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Protest in der Türkei: Erdogan will Abtreibungsrecht verschärfen
AFPIn der Türkei ist ein neuer Streit über das Abtreibungsrecht entbrannt. Ministerpräsident Erdogan will die seit bald 30 Jahren geltende liberale Regelung kippen. Öffentlich bezeichnete er Schwangerschaftsabbrüche als Mord. Nun gehen die Frauen auf die Straße.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...836738,00.html
- #60 05.06.2012 14:00 von
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Es wäre eigentlich schön wenn die UNO mit mehr Macht ausgestattet und die einzige Militär/Polizeimacht auf diesem Planeten wäre. So könnten keine Despoten, Nationalisten, Rassisten und religiöse Fanatiker, Menschen quälen. Staaten könnten keine Aktivitäten mehr entwickeln die schädigende Auswirkungen auf Nachbarstaaten oder die ganze Erde hätten.
Nun ich glaube nicht an eine höhere Instanz in dieser Welt, ihre Existenz lässt sich nicht beweisen, ein Gott oder Überwesen hat sich mir noch nie gezeigt. Wir Menschen sind ein Zufallsprodukt der Evolution. Wir haben die Freiheit, die Regeln selber zu bestimmen wie wir zusammen leben wollen, ein Gesetzeswerk zu schaffen, das jedem ein möglichst großes Maß an Freiheit gewährt, ohne die Freiheit des Mitmenschen zu verletzen, wir haben auch die Freiheit uns selber zu vernichten. Niemand wird uns dafür in einem Jenseits belohnen oder bestrafen, weil es kein Jenseits gibt, wann wird die Menschheit endlich erwachsen.Zitat von talackova
Ich bin der Ansicht, dass eine Frau selber bestimmen darf ob sie das Produkt einer Vergewaltigung austragen will. Eine Abtreibung im Embryo-Status finde ich unbedenklich - bis dahin sollte eine Frau noch selber bestimmen können was da in ihrem Körper geschieht - oder wenn ersichtlich ist, dass das entstehende Lebewesen geschädigt ist und mit einer erheblichen Behinderung leben wird.
Abtreibung zähle ich nicht zu den Menschenrechten, sondern ist eine Tun, dessen Ausführung an gesetzlich festgelegte Voraussetzungen gebunden sein muss.
Ab welchem Zeitpunkt einem ungeborenen, menschlichen Lebewesen Menschenrechte zugesprochen werden kann, das muss ausdiskutiert, darüber abgestimmt und anschließend gesetzlich festgeschrieben werden, dazu braucht man keine "Heiligen Bücher", die auch nur Produkte menschlicher Phantasie sind, die veraltete, unzeitgemäße Vorschriften enthalten, die nicht mehr zu einer von Wissenschaft und Technologie geprägten Welt passen. - #61 05.06.2012 14:19 von
Ich habe es bereits in meinem vorherigen Beitrag gechrieben, aber ich wiederhole es hier: Die Unmöglichkeit oder Unwahrscheinlichkeit, selbst in eine bestimmte als Notlage empfundene Situation zu geraten, disqualifiziert einen Menschen nicht davon, bestimmte Auswege aus dieser Situation als unvertretbar anzusehen. Evtl. sogar ganz im Gegenteil.
Ich sehe keine Möglichkeit, das so einfach auf eine Stufe zu stellen. Ein Leben, das gar nicht erst existiert, weil diese Möglichkeit des Lebens durch Verhütung künstlich verhindert wurde, genau wie unzählige andere Möglichkeiten auf natürliche Weise aufgrund der Tatsache, dass nur eine sehr beschränkte Anzahl an Kombinationen der Form Sperma/Eizelle zum Zuge kommen kann, ist was völlig anderes als ein Leben, das mit der Befruchtung der Eizelle beginnt und sich von diesem Zeitpunkt an nur weiter entwickelt.Wenn ich Ihre Schlussfolgerungen nachgehe dann ist ja schon das Benutzen eines Gummis beim Geschlechtsverkehr Mord weil das ja verhindert dass ein Kind empfangen werden kann.
Das ist richtig für hier und jetzt, aber es geht hier um die Frage, ob das überall und immer gelten muss. Ich sehe das nicht so; ich halte es zwar für vertretbar, Frauen die Entscheidung zu lassen, aber ein Menschenrecht auf Abtreibung bestreite ich.Aber wie gesagt, Frauen haben heute das Recht zu bestimmen ob sie ein Kind austragen wollen oder nicht.
Das ist für mich ein ähnlicher Blödsinn wie wenn ein alkoholkranker Mensch die Familienangehörigen brutal schlägt und dazu behauptet, dies sei Privatsache der Familie und ginge niemanden sonst was an.Maenner sollten dazu schweigen weil sie es nichts angeht
Das ist genau so ein Quatsch - #62 05.06.2012 15:06 von
Die Abtreibung gilt als haram, wenn sie nach dem vierzigsten bzw. zweiundvierzigsten Tag der Schwangerschaft vorgenommen wird. In diesem Fall wird der Rechtsspruch gültig, der für die Abtreibung nach dem Einhauchen der Seele gilt und die Zahlung der Diya erfordert. Denn angesichts der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Entwicklungsstufe der Schwangerschaft werden einige Organe, wie Hand, Finger, Fuß usw. erkennbar, was darauf hinweist, dass der Embryo auf dem Weg ist, sich zu einem vollständigen Menschen zu entwickeln.
Muslim überlieferte von Ibn Mas'ud: "Ich hörte den Propheten (s.a.s.) sagen: 'Wenn an dem Samentropfen (der die Eizelle befruchtet hat) zweiundvierzig Nächte vorübergegangen sind, schickt Allah (swt) einen Engel zu ihm, der ihn formt und dessen Gehör, dessen Augenlicht, dessen Haut und dessen Knochen erschafft. Daraufhin fragt er: Oh Herr, ist es männlich oder weiblich? Und Er bestimmt (es)...'"
In einer anderen Überlieferung ist die Rede von vierzig Nächten. Der Hadith weist also darauf hin, dass die Organe nach vierzig bzw. zweiundvierzig Nächten beginnen, sich herauszubilden. Daher wäre ein Eingriff gegen das Embryo ein Eingriff gegen ein menschliches Leben, das nicht angetastet werden darf und es käme einer Tötung gleich, ähnlich dem vorislamischen Brauch aus der Gahiliya, in der neugeborene Mädchen lebendig begraben wurden.
Allah (swt) hat dies verboten. Im Quran steht sinngemäß:
"...und wenn das lebendig begrabene Mädchen gefragt wird, (9) für welche Verfehlung es getötet wurde" (at-Takwir 81, Aya 8,9) Daher gilt es sowohl für die Mutter als auch für den Vater und den Arzt als haram, einen Abbruch der Schwangerschaft nach dem vierzigsten Tag vorzunehmen. Kommt es dennoch vor, gilt derjenige, der den Abbruch vorgenommen hat, als sündhaft und ist zur Zahlung der Diya mit dem für ein abgetriebenes Embryo gültigen Wert verpflichtet, wie aus dem oben erwähnten authentischen Hadith (Hadith sahih) hervorgeht.
Wird allerdings eine Abstoßung vor Ablauf der vierzig Tage veranlasst, so ist dies erlaubt, da sich noch kein Embryo entwickelt hat und die Stufe des Samentropfens noch nicht überschritten ist. Der Hadith bezüglich der Abtreibung eines Embryos wäre in diesem Fall nicht anwendbar. Die Abstoßung des Samentropfens vor der Entwicklung zu einem Embryo ist vergleichbar mit dem A'zl (Coitus interruptus). Es ist eine Form der Empfängnisverhütung, denn der Samenerguss erfolgt außerhalb des Geschlechtsorgans der Frau, was wiederum zur Abtötung der Spermien führt. Es kommt zu keinem Zusammentreffen von Samen- und Eizelle und damit zu keiner Befruchtung, und somit wird eine mögliche Schwangerschaft unterbrochen.
Quelle: Abtreibung im Islam?
SO! Das sagt der Islam zum Thema Abtreibung.
Was Erdogan sagt ist irrelevant. - #63 05.06.2012 15:33 von
Wenn
im Islam dem Fötus erst im 4. od. 5. Lebensmonat "die Seele eingehaucht wird", kann h.E. ein Abtreibungsverbot wenig mit der Religion zu tun haben.
Vielmehr spricht eine Gesetzesänderung für einen machohaften Nationalismus, mit dem sich Erdogan doch ohnehin schon des Öfteren hervortat.
Auch dass im weltoffenen Istanbul Demos friedlich und unbehelligt abliefen, während ebensolche im entsprechend geprägten bergischen Hinterland von der Polizei mit körperlich wirkenden Attacken auf die Frauen überzogen wurden, ist dafür ein m.M.n. geradezu klassisches Indiz.
Nationalistische und islamistische Tendenzen schließen einander nicht aus; allerdings scheint h.E. die Religion mitunter als Deckmäntelchen ideologisch missbraucht zu werden.
Und leider steht zu befürchten, dass Erdogans nationalistische Haltung auch noch weiter in die türk.-stämmige Community Deutschlands "überschwappt", sind doch entsprechende Strömungen (die sich die Salafisten offenbar auch zu Nutze machen wollen) nicht zu übersehen. - #64 05.06.2012 15:39 von
Was
hat das mit der Thematik zu tun - abgesehen davon, dass Rot-Grün überhaupt nicht in der Position war, GR in den €uro aufzunehmen.
Wie alle anderen Fraktionen auch hat Rot-Grün sich lediglich dafür ausgesprochen.
Sollte Ihnen entgangen sein, dass dgl. Beschlüsse einstimmig von allen Mitgliedsländern zu fassen sind, Gesetze zum Abtreibungsrecht jedoch eine rein nationale Angelegenheit sind? - #65 05.06.2012 16:38 von
In einigen
islamischen Ländern besteht eine "rechtliche Regelung", wonach ein Vergewaltiger nicht bestraft wird, wenn er das Opfer seiner Gewalttat ehelicht - eine h.E. an weiblicher Demütigung und Zynismus nicht zu überbietende Regelung.
Für die Eltern des Opfers wird damit gar die durch die Schändung "wertlos" gewordene Tochter in "geordnete" Verhältnise verbracht.
Darüber hinaus sind "Machos" u.a. gg. Abtreibung, weil sie Wert auf das durch eine Schwangerschaft äußerlich sichtbare Zeichen ihrer Potenz legen. In Südafrika gehört es inzw. zur verbreiteten zur Imagepflege junger Schwarzer, eine 14 - 16-jährige zu schwängern, meist ohne anschließend vaterschaftl. Verantwortung zu übernehmen.
Wenn die Frauen nicht über ihren Körper bestimmen können, sind sie einer männl. Dominanz förmlich ausgeliefert. Bevor jedoch Abtreibung zum Thema wird, müsste man sich wesentlich umfassener der Verhütung widmen, auch mit "safer sex"-Bezug, weil AIDS nun mal in der Welt ist. - #66 05.06.2012 18:19 von
Ich hatte mal einen tr Lehrling und weil der gerade verliebt war, diskutierte ichmit Ihm auch über dieses Thema. Er erklärte mir den Quatsch mit den 40/42 Tagen. Das war zu der Zeit, als in einer Illustrierten (Stern) die Bilder gezeigt wurden, von der Entwicklung des Fötus. Er behaarte auf seinen Standpunkt und ich fragte ihn, was denn sein Imam dazu sagte.
Nach einigen Tagen kam dessen Antwort. Also bis zu diesem 42. Tag ist der Embryo flüssig und würde dann beseelt. Der Imam ging davon aus, dass die Bilder gefakt wären und außerdem sei das egal, Abtreibung wäre im Islam kein besonderes Problem.
Meine Nachfrage, was passierte, wenn das Mädchen abtreiben wollte und der Junge nicht...... also so unverständlich hat er mich noch nie angeschaut;o).
MfG. Rainer - #67 30.01.2013 10:51 von
Frauen sollen Kinder zur Welt bringen, die aus einer Vergewaltigung resultieren? DAS ist unmenschlich. Warum beschweren sich Männer nicht über die Vergewaltigungen, anstatt noch über die betroffenen Frauen zu bestimmen? Könnten Männer schwanger werden, wären Abtreibungen plötzlich okay.
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