Aufregung bei der Linken: Mitten in der Programmdebatte bekennt sich Parteichefin Gesine Lötzsch zum Kommunismus. Im Marxisten-Blatt "Junge Welt" hat sie einen Text platziert - darin fehlt jedes kritische Wort über die Verbrechen, die im Namen der Ideologie begangen wurden.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...737780,00.html
Der in dem Artikel zitierte Herr Nowak steht natürlich in seinem Forschungsbereich schon am äußeren Ende eines Spektrums (mit seiner harschen Kritik der Verwandtenselektion). Dennoch, er wie alle respektablen Evolutionsforscher wissen natürlich um die intrinsische Selbstsucht des Menschen. Und wie ein Mitforist meinen kann, alle soziologischen Forschungsergebnisse zeigten, der Mensch sei kooperativ (intrinsisch) hat wohl nicht ganz das 'tip for tat' Prinzip oder die anderen, reputationsbedingten Vorteile der Kooperation verstanden.
....nicht in der notwendigen Tiefe.
Ich sprach vom Unterschied zwischen der Pressefreiheit hier - die auch ich durchaus nicht als vollkommen bezeichnete - und der massiven Knebelung der Medien in der ehemaligen DDR.
Das eigentliche Problem ist, dass Sie diese Unterschiede, wie andere Foristen hier auch, in der notwendigen Schärfe nicht erkennen können. Dies lässt Defizite im Demokratieverständnis vermuten - wofür Sie persönlich wahrscheinlich nicht mal verantwortlich sind. Meine Vermutung ist, dass hier jahrzehntelange sozialistische Schulungen in den Köpfen verblieben und auch nicht mehr löschbar sind.
Ich schrieb es bereits. Für mich ist die Pressefreiheit einer der wichtigsten Eckpfeiler in einer Demokratie. Dass diese - trotz aller Unzulänglichkeiten - in unserem Lande nach wie vor funktioniert, zeigt die jüngste Aufdeckung um den einstigen Risikomanager Gerhard Gribkowsky der Bayerischen Landesbank, der für sich persönlich offensichtlich 50 Millionen Dollar widerrechtlich abgezweigt hat. Ähnliche Fälle an den die Medien an Aufdeckungen mitgearbeitet haben gibt es noch viele.
Ähnliche Leistungen der gleichgeschalteten Presse der DDR habe ich bisher noch nicht gehört und gelesen. Aber ich weiß was jetzt kommt - das System der DDR war ohne Fehl und Tadel.
Nochmals. Es ging mir in meinen Beiträgen um die unterschiedliche Ausprägung der Pressefreiheit im jetzigen Deutschland, verglichen mit der DDR. Wenn Sie die Unterschiede nicht sehen können, dann ist dies ihr Problem und nicht meines. Und damit beende ich die Diskussion mit Ihnen - gegen Uneinsichtige ist bekanntermaßen schließlich kein Kraut gewachsen.
Sie verstehen nicht, natürlich ist Altruismus nicht stabil. Genau wie im Artikel beschrieben: wenn keiner weiß, dass ich der Betrüger bin, wird jeder zum Betrüger. Das ist so. Kommunismus kann dem Menschen nicht aufgezwungen werden und diese grundlegende Eigenschaft ändern. Vielmehr eignet sich ein System in dem Competition grundsätzlich ist, weil sich so alle Spieler selbstständig Regeln auferlegen, um sich vor Betrügern zu schützen.
Tom
wo bitte finden Sie "Kapitalismus in Reinkultur" (was auch immer Sie darunter verstehen) und von welchen Opferzahlen reden Sie.
das ist in jeder Hinsicht Unfug. Ohne die industrielle Revolution verdienten Sie sich vermutlich als Tagelöhner Ihren mageren Unterhalt. Aber "in Würde". Toll.Wenn man sich den historischen Kontext anschaut, aus dem die Linksideologie entstanden ist, dann weiß man sofort, dass der Kapitalismus wie der Feudalismus den Menschen ihre Würde nicht gelassen hat. Stichwort "industrielle Revolution".
Wissen Sie, "Würde" ist eine Frage des Anspruchs. Sie idealisieren die vorindustriellen, bäuerlichen und kleingewerblichen Verhältnisse vor 150 Jahren. Alle leben auf dem Lande, der Bauer mäht gemütlich seine Wiese, die Kühe sind glücklich, der Dorfschmied hat zwischen zwei Hammerschlägen immer Zeit für ein gemütliches Schwätzchen. Abends tanzen dann alle gemeinsam um die Dorflinde. Stellen Sie sich das in etwa so vor?
Tatsächlich herrschte vor allem auf dem Lande bittere Armut. Viele wanderten aus, beispielsweise in die USA. Andere fanden bei den dank der industriellen Revolution entstehenden Fabriken ihr Einkommen. Selbstverständlich waren die Bedingungen oft (und vor allem in den Großstädten) erbärmlich, aber Verhungern hätten die Betroffenen vermutlich weitaus würdeloser empfunden.
Der "Klassenkampf" findet in Ihrem Kopf statt und besteht aus schlichtem Neid gegenüber demjenigen, der 100 Mio Euro im Jahr verdient. Weil Sie weniger verdienen. Ansonsten wüßte ich gerne, von wievielen Multimillionären Sie gerade verfolgt werden.Und auch heute gibt es noch den Klassenkampf und zwar den von Reich gegen Arm. Oder wie soll man das sonst verstehen, dass es in einer Gesellschaft Menschen gibt, die 100 Millionen Euro im Jahr verdienen, während die, die die Arbeit machen, mit Brosamen abgespeist werden. Manche können mit einem Vollzeitjob noch nicht einmal ihre Familie ernähren. Das sind die "Aufstocker".
ja und? Wer ist es denn, frage ich Sie, der vor allem wirtschaftlich in Schieflage geratene Großunternehmen mit Staatskohle vollpumpen will, um Arbeitsplätze zu erhalten.Da zahlt der Steuerzahler eine Subvention an die Unternehmen.
woher diese Erkenntnis? Ich dachte immer, es wäre die dem Kommunismus innewohnende Geschichtliche Wahrheit, die für gewisse Eierköpfe eine so große Anziehungskraft hat.Linke Ideologie feiert immer dann fröhlich Urstand, wenn die Menschen merken, dass sie ausgenutzt werden.
Das Argument, sich "ausgenutzt" zu fühlen, kommt doch wohl eher in braunen Kreisen vor.
Meinen Sie? Dann handelte es sich in der Tat um eine Neiddebatte. Es war genau der durch einen gewissen Wohlstand gesicherte Freiraum, der dem Menschen philosophische Überlegungen erlaubte. Marx beispielsweise lebte im wesentlichen von reichen Gönnern, wie überhaupt der Kommunismus in höheren Gesellschaftsschichten "chique" war, man nannte diese Leute "Salonbolschewiken".Wenn man was gegen Links hat: den arbeitenden Menschen einfach mehr vom Kuchen gönnen. Dann sind die so satt, dass die auf keinen -ismus mehr hereinfallen.
Der Hauptunterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus/Kommunismus: Der Kapitalismus hat sich durch Tauschhandel und Arbeitsteilung von selbst entwickelt, der Kommunismus ist eine synthetische Ideologie, erfunden von ein paar fehlgeleiteten Philosophen. Das war zwar eine große intellektuelle Leistung, funktioniert hat's aber dennoch nicht. Der Kapitalismus mit seinen Glücksversprechen, ob die nun eingelöst werden oder nicht, wird sich immer als stärker erweisen. Deswegen ist die ganze Aufregung auch unnötig. Man muss nur dafür sorgen, dass größtmögliche Freiheit herrscht, und der Sozialismus hat keine Chance.
Jeder kann doch selbst feststellen, dass der Mensch für einen engen Kreis begrenzt Altruistisch ist (das geht sogar bis zur kompletten Selbstaufgabe) aber gleichzeitig schmatzend vorm Fernseher mäßig betroffen zur Kenntnis nimmt, dass woanders Menschen verhungern.
Zuhause ist der Mann der liebe Papi, Nachbar und Ehemann, und nachts wird er zum Vergewaltiger. Alles bekannt!
Der Mensch ist weder gut noch böse oder irgendwas dazwischen, er ist gleichzeitig beides.
Das Projekt hat im Vorfeld alle möglichen demokratischen Hürden genommen. Beschwerden, Klagen, etc. alles wurde von Gerichten beurteilt und abgelehnt. Das hat Jahre gedauert. Wenn es ein rechtsstaatlich und demokratisch legitimiertes Bauvorhaben in Deutschland gibt, dann ja wohl dieses.
Demokratie bedeutet, dass die Macht vom Volk ausgeht und die Mehrheit der Baden-Württemberger ist pro S21. Also hat der Bahnhof sogar in diesem Sinne seine Legitimation. Dass es trotzdem ein paar laut schreidende Gegner gibt,ist klar. Demokratie bedeutet aber nicht, dass der lauteste Schreihals im Recht ist.
Ein direktes Mitbestimmungsrecht, wie in der Schweiz per Volksentscheid, existiert in Deutschland nicht, aber das ist nicht als undemokratisch zu bewerten. Dafür gibt es ja im Vorfeld einer Baumaßnahme genügend Einspruchsmöglichkeiten. Die lange Planungsphase ist ja gerade auch darauf zurückzuführen, dass Gerichte sich mit allerhand Einwänden beschäftigt haben. Eine Beschwerde über lange Vorlaufzeiten eines Großprojektes käme also einer Beschwerde über die demokratischen Vetorechte der Bevölkerung gleich.
Dann werfen Sie einen Blick auf diese "Freiheit", das beste Beispiel ist wohl USA.
Arbeitnehmer werden wie das Vieh behandelt, ein Arbeitgeber kann auch Kleidung nach seinem Geschmack verlangen. Mit dem Chef wird nicht geredet, es besteht somit überhaupt keine Kommunikation. Es gibt nicht mal einen Begriff "Arbeitzplatz", es gibt nur "Jobs". Das bedeutet: heute hier Morgen da. Amerikaner haben Angst mehr als 2 Wochen Urlaub zu nehmen weil sie befürchten in der Zeit gekündigt zu werden. In der Zeit kommt die Vertretung und arbeitet rein zufällig effizienter und somit bekommt der Arbeitnehmer im Urlaub eine Kündigung.
Wenn sie dort durch die Ständte gehen, sehen sie Bettler mit faulen Zähnen und mit Diamanten beschmückte Limousinen und jede Menge Jobanzeigen für 3-5$ pro Stunde.
Wem diese Freiheit gehört brauche ich Ihnen nicht zu erklären.
Und Sozialismus hat selbst in Deutschland in 80-er Jahre sehr wohl durch soziale Marktwirtschaft funktioniert: die Mehrheit der Bürger konnte anständig leben. Vergessen Sie es nicht. Sozialismus ist keine Diktatur sondern eine Ordnung in der möglichst viele Bürger von Gewinnen profizieren. Lassen sie sich keinen Blödsinn von der Presse einreden.