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Pro und Contra: Bessere Jobchancen mit anonymisiertem Lebenslauf?

Türkischer Nachname? Schon angejahrt? Das falsche Geschlecht? Lauter Gründe, die Einstellungshoffnungen zerstören können. Bewerbungen ohne Fotos und persönliche Details sollen helfen - ein Weg zu mehr Gerechtigkeit oder nutzlose Verschleierung? Zwei Experten anworten.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...686457,00.html
  1. #130

    Re:

    Wir kommen vom Thema ab. Ihre Diskussion über die Frage wie viel Kreativität ein Programmierer nun für seinen Job braucht, können Sie mit Verlaub auch in priavter Runde fortsetzen.

    Zitat von wm2006 Beitrag anzeigen
    "Darf ein Software-Hersteller darauf Wert legen, dass seine neuen Mitarbeiter jung sind, weil er weiß, dass Menschen zwischen 20 und 30 Jahren tendenziell ihre kreativste Phase haben?" (Zitat Prof. Trost)

    Einen solchen Unfug muss ich leider immer wieder lesen, und dass er von einem Professor stammt, macht die Sache nur noch schlimmer deshalb, da man meinen könnte, er wisse, wovon er rede.

    ...

    Ich fühle mich von H. Trost deshalb diskriminiert. Da ich allerdings ein gewisses Alter erreicht habe und solchen Unfug nicht zum ersten Mal höre, gehe ich gelassen drüber weg; wäre ich jünger, würde ich vielleicht "kreativer" mich rächen und dem Herren Professor eigens einen Virus widmen.

    Traurig ist nur, dass der Professor das Geschwätz von Politikern nachplappert, die reden nach dem Motto: Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich rede.

    Wann hört endlich die Dikriminierung von älteren Informatikern auf! Herr Trost, ich fordere sie hiermit auf, diesen Unfug nicht länger zu verbreiten; das Gegenteil sollen sie tun!

    Und wissen Sie was: Ich schließe aus ihrer Inkompetenz in diesem Teilbereich auf die Inkompetenz ihres gesamten Beitrages. Denn wenn das, wo ich mich auskenne, nicht stimmt, glaube ich das, was ich nicht kenne, auch nicht: Ist das pars falsch, ist auch das toto nicht richtig.

    Ich habe endgültig meine Achtung vor Professoren verloren. Sie sind Schuld.
    Ich hoff für Sie, dass Ihre Wunden schnell heilen, aber mir scheint es so, als wären Sie jahrelang "diskriminiert" worden. Das tut mir leid für Sie, dennoch liegen Sie meiner Meinung falsch, von diesem einen Satz von Herrn Trost, welcher dazu noch mit einem "tendenziell" gespickt ist, auf seinen ganzen Beitrag zu schließen!

    Ich finde, Herr Trost hat ganz recht mit seiner Ansicht. Im Grunde genommen entscheidet jeder selbst, was er in seinen Lebenslauf schreibt.
    Lasst uns lieber daran arbeiten, unser Leben mit Vorurteilen nicht leichter zu machen, sondern den Aufwand zu betreiben, zu akzeptieren, dass jeder Mensch anders sein kann als er scheint.
    Und trotzdem bleiben unterschwellig wohl immer bestimmte Reaktionen bei jedem Gesicht, das man sieht, bei jedem Namen, den man liest. Wer sagt er tue dies nicht, lügt!

    Des Weiteren ist es die Aufgabe von Unternehmen, Gewinnmaximum zu betreiben und dafür die bestmöglichen Ressourcen zu erlangen.
    Wenn diese nun Migrationshintergründe in ihre Entscheidungen miteinbeziehen, ist dies diskriminierend, aber wird sich auch irgendwann zu deren Nachteil auswirken.

    Unternehmen können, wenn sie wollen, doch schon heute den Entschluss treffen, in ihre Karrierewebsites und Co zu schreiben, dass sie ausschließlich anonyme Bewerbungen annehmen möchten.
    Dazu bedarf es keine öffentliche Aufforderung dazu.
    Überdies bleibt es doch schlussendlich dem Bewerber überlassen, was er in seinen Lebenslauf an Informationen platziert.
    Da kann ein Unternehmen noch so oft darum bitten, nur anonyme Bewerbungen zugeschickt bekommen zu wollen.
    Da aber jedes Unternehmen das Recht hat, zu gewissen grundlegenden Informationen in den Bewerbungen zu gelangen,
    ist eine anonyme Bewerbung sinnlos, solange ein Unternehmen dies nicht als allgemeinen Standard für sich festgelegt hat.
  2. #131

    Ohne Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Türkischer Nachname? Schon angejahrt? Das falsche Geschlecht? Lauter Gründe, die Einstellungshoffnungen zerstören können. Bewerbungen ohne Fotos und persönliche Details sollen helfen - ein Weg zu mehr Gerechtigkeit oder nutzlose Verschleierung? Zwei Experten anworten.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/job...686457,00.html
    Dieses Problemfeld wäre nicht existent, wenn genügend Arbeitsplätze, bzw. kaum Bewerber für bestimmte
    Tätigkeiten vorhanden wären. Wo früher ein, zwei Bewerbungen auf eine Stellenanzeige in einer überregionalen Zeitung hereinflatterten, konnte es sich niemand leisten, von vorn herein schon jemanden auszusortieren. Bei ein paar hundert Bewerbungen auf ein meist befristetes "Arbeitsplätzchen" sind alle natürlich gleich überfordert. Und wehe, es bewirbt sich ein Schwerbehinderter, der nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.....
  3. #132

    Der erste Blick

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Türkischer Nachname? Schon angejahrt? Das falsche Geschlecht? Lauter Gründe, die Einstellungshoffnungen zerstören können. Bewerbungen ohne Fotos und persönliche Details sollen helfen - ein Weg zu mehr Gerechtigkeit oder nutzlose Verschleierung? Zwei Experten anworten.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/job...686457,00.html
    Das mag auf den ersten Blick plausibel erscheinen.
    Was ist aber, wenn der Bewerber persönlich zu einem Bewerbergespräch gebeten wird?
    Spätestens dann erkennt der Personalchef, dass der Bewerber ein Türke ist.
    Bei mehreren Bewerbern kann er sich dann immer noch für einen deutschen Bewerber entscheiden.
  4. #133

    Märchen Kündigungsschutz

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Die angelsächsischen Länder haben aber auch einen viel geringeren Kündigungsschutz als wir. Wenn jemand nicht in die Firma passt, ist er/sie auch schnell wieder draußen.

    Ich gehe mal davon aus, dass Sie diesen Teil des angelsächsischen Arbeitsrechts nicht übernehmen wollen.
    Was soll das ständige Gesabbel über den deutschen Kündigungsschutz? Den gibt es nämlich (fast) gar nicht mehr. Innerhalb des ersten halben Jahres kann jeder fliegen - ganz ohne Grund. Die Stellen sind in der Regel nur noch befristet. Nach Ablauf der gesetzlichen Befristungsmöglichkeiten (also nach 24 Monaten) ist i.d.R. eh Schluss. Und wer nach 24 Monaten immer noch nicht festgestellt hat, dass er Vollidioten eingestellt hat, tut mir noch nicht mal leid.

    Risiko Kündigungsschutz?

    Kündigungsschutz gibt es nur für Beamte.

    Und Wahlbeamte haben ausgesorgt.
  5. #134

    Eurppass jetzt!

    Zitat von CStonre Beitrag anzeigen
    Und was ist mit Bewerbungsgesprächen?
    Sollen die dann auch anonymisiert werden und sich die Bewerber Masken aufsetzen und in Stimmenverfälscher sprechen?
    Anonymisierte Lebensläufe zur Verhinderung von Diskriminierung ist, als ob man damals in den Südstaaten alle Schwarzen weiß angemalt hätte, um den Rassismus zu bekämpfen.
    es geht doch nur darum, die K.O.-Kriterien "Alter, Geschlecht, Familienstand, Ethnie" NICHT anzugeben. Leider hat sich bisher niemand hier zum "Europass" geäußert. Einfach mal googlen. Hier sind die Unterstellungsverhältnisse, Verantwortlichkeiten und Tätigkeiten präziser genannt. Natürlich kann sich ein halbwegs intelligenter Mensch aus den im Europass gemachten Angaben die obigen Kriterien erschließen. Sie führen aber nicht mehr zum sofortigen Ausschluss!
  6. #135

    kein titel

    Zitat von hypnos Beitrag anzeigen
    es geht doch nur darum, die K.O.-Kriterien "Alter, Geschlecht, Familienstand, Ethnie" NICHT anzugeben.
    Wieso sind das K.O.-Kriterien?
    Sie sind sehr entscheidend für das menschliche Gefüge in einer Firma. Für das, was Menschen von Maschinen unterscheidet.
    Zitat von hypnos Beitrag anzeigen
    Natürlich kann sich ein halbwegs intelligenter Mensch aus den im Europass gemachten Angaben die obigen Kriterien erschließen. Sie führen aber nicht mehr zum sofortigen Ausschluss!
    Warum sollte ein Familienstand zum sofortigen Ausschluss führen? Ein Personaler hat ein ziemlich genaues Bild von der einzusetzenden Person im Kopf und wird aus den Bewerbungen diejenige raussuchen, die dem am nächsten kommt. Wenn er einen jungen Mann will, wird die ältliche Frau so und so aussortiert. Und umgekehrt.
  7. #136

    .

    Zitat von Velbert2 Beitrag anzeigen
    Das mag auf den ersten Blick plausibel erscheinen. Was ist aber, wenn der Bewerber persönlich zu einem Bewerbergespräch gebeten wird?
    Spätestens dann erkennt der Personalchef, dass der Bewerber ein Türke ist. Bei mehreren Bewerbern kann er sich dann immer noch für einen deutschen Bewerber entscheiden.
    Aber vielleicht kann ihn der Türke, der ansonsten gar nicht eingeladen wurde, in einem persönlichen Gespräch davon überzeugen, dass er doch der geeignetste Kandidat ist.
  8. #137

    Eher dagegen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Türkischer Nachname? Schon angejahrt? Das falsche Geschlecht? Lauter Gründe, die Einstellungshoffnungen zerstören können. Bewerbungen ohne Fotos und persönliche Details sollen helfen - ein Weg zu mehr Gerechtigkeit oder nutzlose Verschleierung? Zwei Experten anworten.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/job...686457,00.html
    Anonymisierte Bewerbungen sind in anderen Ländern (z.B. USA) durchaus Gang und Gäbe. Das geht sogar so weit, das nicht anonymisierte Bewerbungen ungelesen zurückgeschickt werden - mit der simplen Begründung, dass sich die Firma keinesfalls rechtlich angreifbar machen möchte. Diskriminierung ist leider ein inflationär gebrauchtes Wort.
    Oder würden irgendjemand einen ehemaligen Bauarbeiter mit Rauschebart und russischem Dialekt ausgerechnet an einen Bankschalter stellen? Mit Sicherheit nicht, und das nicht etwa, weil er Russe ist oder Rauschebart hat, sondern weil er nicht in die vom Kunden erwartete Optik eines typischen Bankangestellten passt.

    Anonymisierte Bewerbungen haben den Vorteil, dass der Personaler jetzt sich theoretisch mit jedem Bewerber befassen muss (= Bewerbungsgespräch), aber auch den Nachteil, dass bei Überlastung kurzerhand das Zufallsprinzip entscheidet, wer überhaupt noch eingeladen wird. Selektion über Zufall ist mindestens genauso schwerwiegend wie Selektion über Herkunft oder Religion, nur dass der Straftatbestand "Diskriminierung" nicht mehr erfüllt wird.

    Fazit: ich bin eher gegen anonymisierte Bewerbungen. Die Bewerber verlieren einen Teil ihrer Rechte, nämlich für sich zu werben und ihre fachlichen Vorzüge anzugeben. Sie würden zu Nummern degradiert (Bewerbung Nr. 182) ohne Namen und Geschichte, und allein der Zufall entscheidet, ob der chronisch überlastete Personaler überhaupt sich mit Nr. 182 beschäftigen will.
    Zusätzlich dazu besteht auch keine gute Chance mehr auf Klage, falls ein Bewerber trotz sehr guter fachlicher Qualifikation wegen Herkunft und Sprache oder Religion abgelehnt wird.
  9. #138

    .

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Ich bin seit vier Jahrzehnten in der IT beschäftigt, vom Programmierer bis in Führungspositionen; von einem Programmierer erwarte ich Phantasie, Vorstellungsvermögen und Kreativität. Methodenwissen ist wichtig, aber innerhalb der verschiedenen Methoden gibt es viele Möglichkeiten zum Ziel zu kommen.
    Stimmt, und ein guter Programmierer wird immer den Ehrgeiz haben, dass seine Lösung nicht nur "irgendwie" funktioniert, sondern auch "elegant" ist, selbst wenn er selber der Einzige ist, der das überhaupt weiß.
  10. #139

    facebook + co.

    Zitat von Michael Giertz Beitrag anzeigen
    Anonymisierte Bewerbungen sind in anderen Ländern (z.B. USA) durchaus Gang und Gäbe. Das geht sogar so weit, das nicht anonymisierte Bewerbungen ungelesen zurückgeschickt werden - mit der simplen Begründung, dass sich die Firma keinesfalls rechtlich angreifbar machen möchte. Diskriminierung ist leider ein inflationär gebrauchtes Wort.
    Außerdem frage ich mich, ob das Europass-Feigenblatt im Alter der sozialen Netzwerke nicht total lächerlich ist.
    Wer kein Profil hat, wird aussortiert. Und von denen, die ein Profil haben ... tja, da weiß man dann alles, bis hin zur politischen Einstellung und den sexuellen Vorlieben.


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