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Premiere in Deutschland: Bluttest erkennt Down-Syndrom bei Embryos

DPAForscher haben das Genom eines Fötus ohne Fruchtwasser-Untersuchung entschlüsselt. Schon bald kommt in Deutschland ein Test auf den Markt, um Trisomie 21 bei Embryos zu erkennen. Ein Segen für werdende Eltern oder eine Diskriminierung von Behinderten?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...837554,00.html
  1. #140

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Nein, denn wenn es in der Konsequenz darum geht dem Kind seine Existenz zu ersparen geht es nicht mehr um das Ersparen von Zumutungen.

    Der Tod löst keine Probleme des Lebens, sondern er erspart anderen die Zumutung einer belastenden Existenz. Es ist eine Form der Eigensucht getarnt als Mitleid.

    Es gibt auffallend wenige Behinderte die Retrospektiv es begrüsst hätten man hätte ihnen ihr Leben mit seinen Zumutungen erspart.

    Es ist absurd einen Menschen zu töten nur weil er möglicherweise rückblickend dieses Leben nicht hätte leben wollen.

    Man macht Eltern zu Göttern wenn ihre Fürsorge eine Priventivtötung ihrer Kinder einschliessen würde.
    Hallo Herr Michaelis,

    Sie sind ja nicht verpflichtet, auf meinen Beitrag zu antworten, aber nachdem Sie hier so große Worte gebraucht haben, hatte ich mehr erwartet. Offensichtlich genügt es Ihnen, etwas moralisch erscheinendes zu verbreiten und Probleme, Probleme sein zu lassen. Als Hilfreich empfinde ich das nicht.

    MfG. Rainer
  2. #141

    Zitat von ein_anonymer Beitrag anzeigen
    Ich bezog mich vor allem auf diejenigen, die uns "Behinderten" unser "unwertes Leben" ersparen wollen
    da muss ich jetzt die Mitforisten in Schutz nehmen: es gibt hier niemanden, der für die Eliminierung von Behinderten plädiert hätte.
    bzw. eigentlich (und genau das ist das perfide daran) sich ersparen wollen.
    Sie haben schon Recht damit, dass werdende Eltern, die eine Schwangerschaft beenden, weil ein genetischer Defekt diagnostiziert wurde, nicht nur dem Kind sondern auch sich selbst viel Leid ersparen wollen.

    Aber es ist nunmal nicht jede Frau und jeder Mann in der Lage, anderen Menschen beim Leiden und Sterben zuzusehen. Schon manche Ehe ist an dem Leiden eines behinderten Kindes zerbrochen. Und oft bleiben auch gesunde Geschwister auf der Strecke, wenn das Sorgenkind die ganze Kraft und Energie der Eltern für sich alleine beansprucht. Auch das ist ein Punkt, der werdende Eltern dazu bringt, eine genetisch geschädigte Schwangerschaft zu beenden.
    Ich will ja nicht gegen das Recht zur Abtreibung argumentieren
    nein? - klingt aber so.
    [quote]Nur wäre ich bei vielen Usern anscheinend nie auf die Welt gekommen[7quote]
    dann könnten Sie hier auch nicht mitreden.
    Und nochmal: niemand will bereits Geborene töten.
    hätte die Frühdiagnistik ergeben, dass ich ein Autist bin
    falls es Sie beruhigt: dafür gibt's noch keinen Gentest.
  3. #142

    Zitat von Tineup Beitrag anzeigen
    Ich bin entsetzt und empört, mit welcher Selbstverständlichkeit, ja Aggressivität das Lebensrecht von Menschen mit Down-Syndrom hier in Frage gestellt wird...
    Ja, Frauen sollen entscheiden, wenn sie das wollen. Dann aber wirklich frei und ohne gesellschaftlichen Druck. Da liegt die Gefahr! Und wer hier keine Ahnung hat, hält sich besser raus.
    und Sie meinen, dass Sie hier keinen sozialen Druck ausüben?
    Wenn Sie den Abbruch einer Schwangerschaft, bei der Trisomie 21 diagnostiziert wurde, so en passant gleichsetzen mit dem Wunsch, behinderten Menschen das Lebensrecht abzusprechen?
    Ich weiß, Sie sind nicht der Einzige hier, der nach diesem Muster vorgeht. Die anderen Foristen, die ähnlich argumentieren, dürfen sich mitgemeint fühlen.

    Es ist gut, dass der neue Gentest möglicherweise schon ab der 9. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann. Das gibt den Schwangeren die Möglichkeit, den Abbruch ganz ohne gesellschaftlichen Druck durchzuführen, weil in Deutschland bis zur 14. SSW die Fristenlösung gilt.
  4. #143

    Da bleibt mir fast die Spucke weg

    Ich bin in höchstem Maße erschrocken, was man hier so lesen kann. In den Beiträgen gibt es nur schwarz oder weiß, gut oder böse und vor allem eines wird ganz deutlich: die Aufklärung funktionniert nicht und die Rahmenbedingungen sind nicht bekannt. Ich glaube die meisten Menschen denken bei der Diagnose Trisomie 21, sie bekämen ein Monster. Klar gibt es auch sehr schwere Fälle und ich möchte mir auch kein Urteil über Eltern erlauben, die sich für eine Abtreibung entscheiden. Dennoch finde ich die hohen Zahlen der Abtreibung bei dieser Diagnose persönlich erschreckend, da es sich bei diesen Menschen in der Regel um sehr lebensbejahende Menschen handelt. Mit Sicherheit ist es eine Entscheidung fürs Leben, sich für die Austragung eines solchen Kindes zu entscheiden und es braucht dafür mit Sicherheit viel Mut und Kraft; aber ganz ehrlich, die Garantie ein gesundes und wohl geratenes Kind zu bekommen kann einem (zum Glück) niemand geben. Ich finde diese Entwicklung sehr traurig, dass unsere Gesellschaft immer höhere Ansprüche an Ihre Kinder stellt. Schön muss es sein, gesund sowiso und benehmen muss es sich, einen guten Beruf muss es erlernen und der Familie viel Ehre machen. Ist es nicht ein unwahrscheinlicher Druck unter den wir unsere Kinder setzen schon bevor sie überhaupt geboren sind.
    Nun zu den Rahmenbedingungen. Das wirklich problematische ist ja, dass wir hier nicht über eine Abtreibung bis zur 12. Woche sprechen, sondern um die Abtreibung, die bis zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt möglich ist. Hierdurch überschneidet sich der Zeitpunkt der möglichen Spätabtreibung mit dem Zeitpunkt, ab dem das Kind dank heutiger Möglichkeiten überlebensfähig ist. Im "dümmsten" Fall (das ist kein blabla, sondern weiss ich aus meinem Studium) überleben diese Kinder ihre eigene Abtreibung und dann muss laut Gesetz alles daran gesetzt werden, das Kind am Leben zu halten. Die schlimmste Behinderung ist dann in der Regel nicht mehr die Trisomie 21. Daher wäre ein solcher Test, wenn er zu einem recht frühen Zeitpunkt durchgeführt werden kann, meiner Meinung nach, eine recht gute Sache. Allerdings fände ich es für unsere Gesellschaft wünschenswert, dass wieder mehr Familien den Mut haben auch ein "anderes" Kind zu bekommen.
  5. #144

    Zitat von spmc-125801416146984 Beitrag anzeigen
    Dennoch finde ich die hohen Zahlen der Abtreibung bei dieser Diagnose persönlich erschreckend, da es sich bei diesen Menschen in der Regel um sehr lebensbejahende Menschen handelt. Mit Sicherheit ist es eine Entscheidung fürs Leben, sich für die Austragung eines solchen Kindes zu entscheiden und es braucht dafür mit Sicherheit viel Mut und Kraft; aber ganz ehrlich, die Garantie ein gesundes und wohl geratenes Kind zu bekommen kann einem (zum Glück) niemand geben. Ich finde diese Entwicklung sehr traurig, dass unsere Gesellschaft immer höhere Ansprüche an Ihre Kinder stellt. Schön muss es sein, gesund sowiso und benehmen muss es sich, einen guten Beruf muss es erlernen und der Familie viel Ehre machen. Ist es nicht ein unwahrscheinlicher Druck unter den wir unsere Kinder setzen schon bevor sie überhaupt geboren sind.
    Da wir heute einen weitaus höheren medizinischen Standard haben und auch oft nur noch ein oder maximal zwei Kinder bekommen, wollen wir als Eltern natürlich, dass dieses Kind sich zu einem selbständigen gesunden Erwachsenen entwickelt, der mitten im Leben steht, selbst für sich sorgen und hoffentlich auch seine eigene Familie gründen kann. Es geht gar nicht um die Ehre, sondern darum, dass das Kind in dieser kompetitiven Welt nicht nur überleben kann.

    Wenn ich sehe, wie meine Bekannten mit ihren DS-Kindern umgehen, ist da sehr viel Opferbereitschaft und Liebe dabei, es ist aber auch schwer zu wissen, es ist z.B. das einzige Kind und es wird sein ganzes Leben auf dem Stand einer Zweijährigen bleiben und das diese Tatsache es auch verhindert wieder einen Partner zu finden und auch die Schwester deswegen keinen Freund auf längere Zeit bekommt, weil dies eine lebenslange Verpflichtung ist und die junge Frau (23) auch immer auf Hilfe von aussen angewiesen ist. Früher hat sich die inzwischen verstorbene Oma gekümmert, heute teilen sich beide Schwestern die Aufgabe, wobei meine Freundin (Tante) deswegen von zuhause aus arbeitet.

    Allerdings leben wir hier in Mexiko, was bedeutet, dass bei fehlenden Eltern oder Verwandten diese Kinder/Erwachsene völlig ohne Schutz dastehen.

    Zitat von spmc-125801416146984 Beitrag anzeigen
    Das wirklich problematische ist ja, dass wir hier nicht über eine Abtreibung bis zur 12. Woche sprechen, sondern um die Abtreibung, die bis zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt möglich ist. Hierdurch überschneidet sich der Zeitpunkt der möglichen Spätabtreibung mit dem Zeitpunkt, ab dem das Kind dank heutiger Möglichkeiten überlebensfähig ist. ... Daher wäre ein solcher Test, wenn er zu einem recht frühen Zeitpunkt durchgeführt werden kann, meiner Meinung nach, eine recht gute Sache.
    Das Thema ist ja gerade, dass dieser Test beinahe 8 Wochen vor der Amniozentese gemacht werden kann. Wichtig ist hier aber auch die Aussagekraft des Tests. Es gibt ja nicht nur Trisomie 21, sondern die viel schwerwiegendere Trisomie 18 bei der die Kinder selten älter als ein Jahr werden.
  6. #145

    Zitat von DasBrot Beitrag anzeigen
    ...was ich je zu diesem Thema gelesen habe. Versuchen Sie sich doch bitte mal ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen und nicht nur mit Platitüten.
    Ich wüsste gerne was konkret an meinem Beitrag die Bezeichnunf "dumm" verdient.

    Es ist für Sie ernsthaft Dummheit wenn das Töten von Menschen in einem zivilen Kontext nur zur Notwehr und Nothilfe erlaubt ist ?
  7. #146

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Und schon haben wir eine pränataleuthanalsie etabliert

    Jeder Mensch muss dann zu allen natürlichen Todesrisken eines Embryos auch noch die willkürliche Todeszone durchqueren, die von Eltern und Medizinern errichtet wird.
    Nein, denn es besteht ja keine Pflicht zu der Untersuchung.
    Sie können, aber Sie müssen sie nicht machen.
  8. #147

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Probleme, Probleme sein zu lassen. Als Hilfreich empfinde ich das nicht.
    Es gibt für alle Probleme einen Rahmen innerhalb dessen Probleme gelöst werden können.

    Eine Tötung aufgrund einer schlechten Lebensprogonose bewegt sich ausserhalb dieses Rahmens.

    Medizinische Eingriffe dienen der bestmöglichen Verbesserung des Lebens und nicht dessen Beerdigung.

    Das Wohl eines Menschen liegt niemals in seinem Tod, mindestens dann nicht wenn dieser sich dazu nicht eindeutig und frei äussern kann.

    Die Eltern sind nicht ihrem eigenen, sondern dem Kindeswohl verpflichtet. Das Kindeswohl kann daher niemals in dessen Tötung liegen, auch nicht wenn dies im Embryonalstadium geschieht.
  9. #148

    Zitat von ein_anonymer Beitrag anzeigen
    Ich bezog mich vor allem auf diejenigen, die uns "Behinderten" unser "unwertes Leben" ersparen wollen, bzw. eigentlich (und genau das ist das perfide daran) sich ersparen wollen.
    Wären Sie nicht lieber auch ohne Behinderung zur Welt gekommen?
    Haben Sie denn in unserer Gesellschaft die gleichen Chancen?

    Kein Elternteil wird zu der Untersuchung gezwungen.
    Es geschieht alles freiwillig.
  10. #149

    Zitat von atech Beitrag anzeigen
    da muss ich jetzt die Mitforisten in Schutz nehmen: es gibt hier niemanden, der für die Eliminierung von Behinderten plädiert hätte.
    Genau das geschieht aber, wenn pränataldiagnostisch nach Mängeln gesucht wird, die nicht behandelt werden können, und den werdenden Eltern dann die Möglichkeit eröffnet wird, den defekten Embryo töten zu lassen.


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