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Poker um Auffanggsellschaft: Drei Länder sollen für Schlecker bürgen

DPABange Stunden für Schlecker-Mitarbeiter: Nachrichtenagenturen zufolge ist eine Bürgschaft aller Bundesländer für eine Auffanggesellschaft gescheitert. Nun will Baden-Württemberg mit Bayern und Nordrhein-Westfalen alleine die Haftung übernehmen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...824350,00.html
  1. #10

    Zitat von sorata Beitrag anzeigen
    Die Unverfrorenheit unseres Polit-Klüngels beschert den Piraten mit Sicherheit meine Stimme. Nur im Vergleich.
    Bank vs. Realwirtschaft
    Misswirtschaft hier: Milliarden an Bürgschaften sind kein Problem.
    Misswirtschaft dort: Bürgschaft über 71 Millionen sind unmöglich.
    Die Banken waren eben 'systemrelevant' - ob zurecht, mag bezweifelt werden. Opel schien damals ja auch als systemrelevant eingestuft zu werden und wird es vielleicht bald wieder.

    Ich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, warum Schlecker-Mitarbeiter besser dastehen sollen, als andere Arbeitnehmer. Je nach Beschäftigungsjahren und ALter bekommen die jetzt erstmal 12-18 Monate ALG I, das ist wirklich nicht schlecht. Weiterhin gibt es Weiterbildungsangebote und Vermittlungsbemühungen seitens der Arbeitsagentur.

    Die Transfergesellschaften sind doch nur Augenwischerei, es glaubt doch nicht wirklich irgendjemand, dass dort Geld verdient wird, mit dem die KfW-Kredite zurückgezahlt werden könnten? Die Bürgschaften der Länder sind nichts anderes als dirkte Zuschüsse an die Schlecker-Mitarbeiter und ich kann nicht einsehen, warum diese besser gestellt sein sollen, als andere Arbeitslose.
  2. #11

    Die Sache ist gelaufen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bange Stunden für Schlecker-Mitarbeiter: Nachrichtenagenturen zufolge ist eine Bürgschaft aller Bundesländer für eine Auffanggesellschaft gescheitert. Nun will Baden-Württemberg mit Bayern und Nordrhein-Westfalen alleine die Haftung übernehmen.

    Poker um Auffanggesellschaft: Länder streiten über Schlecker-Bürgschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    wie sollen die beiden noch verbleibenden Bundesländer BW und NRW ihren Bürgern erklären, warum sie für ein bundesweit tätiges Unternehmen haften wollen?
  3. #12

    Warum "Bange Stunden"?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bange Stunden für Schlecker-Mitarbeiter: Nachrichtenagenturen zufolge ist eine Bürgschaft aller Bundesländer für eine Auffanggesellschaft gescheitert. Nun will Baden-Württemberg mit Bayern und Nordrhein-Westfalen alleine die Haftung übernehmen.

    Poker um Auffanggesellschaft: Länder streiten über Schlecker-Bürgschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Was wird denn in einer Transfergesellschaft gemacht? Einige dem Insolvenzverwalter nahestehende Unternehmen verdienen sich eine goldene Nase und die Mitarbeiterinnen klimpern sechs Monate lang auf Tastaturen rum und "lernen" Bewerbungen zu schreiben. Nach sechs Monaten geht es eben etwas später in die Arbeitslosigkeit.

    Wir haben eine Arbeitslosenversicherung, die sorgt für die Menschen und alles andere müssen sie selbst erledigen. Zynisch? Meinetwegen, aber unser System ist eben so.
  4. #13

    Wer lesen kann...

    Zitat von Bildungselite Beitrag anzeigen
    Letzte Woche konnte man hier noch lesen, dass der alte Raffzahn monatlich 70000 Euro verjubeln darf.
    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Schlecker ist insolvent als Privatmann. Da wird alles gepfändet, was über dem nicht pfändbaren Freibetrag von knapp über 1000,- Euro liegt.

    Die Familie - Frau und Kinder - haben Vermögen. DARAUS sollen angeblich 70000,- Euro Einnahmen monatlich resultieren. Sippenhaft gibt es in Deutschland nicht. Zum Glück.

    Wenn er nun trotz persönlicher Total-Pleite trotzdem noch gut leben kann, weil die Familie ihn finanziert, ist das im übrigen völlig in Ordnung. Wer über Jahrzehnte Tausenden wenig qualifizierten Menschen Arbeit gegeben hat, hat sich einen sorgenfreien Lebensabend das redlich verdient!
  5. #14

    Zitat von seiby Beitrag anzeigen
    Warum soll denn die Politik den Verkäuferinnen von Schlecker helfen? Wenn eine kleine Firma Konkurs macht, dann stehen die Mitarbeiter auch ohne HIlfe einer Auffanggesellschaft da und sind arbeitslos.

    Ich bin da für gleiches Recht für alle.
    Genau so sieht das aus!
    Ich sehe auch nicht, wo Schlecker-Arbeitsplätze besonders schützenswert sein sollen.
  6. #15

    ja nun, das Leben ist eben kein Zuckerschlecken

    Zitat von sorata Beitrag anzeigen
    Die Unverfrorenheit unseres Polit-Klüngels beschert den Piraten mit Sicherheit meine Stimme. Nur im Vergleich.
    Bank vs. Realwirtschaft. Misswirtschaft hier: Milliarden an Bürgschaften sind kein Problem. Misswirtschaft dort: Bürgschaft über 71 Millionen sind unmöglich.
    Schlecker ist eben nicht systemisch. Davon ab: wollen wir nun jeden Pleitier retten? Abgesehen davon: wenn Beschäftigte zu Sklavenbedingungen antreten und damit ein ganz schlechtes Zeichen senden, habe ich nicht wirklich Mitleid. Das ist die Quittung, wenn man sich alles gefallen läßt. Nichts für ungut bitte.
  7. #16

    Bin ganz bei Ihnen

    Zitat von VoPi35 Beitrag anzeigen
    Genau so sieht das aus!
    Ich sehe auch nicht, wo Schlecker-Arbeitsplätze besonders schützenswert sein sollen.
    Werde demnächst dank Unternehmensberatung und Verlagerung meiner Arbeit von BaWü nach Niedersachsen nach 34 Jahren in der gleichen Fa. arbeitslos.

    Wo bitte kann ich mich mit 51 Jahren zwecks Auffangen melden? Ach so, ist nen Einzelschicksal, alles klar.

    Deutschland halt . . .
  8. #17

    Das müssen Sie nicht

    Zitat von DDM_Reaper20 Beitrag anzeigen
    So schaut's leider aus. Wenn's um 11.000 arme Bürger geht, dann fällt das Fallbeil. Wenn sich dagegen Zockerfürsten verspekuliert haben, werden rasch noch ein paar Milliarden in den Allerwertesten geblasen, natürlich nur, um unsere Währung vor Schlimmerem zu bewahren. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, vor allem, wenn man sieht, wie manche Spitzenzocker dann noch um fürstliche Abfindungen feilschen.

    Zornrot werde ich bei sowas.
    Denn insgesamt hatten die Bank-Hilfen vor 3-4 Jahren schon ihre Berechtigung. Natürlich kann man jede einzelne Maßnahme kritisch hinterfragen. Aber die Tatsache bleibt, dass unsere Volkswirtschaft ohne Banken nicht existieren kann. Ohne Schlecker schon.
    Es besteht wohl hier auch kaum eine Gefahr, dass sich die Krise durch die ganze Branche fressen würde. Rossmann, DM, Müller oder Rest des Einzelhandels werden durch die Schlecker-Pleite wohl nicht mit nach unten gezogen, sondern dürften die Versorgung in den allermeisten Fällen problemlos übernehmen können.
    Solche Transfergesellschaften machen dann evt. einen Sinn, wenn auf einem lokalen Arbeitsmarkt Massenentlassunegn drohen, die dort nicht zu bewältigen sind. Wenn z.B. in einer Stadt tausende von Stahlwerkern ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Angestellten von Schlecker verteilen sich über das ganze Land. Für viele von ihnen dürfte es nicht hoffnungslos sein, eine neue Anstellung zu finden. Deshalb kann hier von "Fallbeil" auch keine Rede sein. Für die anderen bietet die Arbeitsagentur genau solche Bewerbungs- und Weiterbildungskurse an. So wie für alle anderen Beschäftigten auch, die dieser Tage ihren Job verlieren sollten.
  9. #18

    In der Tat,...

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Es kann geholfen werden. Wir haben das Arbeitslosengeld und die Unterstützung bei Fortbildung. In der Marktwirtschaft macht der Unternehmer Gewinne, die er nach Steuern behält, oder Verluste. Verluste auszugleichen, ist nicht Sache des Staates. Bankbürgschaften waren Notwehr, denn sonst hätte die Wirtschaft leiden müssen.
    ... das sehe ich auch so. Allerdings hätte man auch die Banken nicht retten dürfen. Das war unter Langfristbetrachtung ein maximaler Fehler. Nun wissen diese Gauner, daß sie einfach weiter zocken können, und das tun sie ja bekanntlich auch.
  10. #19

    Erste Praxiserfahrungen eines Praktikanten

    Wo ist eigentlich das Problem? Es handelt sich doch nur um die Bürgschaft für einen Kredit, den Schlecker in ein paar Monaten zurück zahlen muss? So zumindest hat Nils Schmidt in der Vergangenheit argumentiert.

    Aber irgendwie scheinen die meisten anderen Ländern, auch wenn sie unter einer SPD-Führung stehen, das doch etwas anders zu sehen. Und dazu auch noch völlig zurecht. Der Ministerpraktikant Schmidt scheint jetzt einmal mit der harten Realität konfrontiert zu werden. Und anscheinen ist er sich der Rückzahlung auch nicht so sicher, wenn der Dritte mit ins Boot holen will.

    Man kann sich aber auch fragen, was diese Maßnahme den Mitarbeiterinnen von Schlecker wirklich bringt. Die wenigsten werden aus meiner Sicht ihre Tätigkeit wechseln. Zumindest teilweise wird das auch nicht notwendig sein. Viele andere Drogeriemarkt-Ketten sind nach wie vor auf Expansionskurs und schaffen neue Arbeitsplätze. Und die wegfallenden Arbeitsplätze sind auch über die ganze Republik verteilt. Es ist also auch nicht so, dass plötzlich eine ganze Region "arbeitslos" wird und vor dem Nichts steht.

    Auch wenn es der eine oder andere als Zynismus empfindet: Es ist nicht schlimm, wenn man seinen Arbeitsplatz verliert. Es ist nur schlimm. wenn man keinen neuen mehr findet. Dieses Problem sehe ich vor allem, wenn die Arbeitsplätze einer ganzen Region verloren gehen oder eine ganze Branche "ausstirbt". Für die Mitarbeiterinnen von Schlecker sehe ich aber nicht schwarz.








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