Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt

DPASie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...818847,00.html
  1. #30

    Bisschen sehr einfach

    Zitat von kein_gut_mensch Beitrag anzeigen
    Opfer ist wohl etwas übertrieben und Mitleid hab ich auch nicht. Jahrelang will man das beste für sich allein und dann wenns nicht mehr läuft will man wieder ins gemeinschaftliche Auffangbecken. Und mit 50 kann ich dann schon erwarten das man sich vorher Gedanken darüber macht.
    Ich weiss nicht, ob sich da inzwischen etwas geändert hat, aber vor knapp zehn Jahren wurde von den Gesetzlichen bei Selbstständigen ein Mindesteinkommen von gut 1600 EUR festgelegt. Dieses Einkommen wurde dann zur Berechnung der Beiträge verwendet, egal, was wirklich verdient wurde. Zu Beginn meiner Selbstständigkeit war ich ohne Ersparnisse und hatte nur verdiente rund die Hälfte. Da bin ich gezwungenermaßen zu einer Privaten gewechselt, auch wenn ich lieber bei der gesetzlichen geblieben wäre.
  2. #31

    .

    Zitat von k.kujau Beitrag anzeigen
    Man könnte sich ausnahmsweise mal an Griechenland orientieren: Sozialversicherungspflicht für jedermann in der gesetzlichen (KV sowie Rente). Die Privaten sindnur zur Aufstockung da.
    Das wär's doch. Ich wäre gleich dabei. Aber dann bitte so, dass sich das auch Kleinverdiener leisten können.
  3. #32

    Halb Wahr, halb unwahr

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

    Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Wahr ist - die KBW Ulla von der Hilfsschule hat wirklich alles getan, um Privat Versicherten zu schaden. Darüber hinaus hat sie auch alles getan, freiwillig in der GKV gebliebenen zu schaden. Trotz vollem Beitrag bis zu Bemessungsgrenze keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle und viel schlimmer - im Rentenalter werden ALLE Einkünfte und nicht nur die Rente zu Beitragszahlung heran gezogen.

    Wahr ist aber auch, das bei der GKV um die 100 Euro reichen, um kostendeckend versichert zu sein. Das ist die Summe, die aus dem Topf in Richtung Krankenkassen fließt. Jeder Cent Beitrag darüber, ist schlichte Umverteilung um Ehefrauen und Kinder anderer Beitragsfrei durchschleppen zu können.

    Es spräche also nichts dagegen, Leute die wollen, für 100 Euro im Monat wieder in die GKV aufzunehmen. Das wäre kostendeckend...

    Auf der anderen Seite:

    Leider kommt sie von dieser Last wohl nicht mehr runter, es sei denn, sie wechselt in einen anderen Tarif oder reduziert ihre Leistungen

    Genau das ist der Knackpunkt. Es ist auch bei der PKV jederzeit möglich - erst recht als langjähriges Mitglied - einen preiswerten Tarif zu finden. Zwar ohne "Globuli" und sonstigem Schnickschnack, aber immerhin voll versichert, was die persönliche Leistungsfähigkeit übersteigt. Dazu ist nur eine gewisser Selbstbehalt nötig, der idealerweise mit Angespartem aus den den erheblich preiswerteren Beiträgen in früheren Jahren stammt. Immerhin kostet einen ordentlich verdienenden Single die GKV Mitgliedschaft an der Bemessungsgrenze an die 7200 Euro im Jahr. Die Differenz hätte man also jahrelang gewinnbringend anlegen können.

    Die armen 150.000 trifft also durchaus eine Mitschuld an der Misere.


    Ulrich

    Ach ja - eben wurde mein Jahresbeitrag Privat inkl. Pflegeversicherung abgebucht. 1014,85 Euro mit 1000 Euro Selbstbehalt, ebenfalls deutlich über 50... Also durchaus tragbar. Die GKV wäre in JEDEM Falle teurer.
  4. #33

    Was für ein grenzenloser Schwachsinn: warum bitte ist der Basistarif der teuerste von allen? Spitzenleistung, Frau Schmidt!
    Man zahlt für volle Versicherungsleistungen ca. 200-400 Euro, wenn man aber nicht zahlen kann 600 Euro für den Minimal-Basistarif? Warum fällt man nicht in den Einsteigertarif zurück? Der kostet teilweise unter 200 Euro und bietet die gleichen Leistungen wie gesetzliche Kassen. Aber dann könnte man natürlich nicht solche hohen Ausfallzahlen errechnen...
  5. #34

    Vom Prinzip her falsch?

    Zitat von noritz Beitrag anzeigen
    Opfer sind nicht die 150000, sondern diejenigen, die NOCH zahlen können und jetzt deutlich mehr zahlen. Für die 150000 mit.

    Korrekt. Und da sollten sich die Verantwortlichen mal überlegen, ob das vom Prinzip her überhaupt sein darf. Diejenigen, die überhaupt nicht mehr bezahlen können, sind ein Fall für die Allgemeinheit (= Sozialhilfe & Co.) und nicht für einen begrenzten Kreis von Personen, der in diesem Zusammenhang nichts für diese Inanspruchnahme kann.
  6. #35

    Nachdenken wäre mal gut!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

    Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Nicht jeder in der PKV ist dort freiwillig!
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    Beispiel gefällig: Beamte!
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    Ehepaar PKV. Scheidung....... und dann steht ein Partner ohne Krankenversicherung, bestimmt aber OHNE Beihilfe da.
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    Damit steigt der PKV Tarif (vorher 70% Beihilfe) für den Nichtbeamten um diese 70%. Rente im Versorgungsausgleich geteilt. Das kannst du an 5 Finger abzählen das wenigstens einer wahrscheinlich aber alle beide mit 65 auf HIV sind!
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    Tolle Wurst!
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    Dieser ganze PKV geraffel gehört abgeschafft. Grundversorgung wie in der Schweiz für ALLE Pflicht. Wer dann mehr will soll sich zusätzlich versichern.
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    Gruss Sikasuu
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    Ps. Auch Beamte gehören in die GKV!!! Aber das ist unserer "Elite" ja zu teuer:-(
  7. #36

    Opfer .. und Idioten!!

    Opfer ja ... bin teilweise selber betroffen, aber Wechseln, von der Pest zu Cholera?

    NEIN!! Lieber würde ich mich in die Kiste legen!

    Wo ein Arbeitnehmer, Monate lang Zuhause sitzt, einen Idioten, der ohne Leistung das Geld überweisen muss .... muss ein Selbständiger weiter arbeiten! Die Gesundheit ist JEDEM Auftraggeber egal, Hauptsache sie können Streichen!!

    Selbst wenn der Fuß weg ist, werden oder er im Sterben liegt, bekommt er Verzugsmahnungen, Abschläge ob Berechtigt oder nicht in Rechnung gestellt!!

    Und wenn ich sehe, was es kostet einen Arbeitsplatz in DE zu schaffen.... nicht für Alles Geld der Welt würde ich das nochmal machen!!
  8. #37

    PKV abschaffen

    Man sollte die PKV einfach abschaffen. Man bekommt am Ende ohnehin als Privater keine bessere medizinische Versorgung. Das ist wirlich reine Mythologie. Ich bin selbst Arzt und Kollegen von mir würden das auch bestätigen. Ein Privatpatient bekommt lediglich mehr "Service" drumherum, weil es insgesamt für die an sich gleiche Leistung mehr Geld gibt und der Arzt sich mehr Zeit nehmen kann. Würden die "Besserverdiener" statt in die PKV in die gesetzliche Versicherung einzahlen, würde diese auch finanziell besser dastehen. Eine Solidargemeinschaft kann nur funktionieren, wenn sich alle beteiligen.
    Es ist in meine Augen absurd, dass die PKV mit (falschen) Versprechungen von Luxusmedizin Besserverdienende aus der GKV abziehen darf.
  9. #38

    Das kann man so nicht stehen lassen.

    Zitat von kein_gut_mensch Beitrag anzeigen
    Opfer ist wohl etwas übertrieben und Mitleid hab ich auch nicht. Jahrelang will man das beste für sich allein und dann wenns nicht mehr läuft will man wieder ins gemeinschaftliche Auffangbecken. Und mit 50 kann ich dann schon erwarten das man sich vorher Gedanken darüber macht.
    Hallo,
    ich gehöre konkret zu diese Opfern und wäre gerne schon früher zurück gewechselt. Wer heute Kritik an den Privatversicherten übt, solle ich erst einmal kundig machen, wie kompliziert die Handhabung der gesetzlichen Versicherung für Selbständige ist. Durch die Koppelung an den verdienst ist die gesetzliche Versicherung für Selbständige eigentlich nicht handhabbar. Laufen die Geschäfte besser, als zu Jahresbeginn gedacht, wir rigoros nachgefordert. Das ist OK. Laufen sie hingegen wesentlich schlechter und man hat zuviel bezahlt, wird das Geld genauso rigoros einbehalten. Laut höchst richterlichem Urteil kann man den Krankenkassen eine nachträgliche Erstattung nicht zumuten. Was das Finanzamt ohne Probleme leistet, ist den Krankenkassen zuviel.

    Bei solch einem maroden System ist klar, dass viele in die PKV gewechselt sind.

    Das Gesundheitssystem muss generell reformiert werden. Mit einer Bürgerversicherung, in die alle Bürger einzahlen und eine Grundversorgung gegeben ist. Inkl. Vorsorge. Die PKV kann dann die zusätzlichen Wünsche versichern. Ich denke, da gibt es genügend, mit dem man Geld verdienen kann.

    Der erste Schritt muss aber sein, die gesetzliche KK wieder für alle zu öffnen. Der Staat kann nicht zulassen, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und Steuern bezahlt haben, jetzt durch das Rost fallen. Und noch ein Punkt: Die Privaten haben angeblich für das Alter ihrer Versicherten gerade aus dem Grund Rücklagen gebildet, dass die Kosten nicht so stark steigen. Wo sind denn diese Rücklagen, die eigentlich den Versicherten gehören? Es wäre sicherlich sinnvoll, dass die Privaten per Gesetz gezwungen würden, diese Rücklagen für heden Versicherten, der in die gesetzliche zurück geht, auch an die gesetzliche zu überweisen.

    Klar, 150.000 sind viel, aber doch viel zu wenige, um wirklich was zu bewirken. Die Politik wird sie einfach vergessen. Egal, welcher Gruppierung sie angehört.

    Beste Grüße
    Achim Schmidt
  10. #39

    Nein!

    Zitat von diefreiheitdermeinung Beitrag anzeigen
    warum jene, die treu Praemie zahlen, alle diese Nichzahler durch uebergrosse Praemienerhoehungen mitfinanzieren sollen und muessen ? Wenn schon der Staat Solidaritaet mit wirtschaftlich Schwachen und Beduerftigen ueben moechte (und ich bin dafuer dass er das nach Untersuchung jedes Einzelfalles auch tut) dann soll er bitteschoen entweder den privaten Kassen die entgangene Praemie vergueten oder die Nichtzahler zu einem Minitarif ggf. mit Basisleistungen nur in die gesetzlichen Kassen uebernehmen.
    Nein, lieber Mitforist, das auf keinen Fall. Die Entscheidung GKV oder PKV ist eine grundsätzliche, lebenslange Entscheidung.
    Wer für die Vorteile der PKV die Solidargemeinschaft verläßt, tut dies für immer (es sei denn, es entsteht Versicherungspflicht).
    Der Staat (also wir alle) respektieren diese Entscheidung - der Versicherte muss es auch - und mit den Konsequenzen leben.
    Dies gilt auch und insbesondere für die von Ihnen genannten "Mitzahler".