Zitat von
zudummzumzum
Noch vor ein paar Jahren wäre ein reales Wachstum von unter 2% Anlass zur Sorge gewesen, weil der durchschnittliche Produktivitätsfortschritt ungefähr 3% der Arbeitsplätze zu vernichten droht. "Nur" 0,7 % Wachstum hätte also einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein paar Hunderttausend Köpfe bewirkt. Heute, wo für zwei aus Altersgründen Ausscheidende nur ein Junger in den Arbeitsmarkt drängt, sieht die Sache anders aus.
Wie gerade die Problematik der EU-Südschiene zeigt, ist ohne funktionierende Wirtschaft alles nichts, ein gewisses Wachstum ist zwingend erforderlich, um hieraus politische Gestaltungsspeilräume schöpfen zu können.
Aber genau das unterlässt die Bundesregierung: sie lehnt sich selbstgefällig zurück und streicht die Renditen der Hartz-Reformen ein, statt ihrerseits dafür zu sorgen dass Saatgut für eine gedeihliche Entwicklung in den Jahren 2015 bis 2025 zu legen. Jetzt käme es daruaf an, das Wachstum endlich "gerecht" zu verteilen, indem wieder die Chancengerechtigkeit hergestellt wird. Also nicht Hartz-IV zu erhöhen, sondern überlegen, wie es überwunden werden kann. Einfache Frage: Was gedenkt die Bundesregierung dafür zu tun, dass diese 0,7% Wachstum nicht nur bei den Banken und Dividenden, und auch nicht nur bei den aktiv Beschäftigten, sondern ausdrücklich auch bei den 20% der Bevölkerung im Dunstkreis von Hartz-IV ankommen? Weil in diesen Personen auch das Potenzial für weiteres Wirtschaftswachstum steckt. Die ganz oben haben doch alles, und noch so viel mehr, dass sie aus schierer Verzweiflung mit ihrem Geld schon nixhts anderes als sparen machen können.