Weil ein iranischer Geistlicher Naturkatastrophen auf unzüchtig gekleidete Frauen zurückführte, schlug eine US-Studentin vor, sich freizügig zu kleiden. Die Idee zum Boobquake-Tag war geboren, um den Beweis anzutreten, dass Frauenbrüste keine Erdbeben verursachen. Montag ist es so weit.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...691129,00.html
um gottes willen, bloß nicht! was meinen sie was passiert, wenn die computersimulation das als (simuliertes) realitätsnahes ergebnis bekommt.
die computergläubigen "experten" und politiker in aller welt würden durchdrehen. wahrscheinlich würden vorsorgliche brustamputationen gefordert um das zu verhindern........
Als die UNO auf Vorschlag des Reformers Mohammad Khatami das Jahr 2001 zum „Dialog der Kulturen“ ausrief, war man sich damals gewiss, dass Kampagnen wie das jetzige Busenbeben nicht dem Verständnis der Kulturen erträglich ist. Heute fragen sich viele Muslimen, wo die Verurteilungen ihrer christlichen und jüdischen Glaubensgeschwister verbleiben, die islamische Tradierung eines gerechten und somit strafenden Gottes basiert letztlich auf dem christlich-jüdisches Abendland.
Der Prediger Sedighi sagte nicht, wie hier fälschlich angenommen, dass ausschließlich moralischer Zerfall und Korruption Erdbeben auslösen, sondern gemäß der tradierten Überlieferungen der Heiligen einer von vielen Gründen für Erdbeben sein kann aber nicht muss.
Das islamische Gottesbild basiert hier auf dem christlich-jüdisches Verständnis eines gerechten und somit strafenden Gottes. In der biblischen Tradition heißt es im Lukasevangelium exemplarisch: „Desselbigengleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten an. An dem Tage aber, da Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage, wenn des Menschen Sohn soll offenbaret werden.“ (Luk 17,28-30, Bibelübersetzung nach Luther) Die biblische und jüdische Tradition ist bestückt mit solchen und ähnlichen Ereignissen, der Koran beruft sich auch auf diese mit einigen Modifizierungen.
Es mag sein, dass im säkularisierten Westen viele Menschen nicht mehr an die biblischen Erzählungen glauben, aber genau deswegen ist die Kampagne „Busenbeben“ keine Aktion gegen das System im Iran, wo ausgerechnet liberale Menschen mehr willkürlichen Aberglauben anhängen als ihre konservativen Mitmenschen, dessen Weltbild mehr geprägt ist von einem zum Teil aristotelische Theologie, sondern gegen die Identitätskrise im Westen selbst. Der Konflikt Islam und Westen ist bei näherer Betrachtung kein Konflikt zwischen zwei großen monotheistischen Weltreligionen, sondern von einer rationalen Welt die sich zunehmend von religiösem Bewusstsein entfernt hat und einer Welt, die neben den rationalen Wahrheiten, den jenseitigen, undurchschaubaren und spirituellen Wahrheiten nach geht. Juden, Christen und Muslime verbindet das Letztere. So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung zwischen den Vatikan und schiitischen Theologen im Jahr 2008: „Glaube und Vernunft widersprechen einander nicht, allerdings kann es vorkommen, dass der Glaube Botschaften jenseits der Vernunft vermittelt, die ihm aber nicht entgegenstehen.“
Im Iran gehen daher die Diskussionen um ein vermeintliches Erdbeben in Teheran, die die empirischen Seismologen seit Jahrzehnten prophezeien, über die der theologischen Diskussionen hinaus. Es wird ganz technokratisch Vorschläge des Präsidenten Ahmadinejads, Umsiedlungen von Staatswegen zu subventionieren, debattiert und offen kritisiert. Eine Studie der Regierung besagt, dass wenn einige staatlichen Organisationen, Firmen und Institutionen aus Teheran umsiedeln, die Bevölkerungsanzahl Teherans sich um 1 Million verringern wird. Eine japanische Forschungsgruppe begrüßt die Dezentralisierung Teherans um die erwartete Katastrophe zu minimieren.
Ein Erdbeben scheint in Teheran unausweichbar zu sein, auch in Deutschland würde man dazu sagen: „Jetzt hilft nur noch beten.“