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Psychodermatologie: Wenn Stress unter die Haut geht
CorbisPsychische Belastungen können manche Hauterkrankungen massiv verschlimmern. Forscher ergründen, wie Sorgen und Ärger Neurodermitis und andere Entzündungen fördern - und leiten daraus Ratschläge für Betroffene ab.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...815655,00.html
- #10 25.02.2012 20:50 von
Stress
Stress lässt sich nicht so einfach wegkurieren. Sicher sind Entspannungstechniken eine gute Sache, aber wenn in der Uni die Prüfungszeit losgeht oder der Chef Druck macht, hilft das alles nichts. Auf jeden Menschen wirkt Stress anders. Die einen stecken das (scheinbar) locker weg, die anderen bekommen Magenschmerzen oder andere Beschwerden, die dritten verschlimmerte Hautprobleme. Selbst die vergleichsweise harmlose Akne blüht unter Stress oft richtig auf. Gegen den Stress an sich kann der Einzelne aber wenig machen; z.B. sorgenfrei in eine Prüfung zu gehen, bewirkt höchstens, dass man durchfällt, was noch größeren Stress nach sich zieht. In dem Fall müsste sich schon die Gesellschaft ändern, die den Stress verursacht. Darum sind die Medikamente leider ein notwendiges Übel.
- #11 25.02.2012 21:36 von
[QUOTE=maxmstrmnn430;9712006]Das Problem mit der Psychosomatik ist die Unfähigkeit der Diagnostizierenden, nichts zu finden, beweisen können die ja sowieso nichts. Zu jedem Zeitpunkt im Leben eines jeden Menschen lassen sich aus deren Sicht scheinbar plausible Gründe für ein jedes Symptom konstruieren. Merke: Ein Trauma ist eins zu viel, keins ist eins zu wenig.
Dass sich das Psycho-Blabla seit einiger Zeit unter Ärzten größter Beliebtheit erfreut, hat alleine damit zu tun, dass sich damit gegenwärtig mit dem geringsten Aufwand das meiste Ged scheffeln lässt.
Für austherapierte Hautleiden: in bayerischen Wald gibt es eine Spezialklinik, die in solchen Fällen mittels Ernährungsberatung, Immundiagnostik, Umwelt- und Stoffwechselanalytik enorme Erfolge erzielt.[/QUO
Das sich das Thema seit eininger zeit grosser beliebtheit erfreut hat eher damit zu tun das einige Ärtzte damit anfangen nach alternativen zur Pharma-Indusstrie zu suchen,die in Deutschland die stärkste der Welt ist und deren Lobbyisten sich in Berlin bei den verschiedesten Politikern die klinke in die hand geben.Wir leben in einem Land wo es per Gesetz verboten ist alternative Behandlungsmethoden öffendlich zu machen.Nein es werden weiter nur die symtome bekämpft und dann wundert man sich das die krankheit oft nicht geheilt wird.Doch viele Ärtzte haben eben jetzt erkannt das die meisten Krankheiten immer einen unterbewusten Grund haben der aufgearbeitet werden mus und die Krankheit verschwindet nachhaltig.Aber die Pharma-Indusstrie und Krankenkassen haben haben offensichtlich kein Interesse an Unserer Gesundheit sondern an vollen Brieftaschen.Wenn es anders wäre würde man nicht sagen "Wir bekämpfen die Krankheit" sondern "Wir tun was für die Gesundheit".Dann würde Krankenkasse nämlich Gesundheitskasse heisen. - #12 25.02.2012 22:21 von
Leider ist es eben so..
Leider ist es eben so, dass von der Gesellschaft jene, die eben gesund sind, bevorzugt werden. Das war schon immer so und wird - auf absehbare Zeit - auch immer so sein.
Als Neurodermitiker und Asthmatiker wie ich es bin, hat man es schwer(er), da weder Prüfungsausschuss noch Chef ein Verständnis dafür haben wenn man ob seiner eigenen Probleme weniger leistungsfähig ist. In einer kapitalistischen Demokratie interessiert die Gewinnmaximierung um jeden erdenklichen Preis - und da passen Menschen, die nicht maximal leistungsfähig sind, einfach nicht rein und sind deshalb die Verlierer.
Ich wünscht wir wären soweit, dass jeder alles machen könnte - ohne, dass er gesundheitlich noch mehr leidet. Durch den Stress tragen auch Leute, die eigentlich gesund sind, Probleme von sich. Das würde die Menschheit wirklich auszeichnen.. solange aber der Stress sozialisiert wird (ebenso wie Schulden), während die Gewinne privatisiert werden, wird es immer so bleiben. - #13 26.02.2012 03:54 von
Ernährung
Ich muß Ihnen zustimmen und bin eigentlich überrascht, daß von den vielen Vorrednern keiner auf die Ernährungsproblematik hingewiesen hat. Die Psyche spielt natürlich immer ihre Rolle, aber das Ernährungsverhalten bzw. die Qualität der aufgenommenen Nahrung darf nicht außer Acht gelassen werden.
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, mit Tests diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten (kein schönes Wort, aber Allergien sind es eben nicht) festgestellt, die entsprechende Nahrung vermieden und es wurde dramatisch besser. Leider helfen die allgemeinen Auswertungen aber auch nur bedingt, denn es kommt nicht nur darauf an, ob man im Test z.B. auf Birnen reagiert hat, sondern auch darauf, wie und wo und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden.
Ich weiß, daß das kompliziert klingt und brauchte auch lange, die Lösung dafür zu finden, die aber, wie alles Richtige, wieder einfach ist, und zwar kann man auspendeln, was man verträgt. Ich nahm z.B. das Pendel mit in den Supermarkt und hielt es über 2 verschiedene Sorten von Birnen. Die eine war ok, bei der anderen schlug das Pendel aus wie wild. Also reagiere ich nicht auf Birnen im allgemeinen, sondern vielleicht auf die Schadstoffe, mit denen sie behandelt wurden?
Das ist kein Hokuspokus! Man muß es versuchen, jeder kann pendeln. Nur die Scham darüber, daß man für irre gehalten wird, wenn man es öffentlich tut, muß man natürlich aufgeben.. - #14 26.02.2012 08:36 von
- #15 26.02.2012 09:00 von
Über zwei Jahre lang habe ich mich mit einer heftigen Hauterkrankung geplagt, die mich in ihren schlimmsten Stadien wirklich nahezu in den Wahnsinn trieb. Warum sie dann wieder verschwand, weiß bis heute niemand.
Die Dermatologin, bei der ich damals Hilfe gesucht habe, genießt bis heute mein volles Vertrauen, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil sie mir vom ersten Behandlungstag an gesagt hat, dass sie lediglich an den Symptomen „herumdoktern”, aber nicht die Ursache beseitigen kann. Sie kennt die wahre Ursache nicht. Wahrscheinlich müssen Hautärzte in sehr vielen Fällen dieses Eingeständnis machen, wenn nicht gerade eine klar diagnostizierbare Allergie oder Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Stoffen/Lebensmitteln vorliegt. Und auch eine solche kann ja nur durch „ausprobieren” erkannt werden.
Der wichtigste Rat meiner Ärztin seinerzeit war, dass ich über meine Lebensumstände nachdenken solle. Das habe ich getan, aber – ehrlich gesagt – dabei keinen gravierenden Umstand entdeckt, der ursächlich für meine Leiden sein könnte. So habe ich auch nicht wirklich etwas an meinem Leben verändert: Heute lebe ich immer noch in der selben Wohnung in der selben Stadt, habe den selben Arbeitsplatz und den selben Bekannten- und Freundeskreis. Auch meine Ernährungsgewohnheiten habe ich nicht wirklich verändert, ich esse immer noch alles, was ich will. Allerdings übe ich dabei mehr Disziplin als früher, will sagen, ich nehme drei Mahlzeiten am Tag und gut ist. Das war eine Frage der Gewohnheit, übrigens habe ich in der Folge abgenommen und heute praktisch Idealgewicht – auch nicht schlecht für einen typischen Wohlstandsmacker, der auf die sechzig zugeht.
Lediglich Alkohol meide ich inzwischen vollständig, aber auf diese Idee bin ich erst gekommen, nachdem es mir bereits wieder besser ging. Zigaretten rauche ich immer noch reichlich viele.
So meine ich, dass in diesem medizinischen Bereich klare Diagnosen häufig sehr schwierig oder auch unmöglich sind. Den Beitrag von Duis möchte ich ausdrücklich unterstützen, die Haltung der Krankenkassen bei Hauterkrankungen ist wirklich nicht akzeptabel. Wenn ich mir überlege, dass ich nicht nach überschaubarer Zeit wieder aus diesem Hautdilemma herausgekommen wäre, dann wäre ich bis heute wohl ein Vermögen losgeworden. Erst durch diese Erkrankung habe ich gelernt, dass es Medikamente gibt, die zwar verschreibungspflichtig sind, die einem die Ärztin auch dringend empfiehlt, die aber dennoch nicht von der KK bezahlt werden. Und da waren (verdammt teure) Mittelchen dabei, die ich dringend benötigt habe, um nicht dem Wahnsinn durch dauerhaften unerträglichen Juckreiz zu erliegen.
Ach ja: Eine Veränderung habe ich vielleicht doch vorgenommen in meinem Leben. Ich habe mir ein höheres Maß an Gelassenheit angeeignet. Wenn man so etwas erst einmal durch hat, bis hin zu dem Wunsch, so nicht mehr leben zu wollen, dann verschieben sich die Gewichtungen etwas. - #16 27.02.2012 05:20 von
Dazu mal ein paar Worte von einem Betroffenen (leide seit Geburt, also inzwischen 42 Jahre an schwerer Neurodermitis):
<sarkasmus>
WELCH EINE NEUIGKEIT!
</sarkasmus>
Die Tatsache, daß Neurodermitis-Schübe oder Asthma-Anfälle auch durch psychische Faktoren ausgelöst oder verschlimmert werden, ist absolut nichts Neues. Das habe ich schon vor 30 Jahren von meinem Hautarzt gehört.
Nur war damals unser Gesundheitssystem noch nicht (so) kaputtgespart: Damals wurden Erkrankten noch jährliche Klimatherapien an der Nordsee oder im Gebirge genehmigt. Gleichfalls wurden Kurse für autogenes Training und Entspannungsübungen angeboten. All das fiel irgendwann weg, die Kur gab es nur noch alle 3-4 Jahre, Kurse wurden eingespart, Pflegeprodukte musste man plötzlich selbst bezahlen, dafür setzte man auf reine Symptombehandlung mit Cortison, Antihistaminika, Calcineurinhemmern usw.
Schön, daß es jetzt eine Kehrtwende gibt. Nur leider sehr spät für viele! - #17 27.02.2012 09:54 von
[QUOTE=sysop;9710755]Psychische Belastungen können manche Hauterkrankungen massiv verschlimmern. Forscher ergründen, wie Sorgen und Ärger Neurodermitis und andere Entzündungen fördern - und leiten daraus Ratschläge für Betroffene ab.
Es ist erfreulich, dass die Zusammenhänge zwischen Lebenssituation, Stress und Erkrankung nun in den Blick der Schulmedizin kommen.
Den Zusammenhang zwischen Stress und Neurodermitis kennen wir in unserer Familie. Wir konnten durch Anleitung der Kinderklinik Gelsenkirchen die Neurodermitis bei unserem Sohn vor Jahren ausheilen. Je nach Stressursache/ Stresssituation kennen wir leider auch andere Krankheitssymtome die im Bereich Allergie und Asthma liegen.
Die Zusammenhänge haben wir durch unseren Besuch in der Kinderklinik kennenlernen können - heute können wir in Stresssituationen die Folgen vorhersehen und dadurch "entspannter" und zielgerichteter Reagieren.
Auch die "Atemnot" (manch einer würde wahrscheinlich Asthma diagnostizieren) verliert so mit der Zeit ihren Schrecken, weil wir ihr nicht hilflos ausgeliefert sind.
Wichtig und überzeugend am Therapiekonzept in der Kinderklinik ist für uns das Zusammenwirken zwischen "Schul- und der so von manchem bezeichneten Alternativmedizin" - die Erkenntnisse der Psychosomatik ergänzen die Schulmedizin hervorragend. Dazu gehört, dass die Erfolge der Schulmedizin und ihrer Medikamente nicht abgelehnt werden, sondern für eine erfolgreiche ganzheitliche Behandlung zusammenwirken.
Die Ursachen lassen sich unseres Erfahrung nach aber nur ganzheitlich beseitigen - sie liegen bei Neurodermitis und auch anderen Symtomen in der "Seele" - wie wir als Mensch mit Situationen umgehen - da kann man viel dazulernen.
Hilfreich wäre es, wenn wir uns als Menschen auch im Ganzen begreifen - bestehend aus Körper und Seele - und die Erkenntnis das man sich "verfühlt" hat oder psychisch eine Sollbruchstelle hat, ist keine Schwäche sondern der Schlüssel zur Besserung. - #18 05.03.2012 17:32 von
Wieder mal Psycho – Werbung ?
Daß Hautärzte nicht wüssten, dass häufig Stressfaktoren Grund für Hauterkrankungen sind (mehr als 50% sagte mir schon ein Arzt in den Siebzigern), ist absolut falsch. Auch Hausärzte und Internisten wissen, dass organisches Versagen oder Wehrlosigkeit gegenüber Krankheiten häufig durch Streß bedingt ist. Sie geben in der Regel auch entsprechende Ratschläge, vor allem raten sie zu Bewegung. Ansonsten haben sie gelernt, Symptome zu kurieren. Und manchmal haben sie auch Erfolg, gerade Hautärzte haben ein erstaunlich hohes Qualitätsniveau.
Die Psychos egal welcher Sparte haben ein kleines Problem. Sie können selten den genauen Grund herausfinden, geschweige denn etwas daran verändern, sie haben bestenfalls die Möglichkeit, die Folgen zu lindern, indem sie zu viel Bewegung raten. Gesprächstherapien (Zuhören und Bestärken und Erklären) sollen auch etwas bewirken, aber wohl nicht sehr viel, und angesichts des teuren Zeitaufwands sind sie geradezu albern. Die Leistung kann ein Nahestehender ebenfalls erbringen, und zwar völlig umsonst.
Vor allem lässt sich die Qualität von Psychotikern nicht messen. Wenn ich bei Ärzten zuweilen erst beim dritten Glück habe, könnten es bei den Psychotisten dreißig oder mehr sein. Die meisten reiten auf dem Placebo – Effekt, nämlich der Gläubigkeit der Patienten. Das ist nicht mal schädlich, sondern kann in minderschweren Fällen sogar helfen, zumindest beruhigt es. Inwiefern diese Therapien Ergebnisse zeitigen steht in den Sternen. Bei wirklich schweren traumatischen Ereignissen sind die Erfolge jämmerlich, die körperlichen Schäden, auch die aus verqueren Hirnschaltungen, hingegen objektiv organisch und häufig nicht zu beheben.
Dann bekommt der Arme eben die ganze Gewalt der symptomverliebten Schulmedizin zu spüren, bei Niedergeschlagenheit oder tobenden Gefühlen setzt es Antidepressiva, die eben nicht nur die Stimmung aufhellen, sondern Stimmungsschwankungen egalisieren, also reduzieren. Das kann für eine kurze Frist sinnvoll sein, aber es führt zu einer allgemeinen Lethargie, und die ist alles andere als förderlich. Es gibt jede Menge eigene Regulatorien, und die werden lahmgelegt, was nur in schlimmen Fällen Sinn macht. Dann heilt vor allem die Zeit, das Vergessen oder Überspielen.
Natürlich weiß ich, daß der Spiegel nur allzu gern auf der gleichen tranzendentalen Metaphysikschiene fahren würde, Sysopinchen. Kann er nur so gar nicht. - #19 24.05.2012 09:43 von
Hallo,
ich weiß selbst, dass psychodynamische Psychotherapieverfahren nichts bringen außer einen Placeboeffekt.
Heute ist es für die Psychosomatiker sehr einfach, Werbung und Lobbyismus für sich selbst zu machen. Ich kann nur empfehlen psychosomatische Kliniken zu meiden, die sind nur aufs Geld der Krankenkassen scharf!
Mit freundlichen Grüßen
Sepultura
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