Prozess um PCB-Skandal: Ex-Envio-Chef weist Vorwürfe zurück

DPABeim Recycling-Unternehmen Envio wurden Arbeiter ungeschützt der krebserregenden Chemikalie PCB ausgesetzt. Beim Prozessauftakt bestritt der frühere Geschäftsführer den Zusammenhang zwischen dem Gift und Gesundheitsschäden. Der ungesunde Lebensstil der Arbeiter sei schuld.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...832277,00.html
  1. #10

    @84 Black wegen PCB

    Aha, also PCB durch das Waschen der Arbeitskleidung? Ich habe gehört, dass kürzlich wieder Eier mit PCB aufgetaucht sind. Könnte das nicht daher kommen? Also: Lebt gesund, meidet alles Schädliche und Giftige.
    Und die Behörden sind natürlich absolut ahnungslos und wussten gar nichts.
  2. #11

    Verurteilungen fast nie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Beim Recycling-Unternehmen Envio wurden Arbeiter ungeschützt der krebserregenden Chemikalie PCB ausgesetzt. Beim Prozessauftakt bestritt der frühere Geschäftsführer den Zusammenhang zwischen dem Gift und Gesundheitsschäden. Der ungesunde Lebensstil der Arbeiter sei schuld.

    PCB-Prozess in Dortmund: Envio-Manager weist Vorwürfe zurück - SPIEGEL ONLINE
    Der Typ auf dem Photo sieht selber geschaedigt aus, jedenfalls nicht gesund.
    Das waere zwar nicht schuldentlastend aber eine zusaetzliche kleine Gerechtigkeit.
    Ich war im Pharma- und Oelfabrikenbereich als Chemiker taetig. Was da so alles ablief, laesst schaudern.
    Uebrigens war der Entwicklungschef bei Gruenenthal, unter dessen Leitung Thalidomid fuer Contergan synthetisiert wurde, vorher Arzt mit Chemoversuchen an KZ-Haeftlingen gewesen.
    Natuerlich lag auch bei Gruenenthal zu der Zeit eine schweizer Expertise vor, die davor warnte, Thalidomid bei Schwangeren einzusetzen. Es seien in Tierversuchen eindeutig darauf zurueckzufuehrende Missbildungen aufgetreten.....
    Und dann diese PCP-story (Holzschutzanstriche), vergleichbar in der Giftigkeit mehr als PCB.
    Die Schuldigen sind alle mit Kavaliersdeliktabstrafungen davongekommen- im Vergleichswege!!
    Gutachter und Gerichte sind hinsichtlich Chemovergiftungen alle in der Pfeife zu rauchen. Man denke nur an das noch heute von Krankenkassen verordnete Quecksilber in den Zaehnen.
    Vergiftungen ohne Ende. Verurteilungen: fast nie.
  3. #12

    Schuld sind die Arbeiter...

    ob es da Bauernopfer geben wird? bleibt wohl nur bei den bereits existenten opfern, denn angekündigt hat die verteidigung dass die vorkommnisse in arnsberg "aktiv geduldet" worden sind (von den behörden), also kein vergehen vorliegen kann. und bei allen hinweisen (und das waren wohl nicht wenige bis hin zu anzeigen) an die behörden zum vergehen bei envio wurde maximal mit einer angekündigten kontrolle reagiert, die dann auch keine stillegungsanordnung nach sich ziehen musste...

    noch besser dass wohl mehrere jahre durch das landesamt nach der quelle für erhöhte pcb belastungen in der gegend gesucht wurde...

    diese sich ergebenden fragen, was denn dort behörden und evtl. auch politik "verschleppt" haben, fehlen mir bei diesem artikel. wenn denn der staat diese fragen nicht stellt, sollte es doch der journalismus.
    wenn man dann aber liest, die verteidigung schiebt krankheiten auf den negativen lebensstil der erkrankten, fragt man sich wirklich schon nach einem echtem korrektiv..
  4. #13

    Was mich viel mehr interessieren würde:

    Wo ist denn dieser PCB-Abfall geblieben?
    Auf welchen Äckern wurde der Mist untergepflügt?
    In welchen Fässern ist das gelandet und in welchem See wurden die versenkt?
    Kann der Betreiber überhaupt Entsorgungsunterlagen vorlegen?

    Oh mann, da wird mir wirklich schlecht, wenn ich daran denke. Die haben sicherlich auch an der Entsorgung gespart!
  5. #14

    Wer trägt die Schuld?

    Erst einmal der Betreiber der Anlage. Danach muß sich aber die Gewerbeaufsicht Fragen stellen lassen. Es ist leider so, dass Kontrollen scheinbar bei Kaffee und Kuchen vorher abgesprochen werden, oder garnicht durchgeführt werden. ( Dann darf der Fuchs den Hühnerhof bewachen.) Vermutlich wird aber Personalmangel bei den Ämtern vorgeschoben, dank Einsparungen im Personalbereich der Kontrollbehörde. Das Problem löst wohl mit einer Bewährungstrafe für den verantwortlichen Meister, (nicht für den Betreiber, der konnte das ja nicht ahnen, und für den Betroffenen mit Krankheit und Siechtum ohne vernünftige Hilfe. Das klingt sarkastisch, aber leider fast immer die Regel.
  6. #15

    Eine Frage:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Beim Recycling-Unternehmen Envio wurden Arbeiter ungeschützt der krebserregenden Chemikalie PCB ausgesetzt. Beim Prozessauftakt bestritt der frühere Geschäftsführer den Zusammenhang zwischen dem Gift und Gesundheitsschäden. Der ungesunde Lebensstil der Arbeiter sei schuld.

    PCB-Prozess in Dortmund: Envio-Manager weist Vorwürfe zurück - SPIEGEL ONLINE
    Würden sie diesem Herrn einen Gebrauchtwagen abkaufen ??
  7. #16

    Es wird weder einer von diesen

    Zitat von UluKay Beitrag anzeigen
    Wenn sich die Anklage bewahrheiten sollte, gehören die Verantwortlichen für viele Jahre ins Gefängniss.
    Und hoffentlich halten Deine gesundheitlichen Schaden sich in Grenzen.

    MfG UluKay
    Zeitgenossen in den Knast wandern, noch wird die Strafe so hoch ausfallen, dass es diese Herren schmerzt.
    Und falls das dumme Geschwätz des Anwalts vom unsoliden Lebenswandel als Dummsprech bewertet wird, sollte man ihm
    die Zulassung entziehen.
  8. #17

    Warum nennen Sie nicht den Namen des Kunden ?

    Zitat von RalfBehnke Beitrag anzeigen
    Aber sicher doch - ich hatte mal für einen Kunden im Nahrungsmittelbreich gearbeitet. Das Zeugs, welches dort hergestellt wird, rühre ich im Lebtg nicht mehr an.

    Zurück zum "ich kann mir nicht vorstellen" - dem Betriebsleiter waren die ca. 38 t/h Durchsatz nicht genug, so dass er jeden zweiten Morgen in der Leitwarte den Wert persönlich auf 45 t/h hochgeschraubt hat - entgegen des Rates der Schicht mit z.T. 20 jähriger Erfahrung. Nach kurzer Zeit stand dann die gesamte Anlage für etwa zwei Stunden komplett still, um danach wieder mit 38 t/h angefahren zu werden. Für den Stillstand hat sich die Schicht dann jedesmal einen Anschiss beim Betriebsleiter abgeholt, denn sie waren ja Schuld.

    Also - ich kann mir mittlerweile alles (!) vorstellen, insbesondere und gerade auch in Deutschland!
    Gerne per privamail.
  9. #18

    Signale

    Zitat von jason_bh Beitrag anzeigen
    Wenn der Arbeitgeber nicht reagiert - Arbeit niederlegen und auf Beseitigung pochen!!! Sich hierbei unterstützen lassen vom BR, BG, sowie von dafür zuständigen Behörden! Reagiert die Behörde vor Ort nicht weitere Instanzen informieren! Die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes rechtfertigt nicht dass man alles macht bzw. mit sich machen lässt!!! Wird man entlassen und die Arge entsagt einem die Leitung kann man auch dagegen vorgehen!
    und bis dahin hat ihnen die Bank aufgrund des Arbeitsplatzverlustes den Kredit gekündigt und sie und ihre Familie sitzen unter der Brücke und warten auf die Entscheidung der Arge? Ausserdem werden sie zurecht fristlos entlassen, denn Whistleblowing und Arbeitsverweigerung sind in Deutschland berechtigte Gründe zur fristlosen Kündigung. Wenn sie dann nach 10 Jahren vor Gericht recht bekommen hilft das bestimmt ihrem ruinierten Leben und der zerschlagenen Familie viel. Entschädigung mindestens ein halbes Monatsgehalt pro Jahr, geschätzt.
    Die Gesetze in Deutschland haben nur ein Ziel, ein genau von ihnen beschriebenes Vorgehen theoretisch möglich zu machen aber dass die praktische Anwendung einem Suicid gleich kommt.
    Aber tollerweise ist das Ergebnis genau das von Ihnen beschriebene, der Arbeitnehmer ist selber schuld. Entsprechend wird auch der Prozess ausgehen.
  10. #19

    Zitat von prontissimo Beitrag anzeigen
    ...
    Und falls das dumme Geschwätz des Anwalts vom unsoliden Lebenswandel als Dummsprech bewertet wird, sollte man ihm
    die Zulassung entziehen.
    Ich hatte den Spruch von dem Opfer, das 3-mal in das vom Angeklagten zufällig gehaltene Messer gelaufen ist, bisher für einen
    Witz gehalten. Der Anwalt dieses "keine Ahnung, was da passiert ist" hat mich da eines Besseren belehrt.