Politiker-Protest gegen Wut im Netz: Shitstorm, nein danke!

CorbisEr ist das Kampfinstrument des virtuellen Wutbürgers: der Shitstorm. Immer häufiger werden Politiker zum Ziel elektronischer Beschimpfungen. Es wird gepöbelt, attackiert, oft unterhalb der Gürtellinie. Jetzt sprechen die Betroffenen über ihre Erfahrungen - und fordern mehr Anstand im Netz.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829312,00.html
  1. #150

    "Das Volk hat sich gefälligst aus der Demokratie rauszuhalten"

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Wäre ja noch schöner, wenn der Bürger öffentlich Kritik an unseren hochqualifizierten Politikern und unserer alternativlos guten Politik üben könnte. Das Volk hat sich gefälligst aus der Demokratie rauszuhalten. Wo kommen wir denn da hin, wenn plötzlich jeder eine Meinung hat und die auch noch frei äussern darf.
    "Das Volk hat sich gefälligst aus der Demokratie rauszuhalten"
    Nur darum geht es dabei, das ist der einzige Hintergrund, bei diesen angeblichen "Stilfragen". Sie wollen den alternativlosen Marsch in die EU-Finanzdiktatur mit "STIL" gehen. Ja Stil ist da schon wichtig! Wo bleibt denn der "Stil", beim brachialen Kampf der Politklasse gegen die eigenen Bürger, hinter dem Feigenblatt Alternativlosigkeit, EU, Bankenrettung etc. Ein Fausthieb (!) nach dem anderen. Ist das etwa stilvoll? Der Bürger emanzipiert sich allmählich im stärker von diesem innerlich verrottenden "System" und nutzt die Möglichkeiten, welche ihm das Informationszeitalter bietet allumfassend.
    Welch ein Wunder!

    "Wo kommen wir denn da hin, wenn plötzlich jeder eine Meinung hat und die auch noch frei äussern darf."
    Vor allem wenn der Bürger das heute derart - öffentlichkeitswirksam - tun kann --> darum geht es doch in Wahrheit. Das ist es doch, was denen so aufstößt. Dieses Privileg war früher Politikern, Journalisten, Schriftstellern (und wem noch?) vorbehalten. Ein neues/anderes Denken könnte Einzug halten in dieses doch etwas muffige Land. Fr. Künast hatte kürzlich die Besorgnis über ein neues Denken, welches (ihrer Meinung nach) mehrheitsfähig gemacht werden soll, geäussert. Eine Verschwörungstheorie der Politkaste? Und dieses sog. "neue Denken" will die System-Status-Quo-Profiteurskaste natürlich verhindert wissen.
  2. #151

    War ja klar, dass hier gleich wieder Kommentare Kritik und Shitstorm gleichsetzen. Es hat niemand etwas gegen Kritik oder eine sachliche Auseinandersetzung. Aber was sich Leute häufig allgemein und insbesondere im Rahmen von den sogenannten Shitstorms herausnehmen hat eben nichts mit sachlicher Kritik oder ernsthaften Diskussionsbeiträgen zu tun. Im Gegenteil, wer unsachlich wird und beleidigt diskreditiert sich selbst und eventuell sachliche Punkte - sofern er überhaupt welche hat; leider scheint das aber ja bei den meisten Teilnehmern von Shitstorms nicht der Fall zu sein. Da geht es ja nur um das im Netz so weit verbreitete Ausleben von Aggressionen.
    Ich hatte gehofft, dass dieses Verhalten nur in irgendwelche Computerspieleforen usw. entsprechend der dort anzutreffenden Alterstruktur anzutreffen ist, aber scheinbar verlieren auch ältere im Netz immer mehr jegliche Anstandsregeln und Respekt.
  3. #152

    Es lebe das Internet. Das erspart den armen Politikern den Gang zum Mobb. Einfach nur ne Shitstorm-seite öffnen und nachlesen was das Volk denkt. Schade dass es nicht den gewünschten Effekt hat. Es wird trotzdem munter am Bürger vorbei regiert. Anstatt zu jammern wie arm sie doch dran sind, sollten sie mal nachdenken warum sowas wohl passiert! Alles Jammerlappen!
  4. #153

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist das Kampfinstrument des virtuellen Wutbürgers: der Shitstorm. Immer häufiger werden Politiker zum Ziel elektronischer Beschimpfungen. Es wird gepöbelt, attackiert, oft unterhalb der Gürtellinie. Jetzt sprechen die Betroffenen über ihre Erfahrungen - und fordern mehr Anstand im Netz.

    Politiker-Protest gegen Wut im Netz: Shitstorm, nein danke! - SPIEGEL ONLINE
    Als Wiebke Bruns 1971 als erste Frau die Nachrichten vorlesen durfte, brach auch ein "Shitstorm" los. Der hieß damals nicht so und fand eben auf Papier statt und nicht elektronisch. War aber auch zum größten Teil anonym (Das geht mit der Post nämlich auch).

    Frau Bruns bekam sogar ein Päckchen in das jemand hineinge.... hatte. Also ein "Shitstorm" im wahrsten Sinne des Wortes. Das kann einem per E-Mail zum Glück nicht passieren.

    Die deutschen sind eben ein zanklustiges Völkchen, groß in allen Kleinigkeiten und rechthaberisch.

    Nichts wirklich Neues also, was aber nichts daran ändert, dass man Kritik auch äußern kann, ohne persönlich zu werden.
  5. #154

    Falsch

    Zitat von Patriot75 Beitrag anzeigen
    Also liebe PolitikerInnen stellt euch den Diskussionen im Netz und tragt selber dazu bei, dass sich die Diskussionskultur verbessert. Der mündige Bürger hat ja ansonsten weniger Rechte als ein Aktionär und wenige Möglichkeiten euch direkt Feeback zu geben. Oder seid Ihr in eurem Politikbetrieb so weich gespült worden, dass Ihr die Diskussion mit mündigen Bürgern fürchten müsst?
    Sie haben es nicht verstanden. Shitstreaming hat eben nichts, aber auch gar nichts mit Diskussion zu tun! Dabei geht es nur ums Pöbeln. Eine Diskussion ist sachorientiert und spielt auf einem gewissen Grundniveau zivilisierter Umgangsformen. Auch eine Beleidigung als "direkt Feedback" aufzuwerten ist unsinnig.

    Leute, die sich derartiger Mittel bedienen, müssen sich nicht wundern, wenn sie nichts zu sagen haben und ignoriert werden - sie haben ja auch offenbar keinerlei Argumente.
  6. #155

    Ich fordere ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist das Kampfinstrument des virtuellen Wutbürgers: der Shitstorm. Immer häufiger werden Politiker zum Ziel elektronischer Beschimpfungen. Es wird gepöbelt, attackiert, oft unterhalb der Gürtellinie. Jetzt sprechen die Betroffenen über ihre Erfahrungen - und fordern mehr Anstand im Netz.

    Politiker-Protest gegen Wut im Netz: Shitstorm, nein danke! - SPIEGEL ONLINE
    mehr Anstand von den Politikern - Wie man in den Wald rein ruft...
    Da wird übel gegen Minderheiten gehetzt und tut dann ganz empört...
    da wird gelogen und Wahrheiten verbogen und wundert sich....da lassen sich Politiker auf Hetz- Blätter ein und wundert sich ?
    Da wird Wasser gepredigt und Champus gesoffen und da wundern sie sich ? Da wird ganz unverschämt das Kapital hofiert und da wundern sie sich ?
    Majestätsbeleidigung - die Zeiten sind vorbei - heute kann man sehen wie unfähig so mancher ist. Aber denkt euch nichts dabei - ihr seit weder regresspflichtig noch sind eure Renten unsicher....
  7. #156

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist das Kampfinstrument des virtuellen Wutbürgers: der Shitstorm. Immer häufiger werden Politiker zum Ziel elektronischer Beschimpfungen. Es wird gepöbelt, attackiert, oft unterhalb der Gürtellinie. Jetzt sprechen die Betroffenen über ihre Erfahrungen - und fordern mehr Anstand im Netz.

    Politiker-Protest gegen Wut im Netz: Shitstorm, nein danke! - SPIEGEL ONLINE
    Ich weiss, dass der Spiegel das Thema Internet irgendwie "total geil" findet und deswegen gefühlt jeden dritten Artikel diesem Thema widmen mussl, aber...

    ...mein persönliches Problem mit obigem Thema ist folgendes:

    Solange ich nicht jeden Einzelfall gesehen habe, indem "gepöbelt" und "beschimpft" worden sein soll, kann ich mir dazu auch keine Meinung bilden, ob das noch eine für mich - subjektiv- akzeptable Meinungsäußerung war oder nicht, also ist der ganze Diskussionthread völlig sinnlos.

    Meine Vermutung geht eher in die Richtung, dass neben ggf. einzelner "Pöbeleien" und "Beschimpfungen" auch konstruktive aber verbal geharnischte und ggf. sogar zynische Kritik als "nicht genehm" empfunden wird.

    Der Herr Politiker von heute muss sich an dieses Medium gewöhnen und auch daran, dass politische Entscheidungen und Aktionen viel schneller und in viel größerer Bandbreite diskutiert und bewertet werden.

    Ich jedenfalls finde den politischen Stammtisch einer anonymen Netzgemeinde um einiges anregender, konstruktiver und informativer, als den Stammtisch in der Dorfkneipe einer kleinen 10.000-Seelen-CSU-Hochburg, wo man als Zugereister erstmal 20 Jahre nicht dazu gebeten wird und dann ggf. seine eigene politische Eichung verleugnet um nicht geschnitten zu werden, oder sogar noch andere Nachteile zu erfahren.
  8. #157

    Die Primitive, agressive und oft vulgäre Art und Weise wie ein großteil der Bevölkerung ihrem Frust im Netz freien lauf lässt war letztens ein Grund dafür mich bei Facebook abzumelden. Es war einfach nervig. Andererseits sind Politiker soweit ich das beurteilen kann und der Meinung der breiten Masse nach durch ihre Lügen und dem Ignorieren des Volkswillen selbst dran Schuld.
    Tja sie verzapfen Bullshit in der Realität und bekommen dafür vom Volk virtuell einen Shitstorm...nennt man wohl Karma^^
  9. #158

    Glauben Sie wirklich,

    Zitat von ArnoNuem Beitrag anzeigen
    ... Und: laßt in Berlin mal die Fahrbereitschaft Fahrbereitschaft sein, steigt in Busse, U-Bahnen und in die S-Bahn und schaut in die Gesichter der Menschen.
    daß es eine nennenswerte Anzahl Parlamentarier gibt, die ohne ein ganzes Rudel Bodyguards freiwillig in Berlin U-Bahn fährt? Womöglich nach Einbruch der Dunkelheit?
  10. #159

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Bürgerrechte hat man auch anonym oder pseudonym.
    Gerade für die freie Meinungsäußerung nach Art. 5 GG ist es aktuellen Urteilen zufolge unerlässlich dies z.B. aus 'Furcht vor Repressalien' auch anonym tun zu dürfen.
    Anonymität ist damit selbst ein Bürgerrecht. Man muss sich ja auch nicht seinen Klarnamen auf die Stirn tätowieren bevor man das Haus verlassen will.
    Naja, das ist aber sehr naiv.
    Anonym kann ich zwar meine Meinung äußern, aber mehr auch nicht.
    Eine anonyme Beschwerde bei irgend einer Behörde, ein Einspruch, ein Widerspruch, eine Klage, eine Petition und auch ein Antrag - all diese Bürgerrechte können nur von Personen wargenommen werden - also von Menschen mit Namen.

    Tatsächlich muss man sich nicht den Namen auf die Stirn tätowieren lassen, wenn man das Haus verlässt, aber man muss sich ausweisen können. Diese Ausweispflicht wird zur Not auch per Haft erzwungen. Was auch sinnvoll ist. Mann stelle sich vor ein einfacher Ladendieb könne durch Verweigerung seines Namens vor der Polizei schützen. Diese Ausweispflicht ist übrigens auch durchaus positiv, z.B. bei einen Unfall.

    Was den Schutz vor Repressalien anbelangt - welche Repressalien fürchtest du denn bei einer blossen Meinungsäußerung im Internet? Haft? Folter? Nahrungsentzug? Solange keine Beleidigungen und keine Lügen in deiner Äußerung enthalten sind, ist deine Meinung doch geschützt.