Proteste in der arabischen Welt: SPD- und Grünenpolitiker gegen Verbot von Mohammed-F

REUTERSDeutsche Politiker debattieren über ein mögliches Verbot des umstrittenen Schmähvideos, das in der islamischen Welt für blutige Proteste sorgt. Der Bundesinnenminister will eine Ausstrahlung in Deutschland verhindern, Politiker von SPD und Grünen sehen dafür keine ausreichenden Gründe.

SPD und Grüne gegen Verbot von Mohammed-Film - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Meinungsfreiheit

    So falsch dieses Machwerk sein mag, aber die Kunst- und Meinungsfreiheit wiegt zunächst höher. So etwas muss eine Demokratie aushalten können - ansonsten ist sie keine.

    Und wenn sich Herr Friedrich auf die Verletzung religiöser Gefühle beruft - dass es in Deutschland mit dem §166 StGB im 20. Jahrhundert immer noch einen Blasphemie-Paragraphen gibt, verletzt *meine* Gefühle. Das Argument zieht nicht mehr - in einer säkularen Gesellschaft gibt es keinen Grund, warum (insbesondere etablierte) Religionen einen besonderen Schutz genießen sollen. Auch Religion muss so etwas aushalten können.

    Wenn wir uns weiterhin unser öffentliches Leben von religiösen Fanatikern bestimmen lassen wollen - gleich welcher Religion - dann gute Nacht.
  2. #2

    Völlig überzogen

    Unsere Politiker sollten mal klare Worte finden und zum Ausdruck bringen, dass in Deutschland Meinungsfreiheit und Freiheit der Künste herrscht. Auch wenn dieser Film wohl ein diletantisches Machwerk ist, sollten in Deutschland keine Filme, keine Karrikaturen und keine kritischen Texte verboten werden. Warum sprich nicht mal jemand Tacheles und sagt, dass die Reaktion der muslimischen Welt völlig überzogen ist. Das ist nur ein Scheiss-Film, gedreht von einem Idioten. Wir können davon ausgehen, dass sich Allah oder Mohammed nicht dafür interessieren werden. Unser Herrgott hat ja auch nichts gegen "Das Leben des Brian".
  3. #3

    Wäre...

    ...ja noch schöner, wenn wir Meinungsfreiheit einschränken, eine pluralistische Gesellschaft, muß auch solch unsäglich miesen Schund aushalten können. Und ich denke, daß auch die Mehrheit der in der BRD lebenden Muslime in der Lage ist, das richtig einzuschätzen. Einen vorauseilenden Kotau vor potentiellen Fanatikern wäre das völlig falsche Signal!
  4. #4

    keine falsche toleranz zeigen

    gut so, man darf sich einer kleinen radikalen gruppe nicht beugen. wohin dies führen kann ist mit dem"anschlag von sivas" erwiesen worden. ein mob von radikal islamistischen menschen hat 37 künstler, alevitischen glaubens, die sich friedlich im madimak-hotel versammelten das leben gekostet. ich selbst bin moslem. fühle mich aber nicht im geringsten zu diesen leuten hingezogen. im übrigen, bin ich der meinung das dass hanf freigegeben werden muss.
  5. #5

    Herr Beck, ich muss mich sehr wundern

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Politiker debattieren über ein mögliches Verbot des umstrittenen Schmähvideos, das in der islamischen Welt für blutige Proteste sorgt. Der Bundesinnenminister will eine Ausstrahlung in Deutschland verhindern, Politiker von SPD und Grünen sehen dafür keine ausreichenden Gründe.

    SPD und Grüne gegen Verbot von Mohammed-Film - SPIEGEL ONLINE
    Sie bezeichnen den Film : "Nach dem, was ich gesehen habe, ist der Film eine geschmacklose Dämlichkeit, aber ohne strafbaren Inhalt."
    Da kann ich nicht zustimmen. Diese geschmacklosen Dämlichkeiten werden seit Jahrhunderten genutzt, die Grundlage für Progrome aller Art zu schaffen, im Übrigen gelegentlich auch gegen Homosexuelle. Nach meiner Meinung gehören jeder Art von politischen Brandstiftern die Brandbeschleuniger entzogen, dieser Grund sollte ausreichen!
  6. #6

    Verbot des Videos

    das Video zu verbieten aus Angst vor aggressiven Islamisten in Deutschland?! Weshalb dann kein Kopftuchverbot aus Angst vor aggressiven Pro-Deutschland-Anhängern?!
    Eine solche Reaktion ist vollkommen überzogen und zeigt nur allzu deutlich, wie unwissend und verängstigt unsere Politiker sind. Dafür muss man sich wirklich schämen!!
    Zumindest untergräbt es jedes Vertrauen in diese Bundesregierung!
  7. #7

    Grundrechte

    Die Politiker der SPD und der Grünen haben Recht. Die Gültigkeit unserer Grundrechte werden nicht in Khartum, Kabul oder Kairo festgelegt.
    Dass dieser Film noch in den Bereich der künstlerischen Freiheit gehört, muss erst einmal akzeptiert werden. Nur ein Gericht kann darüber befinden, keine Regierung.
    Die Straftat der Volksverhetzung muss erst durch ein Gericht festgestellt werden.
    Solange muss man damit leben, dass der Fim gezeigt werden darf.
    Die Befindlichkeiten der Muslime sind nicht justitiabel.
    Respekt ist keine Größe des Strafgesetzes.
  8. #8

    Absurd

    Die Debatte wird zunehmend schriller und absurder. Nach Friedrich ist nun auch Westerwelle für ein Verbot des Films? Die Bundesregierung hält das Gut der Meinungsfreiheit ja nicht besonders hoch! Auch wenn die Intention von Pro-Deutschland fragwürdig erscheinen mag, so ist Meinungsfreiheit ein wertvoller BEstand der Demokratie, der - wenn erstmal aufgegeben - erneut hart erkämpft werden muss. Karikatur, Religionskritik, Diskussion und Satire sind das Fundament einer lebendigen Debatten-Kultur. Soll damit jetzt Schluss sein? Wenn ja, bedeutet dies auch langfristig das Ende der Demokratie!
  9. #9

    Zu Spon-Meldung ...

    ... Westerwelle will Einreiseverbot gegen Hassprediger Terry Jones - SPIEGEL ONLINE

    Wuerde solch ein 'persona non grata' und Einreiseverbot gegen JEDWEDEN "Hassprediger", der in der Bundesrepublik seinen Hass verbreiten will, verhaengt, oder diejenigen zuegig ausgewiesen, die solchermassen bereits taetig wurden, waere das sicher zu begruessen.

    So aber versteht man die Ungleichbehandlung der Bundesrepublik nicht.