...wir haben uns damals geirrt, als die Frage "Rock oder Disco" zur Ideologie der 1970er und frühen 80er Jahre (noch verstärkt durch Punk) wurde.
Disco hat mehr Potenzial gehabt, als es uns damals schien.
Es gab diesen latenten Rassismus gegen die schwarze Musik.
Schön dargestellt wurde das vor kurzem in einer arte-Dokumentation.
Es ist doch in Ordnung, seine damaligen Irrtümer zu erkennen. Man darf ja auch darstellen, dass es nicht nur um Musik ging, sondern um Stil und die politische Einstellung. Das erscheint heute absurd, aber wer Punks vs. Popper vs. Teds vs. Skinheads vs. Ökos erlebt hat, kann vielleicht auch nachvollziehen, warum Disco so verhasst war.
Umso erfrischender, wenn man sich heute Fela Kuti, Osibisa oder eine finnische Version von "Stayin´Alive" ohne diese Vorbehalte anhört und konstatieren darf, dass ein Musikstück ab acht Minuten Länge sich entfalten kann. Und man kann sich dies alternierend zum 30-Sekunden-Gehacke von Dirty Rotten Imbeciles antun, ohne die eigene politische Richtung in Frage zu stellen.

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