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Plan B für Studienabbrecher: Beinahe-Akademiker, fangfrisch von der Uni

Sie vergeigen Prüfungen, haben große Geldsorgen oder Überdruss an Theorie. Wenn Studienabbrecher anklopfen, fragen sich Personaler: Wollen wir sie reinlassen? Viele Firmen experimentieren nicht gern, vertrauen lieber Zeugnissen. Dennoch finden auch Uni-Deserteure mit etwas Anlauf in den Beruf.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...787895,00.html
  1. #1

    Machen sie Witze mit ihrem Artikel?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie vergeigen Prüfungen, haben große Geldsorgen oder Überdruss an Theorie. Wenn Studienabbrecher anklopfen, fragen sich Personaler: Wollen wir sie reinlassen? Viele Firmen experimentieren nicht gern, vertrauen lieber Zeugnissen. Dennoch finden auch Uni-Deserteure mit etwas Anlauf in den Beruf.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...787895,00.html
    Man ist ja schon erstaunt wenn sich der Spiegel mit diesem Thama beschäfitigt. Was macht man wenn man nicht berühmt ist als Studienabbrecher? In jedem Unternehmen in dem man sich bewirbt wird man nicht vorgelassen. Wenn man dann untertänigst vorgelassen wird, wird man Stundenlang gefragt warum man sein Studium nicht vollendet hat.(Der Personalchef will die psychische Belastbarkeit testen oder die "teamfähigkeit" das grenzt manchmal an new Sadismuss) Juristische Personalchefs weiden sich besonders daran wenn der Bewerber erklären muss warum sein Examensfall daneben gegangen ist. Am liebsten würden sie die ganze Prüfung in ihrem Bewerbungsgesprach wiederholen. Wer sein Examen oder Diplom versägt hat zahlt ein Leben lang jeden Tag in Deutschland. Er hört jedes Argument weshalb er nicht gebraucht wird. Das mit den Versicherungen ist ja wohl ein Scherz . Sollte man dann eine job bekommen kann man ihn nur selten verlassen da einem immer das Argument verfolgt. Man hört immer "Sie als verkrachter-was-auch immer können doch froh sein wenn sie überhaupt was finden!" Die Bösartigkeit mancher Personalchefs ist schon unglaublich. Fachkräftemangel das gilt für andere aber nicht für Abbrecher.
  2. #2

    re

    Den Teil mit der Versicherungsbranche hier positiv darzustellen, erfordert aber schon einigen Mut.

    Verzweifelte junge Menschen werden in der Regel asl freie Mitarbeiter auf Provisionsbasis angeheuert und dann auf ihr privates Umfeld gehetzt, wobei die Versicherung immer ihren Schnitt macht - entweder aufgrund der Verträge, oder wegen des während der ersten Jahre als Darlehen gezahlten Gehalts.
    "Geschult" wird dabei leidglich Verkaufen und Kunden-Anlügen, von Versicherungen und Finanzen haben diese "Berater" nicht mehr Ahnung als jeder andere auch.

    Das ist nun wirklich niemandem zu empfehlen, der noch etwas Selbstachtung hat.
  3. #3

    Kompetenz bei Firmen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie vergeigen Prüfungen, haben große Geldsorgen oder Überdruss an Theorie. Wenn Studienabbrecher anklopfen, fragen sich Personaler: Wollen wir sie reinlassen? Viele Firmen experimentieren nicht gern, vertrauen lieber Zeugnissen. Dennoch finden auch Uni-Deserteure mit etwas Anlauf in den Beruf.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...787895,00.html
    Tja, die deutschen IT-Firmen mögen gerne weiter irgendwelchen Zeugnissen vertrauen und z.B. Spezialisten aus Asien einkaufen, die in großer Zahl hervorragende Studienabschlüsse aufweisen. Ich habe es jedenfalls satt, als unterprivilegierter Informatik-Studienabbrecher (mit Vordiplom) diesen Experten das nötige Know-how zu vermitteln und dafür noch beleidigt zu werden. Deswegen habe ich mich nach 25 Jahren aus der IT zurückgezogen. Von Fachkräftemängel habe ich in der IT noch nichts bemerkt. Im Gegenteil. Die Anfragen wurden in den letzten Jahren immer weniger (mag aber auch am Alter liegen, Studienabbrecher und 50, das geht gar nicht!)
  4. #4

    was denn noch?

    mal ehrlich: die meisten abis werden den schülern heute schon nachgetragen. und dann scheitern diese jungen leute am niveau der unis. und selbst das ist doch schon geschwaächt. bachelor für alle, master schaffen wenige. und selbst am bachelor scheitern sehr viele. wegen zeit, wegen druck, wegen allem was es noch als usreden gibt.

    1982 uni hamburg. rappelvoll, wir saßen auf den stufen. bwl ist trocken, also wurde sich in lerngruppen mit studienfreunden gegenseitig motiviert. nebenbei in einer kneipe gejobbt oder im baumarkt. 9 semester, ferig. und es war die phase mit der meisten freizeit in meinen leben. dennoch!

    über das gestöhne von heute kann die ältere generation nur noch lachen. sry, aber das ist echt jammern auf höchstem niveau. vielelicht muss man auch mal selbstkritisch sein und sich eingestehen, dass man für ein studium eben zu dumm ist. wer sich selbst nicht belügt, kommt im leben weiter.
  5. #5

    ...

    Eine leidige Szene. Man bewirbt sich bei der Polizei, wird zum Intelligenztest geladen und bekommt von einem dickbäuchigen, gealterten Polizisten mit Bildzeitung unterm Arm den Fragebogen auf den Tisch geworfen.

    Personaler sind da genauso. Daten, Fakten und ein Accessmentcenter, dass selten etwas mit der Realität zu tun hat. Von Psychologen entwickelt und quetscht alle Bewerbe, und seien diese noch so Unterschiedlich, in eine Form. Völlig gleich, was für Qualitäten in einem Schlummern könnten.
    Natürlich will keiner Experimentieren. Aber sich hinter externen Personalern zu verstecken kann auch nicht das Mittel sein.
    Schön, dass es für "minderwertige Bewerber" auch Möglichkeiten gibt.

    Wohlgemerkt, ich hab mich längst auf einem festen Job niedergelassen. Dennoch empfinde ich eine tiefe Abneigung gegen diese Hürden. Sie sind kein Persönlichkeitstest oder gar eine Leistungsfeststellung. Es ist bloß Schikane. Wie viele haben sich schon dadurch gekämpft, wurden als Qualifiziert eingestellt und dann wieder rausgeworfen, weil irgendwas nicht gepasst hat. Wäre mir neu, dass durch solchen Unsinn die Personalabwicklung irgendwie verändert worden wäre.
  6. #6

    Tja, Mathematik ist halt ein wesentlicher Bestandteil ...

    ... im Studiengang Informatik, zumindest an der Universität, an der ich studiert hatte.

    In den vielen Semestern hat es tatsächlich vielen ehem. Mitstudenten das Genick gebrochen, viele haben sich versucht durch Abschreiben von Übungen noch durchzuretten. Andere haben jede Wiederholungsklausur mitgenommen oder gar die ein oder andere Mathematikvorlesung ein zweites Mal besucht. Die meisten sind tatsächlich an der Mathematik und nicht an der Informatik gescheitert!

    Auch mir erging es so - mit 4-Gewinnt und auch ein paar vergeigten Klausuren konnte ich mich dann zum Vordiplom durchbeißen. Danach konnte ich mir aussuchen, was ich belege und welches Nebenfach.

    Wenn ich zurückblicke, aktiv benötige ich in meinem Berufsalltag wahrscheinlich nur ein paar Teilbereiche der Mathematik - Analysis zum Beispiel überhaupt nicht.
  7. #7

    ..........

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie vergeigen Prüfungen, haben große Geldsorgen oder Überdruss an Theorie. Wenn Studienabbrecher anklopfen, fragen sich Personaler: Wollen wir sie reinlassen? Viele Firmen experimentieren nicht gern, vertrauen lieber Zeugnissen. Dennoch finden auch Uni-Deserteure mit etwas Anlauf in den Beruf.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...787895,00.html
    Das reine Vertrauen auf Zeugnisse ist einer der groessten Fehler deutscher Personalchefs....
    Da ist man ind en USA flexibler, da heisst es meist: "Zeig mal was du drauf hast!" dann ist meist das Zeugnis voellig Schnuppe......
  8. #8

    Quereinsteiger haben es schwer

    selbst mit vorheriger Ausbildung. Der Wert der Ausbildung ist praktisch null, wenn man einige Zeit an der Uni verbracht hat, interessiert keinen mehr.

    Man hört immer wieder, dass man erst mal eine Ausbildung machen sollte und dann studieren. Wenn es mit dem Studium nicht klappt, hätte man immer noch die Ausbildung und könnte mit dieser in seinen Ausbildungsberuf einsteigen. Ich empfehle den umgekehrten Weg. Erst studieren, wenn es nicht klappt kann man immer noch eine Ausbildung machen und diese ist dann 'frisch' und nicht 'verbrannt'.

    Als Versicherungsdrücker hätte ich auch anfangen können, den Bekannten und Verwandten dubiose Verträge aufschwatzen, nein Danke.

    In "irgendwas mit Medien" Branchen kann man evt. noch reinkommen nur herrschen dort sklavische Zustände, Löhne als solche gibt es nicht, eher Taschengeld, Festanstellung aussichtslos, nach dem Projekt fliegst du wieder raus.

    Den Quereinstieg in die IT-Branche ist heute ohne Abschluss unmöglich, das war eigentlich mein Hauptziel. Ausser kleinen dubiosen Kaschemmen die einen über den Tisch ziehen wollen, gibts nix, ich kenne auch keinen persönlich von den Komillitonen die das geschafft haben. Hochschulabschluss ist die Eintrittskarte für adäquate Stellen in dem Bereich und damit meine ich nicht Webentwickler in einer Werbebude.

    Desweiteren gab es noch den Einstieg als Staubsaugervertreter, Callcenterheini, Regalauffüller, Hilfsarbeiter, Parkplatzaufsicht, Friedhofsgärtner, Ernte/Bauhelfer, .. alles super Perspektiven.

    Das war der Grund warum ich mich doch wieder eingeschrieben und nebenher gearbeitet habe.

    Was meiner Erfahrung nach sehr hilfreich ist, eigentlich wichtiger als alles andere: Beziehungen, Beziehungen, Beziehungen. Dadurch kommt man an Jobs die nie ausgeschrieben werden, die weitere Vorteile haben, wie z.B. Transporter, Spezialwerkzeug übers Wochenende leihen, ...


    Netzwerken ist alles, wer daheim in der Bude versauert, hat schon verloren.
  9. #9

    Heute nicht anders als Gestern

    Ich habe vor 25 Jahren Informatik in Stuttgart studiert. Wir konnten besser programieren als die Profs. Aber Analysis konnte kaum einer im total überfüllten Hörsal. Mich hat dann eine mittelstädige Stuttgarter Firma gerne genommen - zu nahezu den gleichen Konditionen wie einen Akademiker. Als ich mich nach 10 Jahren mit fundierten Erfahrungen in objektorientierter Programmierung und .Net bei einem großen Autozuliefer beworben habe zählten die Jahre nichts - "Sie sind ja nicht mal Fachinformatiker wurde mir gesagt" - Heute habe ich meine eigene Firma und habe es nicht bereut. Ich glaube die Personalabteilungen müssen in Deutschland von Ihrem hohen Ross runter kommen, schließlich gibt es eine Probezeit und welcher Personaler weis schon was .Net ist.








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