Schummeln ist eigentlich schlimm, aber ist die Uni nicht nur ein Test für das spätere (Berufs)leben? Wenn es keinen Unterschied in der Leistung zwischen einem Ehrlichen und einem Schummler gibt, was ist dann der Test wert?
TMNSpickzettel versteckt, Laborergebnisse gefälscht, abgeschrieben: Einige Studenten mogeln sich durchs Uni-Leben. Schuld an Plagiaten sind auch unklare Regeln, sagen Experten. Als Strafe schlagen sie vor, schon erworbene Credit-Points zu streichen.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-885018.html
Schummeln ist eigentlich schlimm, aber ist die Uni nicht nur ein Test für das spätere (Berufs)leben? Wenn es keinen Unterschied in der Leistung zwischen einem Ehrlichen und einem Schummler gibt, was ist dann der Test wert?
Meine Klausuren an einer Universität im Ruhrgebiet den 80ern sahen in nicht wenigen Fällen so aus: "Wie heißt das 14.Wort im 3.Absatz auf Seite 135 des Skriptes?" Wer sich auf derartig schwachsinnige Prüfungen nicht pragmatisch vorbereitet ist selber schuld. Ich geh doch nicht an ne Uni um Telefonbücher auswendig zu lernen. Also überlegt erst mal - liebe Unis - was man wie sinnvoll prüfen und unterrichten kann, so dass dabei auch ein Lerneffekt entsteht, bevor Ihr Euch künstlich aufplustert. Didaktisch war die Uni in weiten Teilen völliger Mist.
Also viel zu wenig wird die Plagiateskandalpolitik der Uni München durchleuchtet. Da gibt es zwar sog. Richtlinien, wie man sie sich wünscht, aber sie sind wohl das Papier nicht wert. Gerade Professoren kommen einfach davon, wenn sie faktisch falsche Gefälligkeitsgutachten für Diplom- und Doktorarbeiten ausstellen und selbst Leute mit gescheiterter Habilitaion nach 6 Jahren zur W3-bezahlten Direktprofessur unterstützt werden. Ein Guttenberg hat nie behauptet Wissenschaftler zu sein und wollte das auch nie - ist auch sehr schwierig in Jura... aber in der Physik sollte eine Plagiateuni doch nicht die Professoren schützen, sondern endlich ausmisten - ohne Rang und Namen. Aber in Bayern haben wir ja auch eine Staatsanwaltschaft, die vor Gaddafi-Söhnen kuscht und Hausdurchsuchungen tel. ankündigt - was will man da von einer nicht kontrollierten Uni erwarten?
Ich frag mich echt rein praktisch wie es möglich ist in Klausuren zu schummeln. Bei uns hat man Einzelplätze, einen festgelegten Sitzplatz, eine Menge wandernder Aufsichten und die Vorkontrolle nur Stift sowie Taschenrechner auf dem Tisch zu haben. Taschen und Jacken werden an den Rand gelegt und dann- was ja erst recht unmöglich ist- ein komplettes oder gar nur Teile eines Semesters auf einen kleinen Spicker zu reduzieren, mit dem Gedanken, dass man nur sehr sehr wenig Zeit hat, abzuschreiben, zu verstecken und allg. taktisch zu spicken, halte ich für unmöglich.... Das Hauptproblem ist das plagiieren...
Ich kann nicht nachvollziehen, wie der Betrug bei Prüfungen laufen soll. Bei uns hat man genauer hingeschaut, als bei der Abiturprüfung. Es durfte nur jede zweite, manchmal sogar nur jede dritte Reihe besetzt sein, und zwischen zwei Prüfungsteilnehmern waren zwei leere Plätze Abstand. Und die Aufsicht steht vorne und hinten im Hörsaal, und hat nichts anderes zu tun, als die Prüfungsteilnehmer zu beobachten. Da wird es doch selbst dem "mutigsten" zu aufwändig.
Und haben Sie sich auch Gedanken darüber gemacht, wer diese Maschinen und die Algorithmen entwickelt? Nicht so wirklich oder? ;-)
Ein kleiner Tipp am Rande: Computer machen garnichts, wenn man sich davor setzt und ihnen Faust vorliest oder etwas über "Kants Kritische Vernunft" versucht beizubringen.
Sie sollten also anderen Studiengängen bzw. - disziplinen nicht die Intelligenz aberkennen, wenn sie nicht möchten, dass man das gleiche mit ihnen und ihrem Studienhintergrund macht.