Mario SchenkEin Stundenlohn von 64 Cent, angeboten von einer Organisation, die sich weltweit für faire Löhne einsetzt - das fand Mario Schenk unerträglich. Er antwortete auf die Praktikumsannonce mit einer Nicht-Bewerbung. Statt des Personalchefs meldeten sich bei ihm Leidensgenossen aus ganz Deutschland.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-875549.html
Na, da wird wieder ein "alles über einen Kamm scheren" praktiziert...sind ja alle so schlau und haben bei GEO nachgeguggt. Also, als jahrelang bei einer NGO arbeitend, dafür noch 1999 nen Friedensnobelpreis bekommen muss ich sagen es sind nicht alle NGOs schlecht. Und UNICEF ist keine NGO!
Also mal denken bitte ehe man sowas postet und sich selbst diskreditiert.
Ich sag ja nicht das da nicht auch schwarze Schafe drunter sind.....aber mal guggen was Regierungen so anbieten als Einstieg in die "besseren" Positionen.....
Der Unterschied zum römischen Sklaven liegt immerhin darin, dass Herr Schenk nicht zu dieser Tätigkeit gezwungen wird. Er kann's auch einfach bleiben lassen, was er ja auch getan hat. Was mich nur wundert, ist: Hielt Herr Schenk seinen Einfall mit der "Nicht-Bewerbung" für so originell und wahnwitzig witzig, dass er gleich meinte, nach Absendung bei Spiegel Online anrufen zu müssen, um das Ganze als Thema für eine Story vorzuschlagen? War sicher nicht das erste Mal in der Weltgeschichte, dasssich jemand dfazu entschloss, sich auf eine Stellenausschreibung *nicht* zu bewerben, weil ihm die Bezahlung zu dürftig war.
Ja, das ist nicht schön, aber die Konsequenz kann einfach nur sein, dass die Leute aufhören Orchideenfächer zu studieren. Die meisten Absolventen der MINT-Fächer und der Wirtschaftswissenschaften bekommen Jobs, mit denen sie von Anfang an auf eigenen Füßen stehen können. Wir brauchen keine Armeen von Kunst-, Geistes-, Sprach- und Gesellschafswissenschaftlern und die Universitäten müssen das ihren Studenten bei den Schnupperveranstaltungen vor der endgültigen Studienwahl auch sagen. Aber eigentlich weiß das in Zeiten von google jeder angehende Student doch auch so: diese Studienfächer ziehen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr problematische Erwerbsbiographie nach sich. Liebe Schüler: studiert etwas Anständiges oder macht eine vernünftige Lehre/Ausbildung, dann kommt ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit nie in diese Situation!
Wenn ich ein Projekt plane, ist es wohl selbstverständlich, dass ich mich um eine solide Finanzierung kümmere. Ich kann doch wohl kaum darauf vertrauen, dass ich einen Dummen finde, der für 1,50€ arbeitet. Wenn die NGO´s also solche Projekte planen, sollten sie auch entsprechende Mittel zu Verfügung stellen. 250€ ist als Taschengeld in manchen Ländern in Ordnung, aber bei 6 Monaten kündigt niemand seine Wohnung, meldet Versicherungen ab, und zieht nach Südamerika. Es wird also erwartet, dass man die Organisation mit 500-1000€ pro Monat unterstützt, es werden dann wohl die Eltern oder die LPs sein. Eine tolle Methode um Spenden einzutreiben.
Wenn also die NGO nicht in der Lage sind, Projekte vernünftig zu finanzieren, dann sollen sie zuhause bleiben und noch mal ein wenig weiter sammeln und sich nicht als Ausbeuter präsentieren.
Wir fassen also zusammen: Sie haben seit Jahren keinen Job, weil Ihnen "das Amt" keine "Fördermaßnahmen" bezahlt. Was soll es den bitte konkret fördern? Den Führerschein, der ja Ihrer Schilderung gemäß der Schlüssel zum Glück ist? Also bitte, das ist ja wohl das geringste Problem. Suchen Sie sich einen 450-Euro-Job (die gibt's!), dann haben Sie - alle Abzüge, die das mit sich bringt, eingerechnet - nach einem halben Jahr das Geld für die Fahrschule verdient. Aber das wollen Sie ja nicht, weil es bequemer ist, zuhause sitzen zu bleiben, auf die jeden Monat von selbst kommende Überweisung "vom Amt" zu warten und ansonsten darauf zu fluchen, wie unmenschlich diese Gesellschaft mit Ihnen umgeht.
Ich kenne natürlich diesen Einzelfall nicht, vielleicht gehört diese Dame tatsächlich zu den eher wenig Arbeitswilligen. Vielleicht wäre sie aber auch durchaus bereit zu arbeiten, wenn man sie dafür entweder
- bezahlen würde (ok, ich verstehe, unverschämte Anspruchshaltung)
oder
- ohne teure eigene Vorleistung (Führerschein für Bürojob) zu Praktikantengehalt/-aufwandsentschädigung mitarbeiten und dabei on-the-job fehlende Kenntnisse dazulernen ließe.
Haben Sie sich auch Ihre Ausbildung zu Ihrer Amtstätigkeit durch Abendschichten an der Supermarktkasse (wobei Edeka dafür vermutlich auch erst noch eine entsprechende Ausbildung voraussetzt) erarbeitet?Sie wollen das durchaus löbliche Unterfangen »Weiterqualifizierung« angehen? Warum sorgen Sie nicht selbst für die erforderlichen Mittel, und sei es bei Edeka an der Kasse und sei es in den Abendstunden oder am Samstag?