Prozess gegen Saif al-Islam: Gaddafi-Sohn wird in Libyen angeklagt

REUTERSLibyen hat sich durchgesetzt: Saif al-Islam al-Gaddafi wird in seiner Heimat der Prozess gemacht. Der Internationale Strafgerichtshof hatte die Überstellung gefordert. In Libyen droht dem ältesten Sohn von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi die Todesstrafe.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...851173,00.html
  1. #1

    Saulus oder Paulus

    Wer die Biografie des Gaddafi-Sohnes liest, wird feststellen, dass er der Politik seines Vaters häufig - auch öffentlich - widersprochen hatte. Insofern wurde er von vielen - unter anderem auch westlichen - seiner Gesprächspartner für den potenziellen Nachfolger seines Vater gehalten. Auch und vor allem deswegen weil seine Äußerungen quasi ungestraft blieben.
    Im Zuge des Bürgerkrieges jedoch hatte er von "Flüssen voller Blut" gesprochen. Hätte er sich damals zu einer politischen Änderung bekannt und wäre öffentlich gegen seinen Vater aufgestanden, auf Seiten der Opposition, hätte er vielleicht sogar zu einer Integrationsfigur werden können - dem sein Einfluss und sein Vermögen eventuell ebenfalls erhalten geblieben wären.
  2. #2

    Saulus oder Paulus

    Wer die Biografie des Gaddafi-Sohnes liest, wird feststellen, dass er der Politik seines Vaters häufig - auch öffentlich - widersprochen hatte. Insofern wurde er von vielen - unter anderem auch westlichen - seiner Gesprächspartner für den potenziellen Nachfolger seines Vater gehalten. Auch und vor allem deswegen weil seine Äußerungen quasi ungestraft blieben.
    Im Zuge des Bürgerkrieges jedoch hatte er von "Flüssen voller Blut" gesprochen. Hätte er sich damals zu einer politischen Änderung bekannt und wäre öffentlich gegen seinen Vater aufgestanden, auf Seiten der Opposition, hätte er vielleicht sogar zu einer Integrationsfigur werden können - dem sein Einfluss und sein Vermögen eventuell ebenfalls erhalten geblieben wären.
  3. #3

    Saif al-Islam

    Zitat von Freewolfgang Beitrag anzeigen
    Hätte er sich damals zu einer politischen Änderung bekannt und wäre öffentlich gegen seinen Vater aufgestanden, auf Seiten der Opposition, hätte er vielleicht sogar zu einer Integrationsfigur werden können - dem sein Einfluss und sein Vermögen eventuell ebenfalls erhalten geblieben wären.
    Der Gaddafi-Sohn konnte eine eigene Meinung vertreten, aber er ist seinem Volk und seinem Vater nicht in den Rücken gefallen. Das muss man ihm hoch anrechnen. Es ist doch völlig klar, dass das derzeitige Terror-Regime nur durch die über 20.000 völkerrechtswidrigen NATO-Lufteinsätze an die Macht gebombt wurde, dass erst dadurch rund 100.000 Tote zu beklagen sind und dass ganz andere Leute in den Knast gehören, allen voran Sarkozy.
  4. #4

    Zitat von Freewolfgang Beitrag anzeigen
    Wer die Biografie des Gaddafi-Sohnes liest, wird feststellen, dass er der Politik seines Vaters häufig - auch öffentlich - widersprochen hatte. Insofern wurde er von vielen - unter anderem auch westlichen - seiner Gesprächspartner für den potenziellen Nachfolger seines Vater gehalten. Auch und vor allem deswegen weil seine Äußerungen quasi ungestraft blieben.
    Im Zuge des Bürgerkrieges jedoch hatte er von "Flüssen voller Blut" gesprochen. Hätte er sich damals zu einer politischen Änderung bekannt und wäre öffentlich gegen seinen Vater aufgestanden, auf Seiten der Opposition, hätte er vielleicht sogar zu einer Integrationsfigur werden können - dem sein Einfluss und sein Vermögen eventuell ebenfalls erhalten geblieben wären.


    seh ich auch so :). ob man ihm die tatsache, das er sich hinter seinen vater stellte, vorwerfen kann, weiß ich nicht, das muß er für sich selber beantworten. da war wohl die angst vor der eigenen courage höher als der wille zur veränderung.

    man sollte aber eines in betracht ziehen: gaddafi hat nie eine klare aussage darüber gemacht, wer ihm im falle seines todes nachfolgt, zumindest hab ich nix dementsprechendes gelesen. wäre er im frühjahr gestorben (entweder attentat oder natürlicher tod) hätte das zu einem blutigen streit in der familie und dann eventuell zum krieg der söhne um die nachfolge geführt. drei söhne ( muatasim, saadi, und khamis) hatten privatarmeen unter ihrem kommando, saif al islam hatte nichts.

    wenn ich mal richtig gelesen habe, galt auch muatasim als potenzieller thronerbe, obwohl er mal ne zeitlang kaltgestellt war.

    im übrigen, find ich zumindest, hat libyen das recht, ihn in der heimat vor gericht zu stellen
  5. #5

    Unterschiede?

    Ich finde es erstaunlich, dass Gaddafi und Fidel Castro als "gute Diktatoren" bezeichnet werden, während zum Beispiel der Sturz von Mubarak als Segen für Ägypten angesehen wird. Verbrecher ist Verbrecher, egal ob er Mubarak oder Gaddafi heisst.