es ist also ein sehr bedenklicher Trend, dass immer mehr auf die "Psyche" geschoben wird. Da kommen die enormen Überschüsse der Krankenkassen schließlich her: Sich anbahnende Erkrankungen werden zuerst als psychisch abgewimmelt, weder weiter untersucht noch behandelt. Wenn dann die Haupterkrankung akut ausbricht und sich nicht mehr wegleugnen lässt, ist der Patient entweder bereits verstorben oder seine Lebenserwartung verkürzt sich dramatisch, weil dann die Krankheit zu weit fortgeschritten ist.
  5. #5

    nicht unbedingt neu

    für einen Betroffenen ist es sicherlich keine gravierend neue Erkenntnis, dass Stress gewisse Hautkrankheiten zum Ausbrechen bringen kann oder verschlimmert. Ähnlich ist es bei mir mit Herpes, der regelmäßig immer dann ausbricht, wenn ich Stress habe oder innere Unruhe verspüre.
    Aber gut an dieser Studie ist, dass es nun mal schwarz auf weiß steht und somit evtl. die Krankenkassen mal was haben, womit sie arbeiten können. (Vielleicht ist meine Hoffnung auch etwas naiv...)
  6. #6

    möglich

    Zitat von user543 Beitrag anzeigen
    Es ist ein bedenklicher Trend in der deutschen Sparmedizin, alles auf die Psyche zu schieben. Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die mit unzpezifischen Allgemeinsymptomen beginnt. Solche Patienten werden heute von Hausärzten abgewimmelt. "Einbildung", "hypochondrische Züge", "vielleicht was Psychosomatisches" usw. hört man immer öfter.
    Das mag sein. Es dürfte aber daran liegen, dass Ärzte teilweise einfach keinen Durchblick haben und den Psychosomatiker als organisch Kranken hinstellen und den organisch Kranken als Psychosomatiker. Beiden Gruppen ist damit natürlich nicht geholfen.
    Fähige Ärzte sind rar und treffende Diagnosen bei beiden Gruppierungen teilweise Glücksfälle.
    Mich hat man seinerzeit kurz vor der Pubertät mit Cortisonsalben behandelt, obwohl meine Hautausschläge psychisch bedingt waren. Was ich habe, das hat der Dermatologe nicht sagen können. Was ihm auch gleich war. Nach 5 Minuten bin ich mit einem Rezept wieder vor der Tür gestanden.
    Wenn Sie den Helicobacter pylori als Beispiel nehmen, so dürften psychische Magenprobleme gar nicht mehr existieren. Tun sie aber.
  7. #7

    Es ist in der NAturheilkunde oder Metapsychologie schon..

    Zitat von RudolfHege Beitrag anzeigen
    Was hier als "neueste" Erkenntnis präsentiert wird, predigen Naturheilkundler seit Jahren: Die Haut ist der Spiegel der Seele. Nicht immer, aber oft.

    Unverständlich ist aber der klassische Reflex der Medizin, sofort nach einem "Hemmer der Substanz P" zu suchen - statt nach Möglichkeiten den Menschen bei der Bewältigung von Sorgen und Ängsten zu helfen.

    Frage: Wird Angst weniger, wenn man Substanz P hemmt?
    ...seit jahrzehnten bekannt.

    Und natuerlich ist es verstaendlich das die Weissmedezin nach Symthomloesungen sucht.

    Das erhaelt Ihre Macht.

    Und wenn man den Grund dafuer heraustellt ist es auch wieder: Angst, Angst ueber Machtverlust und Veraenderungen.

    Und ein anderer Beitrag hier zeigt es von einer anderen Seite, die Krankenkassen und Ihre Lobby (oder sollte ich lieber umgekehrt sagen :-) ) verdienen nicht so viel wenn es Ursachenloesungen geben wurde also werden allenfalls Symthomloesungen bezahlt.

    Aber auch die Betroffenen selber, zeigt ein anderer Beitrag hier, moechten diese "Psychosomatik" auch lieber als Grund nicht zulassen, weil das auch wieder unterbewusste Aengste schuerrt, und zwar die von Veraenderungen an einem selbst.

    Und die Moral von der Geschicht:
    Unsere Aengste halten uns im Zaum die Ursachen anzugehen.
  8. #8

    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Das mag sein. Es dürfte aber daran liegen, dass Ärzte teilweise einfach keinen Durchblick haben und den Psychosomatiker als organisch Kranken hinstellen und den organisch Kranken als Psychosomatiker. Beiden Gruppen ist damit natürlich nicht geholfen.
    Fähige Ärzte sind rar und treffende Diagnosen bei beiden Gruppierungen teilweise Glücksfälle.
    Die häufige Diagnose "psychosomatisch" kenne ich auch von Ärzten, auch von meinem Hautarzt. Das Schlimmste daran ist, dass man als Patient nicht mehr weiss was wirklich los ist.

    Hautkrankheiten können wie jede andere Erkrankung nämlich ebenso psychische Folge nach sich ziehen, wenn sie nicht oder falsch behandelt werden. Genauso mag es im Umkehrschluss zutreffen, dass der psychische Zustand Krankheiten, deren Symptome, begünstigt. Unter dauerhaftem Streß, gar Depressionen, fährt bekanntermaßen das Immunsystem herunter oder geht gar in Autoimmunreaktionen gegen den eigenen Körper vor.

    Für einen Patienten beginnt damit eine Abwärtsspirale, die Symptome können wesentlich schlimmer werden, ebenso psychische Folgen zunehmen. Die Schulmedizin hilft gerade dann mit Antworten wie "psychosomatisch" überhaupt nicht, sie sollte immerhin in der Lage sein Symptome zu mildern und Klartext zu sprechen. Dass ein Arzt und die Schulmedizin nicht helfen kann, geben die wenigsten zu.

    Psychologen und Psychotherapeuten kennen das Symptom des regelrechten "zerfallens" von schwer Depressiven schon lange.
    Allerdings wird jeder, der bereits Erfahrung mit Psychotherapie gesammelt hat, bestätigen, dass z.B. Verhaltenstherapeuten mit der Thematik "psychosomatisch" eigentlich nicht viel anfangen können, als Problemlösung eher einen anderen Umgang mit den Symptomen lehren. Merkwürdigerweise bringt dieser Ansatz sogar mehr Linderung wie irgendwelche Therapieversuche von Ärzten, schließlich heilt sich unser Körper noch immer vor allem selbst.
  9. #9

    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Das mag sein. Es dürfte aber daran liegen, dass Ärzte teilweise einfach keinen Durchblick haben und den Psychosomatiker als organisch Kranken hinstellen und den organisch Kranken als Psychosomatiker. Beiden Gruppen ist damit natürlich nicht geholfen. Fähige Ärzte sind rar und treffende Diagnosen bei beiden Gruppierungen teilweise Glücksfälle.
    Das Problem mit der Psychosomatik ist die Unfähigkeit der Diagnostizierenden, nichts zu finden, beweisen können die ja sowieso nichts. Zu jedem Zeitpunkt im Leben eines jeden Menschen lassen sich aus deren Sicht scheinbar plausible Gründe für ein jedes Symptom konstruieren. Merke: Ein Trauma ist eins zu viel, keins ist eins zu wenig.

    Dass sich das Psycho-Blabla seit einiger Zeit unter Ärzten größter Beliebtheit erfreut, hat alleine damit zu tun, dass sich damit gegenwärtig mit dem geringsten Aufwand das meiste Ged scheffeln lässt.

    Für austherapierte Hautleiden: in bayerischen Wald gibt es eine Spezialklinik, die in solchen Fällen mittels Ernährungsberatung, Immundiagnostik, Umwelt- und Stoffwechselanalytik enorme Erfolge erzielt.


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