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Produktpiraterie: Jetzt kämpft auch China gegen die Fälscher

Wibu-systemDer Westen erfindet - und China kopiert. So war es bisher. Doch seit die Regierung in Peking das Land zum High-Tech-Standort aufrüstet, finden chinesische Produktpiraten ihre Opfer immer wieder im eigenen Land.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...829413,00.html
  1. #1

    Wie geil ist das denn!!

    Sogar die Chinesen kapieren nun langsam den Sinn und Zweck vom Schutz des geistigen Eigentums! ...und hier in Deutschland, einer Nation, die ganz wesentlich von Patenten und Urheberrechten lebt, fabulieren die Piraten, dass alles für jeden für umsonst zur Verfügung stehen soll. Aber so langsam setzt sich dankenswerterweise die Erkenntnis durch, dass Urheber und Erfinder entlohnt werden müssen. Sonst schafft kein Urhebeber mehr neue Werke und kein Ingenieur investiert mehr Zeit in neue Patente. Sonst gibt´s bei uns nur noch Hobbyfilmer, Straßenmusiker und Nebenerwerbs-Erfinder.
  2. #2

    bgötz?
    es geht nicht darum, das urheberrecht abzuschaffen, sondern es zu reformieren. nicht alles soll kostenlos sein, da würden sich die piraten, die sich ja zu einem großen teil aus der IT-branche rekrutieren ins eigene fleisch schneiden? vielleicht sollten sie sich nicht an geBILDete meinungen über einen emporkömmling ergötzen, sondern selbstständige recherchen betreiben. china lernt hoffentlich langsam, dass kopieren nicht alles ist, sondern, dass es auch eine gut gebildete grundlage braucht, eine wirtschaft auch in krisenzeiten am laufen zu halten, das zeigten die jüngsten ereignisse unter anderem auf der hannover messe, wo der drachen sich erstaunt über die kraft des adlers zeigte, wo doch ringsumher alles kriselt (spanien, portugal, italien, frankreich, großbritannien, naja und griechenland darf in der aufzählung natürlich auch nicht fehlen)
    leider verlernt deutschland gerade seine stärken und lässt die bildung schleifen, bis wir in 10 jahren unsere jugend nach china schicken müssen, um ingenieurwesen und wissenschaft, die grundbausteine unseres landes wieder zu erlernen. so wie es viele chinesische studenten gerade bei uns tun...
  3. #3

    nur noch ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Westen erfindet - und China kopiert. So war es bisher. Doch seit die Regierung in Peking das Land zum High-Tech-Standort aufrüstet, finden chinesische Produktpiraten ihre Opfer immer wieder im eigenen Land.

    Produktpiraterie: Jetzt kämpft auch China gegen die Fälscher - SPIEGEL ONLINE
    Aus dem Artikel:
    ""In Deutschland wird die technische Entwicklung Chinas meist unterschätzt", sagt Winzenried. Das Land entwickle sich vom reinen Produzenten zu einem Ort, an dem komplexe Technologien erfunden und entwickelt werden. Statt Werkbank der Welt also bald Labor der Welt? Das dürfte bislang in erster Linie noch eine Zukunftsvision der chinesischen Regierung sein. Klar ist aber: Jedes Jahr verlassen Hunderttausende Ingenieure die Hochschulen. Es gibt also ein gigantisches Potential für Innovationen, während die deutschen Firmen über den Fachkräftemangel klagen. Für deutsche Industrieunternehmen wird es sicherlich nicht leichter, sich der chinesischen Konkurrenz zu erwehren."

    Es werden nur noch von Politikern die deutsche Ingenieurfähigkeiten als weltweit führend gelobt. Die Zeiten sind vorbei. China hat seit einigen Jahren auch Hightech-Produkte, für die es in Europa kein vergleichbares Produkte gibt. Und das noch zu einem verblüffend niedrigen Preis. Die Qualität ist bei manchen Dingen weit besser als bei ähnlichen Produkten aus Deutschland. Gegnüber deutschen Produkten sind Zubehör und Service perfekt. Politiker ignorieren das gern.

    Waren z.B. in der Halbleiterindustrie in den USA einheimische Fachkräfte beschäftigt, so sind es heute Chinesen nach ihrem Studium, aber nur für wenige Jahre. Dann gehen sie wieder zurück nach China, arbeiten in einer Hightechfirma oder gründen mit ihren Erfahrungen eine neue Firma. Dies betrifft jedoch nicht nur die Halbleiterindustrie.

    Dazu kommt noch, dass Firmengründungen iin China besser gefördert werden als hier in D. Hier reden Politiker nur über große Konzerne, wenn es um Arbeitsplätze geht. Kleine und mittelständische Firmen kriegen noch nicht einmal Fördermittel für die Entwicklung von innovativen Produkten, wenn sie bis zu 5 Arbeitnehmer beschäftigen. Der Staat geht davon aus "die gehen in 2 bis 3 Jahren sowieso pleite" weil das Eigenkapital zu gering ist (Zitat eines Fördermittelgebers). Dann gibt es noch die Gutachtenvariante. Man muss prüfen lassen, ob das ganze realisierbar ist. Das macht man bei der Konkurrenz. Gut, auch das wird vom Staat anteilig gefördert. Man erhält 2000 Euro, hat rund 15000 ausgegeben und gleichzeitig die Konkurrenz über das Verfahren informiert. Fördermittel werden dann (durch die Konkurrenz) abgelehnt. Begründung: es wäre nach der Entwicklung nicht genügend Eigenkapital für die Produktion da. Stattdessen greift hier der Staat bei kleinen und mittelständischen Firmen recht kräftig zu. Er behauptet, dass die sowieso nicht wachsen wollen. Banken machen ihre Kredite von der Bereitstellung der Fördermittel abhängig.

    Die meisten Arbeitsplätze werden durch kleine und mittelständische Firmen geschaffen. Wenn der Staat hier die Politik nicht ändert, dann kann die Wirtschaft hier irgendwann aufhören. Die einfachste Variante wäre es, die meisten Subventionen abzuschaffen und stattdessen für kleine und mittelständische Firmen, die neue Produkte entwickeln und herstellen wollen, die Steuern zu reduzieren. Sonst ist hier irgendwann Schluss.
  4. #4

    Teil 2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Westen erfindet - und China kopiert. So war es bisher. Doch seit die Regierung in Peking das Land zum High-Tech-Standort aufrüstet, finden chinesische Produktpiraten ihre Opfer immer wieder im eigenen Land.

    Produktpiraterie: Jetzt kämpft auch China gegen die Fälscher - SPIEGEL ONLINE
    Ein anderes Problem ergibt sich aus dem Patentrecht. Anfang der 1990er Jahre hat sogar Microsoft das Patentrecht kritisiert. Einige Jahre später gab es eine Studie der Deutschen Bank, dass die Entwicklung im Patentrecht der Wirtschaft immer mehr schadet. Da wird jede Müll als Erfindung angemeldet und hinterher gibt es eine Klage nach der anderen. Gewinner sind die Anwälte.

    Ein interessantes Beispiel aus den 1990er Jahren ist das Patent über die vierstellige Darstellung von Jahreszahlen in Computerprogrammen. Bis dahin hatte man nur Jhreszahlen zweistellig geschrieben, um Speicherplatz zu sparen. Dann kam das Jahr 2000 und damit dieses "geniale" Patent. Man schreibt vor die Jahreszahl eine 19 oder 20. Das ist doch innovativ ... aber nur für die Anwälte.

    Das nächste Ding sind Patente auf Standards. Da meldet jemand aus einem internationalen Konzern irgendein Verfahren zum Patent an, z.B. ein Datenübertragungsprotokoll für WLAN, Handy, ... Dann setzt er durch, dass internationaler Standard wird. Und alle zahlen. Dabei hat eine solches Datenübertragungsprotokoll mit einer Erfindung im Sinne des Gesetzes nichts zu tun. Aber warum sollten unsere Politiker und Abgeordneten dagegen einschreiten. Die meisten sind Anwälte und sichern sich so künftig einen Job.
  5. #5

    Da hatte ....

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    ...
    Die meisten Arbeitsplätze werden durch kleine und mittelständische Firmen geschaffen. Wenn der Staat hier die Politik nicht ändert, dann kann die Wirtschaft hier irgendwann aufhören. Die einfachste Variante wäre es, die meisten Subventionen abzuschaffen und stattdessen für kleine und mittelständische Firmen, die neue Produkte entwickeln und herstellen wollen, die Steuern zu reduzieren. Sonst ist hier irgendwann Schluss.
    Da hatte ich noch ein Beispiel vergessen. Vor wenigen Wochen gab es die Meldung zu Sony. Dieser Konzern macht seit einigen Jahren Nettoverluste. Vergangenes Jahr waren es über 4 Mrd. USD. Ein Grund sind die zu hohen Steuern. Den Rest der Gründe können wir in den Produkten aus anderen asiatischen Ländern finden.
  6. #6

    Zitat von bgötz Beitrag anzeigen
    sonst schafft kein Urhebeber mehr neue Werke und kein Ingenieur investiert mehr Zeit in neue Patente. Sonst gibt´s bei uns nur noch Hobbyfilmer, Straßenmusiker und Nebenerwerbs-Erfinder.
    Und? Waere doch mal erfrischend.
    Ich glaube nicht dass das so schlimm wird.
    Wenn die Musikindustrie mit ihren laecherlichen 1,8 Milliarden Umsatz draufgeht werden wir das schon ueberleben.
  7. #7

    leider hat ...

    Zitat von crejcka Beitrag anzeigen
    ...
    leider verlernt deutschland gerade seine stärken und lässt die bildung schleifen, bis wir in 10 jahren unsere jugend nach china schicken müssen, um ingenieurwesen und wissenschaft, die grundbausteine unseres landes wieder zu erlernen. so wie es viele chinesische studenten gerade bei uns tun...
    Leider hat D das schon vor viele Jahren begonnen. Bildung wird nur noch auf Sprache, Musik, Sport usw. reduziert. Unsere Politiker sind in Talkshows stolz darauf, wenn sie es gerade mal in Mathe, Physik, Chemie auf eine 3 oder noch besser 4 geschafft haben. Die Zahl derjenigen, die naturwissenschaftlich-technsiche Fächer studieren ist geringer geworden. Dafür sind Sozial- und Politikwissenschaften oder Philosophie viel beliebeter geworden, Jura nicht zu vergessen.

    Erinnern wir uns an die Diskussion zur Unterstützung der Bildung von H4-Kindern. Es gibt Zuschüsse für Musik, Sport, ... Was aber ist mit dem Interesse von Kindern für Naturwissenschaft und Technik. Das habe ich nicht ein einziges Mal von einem Politiker gehört. Es zählt ja offensichtlich auch nicht zur Bildung. Ich habe mal nach Stundenplänen in verschiedenen Bildungseinrichtungen gegoogelt. Physik und Chemie gibt es dort gleich garnicht.

    In Bayern hat man das in Mittelschulen gleich ganz vereinfacht. Wozu der Aufwand. Naturwissenschaft ist doch kein Bildung. Also hat man es an Mitteklschulen zu einem Fach PCB (das ist keine Chemikalie ... zumindest an dieser Stelle) zusammengefasst.

    Ich erinnere mich noch an 1992. Damals hatte ein 10jähriger ein Jahr DDR-Physik noch erlebt. Und dann war es vorbei. Ein Jahr später sagte er "Wir sind keine naturwissenschaftlich orientierte Gesellschaft mehr."

    Noch Fragen?
  8. #8

    Zitat von bgötz Beitrag anzeigen
    Sogar die Chinesen kapieren nun langsam den Sinn und Zweck vom Schutz des geistigen Eigentums!...
    Quatsch, es geht den Piraten auch hier, wie in allen Zeiten, die eine Zeit lang von den Herrschenden unterstützt wurden - irgendwann muss man sie los werden. Dann nämlich, wenn sie von Nützlingen (Kaperung fremder Schätze) zu Schädlingen werden. Es geht auch nicht explizit um das "geistige Eigentum" (schwachsinniger Begriff), sondern um das, was man damit real verdienen kann. Es gibt bestimmt genügend "geistiges Eigentum", mit dem der Eigentümer selbst gar nichts anfangen kann, wenn es aber jemand anders entdeckt und daraus tatsächlich einen Erfolg macht, pocht der "geistige Eigentümer" garantiert auf Auszahlung des Profits. Der "Schutz geistigen Eigentums" schadet einfach nur.
  9. #9

    so kann es ...

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    ...Ich habe mal nach Stundenplänen in verschiedenen Bildungseinrichtungen gegoogelt. Physik und Chemie gibt es dort gleich garnicht.
    ...
    So kann es passieren, wenn man Sätze umstellt, kürzt, etwas ergänzt usw. Da geht, obwohl man es nochmals liest, ein Satz unter.
    Der Abschnitt sollte lauten:
    ....
    Ich habe mal nach Stundenplänen in verschiedenen Bildungseinrichtungen gegoogelt. Erschreckend fand ich Waldorfschulen. Physik und Chemie gibt es dort gleich garnicht. ...








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