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Porno-Autorin Sophie Andresky: Sex im Sprengstoffbunker

Swinger-Clubs, flotte Vierer und viel Situationskomik beim Sex: Sophie Andresky*ist Deutschlands erfolgreichste Pornoautorin. So schamlos ihre Texte sind, so diskret ist die Autorin -*Fotos sind verboten, ihr Name ist ein Pseudonym. Stefan Kuzmany hat sie trotzdem hemmungslos ausgefragt.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...737628,00.html
  1. #40

    Der 100ste Aufguss

    Als die heraufziehende HIV-Welle, die damals ja noch zwangsläufig mit einem AIDS-Ausbruch zusammen auftrat, die libertinären Eskapaden meiner Generation in einen Orkus der =vernünftig gehandhabten Sexualität= stampfte, wollte man nicht lebensmüde werden, kehrte zunächst die Beschaulichkeit des Pärchen-Sexes wieder ein, begleitet von monogamen Ansprüchen der Partner aneinander in einem Ausmaß, das ich nicht mehr für möglich gehalten habe. Es kamen die spiessiegen 80er, das Heraufziehen endloser dayly soaps mit unsäglichen Liebesgeschichten und nicht zuletzt Rosamunde Pilcher. Da ist dann auch für solche Autorinnen Platz.
    Inzwischen gibt es (lebenslange) Therapien gegen HIV und eine sexuell-literarische Knallcharge jedes Jahr verträgt der Buchbetrieb.
    Wenn ich Achtzig Jahre alt bin, werde ich das zwanzigste Buch zu Sex im Alter nicht gelesen, aber im Feuilleton angedient bekommen haben - vergeblich.
    =..And You Want To Travel With Her, And You Want To Travel Blind...= LC
  2. #41

    t

    Zitat von MrCase Beitrag anzeigen
    Dieses Pop-Up auf der Seite der Autorin mit

    "Sie sind unser 1.000.000 Besucher - dies ist kein Scherz!" ist nicht gerade einladend.
    Klarer Fall von schlechter Browser.
    Marquis de Sade ist übrigens interessanter als diese Bücher.
  3. #42

    Zurück zur Natur

    Das "Geheimnisvolle" der Frauen ist dahin.
    Wenn sie beginnen, ihre eigene unendliche Geilheit öffentlich zu machen, wird es nach und nach langweilig.
  4. #43

    Im Mittelalter, dem wir uns wieder nähern, hiess es, Frauen sollten "Dabei" . . .

    . . . keine unziemliche Lust empfinden.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Swinger-Clubs, flotte Vierer und viel Situationskomik beim Sex: Sophie Andresky*ist Deutschlands erfolgreichste Pornoautorin. So schamlos ihre Texte sind, so diskret ist die Autorin -*Fotos sind verboten, ihr Name ist ein Pseudonym. Stefan Kuzmany hat sie trotzdem hemmungslos ausgefragt.

    http://www.spiegel.de/kultur/literat...737628,00.html
    Schon angenehm mal wieder lesen zu können
    >>Erwachsene dürfen mit Erwachsenen alles tun, worauf beide Lust haben.<<
    und es gibt:
    >>keine "gute" und keine "dreckige" Sexualität, es gibt nur Individuen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben.<<
    Nachdem was ich sonst so lese und mit bekomme, in dieser, wie richtig beschrieben, immer prüder werdenden Welt, ist dann schon traurig und ernüchternd.

    In Sachen Sex in Kategorien zu Denken wie "Normal" und "Unnormal", ja mit Beleidigungen und Dummheit zu reagieren wenn jemand, zum Beispiel in best. Foren über andere Praktiken und Vorlieben spricht als es die eigenen sind ist grotesk.
    Leider aber etwas was zunehmend mehr wird, selbst unter jungen Menschen und das nach soviel Jahren und einer angeblichen "Sexuellenrevolution".

    Nun vlt. gab es mal eine gewisse Aufbruchsphase in Sachen Sex und ein Versuch der Befreiung von vielen ja krankhaften Vorstellungen, wie Selbstbefriedigung verursacht Schwachsinn (da mag es Ausnahmen geben nur ob die Genital bedingt sind?) oder gar "gottgewollt" sei nur die Missionarsstellung, mir scheint das wir wieder auf einem sehr ungesunden Weg zurück in die Verklemmtheit sind, leider.

    Doch zugegeben, was erwarte ich auch von einer Welt wo in manchen Gegenden der USA, Oralverkehr unter Strafe steht, kleine 6 jährige Mädchen nur mit Bikinioberteil baden dürfen, oder auch Saudi-Arabien wo Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, von anderen Sexualpraktiken mal abgesehen, ja selbst in D "feiert" die Homophobie neue Urstände, na toll !
    Was soll's: Gegen Dummheit (und Vorurteile) kämpfen selbst die Götter vergebens.
  5. #44

    FICKEN und Danke!

    Zitat von Genderama Beitrag anzeigen
    "Mösenbetrachtungen" von Juan Manuel de Prada

    Ich für meinen Teil halte es schlussendlich allerdings mit Reich-Ranicki:
    http://www.youtube.com/watch?v=HxCfK1ZOhHA
    .
    Das Buch kenn ich (noch) nicht, aber Danke dafür und auch für RR's-Video !
  6. #45

    Literatur oder nicht?

    Zitat von Nachtschwester Ingeborg Beitrag anzeigen
    Nun, dann scheinen Sie von Miller nicht viel zu kennen, denn Miller schrieb sehr wohl pornografisch, wenn auch auf einem völlig anderen literarischen Niveau...
    Werte Ingeborg

    Das trifft zu. Opus pistorum ist ein Beispiel dafür, dass Beschreibungen unkoventionellen Sexualverkehrs, nicht reißerisch, oder sogar trocken und distanziert, Literatur auf hohem Niveau sein können.

    Dazu:
    Das Buch wurde in Deutschland 1988 durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien aufgrund der expliziten sexuellen Darstellungen indiziert, 1993 aber wieder aus der Liste der jugendgefährdenden Schriften gestrichen.

    Auch der Bundesgerichtshof hat sich 1990 mit dem Werk befasst und in seinem Urteil festgestellt, dass pornographische Darstellungen nicht ausschließen, dass es sich um Kunst im Sinne des Grundgesetzes handelt.


    Die Richter haben Miller wohl lesen müssen, um zu diesem Urteil zu kommen. Die Verdammung erfolgt dagegen oft von Zeitgenossen, die vieles von Miller gar nicht kennen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Opus_Pistorum

    Gruß

    Emil
  7. #46

    ...

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Das trifft zu. Opus pistorum ist ein Beispiel dafür, dass Beschreibungen unkoventionellen Sexualverkehrs, nicht reißerisch, oder sogar trocken und distanziert, Literatur auf hohem Niveau sein können.
    Opus pistorum ist leider ein schlechtes beispiel fuer Millers literarisches Werk
    http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Miller:
    „Opus Pistorum“, 1983 posthum veröffentlicht. Die meisten Kritiker bezweifeln bei diesem rein pornografischen Werk, dass es sich hierbei wirklich um Millers Arbeit handelt. Bekannt ist nur, dass Miller dem Verleger dieses Buches angeblich immer wieder einzelne Seiten verkauft haben soll.
    Seine wichtigsen Arbeiten sind ja bestimmt Wendekreis des Krebses/Steinbocks, und Sexus, Plexus, Nexus. Auch mit diesen Werken gab es aufgrund seiner tabulosen Darstellung diverse Probleme bei den Veroeffentlichungen. Aber, obwohl die Texte viel Obszoenitaeten und pornographische Elemente enthalten, sehe ich sie nich als Pornographie. Es sind wohl eher Werke des Existentialismus, deren Philosophie stark von der horizontalen Triebhaftigkeit gepraegt werden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wendekreis_des_Steinbocks:
    Die rücksichtslose Zurschaustellung des grob Geschlechtlichen dient als Protest gegen den Zivilisationszwang seines kleinbürgerlichen, puritanischen Herkunftsmilieus und als Mittel zum Ausdruck seines Hasses auf den American Way of Life. Dahinter jedoch steht unüberhörbar auch ein eindringlicher Aufruf zur Humanität.
    Und das ist leider, woran viel zeitgenoessische Erotikliteratur krankt, sie haben selten eine Message, geschweige denn, dass sie dazu dienen, eine eigene Philosphie zu entwickeln. Dazu muesste diese Literatur in der Lage sein, durch die direkte Darstellung des Pornographischen eben dieses zu transzendieren und so eine neue Ebene zu oeffnen. Aber meist bleibt die aktuelle Erotikliteratur leider im Sex stecken.
    Und damit muss ich leider den Ausserungen der nachstschwester widersprechen, und eher ihr raten, bei den naechsten Schichten sich doch noch mal intensiver mit Miller zu beschaeftigen. Denn ich habe ihn gelesen, aber nicht, weil ich Sex lesen wollte.
    Daher finde ich es ja auch immer beleidigend fuer ihn und Anais Nin, als Referenz fuer Erotikliteratur verwendet zu werden.
  8. #47

    aw

    Zitat von keats Beitrag anzeigen
    Schon angenehm mal wieder lesen zu können
    >>Erwachsene dürfen mit Erwachsenen alles tun, worauf beide Lust haben.<<
    und es gibt:
    >>keine "gute" und keine "dreckige" Sexualität, es gibt nur Individuen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben.<<
    Ich finde es nicht angenehm sondern erschreckend. Erschreckend, dass es im Jahr 2011 überhaupt noch nötig sein sollte, derlei Äußerungen zu machen. Ich hätte geglaubt, dass die Zeiten, als das noch nötig war, schon vor etlichen Jahrzehnten längst überstanden seien.
    Als Gymnasiast gehörte es in meiner Zeit z.B. zum guten Ton, nicht nur Werke der klassischen Weltliteratur zu lesen sondern auch Werke von Henry Miller und Anaïs Nin - das gehörte dazu und war völlig normal.

    Dass Menschen prüder werden - das kann ich mir nicht vorstellen. Aber offenbar brauchen die Medien neuen Stoff für skandalöse Meldungen. Sexualität sollte eigentlich nicht mehr dazu gehören, und es ist doch abstrus, dass die Lektüre der Bücher dieser Autorin nun etwas "Verbotenes" sein sollte, wie der Kommentator meint. Es ist mein Gefühl, dass die Sexualität nur deshalb neu skandalisiert werden sollte, um damit mehr Quote/mehr Geld zu machen.
  9. #48

    aw

    Henry Miller, Anaïs Nin, "danach war das Ende der Fahnenstange schnell erreicht". Jede Menge Pornos, die Männer für Männer geschrieben haben, "voll von großbusigen, dauergeilen Blondinen", das machte sie nicht an. Und die feministische Literatur zum Thema erst recht nicht: "Muttergöttin hier und Menstruation da, ganz klemmig." Und was sie am Schlimmsten fand: "Alles war völlig humorfrei."
    Das Statement der Autorin stimmt nicht. Ende der 80er gab es z.B. Buchreihen à la Heyne Hardcore von renommierten Verlagen - die hatten im Buchhandel eine eigene Säule. Diese Bücher waren keineswegs primitiv oder nur für Männer geschrieben sondern ziemlich sophisticated. Auch gab es massenhaft andere anspruchsvolle erotische Literatur aus der Zeit, mir fällt ad hoc z.B. Ian McEwans "In between the sheets" ein.

    Nachdem ich eben eine Leseprobe von der Autorin aus ihrem Buch "Nachts sind alle Katzen geil" vorgenommen habe, möchte ich meinen, dass ihr Schreibstil doch eher schlicht ist. Sie sollte sich davor hüten, sich in einem Atemzug mit solch großen Namen der Weltliteratur zu nennen.

    Die Beschreibung des neuen Buches hört sich genau so platt und primitiv an wie die og. Leseprobe ...
  10. #49

    Was hat der Sysop gegen diesen Beitrag?

    Zitat von brain_in_a_tank Beitrag anzeigen
    Opus pistorum ist leider ein schlechtes beispiel fuer Millers literarisches Werk
    http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Miller:
    Das ist es keineswegs, es ist sogar eines seiner besten Bücher und es ist zweifelsfrei von Henry Miller.
    Es ist seine Sprache, sein Stil, sind seine Protagonisten, seine Schauplätze. Die Ideenvielfalt ebenso wie die Kühnheit des Buches schließt einen anderen Autor als Miller aus.

    Zitat von brain_in_a_tank Beitrag anzeigen

    Und damit muss ich leider den Ausserungen der nachstschwester widersprechen, und eher ihr raten, bei den naechsten Schichten sich doch noch mal intensiver mit Miller zu beschaeftigen. Denn ich habe ihn gelesen, aber nicht, weil ich Sex lesen wollte.
    Seltsam, irgendwie kann ich Ihnen das nicht abnehmen, bei dem was Sie zu Miller geschrieben haben. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie über die Lektüre des "klimatisierten Albtraums" nicht hinausgekommen sind. Kein schlechtes Buch übrigens.
    Nur scheint Ihnen das restliche Werk des Müllers ziemlich fremd zu sein. Die "Stillen Tage" nur mal so als Beispiel.
    Natürlich hat Miller auch Bücher wie den Koloss verfasst, aber bekannt geworden ist er nicht ohne Grund mit anderen Büchern.
    Bevor Sie also jemandem empfehlen Miller zu lesen, sollten Sie das vielleicht erst mal selbst tun.

    Zitat von brain_in_a_tank Beitrag anzeigen
    Daher finde ich es ja auch immer beleidigend fuer ihn und Anais Nin, als Referenz fuer Erotikliteratur verwendet zu werden.
    Sehen Sie und ich finde es albern, wenn man gerade diesen Beiden die Erotik in ihren Büchern absprechen will.
    Btw.: wenn Nin nicht erotisch ist, was beinhalten ihre Bücher bitte dann?


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