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Preisexplosion: Wie das globale Rohstoff-Roulette funktioniert

Gold, Öl, Weizen - die Rohstoffpreise schnellen in die Höhe, auch in Deutschland werden Lebensmittel immer teurer. Was ist der Grund, wer profitiert von der Entwicklung und wer leidet am meisten darunter? Ein Überblick über die Märkte und Akteure.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...762140,00.html
  1. #90

    Volatilitaet

    Zitat von Averell Dalton Beitrag anzeigen
    Schauen Sie einfach mal die Volatilitäten in den Finanzmärkten vor 30 Jahren an - egal, welche, ob Aktien, Rohstoffe oder Devisen - und vergleichen sie diese mit den heutigen. Die Umsätze haben sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht. Nach ihrer These müssten die Volatilitäten deutlich gesunken sein. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.
    Also, die Daten sind nicht so leicht zu bekommen. Bei Yahoo Finance gibt's z.B. den Volatilitaetsindex fuer den S&P500 fuer die letzten 20 Jahre und der ist ziemlich konstant. Ausnahmen: Ende der 90er vor der DotCom-Blase steigt er an und dann 2008 in der Finanzkrise. Zur Zeit ist er stark am sinken.

    Gucken Sie aber mal auf die Oelpreise rund um 1973. Da ging's richtig rund. Dagegen ist heute alles ein laues Lueftchen.
  2. #91

    Geschichte genauer lesen

    Zitat von lezel Beitrag anzeigen
    Und wenn Sie die Wörter, die Sie benutzen, mal im Wörterbich nachgeschlagen haben, dann können Sie mir vielleicht ein Beispiel nennen für jemanden, der, sagen wir, die komplette Weizenernte eines Jahers aufgekauft und anschließend mit Gewinn weiterverkauft hat.
    Rotfoß hatte einmal die komplette Kaffee-Ernte Nicaraguas aufgekauft
    (300.000.000 US$) und damit die Revolution den Kaffee nicht schädigen konnte in Hamburg eingelagert.
    Durch das Geld konnte sich die Junta länger halten.

    Der Kaffee wurde mit gutem Gewinn weiterverkauft.

    Der Typ handelte mit nur 10 bis 15% der Kaffee-Welt-Ernten und hat über Jahrzehnte
    den Preis realtiv diktiert und damit Milliarden verdient.
    Ist Gott-sei-Dank an einer Spekulation mit (ich meine mich zu erinnern Aldi) bankrott gegangen.

    Im alten Ägypten wurden einstmals für sieben Jahre 20% der Ernte eingelagert
    und in den sieben Jahren Hungersnot dann verkauft -
    am Ende waren alle Ägypter Leibeigene des Pharaos.

    In anderen Kulturen und Staaten gab es ähnliches in der Geschichte.

    Heute nimmt zumindestens in der "BRD" der Staat über 70% des Erwirtschafteten weg und verteilt es mit einer Monster-Bürokratie-Diktatur.
  3. #92

    x

    Zitat von fragensteller2 Beitrag anzeigen
    Wetten sind nichts anderes als legaler Diebstahl.
    Na ja, Wetten sind Wetten und gehören m.M. ins Wettbüro und nicht an die Börse. Wozu Spekulationswahn führt hat man ja 2008 gesehen. Da sind hier auf den Philippinen nicht nur die Dieselpreise auf das Doppelte gestiegen, sonder auch die Preise für Kunstdünger, also dem größten Ausgabeposten der Farmer. Verbraucher zahlten zeitweise auch das Doppelte. Die Ankaufspreise für Reis stiegen aber nur um 20%.

    Verbraucher und Bauern waren also die Gekniffenen, während die lokalen und internationalen Spekulanten den Rahm abgeschöpft haben. Für mich ist das wie Kriegsgewinnlertum. Nur das diese Parasiten nicht mehr an die Wand gestellt werden sondern das Bundesverdienstkreuz bekommen, weil sie auf Kosten der kleinen Leute besonders viel verdient haben.
  4. #93

    Funktion von Spekulanten

    Der Spekulant erfüllt volkswirtschaftlich eine wichtige Funktion: Preis ist ein Indikator, ein Signal für die relative Knappheit eines gutes: Wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, steigt der Preis, wenn es anders herum ist, fällt er. Der Spekulant nun zieht eine zukünftige Preiserhöhung nach vorne. Damit gibt er zwei wichtige Signale: Mit einem steigenden Preis gibt er ein Signal an die Produzenten, dass dieses Gut knapp wird und davon mehr produziert werden sollte. Damit wird der zukünftige Nachfrageüberhang durch zusätzliche Produktion entschärft. Ein zweites an die Konsumenten, dass dieses Gut knapp wird und man sich bei diesem hohen Preis vielleicht im Konsum dieses Gutes ein wenig einschränken oder auf ein anderes Produkt ausweichen sollte.
    Bei fallenden Preisen entsprechend anders herum.

    So einfach ist das
  5. #94

    Leider nicht

    Zitat von LEGEIPS Beitrag anzeigen
    Mit ein paar simplen Lagersilos kann man also die Spekulanten austricksen. Auch die Bauern der dritten Welt werden dies lernen. Am Besten auf jeden Dorfplatz eine Tafel mit den Preisen der wichtigsten Rohstoffen aufstellen und täglich aktualisieren. Nach einem Jahr sieht jeder wie der Zyklus läuft und wird entsprechend reagieren.
    Auch in der "Dritten Welt" kennen die meisten Bauern den Preis ihrer Produkte an den Börsen
    ihnen bleibt aber dennoch nichts anderes übrig, als zum Preis des Aufkäufers zu verkaufen, denn
    der hat das Geld und das Geld braucht der Bauer z.B. um gerade zur Erntezeit die Schulgebühren zahlen zu können.
  6. #95

    x

    Zitat von fragensteller2 Beitrag anzeigen
    Der Typ handelte mit nur 10 bis 15% der Kaffee-Welt-Ernten und hat über Jahrzehnte
    den Preis realtiv diktiert und damit Milliarden verdient.
    Richtig krass ist die Situation beim Reis. Es werden nur ca. 5% der Welternte international gehandelt. Dort können Großspekulanten mit relativ kleinem Kapital den maximal möglichen Schaden anrichten.
  7. #96

    An der Realität vorbei

    Zitat von lezel Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil. Sie sind Geschenke des Himmels. Und das zeigen Sie selbst:

    Gut erkannt. Das schöne an einer Wette ist: Daran sind zwei Leute beteiligt, und jeder von beiden bietet eine Wette an. Jeder von beiden weiß also schon vorher, daß er Gewinner ist. Sie beschreiben dort eine sehr erfreuliche Situation.

    Lesen Sie doch mal was Erbauliches, zum Beispiel Ihre eigenen Beiträge. Dann wird Ihnen klar, daß derjenige, der eine Wette anbietet, ein Wohltäter ist, weil er demjenigen, mit dem er wettet und der ja seinerseits die Gegenwette anbietet, auf diese Weise ermöglicht, schon vorher zu wissen, daß er Gewinner ist.

    Wer eine Wette anbietet, macht also jeden, der darauf eingeht, zum Gewinner!

    Solch einem wahrhaft Heiligen will ich gern können, daß er auch selbst gewinnt.
    Einer bietet die Wette an, nämlich derjenige, der sowieso gewinnen wird
    und er findet genügend Verblödete, die das Wettspiel nicht verstehen
    und im festen Glauben handelnd meinen, daß sie selbst als Gewinner aus dem Geschäft gehen würden.
    sie könnten
  8. #97

    genau

    Zitat von Jochen Binikowski Beitrag anzeigen
    Na ja, Wetten sind Wetten und gehören m.M. ins Wettbüro und nicht an die Börse. Wozu Spekulationswahn führt hat man ja 2008 gesehen. Da sind hier auf den Philippinen nicht nur die Dieselpreise auf das Doppelte gestiegen, sonder auch die Preise für Kunstdünger, also dem größten Ausgabeposten der Farmer. Verbraucher zahlten zeitweise auch das Doppelte. Die Ankaufspreise für Reis stiegen aber nur um 20%.

    Verbraucher und Bauern waren also die Gekniffenen, während die lokalen und internationalen Spekulanten den Rahm abgeschöpft haben. Für mich ist das wie Kriegsgewinnlertum. Nur das diese Parasiten nicht mehr an die Wand gestellt werden sondern das Bundesverdienstkreuz bekommen, weil sie auf Kosten der kleinen Leute besonders viel verdient haben.
    Genau, wie hier in Uganda:
    Rohkaffee an der Börse 300% +
    Bauer nominal 30% bis 50%+ effektiv wegen 30% bis 80% Inflation gleiches Einkommen.
  9. #98

    Richtig

    Zitat von Jochen Binikowski Beitrag anzeigen
    Richtig krass ist die Situation beim Reis. Es werden nur ca. 5% der Welternte international gehandelt. Dort können Großspekulanten mit relativ kleinem Kapital den maximal möglichen Schaden anrichten.
    Und in Äthiopien hat eine "Investorengruppe" 300.000 Hektar fruchtbaren Landes "gemietet"
    und beabsichtigt mit der Ernte von 3 Millionen Tonnen/Jahr (das sind mehr als 10% der 5%-Welternte-Spekulation)
    zukünftig den Preis zu bestimmen (Original Aussage, persönlich gehört)
    und als Basmati anbieten (Original Aussage, persönlich gehört)
  10. #99

    x

    Zitat von fragensteller2 Beitrag anzeigen
    Auch in der "Dritten Welt" kennen die meisten Bauern den Preis ihrer Produkte an den Börsen
    ihnen bleibt aber dennoch nichts anderes übrig, als zum Preis des Aufkäufers zu verkaufen, denn
    der hat das Geld und das Geld braucht der Bauer z.B. um gerade zur Erntezeit die Schulgebühren zahlen zu können.
    So sieht es aus. Diese Aufkäufer sind in vielen Ländern mafiös organisiert. Wenn z.B. die Börsenfuzzis auf höhere Preise wetten verknappen die künstlich das Angebot und verstärken die Preiserhöhung.

    Man muß schon ziemlich krank im Kopf sein um den Hunger armer Leute vorsätzlich zu verursachen und dann daraus Profit zu schlagen.


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