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Pop!: Ödes Rentner-Gerappe

DPAErstmals wurden in den ersten Monaten dieses Jahres mehr alte als neue Platten verkauft. Was hat das zu bedeuten? Ist der Nachwuchs zu langweilig? Und wer darf überhaupt wen langweilig finden? Ein Fall fürs Netz.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...845342,00.html
  1. #1

    Selbst

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erstmals wurden in den ersten Monaten dieses Jahres mehr alte als neue Platten verkauft. Was hat das zu bedeuten? Ist der Nachwuchs zu langweilig? Und wer darf überhaupt wen langweilig finden? Ein Fall fürs Netz.

    Plattenverkäufe; Public Enemy; Morrissey-Schelte; Joss Stone - SPIEGEL ONLINE
    Doris Day glänzt in den Charts.
    Wenn es (laut Piraten) ein Grundrecht geben sollte, Content einfach zu klauen - dann kann auch kein Musik-Nachwuchs mehr entstehen - dann gibt es auch kaum noch neue Musik.
    Fehlt nur noch das Grundrecht auf Blödheit.

    Mir egal, mir reicht die alte.....
  2. #2

    Es gibt mehr alte als neue Musik...

    Bei den Unmengen an sehr guten, aber älteren Alben ist es kein Wunder, dass das Verhältnis von alter zu neuer Musik so ungleichmäßig ist, dass automatisch die alten Sachen insgesamt häufiger verkauft werden. Außerdem gibt es auch mehr alt als junge Menschen. Und mal ehrlich: Wie oft kommt es schon vor, dass heutzutage noch ein wirklich gutes Album herauskommt, das man von vorne bis hinten hören kann? In meinen Augen wird das immer seltener. Daher kaufen sie die Leute lieber nur die einzelnen aktuellen Songs, die sie gut finden...
  3. #3

    Toleranz, wieder mal falsch verstanden...

    "...wie schnell es mit der Toleranz im Pop vorbei sein kann."

    Wenn der 19-jährige Schreiberling seine Meinung äußert, können andere ja wohl auch ihre Meinung äußern, auch wenn diese Meinung eine andere ist.
    Jemandem widersprechen und anderer Meinung sein und sie äußern heißt nicht, intolerant zu sein.
    Tolerieren heißt, es zuzulassen, aber nicht, es unbedingt gut zu finden. Und wenn ich es nicht gut finde, kann ich ja wohl meine Meinung dazu kund tun.

    Außerdem muss man, wenn man als 19-jähriger behauptet, bestimmte Musik sei "von der Zeit überholt", erst mal zeigen, was er von "der Zeit" überhaupt weiß.
    Wenn man sich den Original-Artikel dieser Kritik durchließt, liest man die Worte "bizarre", "strange", "perplexed".
    Dieses Album kommt ihm seltsam vor. Das ist ja ok, dann hat er eben keinen Bezug dazu und das macht ja auch nichts. Dann soll er es auch so schreiben und nicht irgenwas von "überholt" schreiben, weil der Sound der damaligen Zeit nicht so "gut" ist wie jetzt oder die Sampling-Technologie gar nicht oder nur rudimentär vorhanden war.
  4. #4

    Das was im Radio läuft...

    ...ist das ödeste, was die Welt jemals gehört hat. 80er Jahre Retro soll's jetzt bringen. Drumcomputer geschätter, verfremdete Stimmen - kein Mensch will sowas hören. Aber die Radiosender trauen sich nichts mehr. Zum Glück gibt's soviel Live-Musik.
  5. #5

    80er waren Topp

    Um diesen Trend zu verstehen muss man sich mit der Entwicklung der Pop-Musik auseinander setzen. Der Ursprung der heutigen Pop-Musik entstand in den USA in den 30ern aus dem Jazz, Swing, Gospel etc. Damals hatte die Musik eine Seele und war naturverbunden. Die Hippie Bewegung hat dann in den 60ern ihren eigenen Ausdruck gefunden. Die amerikanische Musik hat dann weltweilt Nachahmer gefunden, was dann zu Bands wie den Beatles etc geführt hat. Der Höhepunkt der Pop-Musik ist mMn in den 80er Jahren zu sehen. Lieder wie "Smalltown Boy" oder MJ's Thriller Album haben einfach Maßstäbe gesetzt, die dann später nie wieder erreicht wurden. Durch die Erfindung von Schallplatten, später CD's hat es dann einen Kanibalisierungseffekt gegeben. Also ab Ende der 60er Jahre gab es weniger Live-Auftritte und mehr "Disko-Abende", wodurch den Künstlern die Bühne genommen wurde.
    Das Publikum ist auch irgendwann zu anspruchsvoll geworden und hat nur die schnelle Sensation gesucht statt sich auf neue Musik-Strömungen einzulassen.
    Eine auf kollektiver Ebene seelische Übersättigung hat sich also ausgebreitet. Dies ist wohl auch ein generelles Problem in dem heutigen Marketing-Zeitalter.
    Letztlich muss man D-land auch in Bezug auf Pop-Musik kritisieren. Die in D hervorgebrachte Musik hat NIE auch nur annähernd den Standard aus den USA oder UK erreicht. Dafür war D schon immer zu proviniziell und spießig. Den Deutschen fehlen da die Rezeptoren, was sich auch im minderwertigen deutschen Humor (und Sozialverhalten) zeigt.
    Letzlich hat jede Kunst seine klassische Periode. Der Weimarer-Klassik und der Wiener Klassik gesellt sich sich jetzt die Pop-Klassik der 60-80er.
  6. #6

    Ja genau...

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    Doris Day glänzt in den Charts.
    Wenn es (laut Piraten) ein Grundrecht geben sollte, Content einfach zu klauen - dann kann auch kein Musik-Nachwuchs mehr entstehen - dann gibt es auch kaum noch neue Musik.
    Fehlt nur noch das Grundrecht auf Blödheit.

    Mir egal, mir reicht die alte.....
    ... so siehts aus! Es gibt keine neue Musik weil die Menschen ja alles nur noch downloaden! So ein Schwachsinn! Es gibt genug neue Musik. Das Problem ist nur, dass diese meist Schwachsinn ist. Alle regen sich auf über den EuroTechnoDanceRotz den wir in den 90ern gehört haben. Wenn ich aber die heutigen Charts höre dann wünsch ich mir die 90er zurück. Aussgerwöhnliches sollte man im Pop sowieso nicht erwarten. Das meiste ist kurzfristig und dafür gemacht den Musikmanagern im Hintergrund fette Gehälter zu verschaffen. Innovationen kommen doch wenn überhaupt, nur aus dem Rock/Metal/Alternative-Genre.
  7. #7

    Ach wie bin ich froh...

    ...dass ich meine Pubertät in dern 80ern erleben durfte, mit Michael Jacksons "Thriller" und Princes "Purple Rain" - das war Musik, die bewegt hat, Emotionen geweckt und zum Tanzen animiert hat. Heute hört man nur noch langweiligen Einheitsbrei im Radio. Und wie schon ein Vorredner sagte, lohnt es sich heute nicht mehr ein ganzes Album zu kaufen, weil dort alles marketingtechnisch standardisiert und somit beliebig vergleichbar mit den Wettbewerbern ist. Es leben die 80er Jahre ;-)
  8. #8

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    Doris Day glänzt in den Charts.
    Wenn es (laut Piraten) ein Grundrecht geben sollte, Content einfach zu klauen - dann kann auch kein Musik-Nachwuchs mehr entstehen - dann gibt es auch kaum noch neue Musik.
    Das Gegenteil ist der Fall: Die absolute Durchkommerzialisierung und die Beherrschung des Marktes durch einige wenige Leute erdrückt jegliche Freiheiten.

    Als Beleg für diese Behauptungen kann man sich die Hitlisten aus drei verschiedenen Zeitperioden anschauen. Als Beispiel seien hier die Billboard Charts aus den USA genannt, die ja sehr gut abbilden, was als Musik gespielt und gekauft wird.
    Hier z.B. aus dem Jahre 1985:

    List of Hot 100 number-one singles of 1985 (U.S.) - Wikipedia, the free encyclopedia

    Etwa alle zwei Wochen findet sich ein neuer Song ganz oben, und eine Vielzahl von Künstlern ist dort zu finden, viele auch heute noch berühmt. Demgegenüber der Vergleich mit heute. Besonders deutlich wird das im Jahr 2009:

    List of Hot 100 number-one singles of 2009 (U.S.) - Wikipedia, the free encyclopedia

    Ein halbes Jahr lang dieselbe Band mit zwei Hits ganz oben, und auch ansonsten tauchen einige wenige Namen immer wieder auf, die seit Jahren den größten Teil der Musik unter sich ausmachen.

    Wer nun sagt, das sei eben eine Konsequenz der Raubkopiererei (wobei dann die Frage wäre, warum einige wenige offenbar doch einen gewaltigen Reibach machen), dem sei ein Blick in die 40er Jahre empfohlen, die ebenfalls weitgehend musikalisch vergessen sind (wie es die letzten zehn Jahre wohl auch in Zukunft werden):

    List of number-one singles of 1945 (U.S.) - Wikipedia, the free encyclopedia

    Kommt einem bekannt vor, oder? Auch hier finden sich übrigens nicht mehr als ein knappes Dutzend Künstler, die über etliche Jahre hinweg den Musikmarkt dominierten.
    Und was hat die damalige Zeit mit heute gemeinsam? Nicht die Möglichkeit zur Raubkopie, aber die Dominanz einiger weniger einflussreicher Leute, die den Musikmarkt beherrschen und nur das produzieren, was ihnen erfolgreich scheint. Die P. Diddys, 50 Cents und Beyoncés der 40er Jahre mögen die Dorsey Brüder oder Harry James gewesen sein, aber im Kern ist es dasselbe Problem: Ein kleiner aber sehr einflussreicher Zirkel regiert den ganzen Markt und bestimmt, was gekauft wird und wer nach oben kommt. Heraus kommen die immer gleichen, eintönigen aber soliden Stücke, die schon nach wenigen Jahren vollkommen vergessen sind.
  9. #9

    Pop?

    public enemy POP? der schreiberling möge sich verstecken und schämen. ich glaubs ja wohl.


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