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Prozess um Ansbacher Amoklauf: Maulkorb für die Medien

Beim Prozess um den Amoklauf von Ansbach hat das Gericht die Öffentlichkeit ausgeschlossen: Der Angeklagte sei vor einer "Bloßstellung" in den Medien zu schützen. Eine Fehlentscheidung - so wird die Chance vertan, die Bürger an der Aufklärung der Tathintergründe teilhaben zu lassen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...690560,00.html
  1. #1

    Wie immer ...

    Ein erneuter Beweis für die Tatsache, dass die deutsche Justiz immer auf der Seite der Täter ist - sowohl bei der Verhandlungsführung als auch bei der Urteilsfindung.
    Justizia ist blind und dieses Handicap wirkt sich auch auf die Protagonisten aus, die glauben, sie urteilen "im Namen des Volkes".
    Niemand ist weiter von der Realität entfernt als ein Richter.
  2. #2

    höhö

    Wäre ja auch plötzlich noch schöner, wenn die öffentlichkeit erfährt, dass nicht etwa Killerspiele, Actionfilme oder Heavy Metal schuld sind, sondern dass das soziale Gefüge unserer Ellenbogengesellschaft mit der Psyche junger Menschen einfach schonungslos umgeht.
    Ein junger Menschen hat nunmal nicht die Lebenserfahrung, um schwere Rückschläge allein verarbeiten zu können. DAS ist der Kasus Knusus. All diese Leute sind im Grunde ihrer Seele völlig allein in einer Gesellschaft, die einen Scheiss auf sie gibt oder ihnen zumindest diesen Eindruck vermittelt.

    Sie sollen hart sein für die Zukunft? Scheiss der Hund drauf. Wir sollten einfach mal wieder Menschen werden.
  3. #3

    Täterschutz

    Es ist die Krux, dass Täter in Deutschland besser als ihre Opfer geschützt werden (Täterschutz vor Opferschutz).
    Die Delinquenten lernen aber nicht etwa daraus, zukünftig respektvoller mit ihren Mitmenschen umzugehen. Nein, die lachen sich ins Fäustchen und zeigen hinter dem Rücken mit dem Mittelfinger auf den Rechtsstaat, während sie entweder ihre Sozialstunden ableisten oder im Luxusknast eine Ausbildung auf Steuerzahlerkosten machen und einen Antrag auf einen Flachbildschirm stellen!
  4. #4

    Je nun,

    man könnte ja auch gleich ein neues TV-Format starten,
    "Die Schöffen" (melde hiermit mein Copyright an -
    "Die Geschworenen" ist schon geschützt, Mist aber auch!) -
    alle TV-Teilnehmer sind interaktiv bei jeder beliebigen
    Gerichtsverhandlung dabei und stimmen dann darüber ab,
    was Wahrheitsfindung wirklich bedeutet.
    Hmm. Wenn das TV dafür zuwenig interaktiv ist, könnte man
    es vielleicht ja in Twitter einbinden.

    On second thoughts, mal sehen, ob "aintnojustice.com" noch
    zu haben ist... warum sollen die etablierten Medien,
    ganz ohne mich, dieses Geschäft machen, bei dem die
    Bürger an der Aufklärung wirklich aller Tathintergründe teilhaben ?

    Vielleicht ist er ja als Kind zu heiß gebadet worden -
    und wenn sich DAS bewahrheiten sollte, wissen wir mehr.
    Sowas muß man ja auch wissen, damit
    kann man sich beim nächsten Amoklauf besser
    schützen als mit einer schußsicheren Weste.

    Wenn ich jetzt sage "Besser Nacktscanner an alle Schultore",
    dann wiehern bestimmt im Hintergrund die Päderasten.
    Obwohl, die EU-Nomenklatura und Schäubles
    fänden das ganz bestimmt ganz natürlich und folgerichtig.

    Also insgesamt gebe ich zu, ich bin voreingenommen :
    Mich interessiert es einfach nicht SO.
  5. #5

    Nun heulen die Medien auf

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Beim Prozess um den Amoklauf von Ansbach hat das Gericht die Öffentlichkeit ausgeschlossen: Der Angeklagte sei vor einer "Bloßstellung" in den Medien zu schützen. Eine Fehlentscheidung - so wird die Chance vertan, die Bürger an der Aufklärung der Tathintergründe teilhaben zu lassen.
    http://www.spiegel.de/panorama/justi...690560,00.html
    Spiegel spricht vom Maulkorb?
    Die Entscheidung des Gerichts scheint aber wohl rechtmaessig zu sein. Auch die Medien muessen sich solcher Entscheidung beugen. Klar, diese Berichterstattung ist reisserisch, Auflagen steigen und auch die Werbeeinnahmen der Verlage, etc.
    Anstelle hier von Einschraenkung der Pressefreiheit zu faseln sollte sich der SPIEGEL lieber einmal der in Kuba eingekerkerten Journalistenkollegen annehmen, die aufgrund ihrer Ausübung ihres Berufes oftmals ohne Gerichtsurteil in Gefängnissen einsitzen. Der intl. Journalistenverband bringt dies immer wieder zur Sprache, im SPIEGEL habe ich darueber aber noch wie was gelesen.
  6. #6

    "teilhaben lassen"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Beim Prozess um den Amoklauf von Ansbach hat das Gericht die Öffentlichkeit ausgeschlossen: Der Angeklagte sei vor einer "Bloßstellung" in den Medien zu schützen. Eine Fehlentscheidung - so wird die Chance vertan, die Bürger an der Aufklärung der Tathintergründe teilhaben zu lassen.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...690560,00.html
    ...wirklich bedauerlich, dass die Justiz den Medien einen weiteren Akt im endlosen Drama "Hängt ihn höher!" vorenthält.
  7. #7

    von wegen Täterschutz

    Da ist wohl ein Reporter angepisst das er nicht dabei sein darf und man ihm die Reality Show verboten hat.

    Für ein Verbot der Medien gibt es einige Gründe, und der Schreibstil des Kommentars ist auch noch die Begründung warum die Medien da nichts verloren haben.
    Was liest man den immer wieder über Amokläufer?
    - Sie sammeln Zeitungsartikel und Medien über vorherige Amokläufe, was möchte also der Reporter? Will er das seine Artikel über den Amoklauf und den Prozess in der Sammlung Potentieller Amokläufer landet?
    Gefährdete Schüler fühlen sich durch solche Berichte aufgefordert und animiert.
    - Amokläufer wollen einen möglichst tollen Abgang. Warum sollten die Medien ihm also die Show bieten?

    Das hat nichts mit Täterschutz zu tun, auch nichts mit einem Maulkorb. Das ist Prävention und dem Täter seinen Wunsch nach Aufmerksamkeit nehmen.
  8. #8

    ...

    Zitat von DerÜblicheVerdächtige Beitrag anzeigen
    Wäre ja auch plötzlich noch schöner, wenn die öffentlichkeit erfährt, dass nicht etwa Killerspiele, Actionfilme oder Heavy Metal schuld sind, sondern dass das soziale Gefüge unserer Ellenbogengesellschaft mit der Psyche junger Menschen einfach schonungslos umgeht.
    treffend auf den punkt gebracht.
    es mutet obendrein wie blanker hohn an, wenn frau friedrichsen behauptet, wir hätten nichts über die beweggründe der anderen amokläufer erfahren.
    der täter von winnenden bspw hatte einen zweiseitigen abschiedsbrief hinterlassen, in dem er sehr genau darlegte, warum er tat, was er tat.
    auch über den jungen aus emstetten war für den interssierten genug in erfahrung zu bringen, wenn man denn wollte.
    bloß interessierte das in politik und medien niemanden, und zwar genau aus den von ihnen genannten gründen.
    stattdessen wurde die diskussion lieber auf soziokulturelle phänomene verlagert, die von der generation der alten nicht verstanden und abgelehnt werden.
    so wird ein win-win geschaffen: der empörung heuchelnde mob von selbsternannten sofamoralaposteln darf sich wieder vermeintlich zurecht über alles echauffieren, was ihm nicht paßt, und wird gleichzeitig aus der eigenen verantwortung entlassen.
    frau friedrichsen ist anzumerken, wie pikiert sie darüber ist, daß ihrem voyeurismustrieb diesmal ein riegel vorgeschoben wurde, und sie sich nicht an den tragödien anderer weiden darf.
    das tut mir ja sooooo unendlich leid für sie....
  9. #9

    Die Medien sind die wahren Täter!!

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    Ein erneuter Beweis für die Tatsache, dass die deutsche Justiz immer auf der Seite der Täter ist - sowohl bei der Verhandlungsführung als auch bei der Urteilsfindung.
    Justizia ist blind und dieses Handicap wirkt sich auch auf die Protagonisten aus, die glauben, sie urteilen "im Namen des Volkes".
    Niemand ist weiter von der Realität entfernt als ein Richter.
    Ich glaube der Justiz ist es wichtig, die Opfer, also Schüler und Lehrer zu schützen. Daher finde ich den Ausschluss der Medien nur folgerichtig. Ich komme aus der Gegend und habe mitbekommen, wie sich die unabhängigen, "überparteilichen" Medien wie die Aasgeier auf die verstörten Schüler gestürzt haben. Wie sie Leuten, die mit dem Täter oder gar der Schule überhaupt nix zu tun haben, Geld angeboten haben, um irgendwelche O-Töne zu kriegen. Die Medien sind fast noch schlimmer wie der Täter selbst. Ich muss mich aufregen, wenn ich solche Messages lese.








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