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Protestwahl: Griechenland ist unregierbar
APWie man die Parteien auch zusammensetzt, es kommt keine Koalition dabei heraus: Griechenlands Politik steht vor dem Chaos. Die Bürger haben sich in ihrer Wut über alle Sparzwänge und Drohkulissen hinweggesetzt - und den Protest stark gemacht. Jetzt hat Europa ein Problem.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...831833,00.html
- #280 08.05.2012 09:58 von
Das ist ein Aspekt
Aber mindestens genauso schwer wiegen die strukturellen defizite Griechenlands, von der nicht funktuionierenden Bürokratie bis hin zu den zahllosen Streiks. Griechenland ist als Investitionsort gnadenlos uninteressant und daran kann ein Abwertung nur sehr wenig helfen, denn sie müßte erstmal Investoren nach Griechenland ziehen und die finden in vielen Ländern einfach bessere Bedingungen vor.
- #281 08.05.2012 10:14 von
- #282 08.05.2012 10:16 von
- #283 08.05.2012 10:24 von
Es ist das Demokratieverständnis des Grundgesetzes: auch das verpflichtet ein neugewählten Bundestag als erstes, binnen einer Frist von drei Wochen einen Kanzler zu wählen - danach wird er aufgelöst.
Das ist gänzlich verfehlt: im Zeitalter der Globalisierung kann kein Staat (jedenfalls keiner in Europa) einfach ohne Rücksicht auf seine Nachbarn agieren. - #284 08.05.2012 10:28 von
Das Wahlergebnis ist eindeutig
Der Artikel ist gut, nur lässt er eine wichtige Tatsache einfach beseite - nur aufgrund eines wahltechnischen Tricks, der der relativ stärksten Partei automatisch 50 Parlamentssitzen zusätzlich gewährt, kommen Nea Dimokratia und Pasok überhaupt auf 149 von 300 Sitzen, sonst wären es nur 109 von 250. Aber 65% der Griechen haben für Parteien gestimmt, die den Kurs von Merkel, IWF etc. ablehnen. Ohne die Bonussitze wäre eine Koalition unter der Führung von Syriza durchaus denkbar. Sollte es jetzt am 17. Juni zu Neuwahlen kommen, könnte Syriza stärkste Partei werden, die 50 Bonussitze einstreiche, und wahrscheinlich ohne Probleme eine Koalition auch ohne die Kommunisten bilden. Die Wahltaktiker der alten Regierung haben sich unter dem Druck Europas und des IWF ihr eigenen Grab geschaufelt.
- #285 08.05.2012 12:28 von
Das mag sein
Aber es sind nicht ND und Pasok, die sich hier ihr eigenes Grab geschaufelt haben- ich denke mal deren Spitzenpolitiker haben genug Geld im Ausland- sondern die Griechische Bevölkerung. Eine Regierung der Protestparteien wird, wenn man ihnen Glauben schenken kann, das Sparpaket ablehnen und die Schulden nicht zurückzuzahlen. Es glaubt doch wohl nicht irgend jemand, dass Griechenland dann noch eine Cent Unterstützung aus dem Ausland bekommt bzw in der Eurozone und der EU bleiben kann. Nato wäre dann auch fraglich. Good luck with that!
- #286 08.05.2012 12:49 von
- #287 08.05.2012 17:08 von
Was für ein hirnrissiges Gewäsch. Es fehlt nur noch der Hinweis auf das kommende 4. Reich.
Vielleicht ist dir entgangen, dass die Entscheidung für den Sparpakt mit überwältigender Mehrheit von autonomen Ländern getroffen wurde. 17 Länder haben ihn akzeptiert, nicht weil die Deutschen es so wollten, sondern weil die Märkte der Seriosität der Eurozone nicht mehr vertrauten. Wenn jetzt die Griechen abspringen wollen, sollen sie doch. Auf das kleine Land können die EURO-Länder verzichten. Notorische Zechpreller eben.
Ja, die Italiener und Spanier würden sich unter dem Haftungsschirm der Deutschen gerne billigere Kredite verschaffen, wer will das nicht. Auch Hollande wird bald mit der Realität der Märkte konfrontiert werden, wenn die Kreditzinsen steigen.
Bei deiner Idee, D sollen seine Produkte in China oder sonst wo verkaufen nur eben (implizit) nicht mehr in den übrigen bisherigen Euro-Ländern, hat du übersehen, dass dem Export ein fast gleich großer Import aus den Euroländern gegenüber steht. Der müßte dann logischerweise auch mit wandern, oder? Am besten den gegenseitigen Handel ganz einstellen.
Du willst, dass die Deutschen Europa nicht bestimmen (obwohl sie ja nur eine Stimme haben) und Einstimmigkeit die Regel ist, aber beim Zahlen und Haften für alle dürfen sie natürlich vortreten. In BBC spricht man vom deutschen "Pay-Master". Auch die Engländer sparen übrigens heftig, obwohl D da nicht mitbestimmt hat.
Deine ganze Argumentation ist intellektuell so dürftig, dass es sich nicht lohnt, sich weiter damit auseinander zu setzen. - #288 09.05.2012 22:42 von
So ist es. Abwertung ist nicht die einzige Möglichkeit Wettbewerbsfähigkeit herzustellen. Es ist nur der politisch einfacher durchsetzbare Weg. Für die Bürger hat es aber eine ähnliche Wirkung. Importpreise steigen und werden teilweise durch interne Produkte verdrängt. Ein grosser Importteil ist aber unverzichtbar was letztendlich dann doch zu Inflation und Kaufkraftverlust führt.
Wenn die Griechen also den Euroraum verlassen dann wird es Ihnen keinen Deut besser gehen als wenn Sie versuchen würden innerhalb des Euros wettbewerbsfähiger zu werden.
Im Moment sieht es so aus also ab sie den dritten Weg beschreiten wollen. Im EURO bleiben, Wettbewerbsfähigkeit gar nicht erst anstreben sondern die dafür erforderlichen schmerzhaften Reformen durch dauerhafte Transferzahlungen ersetzen. - #289 12.05.2012 12:37 von
Keiner
In der Wirtschaft sorgt die Nachfrage für das Angebot. Das ist auch in den politischen Prozessen so. Die Politiker einer Demokratie bieten in den Wahlkämpfen das an was die Bürger so gerne hätten. In der Regel sind das die einfachen Antworten auf komplexe und komplizierte Fragestellungen. Je ungebildeter das Volk ist, umso einfacher muss die Antwort (bestehend aus den Wahlversprechungen) ausfallen.
In Griechenland haben es die Politiker leider auch mit einem Volk zu tun, das auch wirklich immer auf die bequemsten und einfachsten Antworten setzt. Das konnte man jetzt sehen. Kaum nehmen die Politiker, die das Land in den letzten 30 Jahren in den Abgrund regiert haben, einen Hauch von Realitätssinn an, werden sie abgewählt.
Nur den Politikern die Schuld zu geben ist mir zu einfach.
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