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Politische Rhetorik: Einmal Hitler und Du bist raus
Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.
Nazi-Vergleiche sind in der politischen Rhetorik beliebt - SPIEGEL ONLINE
- #140 26.04.2012 18:32 von
Das ist doch mal ein kraftvolles Statement!
Dann kann es ja so schlimm - und so zerstritten - in unserer Gesellschaft nicht sein, wenn unsere Gesellschaft letztlich doch lebenswert ist.
Einerseits scheinen sich die Parteien heute nur noch in Nuancen zu unterscheiden. Grabenkämpfe oder Schlammschlachten wie in Amerika - nicht mit uns und unserer Konsensdemokratie!
Andererseits geht ja offenbar der Zunder für politische Diskussionen dann auch wiederum nie aus.
Wenn wir uns dann doch alle in der Gesellschaft wohlfühlen, bleibt ja offenbar das große Drama aus. Das beginnt halt erst, wenn die Nazikeule klingelt.
Und dagegen kann man ja wiederum auch nicht viel haben.
Obwohl - Frau Merkel kennt doch den Text der Internationalen bestimmt noch von früher.
Bleibt die spannende Frage, ob ausgerechnet Jan Fleischhauer der Last Man Standing ist ... - #141 26.04.2012 18:46 von
Ursache und Wirkung
Die Nachkriegsgeneration durfte ja auch gar nicht drüber reden, das haben die Kriegsopfer ja so unter sich ausmachen müssen, nachdem ihr Weltbild komplett kollabierte. Aus meiner Jugend könnte ich genug ähnlicher Erlebnisse schildern. Die Kriegsopfer, Politiker und Journalisten haben zum Großteil gar nicht verstanden, wo Ursache und Wirkung zu suchen sind. Alle handeln schlicht, unüberlegt und in alten Reflexen. (Kriegsopfer ist verallgemeinert, schließt Täter gnadenvoll mit ein)
Dass der Spiegel - insgesamt - die Piraten unter Beschuss nimmt, ist ebenso ein Reflex. Analysen, was von denen besser gemacht wird, sind selten. - #142 26.04.2012 19:17 von
- #143 26.04.2012 19:38 von
- #144 26.04.2012 19:45 von
ja da wo man sich informiert.
Aber natürlich ist immer die Frage aller Fragen: informiere ich mich richtig; ist das Medium das ich benütze im weitestgehenden Sinne liberal und auf der Höhe des Zeitgeistes. Man kann sich schon auf spiegel-online so lalla seine Informationen holen.
Aber: kein Vergleich zu der vorinternet Gegebenheit.
Da war der Spiegel das Nonplusultra in der Informationspolitik.
Und so ein leichtgewichtiger Beitrag, wie der des Herrn Fleischhauer, hätte sich wohl im redakitionellen Nirwana wiedergefunden.
Warum der Spiegel willkürlich und gewollt, fernab irgendwelcher Nöte, sich immer mehr der Mitte andient, weis wohl am Ende kein Schwein.
Aber man sollte dem Spiegel sagen: die Götterdämmerung naht.
Wie war das mir der Rethorik der ein-Satz-Einwerfer-Foristen (meine Mutter ist besser): Auch Ihr müsst/dürft 2013 wählen gehen.
Ich hoffe der eine oder andere Arsch bewegt sich da. - #145 26.04.2012 19:59 von
Emotion statt Werte
Durch eine gewisse Wertelosigkeit der Mitglieder macht sich das braune Problem erst bemerkbar. Jugendliche und junge Erwachsene lassen sich noch leicht indoktrinieren. Daher gilt es bei politischen Parteien als unstatthaft, z.B. Kinder zu bewerben.
Das Werben der Parteien beginnt eigentlich ab der ersten Wahl. Die Zurückhaltung ist begrüßenswert, wird aber durch die Piraten jetzt genauso ausgehebelt, wie schon durch die NPD in Jugendcamps. Wobei sich das Jugendcamp bei den Piraten in ein Internetforum verwandelt.
Gerade aber diese Wählerschicht, hat häufig noch kein klares Wertegerüst. Das führte dazu, dass auch Personen mit braunen Tendenzen, oder klar braunem Hintergrund in der Piratenpartei in Verantwortung kamen.
Die Feststellung, dass diese Wertlosigkeit Ausdruck in den "Lynchaufrufen" auf Facebook, oder eben in braunen, menschenverachtenden Ansichten hat, habe ich schon vor einem Monat beschrieben. Insofern sehe ich auch, dass es durchaus eine Ähnlichkeit zwischen den emotionalisierten und uninformierten Wählern der Nazis und den heutigen Piraten gibt.
Die Minderheit heißt z.B. Urheber. Auf deren Kosten kann Politik zu Gunsten der Masse gemacht werden. Individualrechte interessieren nicht. - #146 26.04.2012 20:12 von
Ich schließe mich dem Artikel an. Oh Gott, Anschluß an den Artikel, mir wird ganz schlecht. Genial die Idee mit dem Hühner-KZ, was ist das. Hühnerstall-KZ, in dem Menschen aufgrund des Freilaufs von Hühnern vegetieren, die von Claudia Roth und Co. regiert werden müssen?!
Natürlich ist der Nazi-Vergleich im Sinnbild ein berechtigter Aktivierungsgrund für kleine Staatsgrößen, ihr freies unschuldiges Denunziantentum (Demokratie) im Widerstand gegen den großen Nazi-Onkel (Piratenpartei) einzusetzen. Wo immer das war, wann immer das ist.
Wenn Herr Delius und mehrere Piraten mit ihren Annahmen und Vergleichen annähernd richtig liegen, dann hat Herr Delius und mehrere Piraten an der Stelle Recht. Jetzt müßte man noch klären. Wo liegt am Ende das aufklärerische Widerstandsrecht von Claudia Roth und Co. gegenüber Herrn Delius.
Ich weiß nicht, wo es hingehört. Aber ich sehe gerade einen Mülleimer. Also, ich muß jetzt mal aufs Klo. Gibt es hier einen Spucknapf. Entschuldigung, ist das ein Kotzbeutel. War ich es, der irgendwann tatsächlich einmal grün gewählt hat. Oder noch schlimmer, rot. - #147 26.04.2012 20:18 von
Dem kann man nur zustimmen:
Die Empörungsindustrie scheint tatsächlich auf dem linken Auge blind zu sein. Wo ist eigentlich Frau Roth wenn auch Teile ihrer Partei gerne mal den Gaza Streiffen mit Auschwitz vergleichen?
Es wird mal wieder mit zweierlei Mass gemessen und der Neid der etablierten Parteien ist erschreckend gross und nicht zu unrecht machen sich die Heuchler von den Grünen und der SPD sorgen um ihre Stammwähler, die schon längst umgeschwenkt sind richtung Zukunftswähler Klientel, nämlich die moslemischen Migranten. - #148 26.04.2012 21:01 von
Draussen ist man auch, wenn man nicht Jan Fleischauer heisst, nämlich aus dem Spiegel-Forum. Ich vermute, hätte Fleischauer ins Forum geschrieben, der Beitrag wäre nicht veröffentlicht worden. Also so was inkorrektes.
- #149 26.04.2012 21:16 von
Fleischhauer hat Recht. Ob man die Piraten mag oder nicht, so grotesk ist noch keiner in die "Nazifalle" gestolpert. Noch nicht mal die Piraten sind davor gefeit. Sind sie demnach wirklich Piraten? Oder auch nur ängstliche Nachplapperer, wenn`s wirklich drauf ankommt?
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