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Pornografie in der Schule: "Herr Müller, wie nennst du deine Frau beim Se-he-x?"
Sexfilme auf Handys, vulgäre Texte in Rap-Songs: Pornografie ist leichter zugänglich als je zuvor, auch für Kinder. Lehrer müssen darauf reagieren, fühlen sich aber oft überfordert. Eine Pädagogikprofessorin will das Problem lösen - indem sie Pornos im Unterricht zeigt.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...678468,00.html
- #220 05.03.2010 15:02 von
Bravo!
Bravo! Treffend analysiert und auf den Punkt gebracht. Der zentrale Aspekt der Tabuisierung von Sexualität liegt in dem Machtgewinn. Das wird vor allem durch die Implementierung und fortwährende Triggerung eines Schuldkomplexes erreicht. Diese Triggerung ist unausweichlich, weil der Verstoß gegen das Tabu aufgrund der zentralen Bedeutung des menschlichen Sexualtriebs unvermeidlich ist. Wer aber schuldig ist, der ist auch bereit zu sühnen. Schuld und Sühne gehören zusammen. Und jemand, der reumütig ist, der ist manipulierbar. Manipulierbar durch diejenigen, die die Regeln des Tabus aufstellen und überwachen.
Die Wucht solcher Manipulationen ist gewaltig, weil sie den Menschen tief im Inneren trifft, an seinen Wurzeln. Darüber zu reden und das Thema zu enttabuisieren wäre revolutionär, weil es die Möglichkeit eröffnen würde, sich frei zu machen von den Fesseln der Manipulation. Dies wollen viele Interessensvertreter nicht: Väter, Mütter, Vertreter von Religionen, konservative Politiker, alle haben ein vitales Interesse daran, die Schuldgefühle weiter zu pflegen. Das ist kurz gesagt Machterhalt. Die dabei auftretenden Kolateralschäden werden nicht nur in Kauf genommen, sondern genutzt, um das Netz der Manipulationen weiter zu verdichten und die Verfechter eines natürlichen Umgangs mit Sexualität mundtot zu machen. - #221 05.03.2010 15:06 von Mocs
- #222 05.03.2010 15:10 von
- #223 05.03.2010 15:12 von
Tiefpunkt des Niveaus - in der Tat
Hoffen Sie wirklich, mit solchen Beiträgen das Bildungsniveau in Deutschland zu heben? Dann plädiere ich tatächlich dafür, in den Schulen zunächst den Unterricht in gutem Benehmen und Rhetorik zu stärken und dann erst über Pornographie zu sprechen.
Heinrich Heine hat sich auch Gedanken über Deutschland gemacht. Aber der hatte wenigstens etwas zu sagen. - #224 05.03.2010 15:20 von
xxx
Ausnahmsweise muss ich Ihnen einmal Recht geben;-) Ich kenne "Zartbitter" nicht, weiß aber, dass es solche Schnüffel-Trainer gibt, die bei allem und jedem sexuellen Missbrauch wittern und Kinder so verunsichern, dass sie nicht mehr zu Papa auf den Schoß gehen.
Aber ich weiß auch von Grundschullehrerinnen, dass das, was in jenem zitierten Abschnitt stand, zutrifft, sonst hätte ich ihn nicht zitiert, sowie von einem befreundeten Leiter einer Kinderklinik. - #225 05.03.2010 15:26 von
nutzlos
Jeder der denkt das man die Jugendlichen, die sich Hardcorepornos auf's Handy ziehen, mit Pornoerziehungsunterricht verändern kann hat soweíeso einen an der Waffel.
Von daher würde es eh nur die falsches erreichen, der Abschaum würde sich über den Schwachsinn nur lustig/geil machen. - #226 05.03.2010 15:32 von
- #227 05.03.2010 15:33 von
....
Naja, manchmal denke ich auch: wieder mal ein Grund für die, über uns verbal und auch sonst herzufallen.
Der Preis der Freiheit ist wohl, das die Entwicklung der Gesellschaft nie aufhört. Wobei selbstverständlich keinesfalls alles gut ist, was machbar ist.
Das Kinder mit drei Klick bei youporn sind, ist schlicht eine Katastrophe. Wir müssen wohl damit leben und den Kurzen sehr viel vom Leben erklären, was sie noch nicht verstehen.
Ich habe mal eine Statistik der Länder gesehen, die am häufigsten auf Pornoseiten im Internet klicken:
die Türkei. - #228 05.03.2010 15:37 von Mocs
Rückhalt
Immerhin hätte diese Klientel dann breite Rückendeckung durch Mitforisten wie snickerman und Stefan.D, die die häusliche Vorführung von Hardcore für einen unverzichtbaren Bestandteil der Erziehung halten.
Ist ja auch einfacher als Werte zu vermitteln und Respekt vor dem anderen Geschlecht zu lehren. - #229 05.03.2010 15:44 von
Tabus
Falsch. Die Analyse von Dion stimmt teilweise, aber spätestens Ihr Schluß daraus ist völlig verfehlt. Richtig ist, daß der Sexualtrieb etwas Mächtiges ist und deshalb mit (in verschiedenen Gesellschaften völlig verschieden ausgestalteten) Tabus belegt wird. Falsch ist, daß das zu irgend jemandes Machtgewinn (im hier gemeinten negativen Sinne) geschieht; es hat im Gegenteil eine Schutzfunktion. In einer Gesellschaft völlig ohne sexuelle Tabus würden die Männer sich gegenseitig totschlagen und das übriggebliebene stärkste Männchen die Frauen seiner Wahl vergewaltigen. Das wollen wir aber genauso wenig wie, daß Kranke, Schwache verhungerten oder Schwächere von Stärkeren versklavt würden. Also errichten wir Systeme von Recht und Moral (Tabus gehören zu letzterem), die weitestgehend das garantieren, was wir unter Menschenrechten, Selbstbestimmung, Freiheit, sozialem Miteinander usw. verstehen.
Solche Systeme ändern sich natürlich ständig, Tabus lösen sich auf oder entstehen neu; aber wenn Sie meinen, unsere Gesellschaft kenne keine sexuellen Tabus mehr, dann nennen Sie mir ein Beispiel, wo es jemand gewagt hat, im Sommer morgens nackt zur Arbeit im Büro zu erscheinen -- obwohl Bekleidung strenggenommen etwas völlig Unnatürliches ist.
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