bei den Demonstranten gesichtet werden, gibt's von mir kein Beileid.
AFPEigentlich wollten sie Tag und Nacht demonstrieren: In mehrere spanischen Städten machten Anhänger der "Empörten" ihrem Unmut über die Sparpolitik des Landes Luft. Doch die Polizei räumte die Straßen rigide.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...832888,00.html
bei den Demonstranten gesichtet werden, gibt's von mir kein Beileid.
Das klingt eher so, als hätte Deutschland die ganze Produktion an sich gezogen. Das kommt auch wenn man sich die Leistungsbilanz der Eurozone als ganzes ansieht deutlich besser hin. Über die Chinesen zu jammern bringt nun wirklich gar nichts. Sie haben ja schon darauf hingewiesen, dass der Rest der Welt es nicht einfach so hinnimmt, wenn man den Protektionismus erhöht, auch wenn man bei Le Pen & Co diesen Eindruck bekommt. Ansonsten fällt der Markt in Südeuropa dann eben an nordeuropäische Hersteller, auch wenn die unterm Strich wohl wegen der Gegenmaßnahmen in Drittstaaten Verluste machen würden.
Wohlstand sollte auch erstmal von den verfügbaren Waren abhängen, nicht davon wer sie hergestellt hat. Probleme kriegt man natürlich, wenn man junge Spanier von Konsum und Arbeitsmarkt abschneided, und dann verlangt sie sollten trotzdem die Schulden abbezahlen die sie nicht aufgenommen haben.
Richtig. Und damit haben wir unseren Lebensstandard gesenkt und die deutschen Ersparnisse in Exportsubventionen verwandelt und versuchen jetzt uns das nicht einzugestehen. Einen ausgeglichenen Staatshaushalt kriegen wir trotzdem nicht hin, und sobald die Zinsen etwas steigen ist es endgültig aussichtslos. Eine andere Alternative in der Situation ist übrigens "Weichgeld", zumindest überall auf der Welt außer in Deutschland, da man die deutsche Inflationsangst eben wirklich nirgends nachvollziehen kann. Was es bringt Deutschland nachmachen zu wollen kann man bislang an den um 30% gesunkenen griechischen Reallöhnen sehen. Die Wirtschaft schrumpft, das Defizit steigt im Verhältnis dazu, und hinterher hat man sich zwar gematert, aber an den Finanzmärkten interessiert das niemanden und der Staat ist trotzdem pleite.
Viele kennen den Unterschied zwischen Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft nicht. Über diesen entscheidenden Unterschied sollten sich erstmal viele bewusst werden. Nicht die Inflation hat Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre die Wirtschaft in Deutschland nahezu zusammenbrechen lassen, sondern die extreme Sparpolitik, mit der man in Deutschland auf die Finanzkrise von 1929 reagiert hat. Dasselbe machen wir heute im Rest Europas auch wieder. Griechenland hat innerhalb eines Jahres 17% (!!!) seiner Ausgaben gestrichen. Sowas wäre in Deutschland absolut undenkbar und undurchführbar. Renten wurden gekürzt, Löhne massiv gesenkt, Sozialstandards gesenkt usw. Alles langfristig gesehen notwendige Schritte, wenn man sie langsam und allmählich durchführen würde, aber in der Massivität und Geschwindigkeit, wie das durchgeführt wurde, hat es nur dazu geführt, dass die griechische Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit quasi kollabiert ist, was eine jährliche Wirtschaftschrumpfung von etwa 5% zur Folge hatte, was dann logischerweise der Grund ist, warum trotz massiv gesunkener Staatsausgaben die Schuldenquote (immer bezogen auf das BIP) weiter gestiegen ist. Die Rezession, einhergehend mit massiver Arbeitslosigkeit, Massenverarmung und -verelendung wird dadurch massiv verstärkt, genau so wie durch die Brüningsche Sparpolitik in den 30ern. In Spanien, Italien, Portugal usw. macht man jetzt wieder das gleiche. AUf mittlere Sicht wird das nicht gutgehen. In Spanien, einem der größten Länder Europas, gibt es eine Arbeitslosigkeit von 25% und gar 50% bei Unter-30-Jährigen ... 50%!. Das muss man sich mal auf Deutschland übertragen vorstellen. Dann wär hier schon längst die Hölle los. Deshalb habe ich auch vollstes Verständnis für die Spanier, die eingesehen haben, dass entschiedene Reformen zwar notwendig sind, aber dass eine massive und gandenlose Sparpolitik in allen Bereichen katastrophale wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen verursacht.
Als Preis für unsere Wettbewerbsfähigkeit haben wir aber auch eine mickrige Inlandsnachfrage und sind massiv von unseren Exportmärkten abhängig. Nun brechen aber diese Exportmärkte auf grund der überall immer massiveren Sparpolitik zusammen, da überall die Nachfrage schrumpft, ob nun in Resteuropa, oder den USA. Momentan hält uns (die Deutschen) nur die Nachfrage aus China über Wasser. Fiele diese Nachfrage wegen dort auftretenden politischen Unruhen oder wirtschaftlichen Problemen auch noch weg oder geht zurück, dann nützt uns unsere Sparpolitik und Wettbewerbsfähigkeit auch nichts mehr, da niemand mehr sich unsere Produkte noch leisten kann.
Und genau das ist der Unterschied zwischen Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft. Betriebswirtschaftlich funktioniert sparen nur dann, wenn man selbst als Akteur klein genug ist, dass die eigene Sparpolitik keine negativen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft bzw. die gesamtwirtschaftliche Nachfrage hat, d.h. vernachlässigbar ist. Bei einzelnen kleinen Volkswirtschaften mag das auch noch gehen. Aber wenn ganze Wirtschaftsräume, so wie beispielsweise die USA oder der größte zusammenhängende Wirtschaftsraum der Welt, nämlich Europa, so eine massive Sparpolitik betreibt, ist der Einfluss auf die Gesamtwirtschaft eben alles andere als vernachlässigbar. Und deswegen funktionieren betriebswirtschaftliche Prinzipien in diesen Fällen nicht mehr.
Die Theorie das man in einer Depression sparen sollte vertritt nun wirklich kein Volkswirt in dieser Welt, solch abwegige Vorschlaege werden nur von schwaebischen Hausfrauen gemacht. Und wenn Sie die Entwicklung in DE lobenswert finden, dann wuerde ich an Ihrer Stelle jetzt auch noch Rentenkuerzungen wie in Griechenland fordern und zwar ohne jede Ruecksicht. Uebrigens soviel wie die Griechen in den letzten beiden Jahren eingespart haben, soviel haben Deutsche nie eingespart.
Überall regt sich massiver Widerstand gegen das Regime des Finanzkapitalismus. Das Volk bringt seinen Unmut zum Ausdruck. Überall ist die Antwort der Staatsmacht - Gewalt. Aber was machen eigentlich die Deutschen? Die schlucken alles und sehen schadenfroh auf den Nachbarn, wenn sie einen Euro mehr im Portemonaie haben. Solidarität = Fehlanzeige.
Wutbürger oder andere - mit allem was ihnen nicht in den Kram passt - unzufriedene sind die besseren Bürger und Menschen. Ohne Zweifel. Berufen alles besser zu können und machen zu wollen. Am liebsten jeder speziell zu seinem eigenen Vorteil.
Warum nur können sie aber am besten Krawall? Und warum nur sind sie empört, wenn nichtsnutziger Krawall und dessen Macher
nicht die Staßen blockieren sollen?
mit ihrer Einstellung wird das schon...Klasse...sind bestimmt ein Arbeitnehmer in einem der von Ihnen aufgezählten prekären Arbeitsverhältnisse...toller Typ...Mit ihrer Sklavenmoral kommen wir schon weiter....Respekt...
Abgesehen davon vergleichen Sie Äpfel mit Birnen..es kann nicht in Europa mehrere Exportweltmeister geben..das heißt, die Einen produzieren, das sind wir, und führen aus...deswegen haben wir auch immer einen scharf kritisierten Außenhandelsüberschuß, weil der Binnenmarkt aufgrund der von Ihnen hier sehr gelobten Arbeitsmarktreformen stagniert, wenn nicht sogar zurück geht..wer weniger verdient,kann weniger konsumieren...(wir tun so als ob wir sparen und das zu wessen Lasten?)...und die Anderen führen ein, kaufen unsere billigen Produkte, haben aber selbst kaum Industrieproduktion....
Wir sind blind und dumm: Dieses System muss Gewinner und Verlierer produzieren, Staaten die Geld haben und verdienen wie wir, zu Lasten von Staaten, die kein Geld verdienen und verarmen, wie Griechenland, Spanien, Italien, Portugal usw...
Mitten in Europa...Tolle EU....uind damit die überhaupt mithalten können, müssen wir jetzt unter Zwang Armenhäuser produzieren, wie in Griechenland, nennt sich neudeutsch "Reform"....heißt aber seit ungefähr 20 und mehr Jahren..streichen..kürzen....weniger Leistungen...länger arbeiten..geringere Rente, geringere Löhne..geringere Sozialleistungen...Niedriglohnsektor, Minijobs...
Unsere eigentlich nicht mit uns zu vergleichenden Konkurrenten sind jetzt auf einmal in wirtschaftlicher Hinsicht Vorbilder....Kommunistische Länder wie China....vor 20 Jahren noch waren das unsere Feinde...jetzt..obwohl unsere Demokratien keine Chance gegen sie haben..werdxen sie aufgrund der Geldlobby und der Politik zum Vorbild für früher einmal fortschrittliche humane Demokratien.....das ist unsere Welt heute....den Zusammenbruch des Sozialismius haben die Kapitalisten perfekt instrumentalisiert um ganz Europa und seine Arbeitnehmer unter die Knute zu bekommen...meine Wahrnehmung...wir sind mit wohlfeilen Worten wie Globalisierung, gemeinsames Europa und gemeinsame Währung gefühlsmäßig in die Irre geleitet worden...
Schon einmal irgendwas davon gehört, das der Reichtum reformiert werden sollte, weil er bei zunehmender Verarmung der Bevölkerung nicht mehr zeitgemäß ist? Ich nicht! Schönen Wahlsonntag noch.
Die Deutschen spüren halt von den Problemen bisher noch nichts. Deshalb gehen sie auch noch nicht auf die Straße, was ich durchaus nachvollziehen kann. Geht mir selbst ja nicht anders.
Aber das kann sich auch sehr schnell ändern. Die derzeitige wirtschaftliche Lage im Rest Europas und großen Teilen der Welt kann auch innerhalb kürzester Zeit auf Deutschland übergreifen, vor allem wenn man die massive Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von ihren Exportmärkten bedenkt. Und wenn die deutsche Exportwirtschaft erstmal großflächig Verluste hinnehmen und Massenentlassungen durchführen muss, wird es auch hier nicht mehr ruhig bleiben. Bis dahin schlucken wir erstmal alles.
Der deutsche Michel mag ewig brauchen, um aufzuwachen und von seinem Hintern hochzukommen, aber wenn die Deutschen erstmal auf die Straße gehen, dann brennt wirklich die Hütte.
Jedes mal, wenn sich die Deutschen dazu aufgerafft haben, hat es massive gesellschaftliche Veränderungen gegeben, ob nun 1848, 1918 oder 1989.
Den Deutschen geht es halt bisher einfach immer noch zu gut. Sie haben im Ganzen gesehen bei eventuell auftretenden revolutionären Tendenzen bisher eben noch mehr zu verlieren als zu gewinnen. Aber dieses Verhältnis kann sich auch ganz schnell umdrehen und Leute, die irgendwann nichts mehr zu verlieren haben, sind zu allem fähig, erst recht wenn es ganze Gesellschaften und Völker sind. In Griechenland, Spanien und Portugal ist es schon so weit. In den USA und Deutschland beispielsweise dauert es noch eine Weile.