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Preisexplosion: Wie das globale Rohstoff-Roulette funktioniert
Gold, Öl, Weizen - die Rohstoffpreise schnellen in die Höhe, auch in Deutschland werden Lebensmittel immer teurer. Was ist der Grund, wer profitiert von der Entwicklung und wer leidet am meisten darunter? Ein Überblick über die Märkte und Akteure.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...762140,00.html
- #100 18.05.2011 19:47 von
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Libyen hat auch so ein Großprojekt in Mali laufen, über 100.000 Hektar neues Reisland. Denen wird es sicher nicht gefallen dass die Philippinen (größter Reisimporteur der Welt) dieses Jahr wegen absoluter Rekordernte über 1 Mio Tonnen weniger als geplant importieren werden und es in den meisten anderen Erzeugerländern ähnlich gute Ernteergebnisse geben wird...
Ganz anders ist die Situation bei Copra. Wegen der jahrzehntelangen Niedrigpreisen und den Ölpalmen für Biosprit sind weltweit riesige Mengen Kokospalmen gefällt worden. Inzwischen gibt es hier auf den Philippinen den vierfachen Ankaufspreis und viele hart arbeitende arme Bauern sind jetzt hart arbeitende reiche Bauern. Da können die Spekulanten nämlich nicht groß absahnen und manipulieren weil es mindesten 5 Jahre dauert bis eine neugepflanzte Palme trägt. - #101 18.05.2011 19:48 von
Die Ölkrise
Das eignet sich als Gegenbeispiel nun gerade nicht, denn 1973 hatten wir die Ölkrise und die Preisexplosion war nicht das Ergebnis von Finanzspekulanten, sondern von einem echten Angebotsausfall. Würden die Saudis heute den Ölhahn zudrehen und wir infolgedessen explodierende Ölpreise und Rationierung an den Tankstellen bekommen, dann hätte dieser Preisanstieg "Hand und Fuß" und wäre realwirtschaftlich absolut begründet.
Allerdings könnte es gut möglich sein, daß dann die Hedgefunds ihrerseits die Preisexplosion zusätzlich anheizen würden, denn wer will bei einem solchen Katastrophenszenario schon freiwillig auf der Verkäuferseite stehen?
Wir wissen beide nicht, was passieren würde und werden es hoffentlich auch nie erfahren, denn dann hätten wir eine Wirtschaftskrise, gegen die 2008 ein Fliegenschiss wäre. Doch die Chancen, daß die Finanzinvestoren den Preisanstieg beschleunigen würden anstatt ihn abzumildern stehen nicht so schlecht. - #102 18.05.2011 20:19 von
zu einfach
Was natürlich nur ginge, wenn die Ware unter den Einkaufspreis gerutscht wäre. Da Sie hier anscheinend sehr auskunftsfreudig sind, können Sie mir bestimmt auch sagen, wieviel der Aufkäufer einem zentralafrikanischen Kleinbauern bezahlen würde? Den aktuellen Marktwert oder einen Betrag der darunterliegt, um eventuell fallende Preise abfangen zu können?
Sie scheinen, wie hier mehrfach angeklungen ist von irgendwie voll informierten Akteure auszugehen, die sich über die Marktsituation im klaren sind. Was ich persönlich für ebenfalls zu einfach halte. Oder denken Sie etwa, dass selbst der Getreidebauer in Deutschland eine Ahnung hat, wie Marktmechanismen den Preis konstruieren? Wenn dem so wäre, müsste wir bestimmt nicht über die Fragwürdigkeit von Spekulanten und anderen Finanzmarktakteuren reden, weil es diese dann schlicht nicht gäbe.
Gleiches Wissen, gleiche Chancen. Ungleiches Wissen, ungleiche Chancen. Das ist das Problem. - #103 18.05.2011 21:17 von
- #104 19.05.2011 06:54 von
- #105 19.05.2011 07:15 von
- #106 19.05.2011 07:20 von
Kaffee
Korrekt. Und die kann sogar zu besserem Kaffee führen.
Wenn zum Beispiel ein Spekulant erkennt, daß ein bestimmter Betrieb das Potential hat, sehr gute Kaffeemaschinen herzustellen, und deshalb bei der nächsten Kapitalerhöhung Aktien zeichnet, sichert er nicht nur sich selbst die Chance, am Erfolg des Unternehmens teilzuhaben, sondern auch dem Unternehmen die Chance, die nötigen Entwicklungen auch bezahlen zu können.
Das Ergebnis ist dann besserer Kaffee.
Der Spekulant hat damit einen echten Mehrwert geschaffen. Sein Gewinn entsteht nicht dadurch, daß andere Leute Verlust machen. Sondern dadurch, daß er die Erschaffung realer Werte ermöglicht hat und an dem dadurch entstehenden Gewinn teilhat. - #107 19.05.2011 08:14 von H. Krämer
... das ist richtig
Aber, wem bieten sie eine Dienstleistung an, wer hat den Nutzen daraus, wem schadet es gar.
Ein Profikiller bietet auch eine Dienstleistung an oder ein Mafiapate. Eine Werbeagentur kann sich mit ihrer Dienstleistung in einem Bereich bewegen, in dem die Mehrheit bewußt getäuscht oder verbrauchergerecht informiert werden soll.
Eine Dienstleistung anbieten ist per se kein Qualitätsmerkmal.
So redet jemand, der noch nicht die Folgen vor Ort gesehen hat, was solche Spekulations-Dienstleistung an bösen Folgen anrichten kann bzw. nicht bereit ist, sich diese Situation überhaupt vorstellen zu wollen. Selbst spekulative Geschäfte lassen sich absichern; der landwirtschaftliche "Produzent" hat je nach Standort noch nicht einmal die Möglichkeit sein Ausfallrisiko mit einer Versicherungspolice abzusichern.
Ich möchte wiederholen:
Ein Spekulant hätte keine große Lebenserwartung, würde er sich in dem Umfeld aufhalten müssen, aus dem seine Spekulationsobjekte herstammen. - #108 19.05.2011 09:28 von
Tia
Es hätte gereicht wenn Sie meine Frage beantwortet hätten und auf die Prämisse eingegangen wären, die Voraussetzung ist damit der Bauer überhaupt einen Vorteil aus dem Geschäft hat. Preise die unter seinem Verkaufspreis liegen+ allinformiertheit, bei bezahltem Marktwert vom Aufkäufer.
- #109 19.05.2011 12:28 von Argosch
Antwort!
Wie schon öfters empfehle mal das angestaubte PC-Spiel/Simulation "Capitalism II" auszuprobieren, öhm zu spielen. (Kinder lernen ja auch spielend)
Aber dann bitte auf der höchsten Stufe (Level/Schwierigkeitsgrad) und mit sehr wenig Kapital zum Start.
Der Vorgänger (also ohne römisch II) wurde damit beworben es müßten(!) amerikanische BWL/VWL Studenten ...
Lernen, lernen nochmals lernen...
Einfach mal Spielen und probieren... (lernen)
Anmerkung: Der Publisher (damals) war Ubisoft ...
(haben wohl gelernt die Jungs! In Game)
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