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Prozess gegen Pussy Riot: "Der Kreml geht sehr berechnend vor"

DPAIn Moskau entscheidet ein Gericht über die harten Haftstrafen gegen die Band Pussy Riot. Russland-Experte Stefan Meister erklärt im Interview, wie sich die Kirche in dem Prozess benutzen lässt - und warum Präsident Putin von der Show um die jungen Frauen profitiert.

Pussy Riot: Russland-Experte Meister wirft Kreml Berechnung vor - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    3 Frauen?

    Ich verstehe nicht, warum in dem Artikel immer die Rede von drei Frauen ist, wenn auf dem Bild darüber ganz eindeutig VIER Frauen rumhopsen?
    Pussy Riot: Russland-Experte Meister wirft Kreml Berechnung vor - SPIEGEL ONLINE[/QUOTE]
  2. #2

    Putin...Honecker

    ...genau wie in der DDR...und hat auch nicht geklappt. Lieber Herr Putin der Tag kommt, wo die Fasade bröckelt und dann...
  3. #3

    Titel zu verschenken, unbenutzt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Russland-Experte Stefan Meister erklärt im Interview, wie sich die Kirche in dem Prozess benutzen lässt - und warum Präsident Putin von der Show um die jungen Frauen profitiert.
    Wie? Die Kirche laesst sich benutzen? Oder wurde diese nicht von den Pussies benutzt fuer ihren Stunt? Gotteslaesterung als Protest gegen Putin - darauf muss man erstmal kommen. Die sollten zu 2 Jahren Sozialarbeit in kirchlichen Einrichtungen verknackt werden.
    Und die FEME Mitarbeiter, die Holzkreuze absaegen, die fuer die Opfer des Kommunissmus aufgestellt wurden, am besten gleich mit.
  4. #4

    Ich frage mich echt, wieso der Auftritt dieser drei Damen so dermaßen präsent in den Medien ist.
    Ohne jetzt die Regierung Putins in Schutz zu nehmen, aber dieser Vorfall spielt in den russischen Medien und bei der Bevölkerung keine sonderlich große Rolle. So wie ich sogar mitbekommen habe, finden viele Bürger (Moskaus) diese Entscheidung richtig.
  5. #5

    Genauso ist die Situation in Russland

    Jelzin und seine total unfähigen Berater haben es in den 90er-Jahren vergeigt. Die Liberalisierung kam damals zum Stillstand, denn wirtschafts- und finanzpolitisch hat Jelzin einen Trümmerhaufen hinterlassen. Der Durchschnittsrusse setzt seitdem Liberalismus mit Chaos gleich.

    Völlig kontraproduktiv sind im übrigen die Solidaritätsbekundungen amerikanischer Popstars (wie z.B. Madonna), oder die Nominierung der Pussy Riots für den Lutherpreis. Das ist nichts anderes als eine Steilvorlage für das Putinlager. Und richtig dumm sind Oppositionelle, die sich von westlichen Stiftungen finanzieren lassen. Das ist vergleichbar mit Künstlern und Aktivisten wie Ai Weiwei in China - solchen Personen schlägt aus der breiten Masse der Bevölkerung nur Verachtung entgegen.

    Es wird noch sehr lange dauern, bis die russische Gesellschaft liberaler wird, und wenn überhaupt, dann nur in den Großstädten. Viele kluge Köpfe verlassen Russland - ein richtiger Braindrain, der die Volkswirtschaft im Putinreich bereits massiv geschädigt hat (siehe z.B. die Raumfahrtindustrie). Man kann das durchaus mit der Situation in bestimmten ostdeutschen Bundesländern vergleichen.

    Putin stützt sich auf den großen Apparat von ergebenen Staatsbeamten, Lokalpolitikern und den neureichen Eliten. Ein hochkorruptes Konglomerat, das insbesondere in der Provinz die totale Herrschaft ausübt und sämtliche lokalen Medien beherrscht. Etwa die Hälfte der Bevölkerung bewegt sich im Dunstkreis dieser gesellschaftlichen Elite, und glaubt von ihr zu profitieren.

    Insbesondere auf dem Land, in den Dörfern und Kleinstädten, wo das nächste größere Zentrum oft hunderte von Kilometern entfernt ist, sind die Menschen, die nicht von den Eliten profitieren in einer desolaten Lage. Die Gerechtigkeit ist weit weg, Rechtssicherheit existiert keine. Diese Menschen machen in Ihrer Verzweiflung oft Eingaben bei den übergeordneten Behörden oder dem Gouverneur. Wenn das überbordet, kommt irgendwann eine Untersuchungskomission, die sich brav anmeldet, und der dann vor Ort die Potemkinschen Dörfer präsentiert werden. Und plötzlich traut sich niemand mehr den Mund aufzumachen, aus Angst vor den lokalen Größen, die alles im Griff haben. Zurück bleiben verzweifelte Menschen, die auch nicht abwandern können, weil sie kein Geld dafür haben.

    Inzwischen habe ich den Eindruck, dass selbst in China mehr gegen die Korruption unternommen wird als in Russland. Die Chinesen gehen durchaus auf die Straße, wenn es ihnen zu bunt wird, und Behörden und Partei kommen in letzter Zeit immer öfter unter Zugzwang. Der durchschnittliche Russe aber ist lethargisch, und glaubt nicht daran, irgendetwas verändern zu können.
  6. #6

    Großes Interesse der russischen Staatsmedien!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Moskau entscheidet ein Gericht über die harten Haftstrafen gegen die Band Pussy Riot. Russland-Experte Stefan Meister erklärt im Interview, wie sich die Kirche in dem Prozess benutzen lässt - und warum Präsident Putin von der Show um die jungen Frauen profitiert.

    Pussy Riot: Russland-Experte Meister wirft Kreml Berechnung vor - SPIEGEL ONLINE
    Gott sei Dank haben nur russische Staatsmedien großes Interesse und die westlichen Staatsmedien nicht!
    Sie könnten doch mal ein Video bringen auf dem die großartigen Künstler mit einem Huhn zwischen den Beinen masturbieren oder dürfen das Staatsmedien nicht?
  7. #7

    PR = Pussy Riot

    Ich bin verwundert über die unglaubliche (ungläubige) Einseitigkeit der Berichtserstattung in dieser Sache. Die Guppe ist doch nicht politisch ausgerichtet, primär geht es "PR" um die Medienaufmerksamkeit und davon haben sie jetzt jede Menge. Der Auftritt in der Kirche war doch keine politische Kundgebung sondern ein Videodreh - wir leben in der Zeit des oberflächlichen Aktionismus ohne tiefen Inhalt. Es ist dabei auch einer der Gründe warum in Russland keine ernsthaft zu nehmende Opposition gibt, denn die meisten "Oppositionellen" sich selbst sehr beschränken was die Inhalte angeht. Und selbstverständlich haben die PRs die Gefühle der Gläubigen tief verletzt - würden wir noch darüber diskutieren, wenn es in einer Synygoge vor dem Tora-Schrein passiert wäre, dort wo Zutritt für Frauen ebenfalls verboten ist. Ausserdem warum übersetzt man nicht mal den ganzen Text von "Punk-Gebet"? Medien beschränken sich darauf, dass Putin dort erwähnt ist - so etwas lässt sich auch besser vermarkten. Das in dem "Lied" auch äusserst vulgäre Ausdrücke vorkommen (keine Analogie in der deutschen Sprache) die mit Gotteslästerung verbunden sind, lässt man gern aus. Jetzt noch ein paar Anmerkungen zur Freiheit und Feminismus - die Medien stilisieren Tolokonnikowa gerade zu "Ikone" des "Widerstandes", alles nur Floskeln der medialen Verkaufs. Warum gerade sie? Weil sie besser aussieht als die anderen zwei? Weil sie ein Kind hat und so etwas besser zu verkaufende Story bietet. Warum lässt man dabei aus, dass gerade Tolokonnikowa als Mitglied einer anderen "Künstlergruppe" sich mit, was Niveau angeht, ähnlichen Aktionen die Medienaufmerksamkeit ersuchte. Die Herren dieser Gruppe nutzten dabei meistens Frauen aus. Warum sollen Frauen dabei live penetriert werden oder warum soll gerade eine Frau sich ein Gegestand im Supermarkt vaginal einführen? Die Männer der Gruppe waren sich wohl zu fein dafür. Natürlich wusste Madonna davon nichts, als sie bei einem moskauer Konzert über PRs redete, denn sie vermarktet schliesslich nur sich selbst. Und wenn sie sagt "ich bete für Pussy Riot" stellt sich die Frage zu wem? Sie ist allerdings nicht die einzige Pseudo-Frauenrechtlerin, die auf dem Medialen PR-Zug aufspringt. Nun, abschliessend, Pussy Riot instrumentaliesierten die Kirche, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, das haben sie erreicht. Die Kirche instrumentalisiert den Vorfall, um Gläubige zu mobilisieren, erledigt. Der Statt instrumentalisiert Pussies, um eigene Ziele zu erreichen. Und wir? Wir fressen alles, was die Medien uns servieren und die Auflagen sind hoch. Jeder denkt, dass er Recht hat (besonders tragisch, dass PR wohl an ihr eigenes Martyrium glauben) und die Welt dreht sich weiter - in Guantánamo sitzen zwei Häftlinge, fragt einer den anderen: "Glaubst du, die lassen Pussy Riot irgendwann mal frei?"
  8. #8

    Wenn man ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Moskau entscheidet ein Gericht über die harten Haftstrafen gegen die Band Pussy Riot. Russland-Experte Stefan Meister erklärt im Interview, wie sich die Kirche in dem Prozess benutzen lässt - und warum Präsident Putin von der Show um die jungen Frauen profitiert.

    Pussy Riot: Russland-Experte Meister wirft Kreml Berechnung vor - SPIEGEL ONLINE
    ...dieses Interview liest, fragt man sich, warum die Dumawahlen nach Expertenmeinung sehr wahrscheinlich gefälscht wurden und der Verdacht naheliegt, dass auch Putins Wahl gefälscht wurde. Sollte die Opposition, die Putins umstrittene Wiederwahl gefährdet hätte, überwiegend im konservativen nationalistisch-religiösen Lager zu suchen sein? Ich habe den Eindruck, hier werden die russischen Wähler schlechter geredet, als sie sind.
  9. #9

    Nicht mehr alle beisammen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Moskau entscheidet ein Gericht über die harten Haftstrafen gegen die Band Pussy Riot. Russland-Experte Stefan Meister erklärt im Interview, wie sich die Kirche in dem Prozess benutzen lässt - und warum Präsident Putin von der Show um die jungen Frauen profitiert.

    Pussy Riot: Russland-Experte Meister wirft Kreml Berechnung vor - SPIEGEL ONLINE
    Aha, um also auf Missstände hinzuweisen muss man im neunten Monat schwanger öffentlichen Gruppensex machen (Pussy Riot 2008 in Moskau) oder sich ein Suppenhuhn bis zum Anschlag vaginal einführen (Pussy Riot 2010 in Petersburg) oder eben Gottesdienste mit einem beleidigenden Auftritt für die Kirchenbesucher hochnehmen. Ihr habt se doch nicht mehr alle.


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