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Prozess gegen Chirac: Pardon, Monsieur!

Zwölf Jahre war er Frankreichs Präsident, jetzt wird Jacques Chirac der Prozess gemacht, weil er einst Freunde mit fiktiven Jobs versorgt haben soll. Das Gesetz sieht eine hohe Strafe vor - doch Regierung und Staatsanwaltschaft wollen*die Verhandlung*möglichst rasch beendet sehen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...749115,00.html
  1. #1

    Titel? Ich kenn einen ganz ohne Titel. Und ich soll einen hergeben?

    Hoffentlich kommen Politiker und Staatsanwaltschaft nicht damit durch, das Verfahren versanden zu lassen. Aber das Zweiklassenstrafrecht verbreitet sich ja immer mehr ...
    Die Vorwuerfe gehoeren aufgeklaert, und wenn sie strafrechtlich relevant sind, dann verdient Chirac eine Strafe wie jeder andere auch, ohne Prominenten- oder Praesidentenbonus. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

    Wahrscheinlich wird es aber irgendwo zwischen Verfahrenseinstellung und milder Bewaehrungsstrafe haengenbleiben (wieso sollte es in F anders sein als in D), und Chirac kann wieder zu seiner Bernadette und weiter mit ihr seine Pfruende aufbrauchen.
  2. #2

    Narrenfreiheit fuer Politiker?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zwölf Jahre war er Frankreichs Präsident, jetzt wird Jacques Chirac der Prozess gemacht, weil er einst Freunde mit fiktiven Jobs versorgt haben soll. Das Gesetz sieht eine hohe Strafe vor - doch Regierung und Staatsanwaltschaft wollen*die Verhandlung*möglichst rasch beendet sehen.
    "Auf jeden Fall geht ihm die Geschichte mächtig auf den Senkel", zitiert der Internet-Dienst "Mediapart" einen Vertrauten Chiracs. "Er versteht nicht, was man ihm eigentlich vorwirft."


    http://www.spiegel.de/politik/auslan...749115,00.html
    Genau hier liegt das Problem, ein Politiker kann alles machen was er will, wenn er dann die Verantwortung fuer seine Taten uebernehmen soll, versteht er die Welt nicht mehr. Dabei hat die UMP als Nachfolgepartei bereits mit Delanoë einen Kompromiss gefunden um das Ganze zu entschaerfen. Eine Kraehe hackt der anderen kein Auge aus.
  3. #3

    Krähe

    Kennt jemand die Geschichte von der Krähe, dem Auge und dem Hacken?
  4. #4

    Wieder falsch recherchiert

    Im Gegenteil: Seinem Nachfolger Nicolas Sarkozy, der Regierung und den Parteioberen der konservativen UMP, in der die "Sammlungsbewegung" aufging, passte es nicht, dass die unappetitlichen Praktiken wieder in der Öffentlichkeit ausgebreitet würden - womöglich mit Hinweisen auf amtierende Minister oder gar den Präsidenten selbst, seinerzeit aufstrebender Jungstar und Protegé Chiracs.
    Nicolas Sarkozy war kein Zoegling Chiracs, obwohl Sarkozy in jungen Jahren eine Liaison mit Chiracs juengerer Tochter nachgesagt wird.
    Es kam zum offenen Bruch zwischen den beiden kam es 1995, als sich Sarkozy an die Seite von Eduard Balladur als Praesidentschaftskandidat stellte. Waehrend Balladur nach der Niederlage seine politische Rente nahm, stieg Sarkozy innerhalb der Partei weiter auf und gewann an Popularitaet,, so dass Chirac wider Willen auf Ihn zurueckgreifen musste. Der erklaerte Favorit Chiracs war Dominique de Villepin. Die sogenannte Clearstream Affaire, mit der Sarkozy zu Fall gebracht werden sollte, ging als Schuss nach hinten los, Villepin wurde verurteilt, Chirac ging unbehelligt aus.
    Nachdem klar war, dass es keinen anderen konservativen Praesidentschaftkandidaten als Sarkozy geben wuerde, rief Chirac letztendlich, aber spaet auf, fuer Sarkozy zu stimmen.
    Ein Zoegling wird anders behandelt.
  5. #5

    Er versteht nicht was man im vorwirft

    Ob das nun Chiracs Alter und Gebrechen geschuldet ist oder doch der fehlenden Einsicht eines korrupten ex-Politikers?
  6. #6

    Aber nur mit genehmigung des Volkes

    [QUOTE=seine-et-marnais;7326410]Genau hier liegt das Problem, ein Politiker kann alles machen was er will,
    Jedenfalls so lange, wie es das jeweilige Volk zuläst!
  7. #7

    cf

    So ist die Geschichte doch langweilig.
    Man sollte einen Film daraus machen.
  8. #8

    Störe meine Kreise nicht...

    Das Problem ist immer noch das Gleiche, dass die franz. Politeelite immer noch aus den gleichen Ställen kommt: ENA (wie Chirac, Royal, Hollande, und derzeit 6 Mitglieder der Regierung) siehe auch: http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89c...n_%28France%29
    HEC und die anderen "grandes ecoles" gehen, sondern auch die direkte Verwicklung mit der franz. Finanzelite:
    Mitterand mit Bettencourt (L Oreal) u.a., Chirac mit Dassault (Industriegruppe, die u.a. Kampfjets, Privatjets (FAlcon) baut und die groesste konservative Tageszeitung "Le Figaro" zu ihren Aktiva zählt).
    Zudem lassen sich franz. Spitzenpolitiker auch immer gerne Wohnungen in Paris finanzieren: Chirac von libanesischen Freunden, Mme Royal von Herrn Pierre Bergé, den Partner von Yves Saint Laurent usw.
    Aber diese Strukturen wie die der fiktiven Jobs gibt es eben auch bei der "linken" Opposition genauso wie bei den eher extremen Gewerkschaften, die dann mit z.T. üppig dotierten Jobs in den "commite d entreprise" ruhig gestellt werden.
    Wenn dann erst eine Karte des Hauses abgezogen wird, kann es sein, das alles zusammenfällt.
    Und das - helas - wollen leider zuwenig hier in Frankreich!
  9. #9

    Erratisch?

    Ich stelle mir gerade Chirac im Verfassungsrat vor, erratisch soll seine Anwesenheit sein. Herumirrend, verirrt? Er kommt dort hin, geht in den falschen Raum, setzt sich unter den Tisch oder legt sich auf einen Schrank? Kann man den Mann nicht vor sich selbst schützen wenn sein Zustand so schlimm ist?








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