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Plötzlicher Kontaktabbruch: Eisernes Schweigen

ZDFDoris D. hat eine Busenfreundin, 34 Jahre lang. Monika ist immer da, bei der Hochzeit, bei der Taufe der Tochter, bei der Beerdigung des Bruders. Dann bricht sie den Kontakt von einem Tag auf den anderen ab. Geschichte einer Funkstille.

Plötzlicher Kontaktabbruch: Eisernes Schweigen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
  1. #110

    Kein "typisches Frauending"

    Zitat von homeuser Beitrag anzeigen
    ... Seien wir doch mal ehrlich, das ist so ein typisches Frauending. Ich habe schon soviele Frauen erlebt, die das in Beziehungen oder Freunschaften so gemacht haben....
    Vor 12 Jahren habe ich - Mann - den Kontakt mit zwei Männern, die ich seit 15 Jahren kannte (wir sind alle Familienväter und sehr Hetero) abgebrochen, weil deren Aktivitäten in der Grauzone zur Illegalität plötzlich auch gegen mich gerichtet waren. Also, zack, Rollgardine runter.

    Vor fünf Jahren brach ich den Kontakt mit einem extrem begabten und hochausgebildeten Mann ab, ein guter Bekannter seit fünf Jahren. Er begann zunehmend Stimmen zu hören (aggressive Nazis, die ihm Sachen befahlen) und seine Frau fühlte sich bedroht. Wir wissen, dass es sich um Schizophrenie handelt und solche Leute können gelegentlich "Aufträge" ausführen, die ihnen die Stimmen auftragen. Ich wollte kein solcher Auftrag werden, und antwortete nicht mehr auf seine Kontaktversuche.
    Vor zwei Jahren brach ein Mann, promoviert und nicht dumm, nach 10 Jahren den Kontakt mit mir ab, weil er glaubt ich sei Neonazi. Bin ich nicht, werde es auch nicht. Aber, was solls, er glaubt es und will sich nicht vom Gegenteil überzeugen lassen, weder von mir noch gemeinsamen Freunden.
    Also, vier Beispiele dafür, dass auch Männer ebenfalls Kontakte plötzlich abbrechen.
  2. #111

    Zitat von lilli Beitrag anzeigen
    Auch ich habe den Kontakt zu jemanden abgebrochen, auch er kann nicht verstehen, warum ich das gemacht habe. Würde ich heute mit ihm sprechen, würde er mich vielleicht ganz verdutzt fragen, was denn eigentlich los sei. Genau deswegen musste ich den Kontakt ja abrechen: Alles, was ich im Vorwege versucht hatte, um unseren Konflikt zu lösen, war gescheitert. Er war einfach nicht bereit oder nicht in der Lage, mich und meine Bedürfnisse zu verstehen. Er leugnete diese. Irgendwann hat mir alles so sehr weh getan, dass ich nur vor zwei schlechten Alternativen stand: den Kontakt abbrechen, den Schmerz auf beiden Seiten in Kauf nehmen (das Wissen seines Schmerzes war oft größer als sein eigener) oder den Kontakt beibehalten mit der Gefahr an der Beziehung selbst zu Grunde zu gehen. Ich möchte hiermit verdeutlichen: Mir, als Verlassender, war klar, dass ich mit dem Verlassen Schmerz auslösen wurde, auf beiden Seiten, aber nur ich selbst konnte für mich entscheiden, welcher Schmerz erträglicher sein würde.
    Klingt logisch in dieser Erklärung.
    Klingt aber auch sehr beschwerlich:
    "Er war einfach nicht bereit oder nicht in der Lage, mich und meine Bedürfnisse zu verstehen. Er leugnete diese"

    wenn das zu diesem noch grösserem Schmerz führt, muss da ja ein arges Mißverhältnis vorgelegen haben.
  3. #112

    Zitat von markus_wienken Beitrag anzeigen
    Doch, es ist Stalking wenn man längere Zeit mit SMS und Telefonanrufen "bombardiert wird, bei Freunden und Lebenspartner nachhakt wird und dergleichen.
    Dazu bedarf es keines Einbruches.
    Nun weichen Sie den Begriff Stalking nicht durch inflationäre Verwendung auf.
    Stalking ist etwas ganz anderes, und kennzeichnend für Stalking ist zudem, dass die Kontaktaufnahmen mit der Zeit immer mehr zunehmen, während sie bei einem Beziehungsabbruch, sei es eine Freundschaft, sei es eine Liebesbeziehung, mit der Zeit abnehmen. Bei einem Stalker ist auch nicht Zuneigung der Beweggrund, sondern schlicht und ergreifend Macht über das Opfer.

    Wobei übrigens selbst bei Stalking empfohlen wird, einmal klar zu sagen, was Sache ist und erst dann nicht mehr zu reagieren.
  4. #113

    Zitat von liliane66 Beitrag anzeigen
    Ja, sehen Sie, sie sprechen etwas nahezu typisches an! All diese Verlassenen, dich sich jetzt zu Worte melden! Diese grossen Reden, die sie schwingen über Moral in der Freundschaft, aber .....
    Also ich verwechsel meine beste Freundin nicht als Seelen-Mülleimer. Das finde ich jetzt eine sehr unschöne Unterstellung an die Allgemeinheit hier, nur weil keiner explizit auf ihren Beitrag eingegangen ist.
  5. #114

    Filmtip

    Man schaue sich mal die Filme "Oldboy" und "Revolver" an - passt irgendwie...
  6. #115

    Zitat von liliane66 Beitrag anzeigen
    Lesen sie doch einfach alle meine Beiträge zu diesem Thema, dann ergibt sich schon ein Bild! Oder sind Sie auch einer dieser Planeten der nur um sich selbst kreist?
    Sie wollten eine Meinung zu Ihrer Story, jetzt nehmen Sie sie auch hin.
  7. #116

    Zitat von liliane66 Beitrag anzeigen
    Ich bin einer dieser bösen Schweigerinnen! Dabei habe ich meiner Meinung nach genug kommuniziert, bis es nicht mehr ging! Ich wurde immer mehr zu Fussabstreifer einer durch und durch selbstherrlichen Person, die sich ungefragt zu Richterin und Nörglerin über mein.....
    Kann man so nachvollziehen. heißt ja nicht zwangsläufig, dass es in dem vorliegenden Fall auch so war.
    Dein Fall klingt auch weniger nach Freundschaft als nach "nerviger Bekanntschaft"
  8. #117

    Genau so

    Zitat von Fangirl Beitrag anzeigen
    Sie würden also zu ihrer besten Freundin/Freund sagen. "Ok, ist zwar schade, dass du dich nicht mehr meldest, aber es ist dein gutes Recht! Ist ok für mich. "
    habe ich meine email formuliert. Nach dem ich ein paar Mal per AB, SMS und email angefragt habe, was denn sei.

    Und dann bin ich dieser "Bekannten" in der U-Bahn begegnet und auf einem Fest und diese Person hat mich mit einem grinsenden Blick ignoriert. Dann dachte ich, es ist auch nicht schade drum. Naturgesetz ist, wenn einer geht, ist Platz für einen Neuen. Ich hatte mir auch erst denn Kopf zerbrochen, was ich wohl getan habe, aber dann hörte ich von einem gemeinsamen Bekannten, dass auch zu ihm der Kontakt von ihr abgebrochen wurde. Er erklärte es sich damit, dass sie ein oberflächlicher Mensch ist. Trotzdem, wenn ich sie sehe grüße ich einfach und sie nickt zurück.
    Vermeidung ist zwar weit verbreitet, aber man schleppt dieses Bewältigungsmuster mit sich herum und schadet sich am Ende nur selbst.
  9. #118

    Zitat von homeuser Beitrag anzeigen
    Das klingt für mich aber schon ein "bisschen" nach Stalking und krankhafter Verfolgung.
    Seien wir doch mal ehrlich, das ist so ein typisches Frauending. Ich habe schon soviele Frauen erlebt, die das in Beziehungen oder Freunschaften so gemacht haben.

    Weil sie zu feige sind sich der Wahrheit zu stellen, oder zumindest dem Gegenüber ehrlich etwas ins Gesicht zu.
    Ein "typisches Frauending" ist das sicher nicht, es gibt auch Männer die derart konfliktunfähig sind. Denn in einer generellen Konfliktunfähigkeit ist eine derartige Konflikteskalation begründet, an deren Ende der in dieser Art und Weise getätigte Kontaktabbruch steht.

    Ein Kontaktabbruch ohne Angabe von Gründen zeugt darüber hinaus aber neben Feigheit auch von einer guten Portion Gehässigkeit. Derjenige empfindet offensichtlich eine Genugtuung darüber, dass er auf diese Weise Macht über sein Gegenüber ausübt. Auch er lässt hier nicht wirklich los und versucht mit diesem Verhalten zugleich zu verhindern, dass der Freund loslassen kann.
    Indem man in dieser Art und Weise den Kontakt zu einem Freund abbricht, sorgt man doch gerade dafür, dass dieser nicht loslassen kann, sondern nachfragt, also anruft, Mails schreibt, etc., und interpretiert dieses Verhalten dann offensichtlich als Beweis für die eigene Wichtigkeit, d.h., man wertet sich darüber auf.

    Nicht mehr unbefangen ans Telefon gehen zu können, etc., ist ja normalerweise unangenehm und lästig. Sagt man demjenigen offen, warum man den Kontakt nicht mehr möchte, erspart man daher nicht nur dem Anderen die Suche im Dunkeln und das Nachfragen, sondern auch selbst. Und man versetzt auch den Anderen eher in die Lage, loslassen zu können.

    So aber entwürdigt man über den Anderen letztlich auch sich selbst, und man entwertet die Freundschaft.

    Das ist zweifelsohne für die betroffende Freundin schmerzhaft, aber sie muss sich dem stellen, dass die Freundin offensichtlich nicht die Freundin war, von der sie dachte, dass sie es ist.
  10. #119

    Zitat von jabor Beitrag anzeigen
    Vor zwei Jahren habe ich den Kontakt zu mehreren meiner Freunde - darunter waren auch zwei langjährige und sehr enge Freunde - abgebrochen. Das ganze geschah, als ich einen burn-out hatte und war eine absolut notwendige Handlungsweise. Die.....
    danke für diese Sicht der Dinge. Das liest sich so, dass man es gut nachvollziehen kann.


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