Politische Rhetorik: Einmal Hitler und Du bist raus

Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

Nazi-Vergleiche sind in der politischen Rhetorik beliebt - SPIEGEL ONLINE
  1. #140

    Das ist doch mal ein kraftvolles Statement!

    Zitat von klowasser Beitrag anzeigen
    Ja, gut. Wer meint, die Merkel sei "links" und die CDU eine linke Partei (singen die eigentlich inzwischen auch die Internationale auf Parteitagen? Ist der Sozialismus im Parteiprogramm der CDU angestrebt?) den nehme ich zumindest nicht ernst. [...] Ich kann damit leben! :-)
    Dann kann es ja so schlimm - und so zerstritten - in unserer Gesellschaft nicht sein, wenn unsere Gesellschaft letztlich doch lebenswert ist.

    Einerseits scheinen sich die Parteien heute nur noch in Nuancen zu unterscheiden. Grabenkämpfe oder Schlammschlachten wie in Amerika - nicht mit uns und unserer Konsensdemokratie!

    Andererseits geht ja offenbar der Zunder für politische Diskussionen dann auch wiederum nie aus.

    Wenn wir uns dann doch alle in der Gesellschaft wohlfühlen, bleibt ja offenbar das große Drama aus. Das beginnt halt erst, wenn die Nazikeule klingelt.

    Und dagegen kann man ja wiederum auch nicht viel haben.

    Obwohl - Frau Merkel kennt doch den Text der Internationalen bestimmt noch von früher.

    Bleibt die spannende Frage, ob ausgerechnet Jan Fleischhauer der Last Man Standing ist ...
  2. #141

    Ursache und Wirkung

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    Eines Morgens im Lehrerzimmer:
    Sitze alleine da, ein Kollege (Deutsch und Gesellschaftslehre) betritt den Raum und grüßt mit einem zackigen "Guten Morgen!".
    Etwas launisch grüße ich zurück "Guten Morgen sagen die Leute mit Sorgen, Heil Hitler sagen die Profitler...".
    Erst Entsetzen, dann fünfminütige Schimpftirade, wie ich mich getrauen könne, solche faschistischen Sprüche loszulassen...
    Die Nachkriegsgeneration durfte ja auch gar nicht drüber reden, das haben die Kriegsopfer ja so unter sich ausmachen müssen, nachdem ihr Weltbild komplett kollabierte. Aus meiner Jugend könnte ich genug ähnlicher Erlebnisse schildern. Die Kriegsopfer, Politiker und Journalisten haben zum Großteil gar nicht verstanden, wo Ursache und Wirkung zu suchen sind. Alle handeln schlicht, unüberlegt und in alten Reflexen. (Kriegsopfer ist verallgemeinert, schließt Täter gnadenvoll mit ein)
    Dass der Spiegel - insgesamt - die Piraten unter Beschuss nimmt, ist ebenso ein Reflex. Analysen, was von denen besser gemacht wird, sind selten.
  3. #142

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Einmal Hitler, und du bist raus - SPIEGEL ONLINE
    Eben gehört.
    Bei den Piraten kursiert derzeit folgender Witz:

    Zitat aus einer Parteiversammlung:
    "Wer macht heute den Schriftführer?"
    Die Presse am nächsten Tag:
    "Sie haben "Wehrmacht" und "Führer" gesagt."
  4. #143

    Hä?

    Zitat von natschos83 Beitrag anzeigen
    Also mit "grausam, rücksichtslos und menschenfeindlich" gebe ich ihnen recht. Aber "einmalig"?

    Ohne das jetzt abwerten zu wollen aber organisierte Völkermorde hat es schon in vielen Kulturen gegeben. Und auch die Einschränkung der Meinungsfreiheit, Zensur (Gruß an die SPON Forum Moderatoren) Überwachung, gesellschaftliche Hetze und Denunziation findet sich in der heutigen Gesellschaft wieder. (Ups.. Nazi Vergleich?)

    Es ist halt wichtig, die wahren Ursachen solcher Gräueltaten zu bekämpfen!
    Wo in der Menschheitsgeschichte hat es schon einmal industriellen Massenord gegeben? Sehen Sie, deshalb sollte nicht unbedingt jeder mit solchen Vergleichen hantieren, das kommt dann auch wieder blöd.
  5. #144

    ja da wo man sich informiert.

    Zitat von Joachim Kr. Beitrag anzeigen
    Die Nachkriegsgeneration durfte ja auch gar nicht drüber reden, das haben die Kriegsopfer ja so unter sich ausmachen müssen, nachdem ihr Weltbild komplett kollabierte. Aus meiner Jugend könnte ich genug ähnlicher Erlebnisse schildern. Die Kriegsopfer, Politiker und Journalisten haben zum Großteil gar nicht verstanden, wo Ursache und Wirkung zu suchen sind. Alle handeln schlicht, unüberlegt und in alten Reflexen. (Kriegsopfer ist verallgemeinert, schließt Täter gnadenvoll mit ein)
    Dass der Spiegel - insgesamt - die Piraten unter Beschuss nimmt, ist ebenso ein Reflex. Analysen, was von denen besser gemacht wird, sind selten.
    Aber natürlich ist immer die Frage aller Fragen: informiere ich mich richtig; ist das Medium das ich benütze im weitestgehenden Sinne liberal und auf der Höhe des Zeitgeistes. Man kann sich schon auf spiegel-online so lalla seine Informationen holen.
    Aber: kein Vergleich zu der vorinternet Gegebenheit.
    Da war der Spiegel das Nonplusultra in der Informationspolitik.
    Und so ein leichtgewichtiger Beitrag, wie der des Herrn Fleischhauer, hätte sich wohl im redakitionellen Nirwana wiedergefunden.
    Warum der Spiegel willkürlich und gewollt, fernab irgendwelcher Nöte, sich immer mehr der Mitte andient, weis wohl am Ende kein Schwein.
    Aber man sollte dem Spiegel sagen: die Götterdämmerung naht.
    Wie war das mir der Rethorik der ein-Satz-Einwerfer-Foristen (meine Mutter ist besser): Auch Ihr müsst/dürft 2013 wählen gehen.
    Ich hoffe der eine oder andere Arsch bewegt sich da.
  6. #145

    Emotion statt Werte

    Durch eine gewisse Wertelosigkeit der Mitglieder macht sich das braune Problem erst bemerkbar. Jugendliche und junge Erwachsene lassen sich noch leicht indoktrinieren. Daher gilt es bei politischen Parteien als unstatthaft, z.B. Kinder zu bewerben.

    Das Werben der Parteien beginnt eigentlich ab der ersten Wahl. Die Zurückhaltung ist begrüßenswert, wird aber durch die Piraten jetzt genauso ausgehebelt, wie schon durch die NPD in Jugendcamps. Wobei sich das Jugendcamp bei den Piraten in ein Internetforum verwandelt.

    Gerade aber diese Wählerschicht, hat häufig noch kein klares Wertegerüst. Das führte dazu, dass auch Personen mit braunen Tendenzen, oder klar braunem Hintergrund in der Piratenpartei in Verantwortung kamen.

    Die Feststellung, dass diese Wertlosigkeit Ausdruck in den "Lynchaufrufen" auf Facebook, oder eben in braunen, menschenverachtenden Ansichten hat, habe ich schon vor einem Monat beschrieben. Insofern sehe ich auch, dass es durchaus eine Ähnlichkeit zwischen den emotionalisierten und uninformierten Wählern der Nazis und den heutigen Piraten gibt.

    Die Minderheit heißt z.B. Urheber. Auf deren Kosten kann Politik zu Gunsten der Masse gemacht werden. Individualrechte interessieren nicht.
  7. #146

    Ich schließe mich dem Artikel an. Oh Gott, Anschluß an den Artikel, mir wird ganz schlecht. Genial die Idee mit dem Hühner-KZ, was ist das. Hühnerstall-KZ, in dem Menschen aufgrund des Freilaufs von Hühnern vegetieren, die von Claudia Roth und Co. regiert werden müssen?!
    Natürlich ist der Nazi-Vergleich im Sinnbild ein berechtigter Aktivierungsgrund für kleine Staatsgrößen, ihr freies unschuldiges Denunziantentum (Demokratie) im Widerstand gegen den großen Nazi-Onkel (Piratenpartei) einzusetzen. Wo immer das war, wann immer das ist.
    Wenn Herr Delius und mehrere Piraten mit ihren Annahmen und Vergleichen annähernd richtig liegen, dann hat Herr Delius und mehrere Piraten an der Stelle Recht. Jetzt müßte man noch klären. Wo liegt am Ende das aufklärerische Widerstandsrecht von Claudia Roth und Co. gegenüber Herrn Delius.
    Ich weiß nicht, wo es hingehört. Aber ich sehe gerade einen Mülleimer. Also, ich muß jetzt mal aufs Klo. Gibt es hier einen Spucknapf. Entschuldigung, ist das ein Kotzbeutel. War ich es, der irgendwann tatsächlich einmal grün gewählt hat. Oder noch schlimmer, rot.
  8. #147

    Dem kann man nur zustimmen:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Einmal Hitler, und du bist raus - SPIEGEL ONLINE
    Die Empörungsindustrie scheint tatsächlich auf dem linken Auge blind zu sein. Wo ist eigentlich Frau Roth wenn auch Teile ihrer Partei gerne mal den Gaza Streiffen mit Auschwitz vergleichen?

    Es wird mal wieder mit zweierlei Mass gemessen und der Neid der etablierten Parteien ist erschreckend gross und nicht zu unrecht machen sich die Heuchler von den Grünen und der SPD sorgen um ihre Stammwähler, die schon längst umgeschwenkt sind richtung Zukunftswähler Klientel, nämlich die moslemischen Migranten.
  9. #148

    Draussen ist man auch, wenn man nicht Jan Fleischauer heisst, nämlich aus dem Spiegel-Forum. Ich vermute, hätte Fleischauer ins Forum geschrieben, der Beitrag wäre nicht veröffentlicht worden. Also so was inkorrektes.
  10. #149

    Fleischhauer hat Recht. Ob man die Piraten mag oder nicht, so grotesk ist noch keiner in die "Nazifalle" gestolpert. Noch nicht mal die Piraten sind davor gefeit. Sind sie demnach wirklich Piraten? Oder auch nur ängstliche Nachplapperer, wenn`s wirklich drauf ankommt?