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Politische Rhetorik: Einmal Hitler und Du bist raus

Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

Nazi-Vergleiche sind in der politischen Rhetorik beliebt - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Jep

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

    Politische Rhetorik: Einmal Hitler und Du bist raus - SPIEGEL ONLINE
    Niemand wüsste das besser als die Konservativen, die für Hitler einfach Stalin oder Kommunismus verwenden. Von daher traue ich Herrn Fleischhauer hier, ohne seine Kollumne gelesen zu haben, eine gewisse Kompetenz zu.
  2. #2

    wie auf dem Hof einer Vorschule: Au Weia! Er hat Kacka gesagt! Allerdings ist bei den Kids wenigstens die Empörung ehrlich...
  3. #3

    witzig

    Witzig ist: der Spiegel arbeitet ja hart an den Abschiessen der Konkurrenz zum bestehenden Status Quo... wieviele Artikel über Nichtigkeiten und kleinen und größeren Fehler hat der Spiegel jetzt über die Piraten gebracht? Und die Etablierten sind aus der Schusslinie. Und die bauen echt epische Katastrophen zusammen. Alleine der Murks in der Europapolitik, der Bürgerrechte, Datenschutz etc.pp. die Entgleisungen von gewissen Innenminister (Friedrich, Schünemann) und so weiter und so fort... das bekommt man dann höchstens ganz nebenbei mit und meist das nichtmal über die grossen Presseorgane sondern nur über regionale oder Privaten (Blogger etc.pp.) Schreiberlingen...
  4. #4

    Och Joh!

    "Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten. "

    Exakt so ist es. Statt sich auf inhaltliche Themen zu konzentrieren, werden selbst kleinste angebliche Verfehlungen dazu genutzt, den politischen Gegner möglichst prompt zu eliminieren.

    Faktisch hat keine anderen Partei der "Neuzeit" eine derartigen Wählerschub erfahren wie die Piraten und vormals die ...... Das ist so und läßt sich nicht wegmobben! Der unsäglich ausgesprochene Vergleich, war leider eine absolute Steilvorlage für die "Etablierten", von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken und Unisono anzufangen dümmlich zu blöcken! Dabei waren die alten Parteien in der Anfangszeit dieser Republik, allesamt Auffangbecken für die "Heimatlosen auf"rechten" Deutschen"!
  5. #5

    jein

    denn der Automatismus geht noch weiter: Die Empörung mag vorgeschoben sein, aber dass es so kommt, hätte der jeweilige Nazi-Vergleichende wissen müssen und ist deshalb alleine schon wegen Dummheit untragbar.

    Außerdem gibt es Godwins Law 2.0: In jeder Diskussion verweist irgendwann irgendjemand auf Godwins Law.
  6. #6

    Wer hätte das gedacht.

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Es ist gerade zum ersten mal passiert, dass ich dem Inhalt einer Kolumne der Herrn Fleischhauer zustimmen kann. Erfreulich.
    Mich würde jetzt noch interessieren, ob er seine Betrachtung auf die Kommunismus-Keule ausdehnen würde, mit der Politikerinnen wie Lötzsch oder Wagenknecht in regelmässigen Anständen erschlagen werden. Wahrscheinlich eher nicht, da er (JF) mit dieser Keule ja auch allzu gern rumfuchtelt. Wäre aber mal interessant, von ihm eine Begründung für diese Unterscheidung zu hören.
  7. #7

    Erstens...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

    Politische Rhetorik: Einmal Hitler, und du bist raus - SPIEGEL ONLINE
    ...hat Herr Fleischhauer natürlich allgemein recht, zweitens ist das nichts besonders originelles, drittens ist die eigene Opferwahrnehmung objektiv gesehen natürlich quatsch.
    Die Frage, welcher Nazivergleich bei wem welche Erregung hervor ruft, ist eben abhängig davon, ob der ideologische Freund oder der Feind ihn vornimmt.
    Aber so entsteht die Metawahrnehmung des vorpubertären: "Die dürfen alles und wir nichts - das ist ungerecht" eben auch auf diesem Gebiet.
  8. #8

    Kleine Anekdote:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

    Politische Rhetorik: Einmal Hitler, und du bist raus - SPIEGEL ONLINE
    Eines Morgens im Lehrerzimmer:
    Sitze alleine da, ein Kollege (Deutsch und Gesellschaftslehre) betritt den Raum und grüßt mit einem zackigen "Guten Morgen!".
    Etwas launisch grüße ich zurück"Guten Morgen sagen die Leute mit Sorgen, Heil Hitler sagen die Profitler...".
    Erst Entsetzen, dann fünfminütige Schimpftirade, wie ich mich getrauen könne, solche faschistischen Sprüche loszulassen, kurzum: Er war kurz vor dem Herzkasper.

    Auch mein schüchterner Hinweis darauf, er solle sich den Satz noch einmal überdenken, es sei ein Spruch meiner Mutter gewesen und sie wäre für ihn während der NS-Diktatur - wenn ihn die falsche Person gehört hätte - sicherlich wegen Verächtlichmachung des Nationalsozialismus ins Gefängnis gekommen, konnte seinen heiligen Eifer und Zorn nicht besänftigen...
  9. #9

    Mathematik für Politologen

    Zitat von Nihil novi Beitrag anzeigen
    Niemand wüsste das besser als die Konservativen, die für Hitler einfach Stalin oder Kommunismus verwenden. Von daher traue ich Herrn Fleischhauer hier, ohne seine Kollumne gelesen zu haben, eine gewisse Kompetenz zu.
    Inhaltlich gebe ich Herrn Fleischhauer ausnahmsweise vollständig recht.

    Mathematisch allerdings liegt er stark daneben: 10 x 108.000 = 850.000 wird auch beim 3., 4. und 5. Nachrechnen nicht richtiger.








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