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Plankton in der Arktis: Es grünt unter dem Eis
REUTERSUnter den dünner werdenden Eisschollen der Arktis wollen US-Forscher riesige Flächen von blühendem Plankton gefunden haben. Die grünen Wolken sind Nahrungsmittelfabriken im Meer - und waren bisher in der eisbedeckten Region nicht bekannt. Doch wie verlässlich sind die Daten?
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...837520,00.html
- #20 08.06.2012 19:48 von
Ein Versuchsfeld unter kontrollierten ceteris-paribus-Bedingungen ist kein Freiland, sondern Haarspalterei. CO2 ist in der Atmosphäre immer vorhanden, nicht aber genug Wasser oder Nährstoffe. Außerdem wäre zu unterscheiden zwischen Nutzpflanzen in der Landwirtschaft und Wildpflanzen in der freien Natur.
- #21 10.06.2012 00:15 von
Irgendwie bewegt sich diese Diskussion ziemlich weit vom des Artikel weg, aber sei's drum. Dass Pflanzen die nicht Wasser- oder Nährstofflimitiert sind unter umständen CO2-limitiert sein können kann ich mir vorstellen. Die Annahme, ein erhöter CO2-Gehalt der Atmosphäre führe damit automatisch zu stärkerm Pflanzenwachstum ist sehr monokausal und eher naiv.
Zum Thema: Die Erforschung der Arktis, speziell auch der dortigen Mikrobiologie ist durchaus nicht "herausgeworfenes Geld", selbst wenn man eine anthropozentrische Auffassung von Nutzen hat. Tatsächlich ist unser Verständniss wie dieses hochkomplexe System Erde funktioniert noch sehr lückenhaft. Gleichzeitig sind die Auswirkungen unseres Handelns und unser Einfluß in diesem System immens, ebenso wie unsere Abhängigkeit von diesem System.
Der bei weitem größte Teil aller auf dieser Erde stattfindenden chemischen Reaktionen weren von Mikroorganismen katalysiert, ein erheblicher Anteil davon im Meer. Alle große Stoffkreisläufe wie der Kohlenstoffkreislauf, der Stickstoffkreislauf oder der Schwefelkreislauf hängen davon ab.
Wie groß der Einfluß des riesigen Gebiets der Arktis ist, ist weitgehend unerforscht. Gleichzeitig beobachten wir hier seit Jahrzehnten rasante Veränderungen in der Eisbedeckung. Wenn nun kein Status Quo aufgenommen wird, werden wir niemals herausfinden, was diese Veränderungen für Auswirkungen auf die Ökosysteme haben.
Zum Inhalt des Artikels: Ein interessanter Einzelbefund. Inwiefern Algenblüten zugenommen haben ist meiner Meinung nach sehr spekulativ. Auch ist nicht wirklich geklärt, ob Licht der limitierende Faktor in weiten Teilen der Arktis ist. Nur dann würde eine dünnere Eisdecke eine Blüte befördern. Ebenfalls denkbar ist, dass die Forscher zu einem Zeitpunkt eingetroffen sind, als ein starkes Schmelzereigniss Nährstoffe aus dem Eis freigesetzt und damit die Blüte ausgelöst hat. Welche Relevanz und Häufigkeit solche Ereignisse haben ist druchaus relevante Forschung. Meiner Meinung nach deutlich relevanter und dringender als z.B. die meiste Astrophysik... - #22 10.06.2012 09:24 von
Völlig richtig; die Welt hat sich gewandelt in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten. Die organisierte und institutionalisierte Tätigkeit des Menschen hat völlig neue Konsequenzen für die Biosphäre und für die Lebenswelt des Menschen. Viele neue Entwicklungen, geförderte und konzentrierte Mineralien der Geologie oder künstliche Substanzen der Chemie, haben unbekannte Auswirkungen auf Organismen und Umwelt. Die allermeisten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten sind prinzipiell nicht, oder erst nach langer Zeit, mit unseren Sinnesorganen wahrnehmbar. Deshalb ist dringend notwendig, alle Folgen menschlichen Handelns zu erforschen, um schädliche Auswirkungen erkennen und verhindern oder vermindern zu können.
- #23 13.06.2012 08:50 von
Bitte nachdenken.
Ich bin mir der Ambiguität der Effekte einer erhöhten atmosphärischen CO2-Konzentration durchaus bewusst. Indes scheint mir, dass Sie die conclusio der von Ihnen zitierte Studie gar nicht verstanden haben. Vielleicht versuchen, Sie diese einfache Frage zu beantworten:
Unter welchen Bedingungen geht es den Pflanzen in dieser Studie besser?
a) kein Trockenstress, "normale" CO2-Konzentration
b) Trockenstress und hohe CO2-Konzentration
Natürlich kann CO2 etwas von dem Trockenstress kompensieren. Aber besser wäre doch wohl, wir würden den Trockenstress durch Reduktion unserer CO2-Emissionen vermeiden können, oder meinen Sie nicht auch?
Abschließend noch eine kleine Analogie: Wasser ist lebensnotwendig, man kann aber trotzdem drin ersaufen. Bitte nachdenken. - #24 13.06.2012 10:16 von
- #25 13.06.2012 11:22 von
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