Politik-Aufsteiger: Die fünf größten Gefahren für die Piraten

dpaErst Berlin, dann das Saarland - bald auch Schleswig-Holstein und NRW? Mit ihren Wahlerfolgen mischen die Piraten die Republik auf. Die etablierten Parteien fragen sich: Ist das nur eine inhaltsleere Nerd-Truppe oder eine Partei mit Zukunft? Der Realitätstest.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824358,00.html
  1. #40

    Haha

    Zitat von lug&trug Beitrag anzeigen
    Haben Sie die Ansätze der PP zur Reform des Urheberrechts gelesen? Oder plappern Sie nur nach, was andere sagen, die es auch nicht gelesen haben?
    Sie haben es wohl selbst nicht gelesen. Dieter Nuhr hat das im Satire-Gipfel schon völlig richtig dargestellt. Aber träumen Sie weiter: Die PP (Populistenpartei) wird mit "Freibier für alle" nicht sehr lange bestehen können.
  2. #41

    ?

    Zitat von tangarra Beitrag anzeigen
    SPON hat nicht verstanden, dass der Erfolg der Piraten nicht darauf beruht, was sie sind, sondern darauf, was sie nicht nicht, nämlich nicht ein Teil der real existierenden deutschen post-demokratischen Einheitspartei aus Schwarz-Geld-Rot-Grün unter Leitung der ersten Sekretärin des Zentralkomitees dieser neuen Einheitspartei.

    Die Piraten können reden, was sie wollen, die Presse kann schreiben, was sie will, alles das wird den Erfolg der Piraten nicht aufhalten, solange die Piraten nicht von der post-demokratischen Einheitspartei absorbiert werden.
    Aber genau das wird passieren, muss sogar! Weil der harte Aufschlag auf den Boden der Erkenntnisse auch ihnen widerfahren wird, wie so vielen vor ihnen:

    Unser Staat basiert auf einer völligen Machtverteilung. Niemand, noch nicht mal die Bundeskanzlerin, hat etwas zu bestimmen, ohne dass es in Ausschüssen und Gremien debattiert, protokolliert, berichtigt, abgestimmt, neu vorgelegt, wieder debattiert, beschlossen, gestempelt und abgeheftet wird. Das dauert, und in der Trägheit der Masse wird jedem Prozess jedwede Dynamik abgesaugt.

    Noch nicht einmal 7 Jahre mit einem grünen Umweltminister in einer rot-grünen Regierung haben ausgereicht, um das einstige Kernthema der Grünen, nämlich die Abschaltung der AKW, zu bewerkstelligen - obwohl alle behauptet hatten, das zu wollen. Wobei ich mich nicht über die Richtigkeit des Prozesses auslassen möchte, sondern ihn nur als Beispiel für die unglaubliche Trägkeit unseres demokratischen Systems aufführen möchte.

    Und so ist auch der bewundernswerte Enthusiasmus der Piraten auf der einen Seite gleichzeitig die Mahnung: Gewinner sind bei uns nicht die Sterne, die am hellsten leuchten, sondern die, die lange in gleichbleibender Strahlkraft verharren können.

    Und Übrigens: diese Trägheit des Systems ist Absicht, kein Zufall. Die Väter des Grundgesetzes haben uns das mitgegeben, damit nie wieder ein großer Verführer mal eben und auf die Schnelle den Laden aufmischt. Wer damit nicht umgehen kann, wird als Tiger springen und als Bettvorleger landen, wie schon viele vor ihm. Ich wünsche den Piraten und ihren Wählern, dass sie das begreifen und verarbeiten können, habe aber Zweifel.
  3. #42

    Eine Anti-€-Partei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst Berlin, dann das Saarland - bald auch Schleswig-Holstein und NRW? Mit ihren Wahlerfolgen mischen die Piraten die Republik auf. Die etablierten Parteien fragen sich: Ist das nur eine inhaltsleere Nerd-Truppe oder eine Partei mit Zukunft? Der Realitätstest.

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    Eine Anti-€-Partei sind die Piraten aber nicht!
  4. #43

    Ich bin wirklich immer wieder aufs Neue von dem Populismus der etablierten Parteien erstaunt. Wie sie alle jetzt den Piraten schleimen und jeder versucht sowas wie Verständnis für die junge Partei zu bringen...etc..Nach dem Motto; blos keine Kritik gegenüber Piraten damit man uns nicht als unmoderne Spießer, ewig gestrige und so ähnlich betrachtet.
    Dagegen werdern die Piraten nur von den ganzen Künstlern, Musikern, etc...kritisiert.
    Mal ehrlich, ich verstehe den Hype um Piraten gar nicht.
    En Haufen politischer Diletanten, Computer- und Internetnerds und Spaßmacher...
    Das Phänomen Piraten wird sich sich spätestens 2017 nach der übernächsten BTW erledigen und sie werden verschwinden oder in die Abteilung "sonstige Parteien" fallen.
    Der Großteil ihres Erfolgs basiert auf den Forderungen freies Internet, bzw. freie Internetinhalte für alle. Und wenn man irgendwann einsieht dass sie diese Forderungen eh nicht durchsetzten können, dann war's das mit dem Piraten-Hype und dann werden sie auch schnell verschwinden. Eine neue Grünenpartei wird es aus den Piraten nicht werden.
  5. #44

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst Berlin, dann das Saarland - bald auch Schleswig-Holstein und NRW? Mit ihren Wahlerfolgen mischen die Piraten die Republik auf. Die etablierten Parteien fragen sich: Ist das nur eine inhaltsleere Nerd-Truppe oder eine Partei mit Zukunft? Der Realitätstest.

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    zu Julia Schramm kann man nur sagen, dass jemand, der nicht möchte, dass seine (oh, verzeiht - IHRE) Texte konstruktiv besprochen werden indem Sie die Kommentare hierzu einfach nicht liest, der hat in dieser Partei, die Zusammenarbeit, Transparenz und Konsens verspricht auch absolut nichts verloren.

    (quelle: interview deutschlandfunk gestern)
  6. #45

    Zitat von lug&trug Beitrag anzeigen
    Haben Sie die Ansätze der PP zur Reform des Urheberrechts gelesen? Oder plappern Sie nur nach, was andere sagen, die es auch nicht gelesen haben?
    Tatsächlich unterscheiden sich Vorschläge zur Reformation des Urheberrechts garnicht so stark von denen anderer Parteien. Man muss hier ja auch zwei Dinge ganz entschieden differenzieren:

    1. Die Neuordnung des Urheberrechts
    2. Die Gesetzgebung zur Durchsetzung des Urheberrechts.
    Gesetzesentwürfe oder Vorgaben wie Acta oder in den USA Sopa ändern nichts am Urheberrecht selber, sondern verschärfen die Möglichkeiten der Durchsetzung zu Lasten der Grundrechte.

    Bei der Neuordnung des Urheberrechtes geht es vor allem um die Frage wie lange ein Urheberrecht bestand hat, vor allem nach dem Tod des Erschaffers und in wie weit es überhaupt möglich ist Urheberrechte entgültig zu transferieren. Und da gehen die Meinungen relativ weit auseinander, während die meisten Parteien sich durchaus einig sind, dass viele alte Werke völlig unnötig unter Urheberrecht stehen.
  7. #46

    Dejavu

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die etablierten Parteien fragen sich: Ist das nur eine inhaltsleere Nerd-Truppe oder eine Partei mit Zukunft?
    Genau das haben sich die etablierten parteien vor vielen Jahren auch gefragt, als die ersten Grünen auftauchten. Da saßen welche im Parlament mit Blumentöpfen auf den Tischen und verfolgten die Debatten mit Stricknadeln in der Hand. Die Stimmen Pro und Kontra waren fast dieselben wie heute gegenüber der Piratenpartei. Für mich ein echtes Dejavu-Erlebnis. Die Grünen waren angeblich nur Naturromantiker ("wir können ohne Umgehungsstraße in mieser Luft ersticken, hauptsache die Hasen haben frische Luft"), und die Piraten sind jetzt angeblich nur Internet-Nerds ("na klar, die wollen nur, dass man alles umsonst aus dem Iternet runterladen kann").

    Abwarten und sehen, ob und wann sich auch die Piraten etablieren. Sollten auch die einmal etabliert sein, dann kommen wieder andere Neulinge. Und das Ganze geht von vorne los.
  8. #47

    Alter für sich genommen ist kein Argument

    Zitat von blowup Beitrag anzeigen
    ....
    Mit den Piraten werden die (jungen) Bürger den Etablierten einen gewaltigen Denkzettel verpassen. Viele sind es leid unter dem Diktat der "politischen Sachzwänge" leiden zu müssen. Obwohl ich wahrscheinlich fast 3 mal so alt bin wie der Durchschnittspirat..., meine Stimme bekommen die.
    warum differenzieren Sie - so hört es sich jedenfalls an - Ihre Meinung über die Piraten und deren Wähler so augenfällig unter Bezug auf deren Durschnittsalter. Ich glaube die Piraten haben nicht vor, sich in irgendein Klischee hineinpressen zu lassen. Die Partei ist für alle Menschen offen. Das Lebensalter hat allenfalls für die interne Parteistatistik eine Relevanz.

    Es entspricht sicherlich der Wahrheit, dass in der Partei viele junge Bürger eine Plattform suchen, aber das wird sich nach und nach auswachsen. Die etablierten Parteien erwartet ein Aderlass von enttäuschten Mitgliedern wie Wählern gleichermaßen - egal welchen Alters.

    Meine Stimme bekommen sie übrigens auch, aber ich verrate trotzdem nicht, wie alt ich bin.
  9. #48

    Die Politik hält die Sonntagsreden von gestern.

    Die Piraten diskutieren die Themen von morgen.

    Will man diese verstehen, muss man aber unter der Schlagzeile weiterlesen. Und da stehen oft sehr sinnvolle Dinge. Von wegen BILD bildet.

    Vorurteile werden von den etablierten Parteien gerne bedient, aber deren Wähler merken es nicht. Die Piraten sind noch eine Bewegung, auch wenn sie als Partei antreten. Noch könnten die Alt-Parteien den Widerstand gegen die eigenen Leute integrieren, die teilweise seit Jahren dieselben Forderungen stellen wie die Piraten.

    Aber dies würde für die Narzisten in den Vorständen der Parteien einen vermeintlichen Machtverlust bedeuten. Da bedient man lieber die alten Vorurteile, klammert sich an Vorstandsetage, Dienstwagen und Sekretärin. Und Luxuseinladungen der KOnzerne mit Sekt und Kaviar. Auch wenn der Kopf leer ist.

    Die Piraten werden erfolgreich sein, weil der (kleine) denkende Teil der Wähler die Diskussionen interessant findet wird und die bekannten Reden langweilig. Zumal wenn sie in den Konzernzentralen vordefiniert wurden. Was nützt ein Parteiprogramm, wenn es die Abgeordneten nicht gelesen haben (typisch: kann ich jetzt gerade nicht sagen...). Fragen Sie doch mal ihren Abgeordneten, aber nichts zu schwieriges! Fragen sie einen Piraten und sie bekommen eine Antwort. Diese muss ihnen nicht gefallen, aber selber denken hat noch keinem geschadet.
  10. #49

    Und was ist die Alternative ...

    Zitat von derweise Beitrag anzeigen
    Es ist vor allem die Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, die die Piraten groß werden läßt. Die Bundeskanzlerin stellt Rettungsschirme über 800 Milliarden € für die EU auf, da darf sie nicht erwarten, daß sich die Leute so etwas weiter bieten lassen!
    ...zum Rettungsschirm? Ich sehr momentan (leider) kein.