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Psychische Erkrankungen: Wenn Kinder zu Eltern werden
ZDFDrei bis vier Millionen Mädchen und Jungen leben in Deutschland bei psychisch kranken Eltern. Frederike und Meike sind zwei von ihnen. Sie versuchen, die Aufgaben ihrer Mütter zu übernehmen, so gut es geht - und opfern dabei ihre Kindheit.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...841687,00.html
- #1 03.07.2012 11:16 von
leichtigkeit
Ich bin so ein Kind. Ich denke ich verbinde damit ziemlich vieler meiner Emotionen, aber ich kann doch bemängeln, wie man schreiben kann, dass Meike keinen Mut hat. Nur weil sie Angst davor hat, dass in die Aussenwelt zu tragen, dass hat auch etwas mit Selbstschutz zu tun, denn sie ist nicht die Krankheit ihrer Mutter, und sollte sich damit auch nicht darstellen. Ich bemängel diesen Ausdruck sehr, denn was ist schon Mut, wenn man ihn nicht vorgelebt bekommt!
- #2 03.07.2012 11:28 von
psychisch krank
es ist so einfach in unserer Gesellschaft den Status "psychisch krank" zu erlangen und schon hat man eine Ausrede für sein Versagen. Das Elternhaus ist schuld, die Umstände oder die Schule- immer sind andere schuld und die Person legt Verantwortung für die Kinder in andere Hände. Ich möchte diese sogenannten "psychisch Kranken" gerne auf einen realen Überlebenskurs schicken, anschließend sind sie selbstbewußt und geheilt und übernehmen die Verantwortung die sie ihrer Familie schuldig sind!
- #3 03.07.2012 11:28 von
optional
Ich finde, dass es keinen Grund gibt sich zu schämen. Sie kann nichts dafür, dass ihre Mutter an einer Krankheit leidet. Ganz im Gegenteil: Sie kann stolz auf sich sein, dass sie so ein starkes Mädchen ist und hat meiner Meinung nach Anerkennung und Respekt verdient.
- #4 03.07.2012 11:33 von
Rechenfehler!
Das würde bedeuten, dass in Deutschland zwischen 90 und 120 Millionen Kinder leben. Wo liegt denn nun der Rechenfehler? Wenn wirklich 3 bis 4 Millionen Kinder psychisch kranke Eltern haben, dürfte (bei geschätzten 20 Millionen Minderjährigen in Deutschland) etwa jedes 5. Kind betroffen sein. Das wären mit 20 % äußerst viele! Wäre wirklich "nur" jedes 30. Kind betroffen, würde sich die Gesamtsumme auf etwa 600 000 reduzieren. Das wären immer noch zuviele, aber mich würden doch mal die genauen Daten interessieren.
- #5 03.07.2012 11:38 von
- #6 03.07.2012 11:39 von
Der Vater muss helfen
Es wäre sicher interessant, die Geschichte von Meikes Mutter, vor allem jene ihrer ersten drei Lebensjahre zu durchleuchten und somit die Ursache für ihre Depressionen zu finden. Denn vielleicht war auch ihre Mutter depressiv und hat sie oft allein gelassen, und Depressionen können sich so von Generation zu Generation weiterfressen.
In Meikes Fall macht augenblicklich, meines Erachtens, der Vater einen enorm großen Fehler: Er darf nicht in den Job flüchten. Er muss die Sache in die Hand nehmen und ihrer Mutter klar machen, dass er sie liebt, auch wenn das albern klingen mag.
Aber Depressionen können nur mit Liebe bekämpft werden. Und Meike ist ein Kind, sie braucht selbst Liebe, sonst wird sie nicht in der Lage sein, diese zu geben, wenn sie erwachsen ist und wie ihre Mutter im Innersten traurig sein. Depressiv. - #7 03.07.2012 11:45 von
Aha
Eher schlicht gestrickte Gemüter können sich so etwas wie eine psychische Krankheit eben nicht einmal vorstellen, was nicht heißt, dass es diese nicht gibt.
Wobei ein Überlebenstraining in einigen wenigen Fällen sogar ein guter therapeutischer Ansatz wäre.
Gegen Manien, Psychosen und Schizophrenie wäre es allerdings mit Sicherheit erfolglos. - #8 03.07.2012 11:47 von
Das soll jetzt nicht zynisch klingen.
Aber ein ähnliches Schicksal teilten nach dem Krieg Millionen Kinder.
Meine Mutter hatte einen Onkel der musste, da beide Eltern im Krieg verstorben sind, die Elterlichen Aufgaben für 4 Geschwister komplett alleine übernehmen. Dennoch hat er es geschafft eine Berufsausbildung zu machen und erfolgreich später im Berufsleben zu sein. Heute macht man aus Schicksalen eine mediale Sensation; was die Betroffenen dann dazu bewegt mal abzuwarten wer ihnen wann Hilfe von Aussen bringt.
Ich bin Schwergeschädigt und dennoch erfolgreich. Sollen wir daraus dann eine umgekehrte Story machen?
....Herr O. schafft es trotz Behinderung und ganz ohne staatliche Förderung..... - #9 03.07.2012 11:50 von
ohne Überschrift
Nein, es ist in unserer Gesellschaft nicht einfach, den Status psychisch krank zu erhalten - Depressionen und Schizophrenie sind schwerwiegende Erkrankungen, die den Eltern die Erziehungsfähigkeit nehmen und deren Auswirkungen oft nur mit Medikamenten zu behandeln sind. Als Kind einer manisch-depressiven und zudem schizophrenen Mutter weiß ich mit Sicherheit was es für ein Kind bedeutet mit einem Elternteil aufzuwachsen, dass sich auch aufgrund von Medikamenten aus dem "normalen" Leben ausklinkt und für das man als Kind Verantwortung trägt. Ihren Kommentar d.decas hätten sie sich sparen können - er ist ein Schlag ins Gesicht der erkrankten Menschen und deren Kinder. Euch Meile und Frederike wünsche ich viel Kraft - auch ihr werdet wie ich irgendwann ein selbstbestimmes, erwachsenes Leben führen können. Wichtig ist es, die eigene Kindheit dann aufzuarbeiten und mit Abstand auf die eigenen Eltern, ihre Leistungen und Fehler, zurück blicken zu können. Auch muss niemand für immer psychisch Krank bleiben - meiner Mutter ist seit einigen Jahren zwar nicht komplett gesund, aber dennoch stabil.
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