Ich fand zumindest die erste Hälfte von Chinese Democracy gut, aber es ist in der Tat ein Werk, das stark anfängt und von Lied zu Lied schlechter wird.
Getty ImagesJeder nutzt sie, viele verteufeln sie: MP3s bestimmen den Klang der Musik im digitalen Zeitalter. Nun hat ein Professor ein unterhaltsames Buch über das Format geschrieben. Auf welche Antworten das Netz noch wartet: Welche Musik muss man gehört haben? Und wer wollte nicht bei Olympia auftreten?
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...850442,00.html
Ich fand zumindest die erste Hälfte von Chinese Democracy gut, aber es ist in der Tat ein Werk, das stark anfängt und von Lied zu Lied schlechter wird.
Das Format MP3 hatte seinen Sinn, als die Speicherkapazitäten von Computern und Playern noch ein Zehntel der jetzigen betrugen. Heute ist dieses Format technisch völlig obsolet. Mit FLAC oder Monkey's Ape
gibt es kostenlose Programme, die Audiodateien auf die Hälfte ihres Umfangs verlustfrei reduzieren, d.h. ohne daß die kleinste Nuance verloren geht. Die Behauptung, auch mit MP3 sei ein optimales Klangerlebnis möglich, wenn nur höhere bzw. die höchstmögliche Bitrate gewählt werden, ist durch direkten Hörvergleich überzeugend widerlegt.
Es ist vor allem dem Beharrungsvermögen der Hardwarehersteller und der Abgestumpftheit der Nutzer zu verdanken, daß MP3 nicht längst vollständig abgelöst ist.
Nun kann jeder, der eine halbwegs offenes System besitzt, seine Originalmusik natürlich selbst verlustfrei enkodieren; und wer aus dem Internet herunterlädt, kann auch nichts Besseres als MP3 erwarten.
Leider nur ist der digitale Fernsehton auch in einem reduzierten Format kodiert, nämlich meist MPEG-2. Diese uralte Technik liefert lediglich mit der höchsten Bitrate eine akzeptable Tonqualität, aber sogar die liegt etwas unter der des alten analogen, unkomprimierten Stereotons.
Sie wird auch nur bei HD-Sendern geliefert, während die Audioqualität der normalen SD-Sender eine Zumutung ist, wie man leicht überprüfen kann, wenn man z.B. von ZDF normal auf ZDF HD umschaltet.
Ob sich daran etwas ändern wird und ob dies angesichts der Beschaffenheit der vorhandenen Geräte überhaupt technisch möglich wäre, kann nur ein Insider beurteilen. Sachliche Informationen sind schwer zu bekommen; dafür wird viel Nebel geworfen.
Sie können dafür sicher Referenzen benennen, denn ich kenne genau die gegenteilige Aussage. Die wird auch durch meine privaten, nicht repräsentativen Doppelblindversuche mit Freunden und Bekannten gestützt.
MPEG-II ist ein Standard für Videoencoding, der mehrere Verfahren zur Audiocodierung zuläßt. Eines davon ist MPEG-II Audio Layer 3, kurz "MP3" genannt. Viele HD-Sender verwenden heute aber Dolby digital, auch das ZDF (entweder Stereo oder 5.1). Die meisten neueren Geräten können das auch - genaugenommen kenne ich keines, das das nicht kann.
BTW: Lustig fand ich die ständige Verknüpfung von Apple und MP3 in dem verlinkten Interview. Ich dachte immer, iTunes verwendet nur AAC - oder hat sich das geändert?
Wenn MP3 (optimale Bitrate vorausgesetzt) sich dem Höreindruck nach nicht vom Original unterscheidet, dann müßte man auch mehrmals nacheinander ein Musikstück mit MP3 enkodieren, dann zur WAVE-Datei dekodieren und diese wieder mit MP3 enkodieren können usw., ohne daß selbst nach der zehnten Umwandlung eine Verschlechterung hörbar wäre.
Mit FLAC oder Monkey's Ape ist das hundertmal möglich, und das Endergebnis klingt noch exakt wie das Original.