Finde ich so nicht. Mir ist das gleiche passiert, erst mit einem Mann und dann mit meiner besten Freundin. Bei dem Mann hat es Jahre gedauert, bis ich endgültig abschließen konnte, bis ich nicht mehr tagtäglich an ihn denken mußte.
Bei meiner Freundin ebenfalls. Plötzlich war Funkstille, es kam nichts, nur eine bescheuerte Ausrede. Ich habe mich hineingesteigert, bis ich mir irgendwann gesagt habe, dass es jetzt gut ist, dass es nicht mein Problem ist, wenn sie keine Worte findet. Dass es nicht mein Problem ist, wenn sie nicht damit fertig wird, dass ich ein eigenes Leben habe. Es hat zwei, drei Monate gedauert, in denen ich massiv getrauert habe - jawohl, getrauert um meine Freundin, die zwar noch lebte, aber plötzlich alle Brücken abgebrochen hat. Sie war quasi tot. Für mich. Es hat ein, zwei Jahre gedauert, bis ich es endgültig akzeptieren konnte und damit abgeschlossen habe.
bei vielen anderen Menschen ist es so: sie kommen, sie gehen. Aber nicht, wenn dieser eine Mensch ein Seelenverwandter gewesen ist, dann ist es anders, dann geht es tief und tut einfach nur verdammt weh. Und warum sollte die Frau ein Fall für den Seelenklempner sein, wenn sie Gefühle hat? Manche Menschen kommen schnell über Trauer und Trennung hinweg, andere eben nicht.



