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Premiere in Deutschland: Bluttest erkennt Down-Syndrom bei Embryos

DPAForscher haben das Genom eines Fötus ohne Fruchtwasser-Untersuchung entschlüsselt. Schon bald kommt in Deutschland ein Test auf den Markt, um Trisomie 21 bei Embryos zu erkennen. Ein Segen für werdende Eltern oder eine Diskriminierung von Behinderten?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...837554,00.html
  1. #20

    Pränataldiagnostik...

    ...ist wohl eines der schwierigsten Themen mit denen man sich beschäftigen kann.
    Ich persönlich befürworte sie definitiv, ohne es wirklich begründen zu können. Es erscheint mir einfach als eine sinnhafte und folgerichtige Entwicklung der medizinischen Forschung. Ich will aber nicht in dessen Haut stecken, der darüber entscheiden muss ob ein ungeborenes Kind mit der Behinderung die es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben wird ein würdevolles Leben führen kann. Ich will aber defintiv auch nicht, dass ich diese Entscheidung nicht frei treffen kann sondern sie mir verboten wird. Schließlich bin ich als Elternteil erstens immernoch Vormund und verantwortlich für dieses Kind und zweitens bedeutet diese Entscheidung auch erhebliches für mein späteres Leben.

    Ich kann aber auch jeden verstehen, der völlig anderer Meinung ist. Vertreter die glauben der Staat müsse als Schutzmacht auch die Rechte eines ungeborenen Lebens schützen wie es seine Aufgabe im Falle jedes geborenen Lebens ist. Wo beginnt aber Leben?
    Ich bin der festen Überzeugung, man kann wohl jedem Tatbestand unseres Daseins mit Ratio und Argument und Gegenargument beikommen und selbst den größten Fundamentalisten irgendwann von der eignen Meinung überzeugen. In diesem Fall würde ich aber tatsächlich fast alle Argumente für oder gegen unterschreiben können.
  2. #21

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Forscher haben das Genom eines Fötus ohne Fruchtwasser-Untersuchung entschlüsselt. Schon bald kommt in Deutschland ein Test auf den Markt, um Trisomie 21 bei Embryos zu erkennen. Ein Segen für werdende Eltern oder eine Diskriminierung von Behinderten?

    Trisomie 21: Bluttest erkennt Down-Syndrom beim Fötus - SPIEGEL ONLINE
    Eine der wenigen wirklich guten Nachrichten der letzten Zeit - wenn sie denn so stimmt.
    Es ist zu hoffen, dass diese Entwicklung sich auch auf andere schwere Erbkrankheiten erstreckt.

    Die Amniozentese kann übrigens in keinem Fall mit dieser Diagnostik verglichen werden. Sie ist schädlicher für die Mutter und ein gesundes Kind, ein Schwangerschaftsabbruch nach Amniozentese in diesem Schwangerschaftsstadium wird deutlich folgenreicher - körperlich und seelisch.
  3. #22

    Zitat von stefan1904 Beitrag anzeigen
    Ich habe meinen Zivildienst in einem Behindertenwohnheim gemacht und empfand die Menschen mit Down-Syndrom als lebensfroh und herzensgute Wesen. Daher wäre es ein Verlust, wenn Eltern von ihrer Umgebung gezwungen werden solche Kinder abzutreiben. Dies sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn das Kind zusätzlich schwer körperbehindert ist. Aber Down-Syndrom alleine sollte kein Grund sein ein Kind abzutreiben.
    Stand irgendwo in dem Artikel, dass bei einer Diagnose von Trisonomie 21 eine Verpflichtung zur Abtreibung folgen soll? Es soll den Eltern überlassen werden, ob sie die Schwangerschaft abbrechen wollen oder nicht. Und da haben unterschiedliche Menschen eben unterschiedliche Meinungen. Genauso wie man keine Frau zu einer Abtreibung zwingen sollte, sollte man auch keine Frau zur Austragung einer unfreiwilligen Schwangerschaft zwingen.
  4. #23

    Zitat von somasemapsyches Beitrag anzeigen
    Aus heutiger Sicht hätte ich diesem Kind sein Leiden erspart.
    Mich widern diese gutmenschigen Weltverbesserer an, die vom heiligen Leben, von Förderungen und Diskriminierungen faseln...
    Ich denke, sie haben keine Ahnung von dem,was sie reden.
    Falsch. Wenn Leiden ersparen heisst einem Menschen das Leben zu ersparen ohne dass dieser sich dazu äussern kann ist eine Anmassung sondergleichen.

    Woher wissen Sie denn dass ihr Kind die guten Erfahrungen die es vermutlich auch machen durfte gegen seine Nicht-Existenz hätte eintauschen wollen, die ihm die schlechten erspart hätte.
  5. #24

    Es ist hier wie bei allen neuen Techniken: Computer zum Beispiel ermöglichen weltweite Kommunikation und fördern (politische) Entwicklung. Zugleich ermöglichen sie komplette Überwachung und (ferngesteuertes) Töten (Un-) schuldiger. Die Frage, ob eine neue Technik eingesetzt werden soll ist unsinnig: Sie wird. Vielmehr ist genauestens zu prüfen, wie wir Menschen, jeder einzelne, ob Laie und Spezialist, uns besser auf mögliche Folgen vorbereiten können.
  6. #25

    Zitat von leo_stern Beitrag anzeigen
    Es ist und bleibt Sache der Eltern, ob sie so ein Kind wollen oder nicht.
    Sie vergessen dass sie es zum Zeitpunkt der Untersuch ja schon haben.

    Es geht also nicht um die Frage des habenwollens, sondern des loswerden.
  7. #26

    Zitat von stefan1904 Beitrag anzeigen
    Aber Down-Syndrom alleine sollte kein Grund sein ein Kind abzutreiben.
    Natürlich kein zwingender Grund. Aber man sollte von Eltern auch nicht verlangen können, dass sie sich in einem solchen Fall aufopfern.
    Ein gesundes Kind zu haben, ist auch eine gewisse Art von Menschenrecht, das man nicht ohne guten Grund missachten sollte.
  8. #27

    nee

    Zitat von stefan1904 Beitrag anzeigen
    Ich habe meinen Zivildienst in einem Behindertenwohnheim gemacht und empfand die Menschen mit Down-Syndrom als lebensfroh und herzensgute Wesen. Daher wäre es ein Verlust, wenn Eltern von ihrer Umgebung gezwungen werden solche Kinder abzutreiben. Dies sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn das Kind zusätzlich schwer körperbehindert ist. Aber Down-Syndrom alleine sollte kein Grund sein ein Kind abzutreiben.
    Dann verlängern Sie doch bitte Ihren Zivildienst auf Lebenszeit.
    Es geht nicht um den Umgang mit behinderten Menschen, sondern um das Erkennen vor einer Geburt.
    Ich bitte im Übrigen darum die elendigen religiös geprägten Begriffe wie Segen und Fluch nicht zu verwenden. Wie überall im Leben gehören auch hier keine Kirchen hin.
    Ich habe zum Glück, das ist es wortwörtlich, ein gesundes Kind.
    Ich würde mich wenn ich die Möglichkeit habe gegen ein Kind mit schwerer Behinderung entscheiden.
    Ich würde ebenso ein Kind wenn es trotzdem behindert wäre nicht anders lieben als ein Gesundes.
    Ich kenne niemanden der oberflächlich mit diesem Thema umgeht und schnelle Antworten parat hat.
    Ganz viele "ichs" sind das, weil es eine zuallererst eine persönliche und nicht gesellschaftliche Frage ist!
  9. #28

    Zitat von rtavi Beitrag anzeigen
    Diese Aussage macht für mich keinen Sinn. Laut Gesetzeslage steht in den ersten 14 Schwangerschaftswochen das Recht der Frau auf körperliche Selbstbestimmung so oder so an erster Stelle. Auch bei völlig gesunden Föten dürfen Frauen in dieser Zeit abtreiben. Warum sollte das bei kranken Föten plötzlich nicht mehr gelten.
    Weil die Fruchtwasserpunktion, falls ich mich recht erinnere, ab der 13. oder 14. SSW gemacht wird.
    Es geht auch früher, aber da ist das Risiko einer Fehlgeburt noch höher.
  10. #29

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Sie vergessen dass sie es zum Zeitpunkt der Untersuch ja schon haben.
    Nein, da haben sie noch kein Kind, sie haben ein Embryo.


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