Forum


 

Politische Rhetorik: Einmal Hitler und Du bist raus

Kaum etwas bringt einen Politiker so schnell in Schwierigkeiten wie ein Nazi-Vergleich. Das musste gerade wieder der Geschäftsführer der Berliner Piraten erfahren. Doch oft ist die Empörung nur vorgeschoben. Es geht den Kritikern eher darum, einen Konkurrenten auszuschalten.

Nazi-Vergleiche sind in der politischen Rhetorik beliebt - SPIEGEL ONLINE
  1. #130

    Zitat von Milmo Beitrag anzeigen
    Die werden doch gar nicht erschlagen! Dafür haben die öffentlichrechtlichen Medien und die Zeitungen sie doch viel zu lieb. Und wenn schon, dann stehen die beiden Herzchen doch ganz schnell wieder auf. Shitstorm gegen die Linken - das wäre so etwas bislang ungekannt Neues, da müßte sich zunächst das öffentliche Bewußtsein ändern (bzw. normalisieren ...).
    Haha, ja genau. Die alte Leier von den linken Medien. Schön wärs. Wären die ÖR, Bild und Co. tatsächlich "links" wie eine Zeitschrift vom Schlag der Jungle World oder Neues Deutschland, dann würde die Linkspartei nicht um die 10% rumkrebsen.

    Aber naja. Neben der Nazikeule gibt es in Foren ja auch schon immer die Kommunistenkeule. Alles links, außer Mutti.
  2. #131

    Kommt auf Mutti an!

    Zitat von klowasser Beitrag anzeigen
    Harhar, ja genau. Die alte Leier von den linken Medien. Schön wärs. Wären die ÖR, Bild und Co. tatsächlich "links" wie eine Zeitschrift vom Schlag der Jungle World oder Neues Deutschland, dann würde die Linkspartei nicht um die 10% rumkrebsen.

    Aber naja. Neben der Nazikeule gibt es in Foren ja auch schon immer die Kommunistenkeule. Alles links, außer Mutti.
    Manche meinen, die sei auch schon ganz links ...

    Machen Sie den Zeitgeistcheck!
  3. #132

    da kann man nicken.

    Zitat von movfaltin Beitrag anzeigen
    Herr Fleischhauer hat recht.
    Solange sich die Medienkasper reflexhaft über diese allzu menschlichen "Ausrutscher" wehren, hat die Piratenpartei nichts zu befürchten - zumindest nicht vom Wähler, der die Propagandaschlacht schon seit Jahren durchschaut. Problematisch wird es für die Piraten, wenn sie - wie jüngst C. Lauer - dem Medienrummel auf den Leim gehen und anfangen, mit derselben ritualisierten Rhetorik der sinkenden Parteischiffe aufzuwarten. Mit denselben Relativierungen, denselben Schlagwörtern, demselben Verstecken hinter dem, was schon lange nur noch die publizierende Öffentlichkeit als politische Korrektheit annimmt - die Wählerschaft - also alle, deren Geist nicht durch die skandalsucheverdorbene Journalistenmangel gedreht wurde - aber offen und zutiefst verabscheut.

    Liebe Piraten, bleibt so menschlich wie Ihr seid und lasst Fehler oder nicht druckreife Worte auch mal passieren. Solange Ihr nicht wirren Ideologien anhängt, sieht Euch das - außer in der allesaufbauschenden Medien- und Politlandschaft so ziemlich jeder nach. Danke, dass Ihr bisher Ihr wart und bliebt.
    und: Der Inhalt einer Wurscht bleibt immer unerfurscht.
    Soll heissen, was will der Nette Herr Fleischhauer, den netten Foristen eigentlich berichten? Das wir alle mehr N24 Doku´s schauen müssten.
    Oder wie die parteipolitischen Sterne gelegentlich natürlich völlig zufällig so zu stehen pflegen: also z.B. den netten Herrn Fleischhauer jetzt bewog dieses Thema in ´Angriff´zu nehmen.
    Hat Herr Fleischhauer Ängste bezüglich unserer ´fragilen´Demokratie, oder stimmt Ihn der drohende Niedergang der CDU etwas aufsässig.
  4. #133

    Zitat von cemi Beitrag anzeigen
    Mich würde jetzt noch interessieren, ob er seine Betrachtung auf die Kommunismus-Keule ausdehnen würde, mit der Politikerinnen wie Lötzsch oder Wagenknecht in regelmässigen Anständen erschlagen werden.
    Der Unterschied ist ganz einfach der, dass Wagenknecht und Lötzsch Mitglieder in einer Partei sind, deren erklärtes Ziel die Einführung des Sozialismus/Kommunismus ist. Zudem fabulierte Frau Lötzsch vor nicht sehr langer Zeit noch von "Wegen zum Kommunismus", wovon sie sich nie eindeutig distanziert hat.

    Von den Piraten dagegen wissen wir nur, dass wir nichts wissen, da sich der Schwarm zu Dingen wie Geschichte, Wirtschaftswunder und Marktwirtschaft wohl erst einmal basisdemokratisch vorbilden muss.

    Wahrscheinlich eher nicht, da er (JF) mit dieser Keule ja auch allzu gern rumfuchtelt. Wäre aber mal interessant, von ihm eine Begründung für diese Unterscheidung zu hören.
    Wie? Herr Fleischhauer propagiert den Kommunismus? Ich glaube, Sie sollten die Texte auch mal lesen und hier nicht nur blind im Dunst herumstochern.
  5. #134

    Zitat von Dark Agenda Beitrag anzeigen
    Schon das zweite Mal nach dem Herdprämiendebattenbeitrag, dass ich Hr. Fleischhauer in der Sache recht geben muss. Ich hoffe, ich bin nicht über Nacht auch zu einem Konservativen mutiert...
    Ideologiefremde Vernunft und logisches Denken haben weer mit links oder rechts zu tun. Ideologien verstellen oftmals den klaren Blick auf die Realität.
  6. #135

    Die Angst vor dem Vergleich ist bereits endemisch!

    Alle Sysop-Feststellungen sind zutreffend, und insbesondere die Geißelung des "Vergleichs" als unzulässige Denkweise.

    Diesbezüglich besonders hervorgetan hat sich ein "European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC), das für die EU-Staaten vier "Arbeitsdefinitionen" zur Identifizierung von "Antisemitismus" entwickelt hat, die allesamt darauf beruhen, bestimmte Vergleich nicht machen zu dürfen, nämlich:

    o „den Vergleich Israels mit dem Nationalsozialismus,

    o die Dämonisierung des jüdischen Staates,

    o den Vorwurf, Juden verhielten sich zu Israel loyaler als gegenüber den Staaten, in denen sie leben, und

    o die Behauptung einer jüdischen Kontrolle der Medien und Politik.“

    Die aus einem solchen Vergleich hervorgehenden Behauptungen sollen als "antisemitisch" etikettiert werden dürfen, ja müssen.

    Was wir alle wissen, wenn wir auch sonst nichts wissen, dann sind das zwei elementare Menschenrechte, die uns hier vom European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) bestritten werden sollen, und zwar ist dies zum einen der Vergleich und zum zweiten das Menschenrecht auf Irrtum, vulgo: die Meinungsfreiheit, die immerhin zu den deutschen Grundrechten zählt (Art. 5 GG).

    1. Nur soviel zum Thema "Vergleich als Menschenrecht": ohne die Möglichkeit und die Fähigkeit zum Vergleich gäbe es auf Erden kein Leben, basiert doch jede noch so kleine Operation auf einem SOLL-IST-Vergleich; wer den Vergleich verbietet, der verbietet beim Menschen auch das Denken, basiert doch Denken auf dem Vergleich zwischen Theorie und Praxis, Pflicht und Neigung etc. pp.

    2. Und nur soviel zum Thema Recht auf Irrtum, Meinungsfreiheit: ohne das (Menschen)"Recht, seine Meinung (...) frei zu äußern und zu verbreiten", gäbe es überhaupt keine Freiheit, sollten doch zumindest "die Gedanken" frei sein dürfen. Und "Meinung", auch das muss hier einmal definiert worden, ist auch dann frei, wenn sie falsch ist, genauer gesagt: wenn sie nicht den Geschäftsinteressen der Mächtigen und Herrschenden entspricht.

    Ohne den Vergleich - und sei er noch so "falsch" - und ohne die Freiheit, sein Resultat zu äußern, säßen wir Menschen immer noch in den Höhlen und hielten den Kienspan in die Dunkelheit hinaus.

    Wenn Herr Fleischhauer schreibt: "Was genau die Wächter des Vergleichsverbots allerdings so ungeheuerlich finden, dass sie dem armen Piratengeschäftsführer gründlich den Kopf wuschen, ist nicht ganz klar", dann spricht er nur für sich, und das auch nicht ganz ehrlich, denn er vermutet schon vollkommen zutreffend:" Hinter dem ehrenwerten Ansinnen, Deutschland vor dem Rückfall in die Barbarei zu bewahren, steht jedoch oft nur das selbstdienliche Motiv, einen politischen Kontrahenten auszuschalten."

    Dieses Motiv zu erkennen ist in der Tat zielführend, und wenn man sieht, wie der Autor selbst vor dieser Gefahr, "ausgeschaltet" zu werden, gelenkt wird, dann sollte er sich zukünftig den Ruck geben, und diese seine Angst überwinden: "Aber wir wollen den Gedanken hier nicht weiter verfolgen. Sonst heißt es anschließend noch, wir hätten einen geschmacklosen, um nicht zu sagen ungeheuerlichen Vergleich gezogen."

    Mit der Unterdrückung der eigenen Meinung zu kokettieren, das ist für mich schon ein Indiz für publizistische Selbstzensur in Zeiten der "repressiven Toleranz" (H. Marcuse). Oder?!
  7. #136

    Zitat von glen13 Beitrag anzeigen
    Aber sag mal, dass die Autobahnen eine tolle Erfindung sind und du bist ein Nazi.
    Wo leben sie denn? Und mit wem reden sie so tagsüber?

    In diesem Land gehts vielen immernoch um schnelle Autos. Und was glauben sie wie oft da die Autobahn abgefeiert wird. "Nazi" hat da noch nie jemand gesagt.

    Sie scheinen eher einen Mythos aufrecht erhalten zu wollen: Das die 99% Kommunisten und Gutmenschen um sie herum ihnen ein Meinungsverbot auferlegen, und wenn sie "Autobahn" sagen sofort Job verlieren, verprügelt werden und in den Knast müssen. Oder so.

    Ich gelte ja als links und erst letzte Woche habe ich in linken Kreisen gesagt wie toll die Autobahn ist, aufgrund der schnellen Fortbewegung. Und die mögen mich immernoch!
  8. #137

    Zitat von Milmo Beitrag anzeigen
    Manche meinen, die sei auch schon ganz links ...

    Machen Sie den Zeitgeistcheck!
    Ja, gut. Wer meint, die Merkel sei "links" und die CDU eine linke Partei (singen die eigentlich inzwischen auch die Internationale auf Parteitagen? Ist der Sozialismus im Parteiprogramm der CDU angestrebt?) den nehme ich zumindest nicht ernst.

    Man kann halt auch in alles und jedem einen Kommunisten sehen, und vom "linken Mainstream" blubbern, der einen selbst, den einzig strammen Konservativen unterdrückt. Dann isses halt für sie und andere so. Ich kann damit leben! :-)
  9. #138

    zum Trost

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    Die Jobcenter...
    ... von Hartz 4 sind voll mit Leuten, die Ihrem Ratschlag gefolgt sind...
    Das glaube ich deshalb nicht, weil Sie (und wir) das reine Gewissen nicht erkennen können.
    Aber selbst wenn es so sein sollte, dann sind diese Leute dem Ziel des Menschseins vielleicht näher als die Kommissare in Brüssel.
  10. #139

    An diesem System

    Zitat von spiekla Beitrag anzeigen
    Sie können zum Sozialismus nur mit Zwang umerziehen. Die vielen Menschenversuche mit Millionen Toten sollte man nicht fortsetzen.
    Das erfolgreiche System heisst soziale Marktwirtschaft und deren Verfechter kennen seine Schwächen genausogut wie seine Gegner, weshalb es ständig verbessert werden muß.
    der sozialen Marktwirtschaft ist in der Tat ständig auszubessern, um es auf Erfolgskurs zu halten (vor allem, wenn es nach der einen oder anderen Seite überzukippen droht), wie eben auch Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich sind, sondern immer neu verteidigt werden müssen.








TOP



TOP