ZDFDoris D. hat eine Busenfreundin, 34 Jahre lang. Monika ist immer da, bei der Hochzeit, bei der Taufe der Tochter, bei der Beerdigung des Bruders. Dann bricht sie den Kontakt von einem Tag auf den anderen ab. Geschichte einer Funkstille.
Plötzlicher Kontaktabbruch: Eisernes Schweigen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
man macht so etwas nicht? wer sagt das denn bitte? ihr horizont bezüglich persönlicher freiheit erscheint mir recht eng. natürlich wäre es für doris schöner gewesen, wenn sie etwas gehört hätte. hätten wir auch einen artikel über monika lesen können, um die geschichte aus ihrer perspektive zu betrachten, dann könnten wir abwägen und vielleicht anfangen das ganze zu bewerten.
der artikel hier ist doch nur ein kleiner fetzen des ganzen, entnommen der subjektiven wahrnehmung einer - zu recht, denn wer wäre das nicht? - verletzten frau.
sich hier auf eine seite zu schlagen und sofort werturteile abzugeben, halte ich für völlig daneben.
Der Versuch, plötzlichen Kontakt- und damit Kommunikationsabbruch auf ein weibliches Phänomen reduzieren zu wollen, entspringt einer falschen Wahrnehmung der Realität. So etwas kommt zu ähnlich grossen Teilen auch unter Männern, zwischen Frau und Mann und - besonders tragisch- zwischen Eltern und Kindern vor.
Man kann nicht nicht kommunizieren! Das sagten schon Paul Watzlawick in seinem Werk "Menschliche Kommunikation" (1969) sowie der Kommunikations-Psychologe Friedemann Schulz von Thun. Jede Nicht-Kommunikation enthält demnach auch eine Nachricht. Dabei ist es demjenigen überlassen, sie zu formulieren, der unter dem Kontaktabbruch leidet. Darin liegt die Chance, aus dem Teufelskreis von Nicht-Beachtung und Werben um sein schweigendes Gegenüber auszubrechen.
Wenn das "kämpfen" aber soweit geht, einen Menschen in einem Fernsehbericht als eiskalte Ex-Freundin zu präsentieren, dann geht das zu weit.
Interessant wäre es doch wie die meisten hier reagieren würden, wenn Monika ein Mann wäre und Doris ohne Angabe von Gründen verlassen hätte.
Sowas passiert viel öfters und auch diese Verlassenen müssen damit leben. Nur würde dafür niemals ein Kamerateam anrücken, sondern man würde ehr eine Therapie empfehlen.
ich find den Beitrag zwar sehr interessant, aber dass klingt ein bisschen nach: nun ist derjenige zu dem der Kontakt abgebrochene in der Situation die Sache aufzuklären und soll bei sich suchen?
Das ist ja total "einfach". Einer bricht Kontakt ab und stellt sich tot und der andere soll das akzeptieren & gleich mit erklären, weil der Grund wohl in ihm selber liegt? Mag so vorkommen.
Erwachsener fände ich aber die Tatsache, dass man mal drüber spricht und keine Schnitzeljagd daraus macht :)