Darf man das? AC/DC-Hits zu verträumten Klavier-Balladen uminterpretieren? Das neue Album des Pianisten Jens Thomas erbost Jazz-Puristen und findet sich mitten in einer Debatte wieder, in der über den Zustand des Jazz in Deutschland diskutiert wird.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...807378,00.html
In den einstimmigen Kommentaren sowohl hier, als auch auf SPON wird Gott sei Dank deutlich, dass das Publikum längst im Heute angekommen ist und überhaupt nicht an dem "Diskurs" Jazz vs. Kommerz interessiert ist, der so alt ist, wie diese Musik selbst. Für viele scheint es der stetige Wandel dieser Musik zu sein, der diese spannend und interessant hält. Diese Haltung ist keineswegs selbstverständlich, zeugt von wirklicher Musikbegeisterung und Neugierde und ist das beste, was man sich für den Jazz wünschen kann.
...spielen was er will. Wo bin ich denn?
Wenn sich die Jazzexperten einig sind, dass ihnen ein vermeintlich der Jazzfraktion angehörender Musiker jetzt Highway too hell anbietet, dann brauch es ihr doch nicht gefallen. Ich hab den Song so auch nicht gehört und weiß nicht ob er mir gefällt. Wenn ichs richtig überlege, so fällt mir so schnell kein Titel aus dem Bereich des Jazz ein, der besonders gut war, weil er beispielsweise einen Rocktitel interpretierte. Am besten war der Jazz, wenn er neue Stücke hervorgebracht hatte. Dabei kann es dem Jazz nicht schaden, sich an bekannte Stile anzulehnen. Ich denke hierbei immer wieder an das Stück Memphis Underground, bei dem er sich frei und spielerisch des Memhis-Sounds bediente, oder wie Ray Charles sich an den Gospel annäherte. Aus meiner Erfahrung waren gerade die Annäherungen an bestehende Stile mit dem Jazz mir immer die liebsten.
wäre, dass man sich als Musiker doch lieber mal selbst an Eigen-Kompositionen versuchen sollte, als sich mithilfe von ´´Interpretationen´´ bekannter Stücke zu profilieren versucht.
Da sind mir persönlich relativ simple Eigenkompositionen lieber, als die 35te Verwurstung der Stücke anderer Musiker.
Zitat: "Stücke von AC/DC hatte Thomas seit Kindheitsjahren in den Ohren. Sein älterer Bruder ließ damals Platten der australischen Popband voll aufgedreht laufen..."
Nun sind AC/DC bestimmt nicht als Death-Metal-Band o.ä. bekannt, aber die Bezeichnung "Popband" finde ich in diesem Zusammenhang dann doch etwas zu schräg.