Premiere in Deutschland: Bluttest erkennt Down-Syndrom bei Embryos

DPAForscher haben das Genom eines Fötus ohne Fruchtwasser-Untersuchung entschlüsselt. Schon bald kommt in Deutschland ein Test auf den Markt, um Trisomie 21 bei Embryos zu erkennen. Ein Segen für werdende Eltern oder eine Diskriminierung von Behinderten?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...837554,00.html
  1. #90

    x

    Zitat von dschinn1001 Beitrag anzeigen
    Wenn es so weiter geht, dann gibt es in 40 Jahren nur noch Spezies mit einem IQ von 250 mindestens, - und die Organisation wie MENSA wird dann als "behindert" eingestuft ...
    Also wenn ich die fernsehsendungen so anschaue, z. B.,pures leben (sat1), dann glaube ich das der IQ eher bei 49 sich einpendeln wird, optimistisch geschätzt.
    Woher bekommen die solche repräsentanten, des angeblichen durchschnitts? Sind die wirklich in der überzahl?? Sehen auch alle irgendwie gleich aus, ne frau, ähnlich einer weiblichen spinne, mächtig, das männchen, schmal, dünn, spitzmäusig, mickrig. Und alle haben auf kredit gekauft, schuld ist natürlich der kreditgeber.
  2. #91

    Ich finde es ausgesprochen....

    Zitat von Reiner Weint Beitrag anzeigen
    Ich bin vom so einem Test nicht begeistert, wüsste nicht mal ob ich ihn machen lassen würde. Aber: Darüber haben die Eltern zu entscheiden. Wenn man schon die Eltern entscheiden lässt, ob sie bis zur 12. Woche abtreiben lassen oder nicht, und dabei geht es i.d.R. um gesunde Kinder, dann muss man auch so einen Test zulassen und die Eltern hinterher entscheiden lassen, wie sie mit dem Ergebnis umgehen.

    Ich habe nach wie vor viel mehr ethische und moralische Probleme damit zu akzeptieren, dass in einem der reichsten Länder der Welt pro Jahr 100.000 Kinder abgetrieben werden, nur weil sie zu klein sind zu schreien, sich bemerkbar zu machen und Ihre vorgeburtliche Entwicklung in einem frühen Stadium ist. Und dass es gesellschaftlich nicht erwünscht zu sein scheint, wenn man darüber dauerhaft betroffen ist, wie leichtfertig und gedankenlos viele Frauen überwiegend gesunde Kinder abtreiben.

    Ich bin aber Realist genug zu sehen, dass ein Verbot der Abtreibung nicht funktioniert, unrealistisch wäre.
    ...angenehm zu lesen das sich Menschen ernsthaft Gedanken machen und über ein solches weitreichendes Thema verantwortungsbewusst reden. Ich akzeptiere all ihre Bedenken, aber gebe zu Bedenken das der Mensch nicht vom Aussterben bedroht ist. Ich glaube die Entscheidung für einen neuen Menschen oder nicht entscheidet der Mensch jeden Tag durch Sex oder eben nicht. Verhütung oder eben nicht.....
  3. #92

    Diese Ethik ist meine Sache

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon bald kommt in Deutschland ein Test auf den Markt, um Trisomie 21 bei Embryos zu erkennen. Ein Segen für werdende Eltern oder eine Diskriminierung von Behinderten?
    Ich finde diese Diagnosemöglichkeit ausgezeichnet: Es setzt das Diagnoserisiko einer Amniozentese herab und erlaubt eine viel frühere Diagnose, vermindert dadurch also auch medizinisch indizierte Spätabtreibungen. Und was die Moral angeht: Ich würde mich jedenfalls von Ethikräten nicht davon abhalten lassen, eine solche Frühdiagnostik meines Fötus machen zu lassen. Das Eindringen unserer Regierung in privateste Familien- und Ethikangelegenheiten kennt ja in Deutschland kaum Grenzen.
  4. #93

    Ich glaube die Diskussion wird....

    Zitat von malachi_c Beitrag anzeigen
    ... wie leicht es einigen Kommantatoren fällt, lebenswertes Leben von nicht lebenswertem Leben abzugrenzen.

    Und welche Varianten, die es in der Natur gibt, wollen wir dann als nächstes aussortieren, sobald es geht?

    Ich bin Vater eines Kindes mit Down-Syndrom. Und bin sehr froh, dass diese Menschen unter uns sind.
    ....viel zu harsch und dem typischen Schwarz/Weis denken geführt.
    Sie haben sich für Ihr Kind entschieden und werden wie alle Väter der stolzeste Mann dieser Erde sein.
    In den USA gibt es Sticker die stolze Eltern tragen:
    “My kid has more chromosomes than your kid!"
    Ich glaube das hat Sarah Palin mit ihrem Sohn Trig mal ins Rollen gebracht.
    Es ist doch nicht die Frage ob es lebenswertes Leben gibt oder nicht. Es wird niemals nicht lebenswertes Leben geben. Aber es muß doch der Mutter erlaubt sein sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden. Ob nun mit 46 oder 47 Chromosomen.
  5. #94

    Es stimmt mich sehr traurig....

    ....wenn ich hier sehe wie hier Kinder mit Behinderung diskriminiert werden. Dazu noch Down-Syndrom das eigentlich noch eine der "harmlosesten" Behinderungen ist. Dramatisch ist Down-Syndrom dann wenn es mit anderen Behinderungen kombiniert ist (z.B. Herzfehler).

    Ich selbst habe drei Kinder, eins mit Down-Syndrom (13 Jahre). Die ersten Jahre waren hart, weil wir streckenweise einfach überfordert waren. Heute geht unser Sohn jeden Tag mit Freude in die Schule, kann lesen, schreiben, schwimmen.
    Unser jüngster hat ADHS und ich muss gestehen er hält uns wesentlich mehr auf Trapp als unser Kind mit Down Syndrom.
    Wenn ich mir vorstelle wir hätten Ihn damals aufgrund eines derartigen Tests abtreiben lassen, oh Gott, ich mag gar nicht daran denken.
    Ich wünschte viele die hier schreiben würden sich erstmal mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen. Ich für meinen Teil würde ein Kind mit DS ohne weitere Defekte niemals abtreiben lassen. Ich halte einen derartigen Test im höchsten Maße diskriminierend.
    Was kommt als nächstes? ADHS Test? Test zur Früherkennung von Homosexualität? Test zur Bestimmung des IQ?
  6. #95

    Qualitätskontrolle muß sein!

    Stellen Sie sich mal vor Ihr Körper stirbt. Nach etwas Trauer über diesen Verlust beschleßen Sie ein neues Leben zu beginnen.

    Doch was ist los mit diesen Körper, er funktioniert nicht wie erwartet?
    Ausschußware, Montagsproduktion, Sie haben einen schwer behinderten Körper erwischt, doch Sie können nicht mehr zurück.
    Sie sind jetzt ein behinderter bis der Tod Sie von diesen Körper trennt.

    Gegen solche unerwünschten Erlebnisse hilft nur eine ordentliche Qualitätskontrolle.
  7. #96

    ...

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Wer wie ich selbst mit Behinderten aller Schwergrade hat arbeiten dürfen der lernt dass die eigene Beurteilung des Leidens anderer kein Masstab ist.
    Was aber auch ausschließt, dass Ihre Beurteilung allein der Maßstab ist.

    Ich denke schon, dass die Erfahrungen sehr unterschiedlich sind und es keine allgemeingültige Beurteilung geben kann, und ich denke auch, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder LEIDEN SEHEN und von daher eine andere Schlussfolgerung als Sie ziehen mögen.

    Im Übrigen ist es nun auch keine allein mögliche Tatsache, dass der Tod als das ultimativ Schreckliche und unbedingt zu Vermeidende betrachtet und das Leben als solches als allein Seligmachendes betrachtet werden muss. Dafür muss man nicht mal religiös sein.
  8. #97

    Zitat von PTerGun Beitrag anzeigen
    Noch mal. Es geht nicht um eine neue rechtliche Lage.
    die lässt sich ändern. Darauf zielen solche Diskussionen ab.
    Der neue Test hat keinerlei Einfluss auf die Fristen bzgl. Abtreibung.
    die kann man ändern. Kirchenkreisen und Konservativen ist die deutsche Fristenlösung schon lange ein Dorn im Auge. In den USA wird derzeit von diesen Kreisen alles getan, um das Recht amerikanischer Frauen auf Verhütung und Abtreibung gesetzlich wieder rückgängig zu machen.
    Er erfindet auch nicht die Pränataldiagnostik. Die gibt es schon und ist etabliert. Trisomie 21 wird da auch schon seit Jahren überprüft, durch z.B. genannte Fruchtwasseruntersuchung. Daher führt die ganze Diskussion über Ethik und Fristen und Schutz des ungeborenen Lebens am Thema vorbei.
    die Zielrichtung ist eine andere. Die angeblich durch die Tests beförderte Diskriminierung Behinderter wird instrumentalisiert, um Frauen entweder die Tests vorzuenthalten oder neue Hürden vor einer derzeit innerhalb der ersten SSW straffreien Abtreibung aufzubauen.
    Einzige Neuerung, einzige Änderung besteht darin, dass bei dem genannten Test das Leben des Kindes nicht mehr gefährdet wird. Punkt. Aus. Ende. Wer jetzt gegen dieses neue Verfahren ist, ist somit genau dagegen, dass das bestehende Verfahren gegen ein für das Kind und die Mutter ungefährliches ersetzt wird. Bitte entscheiden Sie jetzt!
    die Entscheidung haben die Gegner doch schon gefällt: wenn es geht, dann soll es gar keine Tests geben. Falls doch Tests gibt, dann soll die Abtreibung aufgrund des Testergebnisses verboten sein.
    Wenn es nach dem Willen der Konservativen und Religiösen geht, dann sollen die Frauen wieder "nehmen, was Gott ihnen geschenkt hat". Ohne Tests, ohne Hinterfragen.
  9. #98

    Wisst Ihr wovon Ihr redet?

    Ich schaue gerade auf meinen Sohn (6 Jahre Downsysndrom) der zufrieden mit meinem Ipad spielt und weiß nicht ob ich weinen soll oder wütend bin, wenn ich die Beiträge in diesem Forum lese.

    Ich möchte nicht über Abtreibung reden, über die jeder letzlich selbst entscheiden muss unabhängig davon ob ein Kind der Norm entspricht. Aber ich habe ein Problem damit dass hier wieder eine Diskussion um "lebenswertes" Leben losgetreten wird.

    Das Downsyndrom ist keine Krankheit sondern eine genetische Besonderheit, die besondere Menschen hervorbringt. Ja es können auch Krankheiten damit häufiger vorkommen, diese hat unsere Moderne Medizin aber in der Regel ganz gut im Griff. Die Bandbreite was Menschen mit Downsysndrom können ist unglaublich vielfältig und die Ausnahmen sind schwer geistig behinderte und Down Menschen die sogar erfolgreich studieren. Down Kinder sind besonders liebenswert und unglaublich erhrlich in den Gefühlen die sie zeigen (aber auch unglaublich stur). Down Kinder verlangen tatsächlich mehr Zeit und Aufwand geben aber auch unglaublich viel zurück. Sie lachen, weinen, mögen Pommes, spielen mit Ihren gesunden Geschwistern (bei uns ein Bruder 10 Jahre) und sind häufig sehr musikalisch.

    Und hier lesen ich "dass muss Heute alles nicht mehr sein". Was macht Ihr mit Euren (hoffentlich!) gesunden Kindern, wenn Sie später Leukämie bekommen, nach einem Unfall querschnittsgelähmt sind oder als Erwachsene zu "asozialen" Elementen unserer Gesellschaft werden. Das sind dann auch keine Normkinder mehr, sollen die dann auch besser nicht zur Welt gekommen sein? Was soll das für eine Gesellschaft sein ohne Toleranz für das andersein, das besonders sein?

    Unsere gesamte Familie ist sehr glücklich mit unserem Downie, wir möchten es nicht mehr anders haben, haben es aber auch nicht gewünscht oder vorher gewusst. Die erste Nachricht, dass das eigene Kind das Down Syndrom hat ist nicht einfach. Jeder muss selber wissen, ob er damit umgehen kann. Aber es kann nicht sein das heute bereits 90% aller Kinder mit Down in Deutschland abgetrieben werden. Wenn sich die Menschen einfach intensiver damit auseinder setzten würden, wäre es auch wieder in unserer reichen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit ein Kind mit DS zu bekommen.

    Bitte beschäftigen Sie sich intensiv mit dem Thema bevor sie vorschnell aufgrund eines Tests dieses besondere Leben einfach vernichten.
  10. #99

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Nein, denn wenn es in der Konsequenz darum geht dem Kind seine Existenz zu ersparen geht es nicht mehr um das Ersparen von Zumutungen.

    Der Tod löst keine Probleme des Lebens, sondern er erspart anderen die Zumutung einer belastenden Existenz. Es ist eine Form der Eigensucht getarnt als Mitleid.

    Es gibt auffallend wenige Behinderte die Retrospektiv es begrüsst hätten man hätte ihnen ihr Leben mit seinen Zumutungen erspart.

    Es ist absurd einen Menschen zu töten nur weil er möglicherweise rückblickend dieses Leben nicht hätte leben wollen.

    Man macht Eltern zu Göttern wenn ihre Fürsorge eine Priventivtötung ihrer Kinder einschliessen würde.
    Ich finde es etwas übertrieben, bei jeder Eizelle von Menschen zu sprechen. Die Frage ist doch wie viel Ehrlichkeit bei einer Diskussion mit einem Betroffenen zu erwarten ist. Noch dazu, wenn der eine Gesprächspartner selbst Krank ist und der Anderer nur die Theoretische Möglichkeit spielerisch, ohne irgend eine Konsequenz diskutiert.

    Ich habe aus dem Leben meines Bruders berichtet und der hat zwei mir bekannte Versuche sich umzubringen, unternommen. Er wählte dazu, eine Selbstverstümmlung, mit dem Ziel sich selbst zu Kastrieren. Das in Abständen von zwei, bis drei Jahren.

    Nur mal so, als Fakt: in Deutschland gibt es keine Möglichkeit, auf Krankenschein eine Prostituierte zu beauftragen ihre Dienste zu leisten. In den Niederlanden gehört sowas zu Versorgung betroffener.

    In Deutschland wird das vornehm ausgeblendet.

    MfG. Rainer