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Prostitutions-Comic: Der Freier von der traurigen Gestalt

Chester Brown/ Walde und GrafDas soll eine Liebesgeschichte sein? Der Kanadier Chester Brown hat einen autobiografischen Comic über seine Besuche bei Prostituierten gezeichnet. Doch das vermeintliche Plädoyer für käuflichen Sex dokumentiert vor allem die emotionale Verarmung des Autors.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...830651,00.html
  1. #40

    Vergleich

    Zitat von notenbuch Beitrag anzeigen
    Was Christoph nicht alles über Frauen weiß, z.B. dass sie naturgegeben ein geringeres Interesse an Sex haben sollen. Offenbar hat er schon im Körper einer Frau gelebt und kann vergleichen. So viel Schaum vor dem Mund!!
    Dazu muss man nicht im Körper einer Frau gelebt haben. Es genügt, mit einer oder mehreren über mehrere Jahre zusammen gelebt zu haben. Ich würde zugestehen, dass das Interesse bei der einen höher und bei der anderen geringer entwickelt sein kann. Das "Niveau" eines mannes erreichen beide sicher nicht.

    Gibt es überhaupt eine Art der Prostitution, bei der Frauen die Kunden sind? Wie groß wird wohl die Nachfrage im Verhältnis sein?
  2. #41

    Danke

    Zitat von BMerkenswert Beitrag anzeigen
    Diese Moralheuchelei geht mir gewaltig auf den Zeiger. Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt. Und warum? Weil es Angebot (Sex für Geld) und Nachfrage (Geld für Sex) gibt. Viele Frauen tun es freiwillig, viele werden gezwungen.
    Es gibt in D bestimmt hunderttausende Prostituierte und mindestens millionen von Freiern. Ist das für den SPON-Autor etwas neues?
    Jemand gibt nun seine Erfahrungen als Freier in einem Comic wieder. Na und? Er steht dazu. Prima! Warum macht er das? Outen? Quatsch.
    Warum geht er zu Prostituierten? Wir können nur raten. Egal, er tut es und steht dazu. Viele andere tun es und schweigen, auch o.k. Aber mit den Finger auf ihn zeigen und ihn zu diskreditieren, ihm eine emotionale Verarmung zu unterstellen, ist armselig und aus einer biederen Moralvorstellung heraus geboren.
    Volle Zustimmung. Wer mit dem Finger auf jemanden zeigt übersieht, dass bei dieser Geste mindestens drei andere Finger auf einen selber zeigen.

    Ich denke, eine hohe Prozentzahl der Kundschaft würde sich andere Alternativen wünschen, die gibt es aber nicht.
  3. #42

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Gibt es überhaupt eine Art der Prostitution, bei der Frauen die Kunden sind? Wie groß wird wohl die Nachfrage im Verhältnis sein?
    Ja, gibt es, aber die Nachfrage ist natürlich sehr viel geringer.
  4. #43

    Hat er nicht

    Zitat von Christoph Beitrag anzeigen
    Wollen Sie nun Selbstverständlichkeiten und Offensichtlichkeiten leugnen? Die meisten Frauen haben von Natur aus ein geringeres sexuelles Interesse als die meisten Männer, mit ein Hauptgrund, warum es Prostitution gibt. Ist Ihnen vielleicht entgangen, dass Sex was mit dem Fortpflanzungstrieb zu tun hat und dass ein Mann sich ein Vielfaches von dem fortpflanzen kann, wie es eine Frau tun kann, was sich bei beiden auf die Anzahl der gewünschten sexuellen Aktivitäten auswirkt? Wissen Sie nicht, dass sehr viele Frauen besonders während ihrer fruchtbaren Tage Lust auf Sex haben, weil sie eben dann Kinder zeugen können, im Gegensatz zu Männern, bei denen die sexuelle Lust gleichverteilt ist, weil sie immer Kinder zeugen können? Haben Sie noch nie von den Problemen von Männern gehört, bei deren Partnerin die sexuelle Lust nach Eintreten einer Schwangerschaft rapide abgenommen hat, oft bis einige Zeit nach der Geburt?
    Nein, hat er nicht. Er weiß auch nicht, dass mit dem Eintritt der Wechseljahre bei Frauen Feierabend ist. Es ist zwar schon viel geschrieben worden, dass sie auch dann durchaus Lust empfinden könne, die Realität sieht anders aus.
  5. #44

    Erkenntnis

    Zitat von Christoph Beitrag anzeigen
    Ja, gibt es, aber die Nachfrage ist natürlich sehr viel geringer.
    Und das liegt Ihrer Meinung nach woran? Sind Frauen "moralischer"?
  6. #45

    Ein Plädoyer für käuflichen Sex in der amerikanischen Gesellschaft

    Ich habe den Comic gelesen. Das Original in Englisch. Als Comic-Fan habe ich auch schon Bücher seiner im Comic erwähnten Freunde Seth und Matt gelesen.

    Die Geschichte gibt vor Allem einen Einblick in die Gedankenwelt eines Menschen, der mit der allg. Moral des "Sex für Geld ist schlecht" hadert. Dabei begegnet er auch der Kritik seiner Freunde. Ich finde, er bringt seinen Standpunkt gut herüber.

    Insofern ist es keine Liebesgeschichte - wie kommt der Spon-Autor darauf? Zumindest das Original macht keine Anstalten, so etwas zu suggerieren, soweit ich das erkenne.

    Weiterhin muss man als Leser verstehen, wie verklemmt insbes. die Nordamerikanische (und vermutlich auch Kanadische) Gesellschaft mit Prostitution umgeht. In fast allen Staaten steht Strafen darauf, dennoch gibt es sie überall. Es ist die übliche Bigotterie, die Chester hier anspricht und zur Diskussion stellt.

    Denn es nur vordergründig eine Autobiografie - es ist v.A. ein Plädoyer, ein Ansatz die Problematik in die öffentliche Diskussion zu bringen.

    Schade: Der Spon-Autor scheint von diesem Hintergrund nicht viel zu verstehen.
    Stattdessen setzt er sich auf eben jenes hohe Roß, gegen das Chester ins Feld zieht: Intoleranz. Und Alpha-Verhalten ("ich habe Prostitution nicht nötig, ich bin kein so armer Wurm").
    Und er merkt es nichtmal. Wie denn auch.
  7. #46

    Mein Profil

    Zitat von blowup Beitrag anzeigen
    Was für ein unsäglicher Artikel auf der Basis moralisierender Küchenpsychologie. Ist das jetzt das Niveau von SPON? Erschreckend!
    Richtig. Der Comicautor ist vor Allem Opfer verklemmter, lustfeindlicher und verkomplizierter Verhältnisse ("Gender-Mainstreaming") in unserer ach-so-aufgeklärten westlichen Zivilisation, zu deren Entstehen weltfremde "Küchenpsychologen" wie der Artikelschreiber einen nicht unerheblichen Beitrag leisten.
    Wenn er sein Leben lang gelernt hat, seine natürlichen sexuellen Wünsche seien latent chauvinistisch und frauenfeinlich, sind also zu unterdrücken, dann ist er (der Archetyp im Comic) nicht mehr in der Lage, in den Augen der Frauen, die er begehrt, einen potentiellen Liebhaber abzugeben.
    Dabei ist übrigens sein Aussehen zweitrangig: Frauen reagieren eher auf das Verhalten von Männern; früher sagte man: "Frauen wollen erobert werden", heute ist diese Aussage natürlich völlig inakzeptabel (obwohl 100% zutreffend, was jeder Mensch mit Lebenserfahrung und einer von Ideologien ungetrübten Wahrnehmung bestätigen kann).
    Da er also nicht die Mittel hat, eine Frau, die er begehrt "klarzumachen", muss er dafür Geld bezahlen. Besser als gar keinen Sex.
    Die Feministische Ideologie will uns weismachen: Beim bezahlten Sex ginge es vor Allem um Macht über die Frau! Was für ein Blödsinn! Beim Sex geht es um Sex. Punkt. Warum akzeptiert man diesen Sachverhalt nicht? Weil es die Natur ist? Hat man Angst vor der Natur? Ansonsten wird doch überall Naturschutz betrieben, jede Kröte verhindert Flughäfen. Nur dem Menschen will man seine Natürlichkeit nicht zugestehen. Das ist das wahre, große Tabu in unserer Gesellschaft: Der Mensch ist ein natürliches Wesen!
  8. #47

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Und das liegt Ihrer Meinung nach woran? Sind Frauen "moralischer"?
    Nach meiner Auffassung selbstverständlich nicht, da ich - wie bereits geschrieben - die Auffassung vertrete, dass Frauen normalerweise ganz allgemein ein geringeres Interesse an Sex haben, was dann zu einer entsprechend geringeren Nachfrage der bezahlten sexuellen Dienstleistung führt.

    Leider wird es aber manchmal so dargestellt, als ob Frauen einfach moralischer wären, oder der bezahlte Sex wird in den Kontext der Gleichberechtigung gerückt, wobei dann kritisiert wird, dass es einen Markt für Frauen kaum gibt, ohne zu berücksichtigen, dass da eben auch kaum Nachfrage besteht.
  9. #48

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Gibt es überhaupt eine Art der Prostitution, bei der Frauen die Kunden sind? Wie groß wird wohl die Nachfrage im Verhältnis sein?
    Gibt es, allerdings anders. Frauen suchen nicht Prostitution in der Form "Schnelle Nummer im Laufhaus".

    Eher ein Urlaub in der Karibik oder in Afrika, mit einem jugendlichen einheimischen Liebhaber von dem man sich verwöhnen lässt und mit "Geschenken" bezahlt, das ist üblicherweise Prostitution für weibliche Kunden. Viele Kundinnen würden wohl auch entrüstet abstreiten, dass ihr netter Liebhaber sich prostituiert. Und wollen nicht bemerken, dass er, wenn er sie am Flughafen verabschiedet, mit der nächsten Maschine gleich die nächste Kundin begrüßt. Geht allerdings auch vielen Männern so, welche jahrelang dieselbe Thailänderin besuchen und glauben dass sie ihn liebt.
  10. #49

    Ausweg

    Zitat von air plane Beitrag anzeigen
    Richtig. Der Comicautor ist vor Allem Opfer verklemmter, lustfeindlicher und verkomplizierter Verhältnisse ("Gender-Mainstreaming") in unserer ach-so-aufgeklärten westlichen Zivilisation, zu deren Entstehen weltfremde "Küchenpsychologen" wie der Artikelschreiber einen nicht unerheblichen Beitrag leisten.
    Wohl wahr.
    Zitat von air plane Beitrag anzeigen
    Wenn er sein Leben lang gelernt hat, seine natürlichen sexuellen Wünsche seien latent chauvinistisch und frauenfeinlich, sind also zu unterdrücken, dann ist er (der Archetyp im Comic) nicht mehr in der Lage, in den Augen der Frauen, die er begehrt, einen potentiellen Liebhaber abzugeben.
    Auch wahr.
    Zitat von air plane Beitrag anzeigen
    Dabei ist übrigens sein Aussehen zweitrangig: Frauen reagieren eher auf das Verhalten von Männern; früher sagte man: "Frauen wollen erobert werden", heute ist diese Aussage natürlich völlig inakzeptabel (obwohl 100% zutreffend, was jeder Mensch mit Lebenserfahrung und einer von Ideologien ungetrübten Wahrnehmung bestätigen kann).
    Manchmal muss man statt erobert sogar sagen sie wollen "gekauft" werden. Mit Einladungen, Geschenken, usw. Das ist moralisch natürlich vollkommen "clean."
    Zitat von air plane Beitrag anzeigen
    Die Feministische Ideologie will uns weismachen: Beim bezahlten Sex ginge es vor Allem um Macht über die Frau! Was für ein Blödsinn! Beim Sex geht es um Sex. Punkt. Warum akzeptiert man diesen Sachverhalt nicht? Weil es die Natur ist? Hat man Angst vor der Natur? Ansonsten wird doch überall Naturschutz betrieben, jede Kröte verhindert Flughäfen. Nur dem Menschen will man seine Natürlichkeit nicht zugestehen. Das ist das wahre, große Tabu in unserer Gesellschaft: Der Mensch ist ein natürliches Wesen!
    Die Genderforschung beschäftigt sich ja damit, herauszufinden, welche menschlichen Verhaltensweisen "natürlich" sind und welche soziologisch, kulturell verwurzelt sind. Dabei ist sicher auch einiges herausgekommen, was uns erkenntnistechnisch voran bringt. Allerdings geht es bei jeglicher Lustunterdrückung um Macht. Egal ob es sich dabei um die katholische Kirche handelt oder um den Feminismus. Wer es schafft, dem Menschen seine Lust auszutreiben, besitzt die absolute Macht.

    Daher weht der Wind. Prostitution für den Frustrierten ist so wie die E-Zigarette für den Raucher. Wo kommen wir denn hin, wenn jemand nach einem Ausweg aus dem Verbot sucht und ihn findet? ;-)








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